Ein Luftballon glänzt in der Sonne,
schwebt im Wind und schenkt Wonne,
prallgefüllt mit Luft im zarten Rot,
wünscht ich dennoch, es käme der Tod.
Schaue noch mal hoch zum Himmel,
fort vom Lärm und Menschengewimmel,
kommt denn der Tod hier her jemals,
so binde ich den Faden um den Hals.
Mache schnell ein Schleifchen drum,
bleibe dabei einfach nur stumm,
ein niemand kann den Faden sehen,
niemand bleibt einen Moment stehen.
Ein letztes Mal blicke ich ins Rot,
da vorn kommt zu mir schon der Tod,
hinab senkt sich mein ängstlicher Blick,
der Tod nimmt vom Faden ein Stück.
So nimmt er mich mit ganz nach oben,
den Luftballon kann man nicht loben,
gerade glänzte er noch so fein,
jetzt trägt er mich in Wolken rein.
Eine Träne fällt noch zum Boden,
verregnet all die vollen Straßen,
hätt‘ ich doch nur noch etwas gesagt,
der Luftballon, jetzt trägt er mich ins Grab.
© Amy Herzog


Traurig, ergreifend und doch irgendwie angenehm, sanft, schwebend, der Welt entschwebend, erzeugt Bilder des weggetragen werden, des Übergehen in eine schöne, ruhige Dimension ohne Zwang, in der alles frei ist. In der man alles von oben sieht. Eine wundervolle Metapher. Ich habe seit Wochen eine ganz ähnliche Idee, (hat meinen Kopf noch nicht verlassen) aber als Kurzgeschichte.
Mal sehen, vielleicht erscheint es bei mir im Blog. Dein Beitrag jedenfalls ist wunderschön, hat etwas trauriges, aber nichts beängstigendes.
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Danke für deinen ausführlichen Kommentar! 😊
Auf die Kurzgeschichte bin gespannt, wenn sie den Kopf verlässt.
Herzliche Grüße, Amy
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Gänsehaut! Wahnsinnig berührende Worte. Traurig stimmend. Und beängstigend. Helfen wollend, dem Mädchen der Geschichte mit dem Ballon.
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Danke sehr, und liebe Grüße!! 🙂
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