Eine Angst und ein Gefühl.

Ich finde über diese Dinge wird oft geschwiegen, vielleicht aus Scham, oder weil man niemanden verletzen oder belasten möchte. Und manchmal auch, weil man nicht weiß, was passiert, wenn man sich offenbart. Ich möchte zwei Dinge teilen, ein Gefühl und eine Angst. Nur teilen.

Ich kenne das Gefühl von „Zuhause“ nicht. Und bin gedanklich eigentlich immer am suchen, sortieren und auf Reisen.

Ich habe Wahnsinns Verlustängste. Warum weiß ich nicht, weil ich noch nie etwas (aus meinem Herzen) verloren habe. Deshalb versuche ich stets Sicherheit zu vermitteln, Beständigkeit und Loyalität. Weil ich weiß, wie zehrend diese Angst sein kann. Und ich möchte nicht, dass Menschen, die mir wichtig sind, sowas (wegen mir) Fühlen oder befürchten müssen. Ich weiß, dass man darauf keine Garantie geben kann. Ich mache das trotzdem, weil das eben doch geht. Gleichzeitig bemühe ich mich, mir einzureden, dass mir alles und jeder furzegal ist…meine Verlustangst eben. Oder ich falle in einen Gedanken, nicht gut genug zu sein, für alles mögliche eben. Obwohl ich das nur noch selten denke.

Wer mag kann sich einreihen. Manchmal tut es auch gut, wenn auch nur kurz, sowas mal rauszulassen.

6 Kommentare

  1. Wir werden doch unser ganzes Leben lang gemessen:
    – als Babies und Kleinkinder: ob wir ARTIG UND GEHORSAM SIND
    – in der Schule: mit Zensuren und Bestrafung durch „Sitzen bleiben“
    – in der Lehre: dito
    – in der Ehe und eigenen Familie: ob wir es richtig machen und genug Geld verdienen
    – im Umfeld: ob wir verträglich sind
    – im Beruf: ob wir erfolgreich sind und uns in ein Team „einfügen“
    – als Rentner: ob wir denn noch alleine entscheidungsfähig sind.

    Und da wundern wir uns, dass sich Ängste bilden?

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  2. Was du schreibst, erinnert mich sehr an mich selbst.

    Ich bin ähnlich geschnitten, dafür ist es unerheblich, ein Mann und dazu noch einiges älter zu sein. Zuhause ist jetzt und hier, in Beständigkeit übe ich mich, zunehmend mit Erfolg. Seit meinem 40sten Lebensjahr (so ungefähr) habe ich zu einer Form von Urvertrauen gefunden, die mir nicht in die Wiege gelegt wurde.

    Hab Geduld mit dir, Amy.
    Es findet sich. Immer.
    Und liebe Grüße dir, Reiner

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