Zum Abschied dein Klang…

Müde und nass
klafft meine Seele dahin
der zitternden Zeit
als sei’s dir der Weg
der viel zu weit
aber nein, nein
es ist nur der Stein
tief in meiner Brust
der mich noch erinnert
an deinen wärmenden Duft

Und ich stehe neben mir
als stünde ich gleich vor dir
mit trockenen Lippen
hieltest mich an Arm und Rippen
würdest meine Seele trocknen, küssen
mich fort von diesem Abgrund locken
schlafen, trinken, lachen, lieben
stundenlang den Gefühlsschaum genießen
als sei’s mir doch nur der böse Traum gewesen

Doch meine Rippen sind kalt
und die Arme noch steif
die Seele schreit noch „wecke mich auf!“
ziehe mich aus dieser Dunkelheit hinaus
bergauf ins Grün
wo wir Vögel lächeln seh’n
aber das wird nicht passieren

Oder?
Oder..?

Schrei ich gegen die Monster
vorm letzten Gang
den schwarzen Abgrund entlang
falle durch Sehnsucht, Begierde
rückwärts durch schattige Liebe
mit flehend kniendem Gesang
und auf einem Bild winkt
zum Abschied
dein Klang

 

© Amy Herzog