Ein Kuss im Schatten, ich krall mich fest.
Umklammere und wärme mein Fleisch,
der Kälteschauer erdrückt mich heut.
Fester, küss mich und nimm mein Herz
trenne mich von Sternen und zeige mir, wo nur
lässt du heute meinen Schmerz?
Wär´s nicht mehr dein prunkvolles Fest,
zu sehen, wie nur du mich durchs Leben fickst?
Vermisse deinen schmalen Grat,
der mich des Nachts verwundet hat.
Sinnlos ist die Dunkelheit,
zu leuchtend der Mond des Glücks.
Die Folterqualen, die einst geliebt,
gespürt hab ich, wie du in mir wohnst.
Halte mich und fessle mich,
fest und fester in deinen Klauen.
Reiße mich, zerfleische mich
am Ende weiß ich, liebst du mich.
Die Hoffnung kommt, verdammt!
Du Schatten sei der gnadenlose Tod,
der wieder in mein Leben tritt.
Sieh wie leicht, das Erdbeereis.
Glück, Gelächter über dich!
Verzeih, doch wo nur, zeige dich.
Tanzen will ich, kalt geschwächt.
In Lust die Schmerzen Leben nennen,
lieben dich im Todesschatten.
Nur im Traum, ja der Traum! Da sehe ich
und sehne mich nach deinem Schmerz.
In See betrunken schwimmende Schatten,
retten Peitschen aus Todeszellen.
Angst, nein, ich nehm mich nicht in Acht,
wiege mich in Hoffnung, dass du bald Qualen,
gar folternde Schmerzen über mich bringst.
© Amy Herzog

Ein blutiges Herz muss Deine Tastatur sein, auf denen Du Deine Worte schreibst. Dem Unerklärlichen verleihst Du Gestalt, gibst ihr Adern, Blut, Herz, Seele und ein Geschlecht. Wie von einem gewalttätigen Strudel scheinst Du erfasst, aus dem Du Dich mit Peitschenhieben versuchst zu befreien. Ich hab dies hier mehrmals gelesen und werde es nochmal lesen – Wort für Wort. Phantastisch.
LikeGefällt 1 Person
Welch schöne wahre Beschreibung, die mich unabhängig vom warmen Wetter erröten lässt. Ich fühle mich geschmeichelt, vielen Dank. 🙂
LikeGefällt 1 Person
Nicht schmeicheln wollte ich – das wäre zuwenig. Gerade hab ich auch noch die Geschichte von dem kleinen Mädchen gelesen – Du hast eine Art zu Schreiben, die ist wunderbar ehrlich, poetisch berührend und niemals kitschig.
Bring ein Buch heraus und ich werde einer der Ersten sein, die es kaufen. Mach es!
LikeGefällt 1 Person
Ohjee..danke. 😀
Kitsch liegt mir glaube ich auch nicht so. (:
Ein Buch … im Kopf schwirrt dazu einiges herum. „Nur“ noch schreiben muss ich … und kleine Zweifel muss ich noch überwinden. (Und Freundschaft mit der Grammatik schießen. ^^)
LikeGefällt 1 Person
Der Tod wird dich holen. Du warst eine Unendlichkeit lang tot und wirst wieder eine Unendlichkeit lang tot sein. Dein Leben ist ein Augenblick: Wir sind Eintagsfliegen gemessen an der Unendlichkeit. Zufall, dass wir uns begegnen .. Ich schau dich an. Ich seh dir in die Augen, Kleines. Ich bin hier und du auch. Morgen erinnert sich kein Grabstein mehr an uns.
LikeGefällt 1 Person
Mit dem Tod hier ist nicht der Wunsch nach dem Ableben gemeint. Aber ich erspare mir lieber Erklärungen. 😉
Aber dein Kommentar ist wieder so gefährlich poetisch. (:
LikeLike