Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich ziehe mal Bilanz.

In den vergangenen Tagen hatte ich in den Nächten, haha, viel Zeit Gedichte zu lesen. Und dabei fiel mir auf, dass die Meisten davon handeln, dass jemand jemanden vermisst. Gar nicht mal so häufig Verstorbene, nein, die Gedichte richteten sich oftmals an lebende Personen. Eines herzzerreißender als das Andere. Jaja, Weihnachten, das Fest der Liebe. Aber irgendwie dann auch das Fest, an dem viele sich einsam fühlen und Menschen schrecklich vermissen. Und: wie sollte es anders sein, dachte ich viel darüber nach, was, oder besser gesagt wer mir denn so fehlt. So sehr, dass auch ich ein herzzerreißendes Gedicht darüber herausschmettern kann. Na, was soll ich sagen, ich habe nichts geschrieben.

Stattdessen habe ich darüber nachgedacht, wofür ich sehr dankbar bin. Dieses Jahr hat mich oftmals an meine Grenzen gebracht, und oft auch weit über meine Grenzen hinaus. Das ist nicht spurlos an mir vorüber gegangen. Ich bin wahnsinnig ausgelaugt und dachte oft darüber nach, mit niemandem mehr reden zu wollen. Oft wurde mir alles zu viel. Und schlimme Gedanken zogen ein.

Dabei habe ich nüchtern betrachtet keine schlechte Erfahrung gemacht. Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt und das geht jeden Tag so weiter. Innerhalb meiner Möglichkeiten natürlich. Was für mich viel ist, ist für die Meisten vermutlich wenig. Aber im Vergleich zu gar keinen Begegnungen, gar keinem Kontakt zu Außenwelt, habe ich mich sehr weit aus dem Fenster gelehnt und bin das ein oder andere mal sogar herausgeklettert. Und mein Fazit davon wäre, dass ich sehr gute Erfahrungen mitnehme und einige Menschen davon auch mit ins neue Jahr, und dann habe ich lehrreiche Erfahrungen gemacht. Nun. Ich lerne generell gern. Das verbuche ich also schweren Herzens unter positiven Erfahrungen. Aber unterm Strich waren es dann doch zu viele Menschen, die sich an meiner nicht vorhandenen Menschenkenntnis vorbeigemogelt haben. Ein Versuch war es allemal wert. Ich bleibe dann dabei…ich hasse Menschen. xD

Ich habe gelernt, oder zumindest im Ansatz geschnallt, dass ich mich nicht scheiße behandeln lassen muss. Diesen roten Faden in meinem Leben würde ich dann mal endlich durchschnippeln. Denn es ist nicht normal schlecht behandelt zu werden. Das passt wunderbar zu meiner Fähigkeit, Menschen so mir nichts dir nichts aus meinem Leben zu entfernen. Damit habe ich selbstverständlich bereits begonnen, aber das Jahr ist noch nicht zu Ende und ich sortiere weiter aus. Diesen Rat kann ich nur jedem geben, der solch ein trauriges Gedicht geschrieben hat. Es ist okay zu vermissen, aber es ist nicht okay sich scheiße behandeln zu lassen. Niemand hat das verdient. Ihr seid nicht zu wenig für solche Menschen, denn diese Menschen sind euch nicht gewachsen. So sieht’s mal aus. Wählerisch sein und einige entfernen tut langfristig gut.

Dieses Jahr hat mich wieder etwas stärker gemacht.

Nun habe ich an Weihnachten also niemanden vermisst. Und die Menschen, an die ich gedacht habe, sind aktuell in meinem Leben und ich muss sie nicht vermissen. Sie tun mir gut und ich fühle mich nicht schlecht. Ich hatte also gute Laune und ständig ein Lied auf den Lippen. 🙂

Meine Ziele sind, dass ich so bleibe, wie ich bin. Und damit meine ich, diese blöde Maske, welche die meisten Menschen lieber sehen, wieder abzulegen. Denn ich habe unfassbar oft maskiert, habe mich angepasst höflich verhalten und habe versucht es jedem Recht zu machen. Davon wäre wohl jeder erschöpft, dafür muss man nicht autistisch sein. Letztendlich hatte ich das Gefühl so falsch zu sein, wie man nur falsch sein kann. Dieses Gefühl war sehr belastend. Jeden Gedanken, jede Handlung und sich selbst siebenundzwölfzig mal umzudrehen und doch immer nur Falsches an und in sich zu finden. Und am liebsten die Türen abzuschließen und nie wieder ans Tageslicht treten. Was natürlich ebenso falsch gewesen wäre, aber manchmal erschien mir das ein bisschen weniger falsch als alles Andere. Das ganze hat ebenfalls zu hoher Autoaggressivität geführt, welche ich manchmal nicht unterdrücken konnte. So vollkommen reizüberflutend war manches. Was ne Logik.

Ich bin also dankbar für die tollen Menschen, die sich auf irgendeine Art in mein Leben geschmuggelt haben, für interessante Gespräche, für Dinge, die mich weiterbringen, und für große Akzeptanz – hier insbesondere von meinem Partner. Ich liebe, was ich tue, meinen Brotjob, aber vor allem meine Schreiberei – und dahingehend bin ich für’s neue Jahr hochmotiviert, was ich ja dann und wann bereits erwähnt habe. Spruchreif ist da jedoch nichts, denn ich stehe immer wieder vor Entscheidungen…und ach, nun ja, ein andermal. 🙂

Mehr Achtsamkeit also, Grenzen durchsetzen, die Maske wieder ablegen, Rückschläge akzeptieren, aber den Fortschritt leben. Ich freue mich auf das neue Jahr. 🙂

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