Allgemein

Ein paar Bilder vom Movie Park Tag :-)

Ich war heute im Movie Park. 🙂 Es war schön, wenn auch sehr anstrengend, weil laut, durcheinander und viele Menschen. Konnte aber ein paar Bilder machen. 🙂

Nicht erschrecken, das bin nur ich mit Doppelkinn, Augenringen und ohne Make-Up und selbstverständlich ohne Filter. Die Sexy Strümpfe muss ich auch zeigen, die habe ich zum Geburtstag bekommen. Laut Aussage haben sich einige Menschen die Strümpfe angeschaut, aber ich kann das nicht beurteilen, weil ich nicht darauf achte, wer gucken könnte. Meistens bin ich die, die starrt. 😀 Den kleinen auf meinem Arm hat mein Partner beim Enten-Angeln für mich gewonnen. 🙂

Vorbereitungen für Halloween. 🙂

Ich mag Spongebob und habe auch eine Tasse gekauft. 🙂

So, das war’s. Leckeres Essen gab es auch, leider nicht vegan. Heute war also ein recht vegetarischer Tag, aber draußen ist das eben manchmal schwer umzusetzen. Es gab Veggieburger und Pommes zum Mittag/Frühstück. Und dann noch ein Eis. 🙂 Liegt soo schwer im Magen, war aber trotzdem ganz okay.

Ein kleines Buch mit Stift habe ich auch noch gekauft, muss doch immer sein als Schreiberling. 🙂

Einfach mal Danke!

Na wer behauptet, gelesen/gehört/gesehen zu werden sei egal, der lügt. Natürlich möchte man das, wenn man, wie in meinem Fall, schreibt und veröffentlicht.

Ein wenig Zwiespalt ist aber schon dabei, denn einerseits bemühe ich mich stets darum, so unsichtbar wie möglich zu sein, andererseits freue ich mich über den Anblick diverser wachsender Statistiken. Inzwischen hat es sich so entwickelt, dass die Leser zu einem recht großen Anteil nicht mehr von WordPress kommen. Manchmal werden Beiträge irgendwo auf Social Media geteilt – klar, die Möglichkeit besteht. Dann aber dieser Zwiespalt und der damit verbundene Schock, wenn tatsächlich Menschen aus den verschiedensten Ecken auf meine Seite kommen und bleiben.

Unterm Strich freut es mich dann aber sehr, denn man möchte ja durchaus gelesen, gehört, vielleicht sogar verstanden werden. Und den ein oder anderen berühren, oder gar eine Hilfe sein. Ich freue mich sehr über die Rückmeldungen per Mail, bin aber auch da überfordert, weshalb die Antworten manchmal lange, manchmal besonders lange auf sich warten lassen. Das tut mir Leid! Trotzdem sehe ich das alles durchaus und fühle mich geehrt. Ich freue mich über jeden Menschen, der da ist und freue mich über jede Art Rückmeldung, genauso wie über die stille Leserschaft.

Insbesondere finde ich es sehr toll, dass die Beiträge zum Thema Autismus beinahe schon beliebter sind, als meine Lyrik. 😉 Diese persönliche Aufklärung bedeutet mir sehr viel und wenn sich da manchmal jemand verstanden fühlt, ist das unbezahlbar!

Ich freue mich im Schockzustand über den Wachstum und möchte gerade einfach mal jedem einzelnen Menschen herzlich für sein Dasein danken!

Ein ungesehenes Thema: toxische Männlichkeit, Gewalt gegen Männer.

Es wird ein bisschen emotional, dieses Thema bewegt mich sehr. Der erste Abschnitt soll nicht abschrecken, es geht um die Männer.

Die ein oder andere Frau reagiert empört darauf, wenn ich darüber rede. Warum? Weil es ausnahmsweise mal nicht darum geht, dass es Frauenhäuser wie Sand am Meer gibt, weitere Hilfsorganisationen für weibliche Opfer von Gewalt, na, oder weil die Vergewaltigung/sexueller Missbrauch/etc. an einer Frau noch immer nicht angemessen bestraft wird? (Na, wie ist das wohl bei Männern?) Und in vielen Fällen verdienen Männer mehr als Frauen für die Selbe Tätigkeit. Und überhaupt, wir Frauen werden doch stets auf unsere Gebärfähigkeit reduziert, auf unsere Hormone, auf die Mopsis und den Po. Wenn ich so alles zusammenfasse, befindet sich hier jede Frau stets in einer Opferrolle. Trotzdem ziehen wir Frauen bitte kurz den Kopf aus dem Popo und werfen einen Blick auf die Männer.

(Schreibt es mir gern in die Kommentare, wenn euch dieser erste Abschnitt angepisst hat. Würde mich darüber freuen.)

Ich kann bei weitem nicht jedes Beispiel nennen, welches ich schon gehört habe bzgl. toxischer Männlichkeit, oder auch der körperlichen oder seelischen Gewalt an Männern. Oder auch dem „post-abortion-syndrome“, welches selbstverständlich auch Männer betreffen kann. Das alles juckt halt kaum jemanden. Es gibt auch keine erwähnenswerte Hilfe. Nun, weshalb ich nicht jedes Beispiel nennen kann? Weil ich noch nie mit einem Mann geredet habe, der nicht irgendetwas gesagt hat, was mich unfassbar traurig und/oder wütend gestimmt hat. (Der Beitrag würde also unendlich lang sein) Und das schlimmste ist, wenn sie selbst das ganz normal finden, wenn sie ihre Aussagen selbst nicht bedenklich finden. Weil das in unserer Gesellschaft eben so ist. Männer müssen so und so sein, stellt euch mal nicht so an.

Männer erfahren Gewalt in allen vorkommenden Formen sowohl durch Frauen, als auch durch andere Männer, unabhängig der Sexualität. Ihr könnt da gern nach aktuellen offiziellen Zahlen recherchieren, mich reizt das nicht mehr, weil sie sehr weit von der Realität entfernt sind. Dieses Thema berührt mich emotional sehr, weil es so ungesehen ist. Oder es wird nicht ernst genommen, bzw. durch etwas Aufklärung wird es von sehr wenigen Menschen ernst genommen. Aber so im Allgemeinen wird das nicht gesehen.

Als Aufhänger nehme ich ein Beispiel für toxische Männlichkeit, welches ich erst gestern wieder in einem Gespräch erfahren habe. Es geht um einen Mann mit Prostatakrebs. Dahingehend tolle Neuigkeiten! Krebsfrei nach OP, Nerven sogar erhalten. Wunderbar! War im Gespräch aber nur ein untergeordneter Teil, total unwichtig. Komisch, oder? Das schlimmste ist, dass die Penislänge sich dadurch um wenige Millimeter verkürzt hat. Das war das riesige Thema. Das schreckliche. „Meine Frau…“, Eine richtige Leidensgeschichte. Ein unvorstellbarer Druck dahinter. Warum? Dieser Mensch ist wieder gesund! Und leidet, hat Sorgen, Ängste und kann diese kaum ausdrücken. Kaum jemand weiß, wusste von dieser Erkrankung. Es ist ihm unfassbar peinlich.

Männer machen ständig Erfahrungen, dass sie nicht genügen, dass sie falsch sind, dass andere besser sind. Besser im Bett, besser ausgestattet. Und überhaupt müssen Männer stark sein, müssen beschützen können, müssen groß sein. Männer die fühlen, die weinen, sind schwach. Außerdem müssen Männer allzeit bereit sein, nicht nur für Sex. Für alles. Hauptsache der Partnerin ist es recht. Und wenn sich ein Mann gern die Fingernägel lackiert, dann ist er total schwul. Weil schwul sein offenbar total unmännlich ist. Darüber hinaus werden Transmänner nie echte Männer sein (btw: Transmänner sind als Männer geboren, nur im falschen Körper). Das sind nicht immer direkte Aussagen, aber im Allgemeinen schwebt diese Wolke über unseren Köpfen und wir reagieren im Alltag entsprechend.

Dann werden „lustig gemeinte Aussagen“ getroffen. Es ist nicht lustig einem Mann zu sagen, dass er wegen irgendetwas kein richtiger Mann ist, kein Mann ist, der genau richtig ist, der genügt und der sein kann, wie er ist. Ein Mann muss nicht viel Geld verdienen, um irgendwen zu versorgen. (Ja, so etwas wird von manchen Frauen tatsächlich sehr genau geprüft. – So im Sinne von Gehaltsabrechnungen. Kein Scherz, leider.) Dieses Emanzipationsthema finde ich komplett lachhaft. Labern die Menschen drüber, wird aber eher zum Vorteil ausgelebt. Männer stehen unter ständigem Druck. Und da fragt kaum jemand nach. Es wird ständig nachgetreten. Verpflichtungen von allen Seiten, von anderen Männern, von Frauen. Und manchmal wird’s dann noch richtig kompliziert. Denn der Mann muss der Frau auf allen Ebenen (sprichwörtlich) den Arsch auslecken, darf dabei aber nicht zu lasch wirken, darf nicht „unterm Pantoffel stehen“, denn das ist ja wieder im Vergleich zu anderen Männern unmännlich. Unterm Strich labern die Menschen alle nur Müll, die Hälfte gelogen, die andere Hälfte irrelevant.

Du kannst tun, was du willst. Du kannst sein, wie du willst und wie du bist. Deine Körpergröße, deine Statur, dein Aussehen, deine sonstige Ausstattung und auch die damit verbundene Funktionalität, deine Gefühle (die du offen haben kannst), dein Job und dein ganzes Sein, alles ist perfekt, so wie es ist! Dafür brauchst du keine Erlaubnis! Du brauchst dafür auch niemanden, der das bewertet, der dich mit anderen vergleicht. Und du brauchst dich auch nicht mit anderen Männern vergleichen. Denn es ist egal, wie andere sind. Du bist toll, das reicht. Du musst dich nicht „erziehen“ lassen. Selbstverständlich so, dass andere Männer diese „Erziehung“ nicht bemerken. Nein!

Noch eine Kleinigkeit zum „post-abortion-syndrom“. Im Grunde Menschen, die eine Abtreibung bereuen, darunter leiden. Wird meist bei Frauen beachtet. (Und ja, ich weiß, dass auch da gesagt wird „war doch deine Entscheidung, Pech.“) Aber Männer leiden auch darunter. Und es war nicht ihre Entscheidung. Das lässt sich auch nur schwer ändern, denn es ist gut, dass wir Frauen hier selbst über unseren Körper entscheiden dürfen. Das ganze Prozedere sollte sogar noch erleichtert werden, meine Meinung. Es ist ein Unding, dass man ggf. sehr weit reisen muss, um eine Abtreibung durchführen zu lassen. Aber das soll nicht das Thema sein. (Mir ist klar, dass das ein empfindliches Thema ist, aber mal am Rande…keine Frau sagt „hätte mal Lust auf ne Abtreibung“, niemand macht das aus Spaß und auch der Grund, einfach nur kein Kind bekommen zu wollen, ist ein Grund. Soviel dazu.)

Nun, die Männer haben da nicht mitzureden. Klar, bestenfalls tauscht man sich innerhalb einer Partnerschaft aus und findet gemeinsam eine Lösung. Es kommt jedoch vor, dass die Frau nicht möchte und der Mann eben schon. Und man kann eben kein halbes Kind bekommen. Daher sind die Männer im Nachteil und ich wüsste da auch keine gute Lösung, denn Frauen sollen durchaus über ihren Körper entscheiden (der Weg dahin war lang genug.) Aber wer hilft den Männern, wer nimmt sie ernst? Ich war vor einigen Jahren recht engagiert in diesem Bereich und ein Mann ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Ein Mann, den ich mehrere Monate intensiv betreut habe. Dieser Mann hat darunter gelitten, eine schreckliche Machtlosigkeit, niemand hörte ihm zu. Denn, dass er das nicht ändern kann, wusste er. Dann aber zu hören zu bekommen „sei doch froh, du musst nicht zahlen“, ist keine Hilfe. Dieser Mann hat sein Kind verloren und dies wurde allenfalls belächelt. Das Mindeste, was jeder tun kann ist, dass wir nicht wegschauen. Dass wir zuhören und diese schreckliche Trauer ernst nehmen.

Es ist nicht immer dieses vorherrschende Gesellschaftsbild des Mannes, der die schwangere Frau sitzen lässt.

Zum Ende noch etwas zur Gewalt an Männern. Und da nehme ich mich selbst auch kurz hoch. Zum einen: toxische Männlichkeit ist Gewalt! Seelische Gewalt ist Gewalt. Und körperliche Gewalt an Männern findet statt! Nur wohin wenden sich diese Männer? Wer holt sie da raus, aus diesen vier Wänden? Mir wurde von allen Seiten ein Frauenhaus geradezu aufgezwungen. Und was ist mit den Männern? Na, die sollen sich mal nicht so anstellen. Sei halt mal n Mann. Antworte am besten mit Gewalt oder nimm es hin. Diese Männer schweigen. Sie schämen sich und selbst wenn sie sich trauen, etwas zu sagen, versuchen Hilfe zu bekommen, werden sie extrem häufig (auf verschiedene Arten) abgewiesen. Männer, die grün und blau geschlagen und dabei unterdrückt werden.

Es ist normal nen Mann aus Spaß zu boxen. Ist doch ein Mann, der hält das aus. Muss er ja, weil er n Mann ist. Na und meist handelt es sich bei dieser „Spaßgewalt“ um sonst sehr liebevolle Beziehungen oder Freundschaften. Und da nehme ich mich mal hoch und sensibilisiere mich selbst und vielleicht auch andere, die an und für sich nicht gewalttätig sind. Denn das bin ich nicht. Ich meine das, was ich tat, liebevoll, begehrend. Nun, wir sind in unserer Beziehung etwas gröber. Ich mag das gelegentlich. Mein Partner auch und deshalb gibt’s meinerseits ab und zu einen Klaps auf den Po. Aber eben nicht immer mit seinem Einverständnis. Und da beginnt körperliche Gewalt. Er dreht sich manchmal weg, das sollte mir sagen, dass er das gerade nicht möchte. Und bisher habe ich darauf oft keine Rücksicht genommen. Mein Partner sagt dazu, dass es nicht schlimm ist. Und diese Aussage finde ich schlimm. Denn das sagt wieder das aus, was ich bereits geschrieben habe. Ein Mann muss das eben so mitmachen, was ne Frau will. Selbstverständlich verändere ich mein Verhalten.

Ein Mann hat immer das Recht zu sagen, dass er etwas nicht möchte und das muss so angenommen werden. Ein Mann darf nein sagen und dieses nein muss wichtig sein!


Das ist wieder so ein Beitrag, der mir unvollständig erscheint. Es passiert da so vieles, was nicht gesehen wird. Zum Schluss möchte ich darauf hinweisen, dass ich privat gern ein offenes Ohr habe und auch versuche zu helfen, wenn jemand Hilfe benötigt. Des Weiteren steht es euch offen, anonym in den Kommentaren eure Erfahrung/Geschichte zu teilen, wenn ihr einfach mal gehört werden wollt. (Ihr könnt mit falschem Namen und einer random Email-Adresse kommentieren, auch ich weiß/sehe dann nicht, wer ihr seid, falls ihr bei WordPress angemeldet seid, müsst ihr euch zuvor abmelden)

Mal wieder etwas persönliches, das mich (leider) sehr bewegt.

Ich habe gestern einen Text geschrieben, den ich nicht veröffentlicht habe. Na, irgendwie habe ich unterschwellig daran gezweifelt, am Wahrheitsgehalt. Und das war berechtigt. Die Wahrheit ist, es hat mich getroffen. Das, was sie gesagt haben, worüber sie ‚ach so zufällig‘ geredet haben, hat mich getroffen.

In diesem Text von gestern habe ich geschrieben, ja sogar mir Ausrufungszeichen, dass es mich nicht getroffen hat. Dass es mich lediglich wütend gestimmt hat. Und das ist ja auch wahr. Ich war wütend darüber, ich bin es noch! Aber es hat mich eben auch doch getroffen. Darüber hinaus schrieb ich, dass es mich nicht beeinflusst. Aber das tut es. Als die beiden jugendlichen Mädchen gegangen waren, habe ich meinen Teller an meinen Partner weitergereicht mit den Worten, er solle aufessen, ich habe keinen Hunger mehr. Nun, den Hunger hatte ich tatsächlich nicht mehr.

Ich aß gebratene Nudeln im Einkaufzentrum. Es war 14 Uhr. Es war die erste Nahrung, die ich an diesem Tag zu mir genommen hatte. Und diese beiden Jugendlichen unterhielten sich sinngemäß darüber, dass manche Menschen ja unendlich viel essen würden, nicht aufhören würden zu essen. Nun, dass ich seit über zehn Jahren an Anorexie leide, konnten sie nicht wissen. Das ich vor einigen Jahren noch aussah, wie der Tod auf zwei Beinen, dass ich beinahe zwangsernährt wurde, dass mein Darm gar nicht mehr funktionierte und mein Herz einen irreparablen Schaden davongetragen hat, das konnten sie nicht wissen. Und auch all die anderen Dinge, die ich hier nun nicht erwähne, die konnten sie nicht wissen. Aber tut das etwas zur Sache???

Ja, ich bin fett, ja, ich stehe mehrfach am Tag auf der Waage und überdenke jedes Essen mehrfach. Ja, ich kämpfe noch immer jeden Tag gesund und ausreichend zu essen, weil mich auch mein hart erkämpftes Fett nicht davor schützen würde, zu verhungern oder zu verdursten. Oder, wie es meine Ärztin damals sagte, „Wenn Sie das weiter oder noch mal so machen, wird ihr Herz das nicht aushalten, sie würden sterben.“ Ich bin fett, denkt ihr, das weiß ich nicht? Aber ich lebe, ich kämpfe und ich lebe! Und an den meisten Tagen sogar so gesund, dass ich abnehme, denn das tue ich seit über einem Jahr. Nur eben langsam und gesund. Ich mache keine 5 Stunden Sport mehr am Tag. Und ich habe keine Angst mehr, einzuschlafen. Jeder, der an einer Essstörung leidet, kann mir nachfühlen, wie schwer das sein muss. Es ist schwer.

Und nun…na, es hat mich getroffen. Nun zwinge ich mir gleich ein Brötchen rein, weil es normal ist etwas zu essen, es ist auch nicht zu viel (das rede ich mir selbst ein, weil ich logisch betrachtet weiß, dass es wahr ist). Selbstverständlich Dinkelvollkorn. Bisschen Avocado. Ist zwar gesund, aber sehr kalorienreich. Also nur wenig. Es geht mir schlecht bei dem Gedanken, gleich essen zu müssen. Aber ich bin stärker als das, deswegen tue ich es.

Die Frage, die ich mir stelle: Musste das wirklich sein? Na, sie konnten es nicht wissen. Aber das tut gar nichts zur Sache! Es geht keinen etwas an, was und wie viel ich esse. Es hat mich tief getroffen und bis ich das wieder verarbeitet habe, werde ich eben wieder ein bisschen stärker sein müssen, als üblich.

Ich wünsche diesen beiden Jugendlichen und auch allen anderen Menschen, die sich so verhalten, dass ihnen beim Hände waschen die Ärmel runterrutschen. Und ehrlich gesagt wünsche ich ihnen auch n bisschen Genitalherpes.

Die Tippgeschwindigkeit

Ehrlich gesagt bin ich darauf ein wenig stolz. Nur ein wenig, denn so besonders ist es nun auch wieder nicht. Meine eben gemessene Tippgeschwindigkeit liegt bei 410 korrekten Anschlägen pro Minute – auf der Tastatur. Das ist nicht perfekt, aber auch nicht schlecht. (Ach, Ergebnis evtl. verfälscht, denn ich hatte heute Mittag nen Meltdown und bin dementsprechend nicht so fit) Immerhin kann ich in der Geschwindigkeit Gedanken besser ausdrücken, als im gesprochenen Wort oder per Handschrift. Hab ich damals gelernt, im BWL Unterricht. Ja, ich war heiß auf den Lehrer, was sonst. Ich war immer heiß auf irgendeinen Lehrer, wenn er oder sie etwas drauf hatte. Aber auf diesen eben auch, daher wollte ich möglichst perfekt sein. Nun, seitdem kann ich das eben – theoretisch. Ich muss gestehen, dass ich nicht mehr so tippe, wie ich es damals gelernt habe. Meist sind so 6-8 Finger in Benutzung. Aber ich könnte, wenn ich mehr als nur tippen könnte (und keine Legasthenikerin wäre), auch Sekretärin werden…oder gesprochene Interviews abtippen. Danach hab ich tatsächlich mal geschaut, leider verlangen die gute Deutsch-Kenntnisse. Da bin ich halt raus.

Nun habe ich ein neues Ziel. Ich habe seit gestern endlich wieder eine Schreibmaschine, diese ist aus dem Jahre 1953. Oh man, ich liebs so sehr. Ist gewiss schon aufgefallen, gewöhnt euch also schon mal an diese Tipperei und an die entsprechenden Bildchen dazu. Ich liebäugele auch noch mit einer alten Mercedes in nem Top Zustand, aber die ist ein bisschen sehr teuer. Das ist sie wert – keine Frage! Aber dieses sich ständig von selbst auffüllende Portemonnaie, welches ich mir bereits vor langer Zeit gewünscht habe, habe ich bisher nicht erhalten. Sollte sie aber noch da sein, wenn’s das Geld aus der Steuer gibt, dann…kann ich für nichts garantieren. 🙂

Nun, aber eigentlich geht es mir um die Tippgeschwindigkeit auf der Schreibmaschine. Denn die (ich habe noch nicht gemessen) ist nach einem Tag schon sehr flott. Hier und da ein kleiner Fehler, ja, aber für den ersten Tag ist das schon gut. Ich würde gerne meine Tippgeschwindigkeit am PC auf die Schreibmaschine übertragen, nicht sicher, ob das mit der alten Mechanik überhaupt klappt – denn bereits jetzt passiert es gelegentlich, dass ich zu schnell tippe und die Maschine nicht hinterherkommt. Aber blind klappt es auch da schon überwiegend.

Was praktisch ist, ich mache während des Schreibens oft ganz andere Dinge parallel. Und wenn ich nur aus dem Fenster starre.

Zu viel ich

© Amy Herzog

Leere

ein Entgleiten auf der Eisbahn
voll von Verliebten
im Zauber des Weihnachtsmarktes
liege in zerbrechlicher Mitte
und sehe das buntflimmernde Licht
Vorträge wehen zwischen kahlen Bäumen
mein Schweigen aber sitzt so tief
wie der Schmerz
der mir im Treiben um mich
die Leere im Ich zeigt

© Amy Herzog

Selbstgespräch.

Es ist eben immer dieses eine Selbstgespräch. 24/7. Ne. 28/7.

Mach einfach. Nein. Doch. Nein. Warum nicht? Weil juckt nicht. Na und. Egal! Nein. Doch. Aber. Nein. Doch. Aber du… Nein, kein aber. Aber… Nein. Hmm. Ich will ja ‚ja‘ sagen, aber… Na was aber? Na aber. Nein, kein aber. Wir wollen es beide. Nein. Ja doch! Nein. Warte, was? Ach, egal. Komm schon. Wieso? Weil [Grund einfügen]. Nein, ist nicht wichtig. Und wenn doch? Ich denke nicht. Aber weißt es nicht. Egal. Nein.

Nun, das läuft halt so Tag und Nacht parallel, nebst der Tetris-Melodie und anderem Zeugs. Das meiste ist einfach nur verrückt. Sowohl auf eine liebenswerte, als auch auf eine sehr gruselige Art. Das Selbstgespräch wird stellenweise sogar noch etwas merkwürdig. Was mich aber interessieren würde, gibt’s noch andere Menschen, die ganz genau so denken? Also bekloppte Menschen. Oder Menschen, die kurz davor sind, völlig wahnsinnig zu werden. Ich muss auch sagen, dass ich überaus diszipliniert, stur und manchmal auch verstockt sein kann – das geht mehr so in die aussichtslose Richtung gar nichts zu tun. Oder wahlweise in die essgestörten-Richtung.

Und nun denke ich wieder an Spongebob. Ja, Spongebob. Ist halt auch noch ein großes Kind irgendwo in mir drin. Die Folge mit dem Club der magischen Miesmuschel. Und ich frage dann die Muschel, was ich tun soll, sie antwortet mit „gar nichts“. Ein paar Tage später regnet das Essen vom Himmel. Also in dieser Folge. Quasi die Belohnung. Wer sie gesehen hat, weiß was ich meine. Bin Clubmitglied.

Hab drei Tage quasi nicht geschlafen, man möge nachsichtig sein. Ich bin zwar nur auf Koffein, bin aber vermutlich genauso zurechnungsfähig, wie ein Besoffener. Und trotzdem hellwach und energiegeladen.

Keine Rezension, aber ein gut gemeinter Ratschlag: David Wonschewski – „Blaues Blut“

Nun, das hier ist keine Rezension. Eigentlich hat mein Partner dieses Buch beim Gewinnspiel ergattert – und ich hätte auch eines gewonnen, hab’s aber kürzlich erst gesehen. Ups. Aber was soll’s, ich habe ohnehin alle Bücher digital und/oder in Druckform. Ja, manchmal habe ich beides, weiß auch nicht warum. Wollt einfach nur die Frage beantworten. 😀

Wäre ich bei der Arbeit, hätte ich dem Foto etwas BTM beifügen können. Hab dahingehend leider nichts daheim – daher einfach was schönes dazu denken. 😉

Aber das hier ist wie gesagt keine Rezension. Kann ich eh nicht gut, so etwas. Aber ich muss es halt jetzt schon dringend erwähnen. Ich liebs. Und ich werde es gewiss erneut erwähnen, wenn ich fertig bin, denn ich habe heute erst angefangen zu lesen – das Vorspiel und das erste Kapitel. Inhaltlich, dazu komme ich gleich, aber eben nicht besonders umfangreich. Der Schreibstil ist aber, wie auch schon in seinen anderen Werken, ist kaum zu übertreffen, höchstens von Schreibern, die bereits, wie soll’s auch anders sein, tot sind. Okay, ich lese halt auch nicht alles und so selten Romane. Aber ich bin ja auch kein Kritiker. Oder Rezensent. Kann mich mit Fantasie so schlecht arrangieren und brauche (für mich) greifbares. Nun, und dieses Buch ist, wie auch die Vorgänger, nicht nur zum greifen nah, sondern vom ersten Satz an in mich eingedrungen, in die Psyche. Ich finde die Bücher also alle gut, mein Lieblingsbuch bisher bleibt aber „Geliebter Schmerz“. Das Video bzgl. des Selbsttötens finde ich dazu auch sehr prägend und kann’s halt aus eigener Erfahrung bestätigen.

Wobei ich sagen muss, dass „Blaues Blut“ möglicherweise auf Platz 1. rutschen könnte. Es ist eben wieder wirklich ganz besonders tiefgehend. Und für mich gerade nur häppchenweise zu konsumieren. Mir gefallen die Zeitsprünge, ich nehme an, dass ich dadurch mehr erfahren werde, wie es so kommen konnte, wie es kam. Abwechslungsreich, aber ohne den roten Faden zu verlassen, auf den Punkt kommend, während des Abschweifens. Und es ist stets der Nächste Satz, der einen über sich selbst, über die Gesellschaft im Allgemeinen, oder gar über eine spezielle Person nachgrübeln lässt.

Hier auch noch mal der Trailer, zu dem Buch, um das es hier eigentlich geht.

Das Vorspiel ließ mich kurz die übliche Frage stellen, die ich mir bei jedem Werk zuvor auch schon gestellt habe: Wie viel Wahrheit und wie viel Fiktion liegt darin? Und ist der Autor wirklich so…ähm…stellenweise irre…(lieb gemeint ;-)) oder die Fantasie ganz besonders rege, also wirklich ganz besonders? Diesen Gedanken konnte ich dieses Mal sehr schnell verwerfen, denn: Ich muss ja davon ausgehen, dass das alles nur ausgedacht ist – oder zumindest überwiegend. Wenn ich mich aber tatsächlich darin wieder finde, und ich mag gar nicht sagen wie viel, dann bin ich die Irre, oder? Bedenklich, oder? Nun, beim Vorspiel muss ich sagen, hatte ich das Gefühl, dass entweder der Autor selbst gestorben ist, in dem Fall könnte ich dieses Buch nicht lesen, oder nun, eben der Erzähler und dieser „IM Krebs“ dieser Geschichte nicht die Selbe Person ist, nicht immer, als hätte einer einen Mord begangen und der andere nicht. Ich weiß weder, wer gestorben ist, noch weiß ich, wer einen Mord begangen hat. Ich wechselte zwischen Frankenfelder sehen und Frankenfelder sein. Genau so wie auch der Erzähler, so mein Gefühl.

Wieso will ich mich nun nackt in Scherben wälzen? Hm. Ach, inzwischen bin ja auch ich mehr die denkende und tippende Person. Aber ja, einfach nackt in Scherben wälzen, klingt halt auch interessant. Es war zumindest sehr prägend, dem Frankenfelder dabei zuzuschauen! Ein bisschen Lust, ein bisschen leid, ein bisschen Fassungslosigkeit, Unglauben, dann wieder ein Grinsen. Ich habe das Blut schmecken können!

Der Abschnitt „Frankenfelder allein in seiner Wohnung, 2016“ hat mich ganz besonders angesprochen. Fast schon aus mir heraus gesprochen. Haaresbreite sozusagen. Also, wieder bedenklich, oder? Ich möchte einen kleinen Teil zitieren, welcher mir ganz besonders nahe ging. Die Entscheidung war da sehr schwer, aber ich habe eine getroffen. „Nein, nichts und niemand kommt noch hier hinein. Nicht in meinen Kopf, nicht in mein Herz, nicht in meine Wohnung. Und ich, ich gehe nicht mehr hinaus.“ Ja, da fehlt der Kontext. Der steht in den Sätzen davor, die halt wirklich gelesen werden sollten. Das soll viel mehr ein unheimlich guter Ratschlag, als eine Empfehlung sein. Beim Autor persönlich zu erwerben, einfach per Mail: (ich verlinke HIER), oder eben die langweilige Variante: bei irgendwelchen Großkonzernen. Und um euch Zeit zu sparen – die anderen Bücher sind halt genauso dringend lesenswert.

Btw. Die Idee mit den QR-Codes find ich toll. Habe aber erst den ersten angehört. Und werde das auch weiterhin so machen – erst das Kapitel lesen und dann gibts den nächsten QR-Code. 🙂

Zwei witzige Gedanken (oder verrückte)

  • Wenn man seinen benutzten Teller (man hat davon ganz normal gegessen) mit einem (neuen) Schwamm, Spültuch, was auch immer, abwäscht, den Teller dann trocknet, dann isst man ja wieder davon und der ein oder andere leckt die gute Soße sogar noch ab. Gibt es Menschen, die auch den Schwamm ausnuckeln würden? Da ist ja nichts dran, außer das Wasser (Spülmittel lasse ich in dem Szenario weg) und das was am Teller war, von dem man gegessen hat.
  • Und eine Info, die in kürzlich recherchiert habe. Wenn man denkt, es sei eine gute Idee, eine Leiche verschwinden zu lassen, indem man sie isst, liegt falsch. Die Wahrscheinlichkeit, Spuren der DNA in der Toilette, an den Händen, oder was man damit berührt, nicht zuletzt aber auch Rückstände im Darm zu finden, ist definitiv gegeben. Zugegeben, das ist sehr speziell und ich bin nicht mal sicher, ob die Forensik da (im Darm/Stuhl) nachschauen würde(nach der Leiche suchen), aber möglich ist auch das. Ich stehe auf Krimi (Forensik, Mikrobiologie, Gerichtsmedizin) 😀 Dazu war es recht schwer glaubwürdige Artikel zu finden, bzw. Artikel, die genau dieses Szenario behandeln. Der Vergleich mit anderen Säugetieren geht da aber klar, finde ich. Und demnach ist es möglich. Sicher ist aber sicher…also, immer an die forensischen Beweise denken, liebe Leute. 😀

Autismus Erfahrung: soziale Interaktion (Fragen)

Ich dachte gerade an eine total banale Situation auf der Arbeit, welche auch schon zwei Monate zurückliegt. Kurze Beschreibung: Ich machte Übergabe nach einem Nachtdienst mit einem Kollegen. Dieser sagte zu Beginn, dass er zwei Wochen Urlaub hatte und demnach wissen wollte, was im Groben in diesem Zeitraum gewesen ist. Darauf entgegnete ich, dass ich ebenfalls die erste Nacht hatte und davor ebenfalls zwei Wochen nicht da war und daher nicht allzu viel weitergeben kann. Er fragte ob ich auch Urlaub gehabt hätte, jedoch hatte ich einfach nur frei. Weiter fragte er, ob ich denn irgendwo gewesen wäre (ich nehme an, dass er meinte, ob ich verreist bin). Ich sagte nein. Und nun, zwei Monate später fällt mir ein, dass es höflich gewesen wäre zu fragen, ob, wo und wie er denn seinen Urlaub verbracht hatte.

Solche Kleinigkeiten beschäftigen mich tatsächlich, ganz zu schweigen von den Dingen (bezogen auf Menschen), die mich tatsächlich interessieren, diese Dinge beschäftigen mich nämlich nahezu endlos.

Trotzdem stelle ich fast nie Fragen. Dabei ist es gar nicht so, dass ich keine Fragen hätte. Ich habe sogar sehr viele Fragen, an und über alles mögliche, wieder betreffend der Menschen oder Themen, die mich interessieren. Alles in allem platzt mein Kopf vor Fragen. Früher habe ich des Öfteren die Fragen direkt gestellt, die mir in den Sinn kamen. Das wurde mir aber irgendwie ausgetrieben. Stattdessen bin ich so gut in Recherche geworden, dass ich den Zweitnamen deines Hamsters kenne, den du dir in drei Jahren kaufst. Nur so als Beispiel. Trotzdem habe ich eine Menge Fragen, die ich nie gestellt habe bzw. nie stellen werde. Es ist auch mit Abstand der chaotischste Bereich in meinem Kopf. Eine spontane Frage davon könnte ich nicht stellen.

Sehr selten ergeben sich Situationen, die es mir erlauben, eine dazu passende Frage zu stellen, die dann zufällig eine der Fragen ist, die ich mir so oder so ähnlich ohnehin gestellt habe.

Was ich ebenfalls sehr gerne mache: Fragen stellen, wie bei einem Idiotentest. Noch seltener die Gelegenheit. Aber es ist sehr aufschlussreich, Fragen öfter zu stellen, anders zu stellen und die Antworten miteinander zu vergleichen. Ich glaube dabei nicht, dass ich bewusst angelogen werde, aber ich weiß, dass sich Emotionen und Erinnerungen gerne vermischen und ein Bild verfälschen. Daher ist es immer spannend, Antworten zu vergleichen. Darüber hinaus verschweigen einige Menschen ihre tiefen Empfindungen, spielen Empfindungen nur vor und/oder nichts davon passt zu den Aussagen oder Handlungen. Ich finde das sehr verwirrend. Ich komme mir also grundsätzlich verarscht vor. Es fühlt sich an, als könnte ich Menschen sehr detailliert lesen (ich wurde früher als „Gedankenleserin“ bezeichnet, es war beleidigend gemeint), andererseits kann ich kaum etwas davon bewusst entschlüsseln. Und das Ganze ergibt einen schweigsamen Superschurken mit einem gigantischen Fragenbrei.

Ich mag es jedoch, wenn mir Fragen gestellt werden. Denn welche Fragen sich mein Gegenüber stellen könnte, weiß ich fast nie. Nur bei meinem Partner sind diese inzwischen manchmal sehr vorhersehbar. 🙂 Die meisten Menschen kennen jedoch diese Grenze, nicht allzu direkte Fragen zu stellen. Ich erkenne keine Grenze, wenn sie mir nicht aufgezeigt wird, ebenfalls ein Grund, weshalb ich einfach keine der Fragen stelle. Der Vorteil, wenn mir Fragen gestellt werden ist der, dass ich diese oder eine ähnliche Frage zurückstellen könnte. Sofern sie mir spontan in den Sinn kommt…und eben nicht erst Monate oder Jahre später.

ich bin nicht mehr

Stehe unter Scheinwerfern
auf einer Bühne
so gigantisch
dass mich niemand sehen kann
ohrenbetäubende Schreie
übertönen meine greifende Hand
die Seelenstücke
ziehen gebrochen an Gondeln vorbei
ins Schlachthaus

Dieser tief verankerte
täglich neue Wurzeln schlagende
mit Spinnweben fixierte
Harz tropfende
im Mondlicht schimmernde
stumm vibrierende
zerfressende
alles umgebende

In der Kälte
tropft es im Rhythmus
meines verschollenen Herzens
auf nassen Beton
aber ich bin nicht mehr
nicht mal Geschichte

© Amy Herzog

Eros Ramazzotti – Fuego en el Fuego

Eines meiner Lieblingslieder.

Beerdigung

sehnsucht liebt leben 
leben stirbt
und ich spiele auf der beerdigung 
die hauptrolle 
dabei kannte ich leben nicht 
die sehnsucht legt sich in hoffnungslose arme 
und weint bitterlich 
mir hingegen wird einfach nur kalt 

© Amy Herzog

Autismus Erfahrung: kleiner Ausflug zur Kommunikation

Eigentlich schreibe ich gerade an einem ganz anderen Thema, dieses Gedicht inspirierte mich jedoch zu einem kurzen Ausflug zum Thema Kommunikation.

Dazwischen...

Ich lese Wörter und verstehe, 
was ungesagt dazwischen steht, 
das was gemeint, nicht angesprochen, 
doch unverkennbar eingenäht.

Es ist mitunter klar ersichtlich, 
das andere dann wohl verdeckt, 
in der Metapher liegt die Wahrheit, 
egal wie gut sie sich versteckt.

Ich liebe Worte wie die Sprache, 
zum einen blumig, manchmal platt, 
die Höhen, Tiefen eines Ausdrucks, 
sie schauen wohl auf Dich herab...

© Maccabros 02./03.08.2022

Das ist so ziemlich die Antwort auf die Frage: Was ist das Problem (in der Kommunikation) zwischen Autist:innen und nicht-Autist:innen. Die Kommunikation von Autist:innen kann verbal und nonverbal sein, aber sie ist gewiss immer direkt. Wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel, ich bin jedoch keine Ausnahme.

Die Frage, die ich mir grundsätzlich stelle ist, ergibt es Sinn, was ich sage, oder dass ich etwas sage? Bringt es mir oder der anderen Person einen Nutzen? Oder ist es Zeitverschwendung? Ich hasse Zeitverschwendung. Womöglich schadet es mir, etwas zu sagen? Wie/Was ist der langfristige Sinn?

Wenn ich also meine Frage mit einem begründeten ‚ja‘ beantworten kann, dann sage ich direkt, was ich sagen möchte. (Ich habe zwar auch Schwierigkeiten, richtige Worte zu finden und verliere mich daher oftmals in Erklärungen, dennoch meine ich das was ich sage.) Da steht nichts zwischen den Zeilen. Es gibt keinen Grund etwas anderes hineinzuinterpretieren. Auch dann nicht, wenn ich schweige. Denn wenn ich schweige, dann nur, weil ich diese Frage mit ’nein‘ beantwortet habe (Das kommt bei mir eher selten vor, meistens beschäftigen mich keine sinnlosen Gedanken). Sinn ergibt dann nur noch das, was ich eigentlich hätte sagen wollen, abzuhaken. Und ich verschwende keinen weiteren Gedanken daran.

Wenn ich etwas nicht sagen möchte, sage ich aber immerhin, dass ich etwas nicht sagen möchte.

Denn einen Sinn ergibt es ja bereits, wenn es mich, mein Empfinden oder was auch immer, erleichtert. Wenn ich jedoch dahingehend kein Bedürfnis habe, ist selbst der kleinste Sinn hinfällig. Mein Schweigen bedeutet also nichts. Man könnte auch sagen, dass mir Betreffendes egal ist.

Es steht nichts ungesagt dazwischen, es ist nur das gemeint, was gesagt wird/wurde. Nichts verdecktes. Keine Metaphern.

Niemand hat einen Nutzen davon, wenn Kommunikation schweigend oder durch eine Blume stattfindet.

Selbst wenn das ein oder andere Gesagte einen selbst, oder andere verletzt.

Ich bin jedoch bemüht, sensible Themen möglichst emphatisch zu besprechen. Mich jedoch in Euphemismen zu verlieren, habe ich nahezu komplett abgelegt. Eine Weile lang habe ich mich damit sehr intensiv beschäftigt. Bringt aber nichts.

Mir ist klar, dass nicht-Autisten sehr häufig so kommunizieren, wie im Gedicht beschrieben. Äußerst anstrengend. Ich tue mir selbst den Gefallen und verstehe ausschließlich das, was gesagt wurde. Ich lege zunächst meist nur wenig Bedeutung in die Worte und warte ab, ob sie der Wahrheit entsprechen (das offenbart sich meistens recht schnell). Und Schweigen hat für mich gar keine Bedeutung. Unterm Strich liegt in der Kommunikation viel Unwahrheit und viel Nichts. Es bleibt oft nervtötend und anstrengend.

Autismus Erfahrung: Skurrile Spezialinteressen

Ja, solche gibt es auch. Häufig werden sie nicht als solche erkannt, weil es ebenso eine Vorliebe sein kann. Bei Autist:innen kann das jedoch reichlich ausufern. Natürlich gibt es auch nicht-autistische Menschen mit Sammelleidenschaft. 🙂

Zum Beispiel eine Farbe. Jeder hat wohl so seine Lieblingsfarben. Sollte es sich aber um ein Spezialinteresse handeln, trägt nahezu alles diese Farbe. Dinge werden gekauft, weil sie in dieser Farbe sind. Die Wohnung, die Kleidung, selbst die Haare werden in diese eine Farbe getaucht. Vom Duschgel, über den Toaster, bis hin zur Bettwäsche und über den Löffel. Alles muss diese Farbe beinhalten.

Auch das Sammeln von Dingen, ob nun Figuren, Streichholzschachteln oder Nagellacke. Man kann schließlich alles sammeln, nicht nur sinnvolles/lehrreiches.

Bei mir waren es schon einige Dinge im Laufe meines Lebens. Zuletzt habe ich mich von meiner Glubschiesammlung getrennt. Sehr schweren Herzens, denn sie mussten, bis auf wenige Ausnahmen, allesamt im Bett aufgereiht sein. Nun, ich habe nen Partner. Es wär wohl komisch gewesen, den Kerl zu entfernen, um die Glubschiesammlung zu erweitern. Ich habe also einen auf erwachsen gemacht und die Tierchen verkauft. Das Blut aus meinem Herzen fließt noch immer. Aber, wie das so ist, es gibt sinnvolleres.

Meine Eulen sind aber noch in jeder Ecke meiner Wohnung aufzufinden, in allen möglichen Formen und Farben. Eigentlich müsste ich mal alle zusammensuchen, aufreihen und fotografieren. Vielleicht mache ich das mal nachträglich. Bin jedoch ganz glücklich, wenn sie an ihren Plätzen bleiben. Ich kaufe zwar nur noch selten neue, aber trennen kann ich mich auch nicht.

Ich liebe darüber hinaus Übertöpfe. Solche, die nicht aussehen wie alle anderen. Und statt Blumen freue ich mich riesig über einen weiteren Kaktus. Aber auch diese Sammlung ist überschaubar, weil es mir eben gefallen muss. Meistens bekomme ich diese Dinge geschenkt.

Eine Sache wäre da noch…Die ist offengestanden schon etwas peinlich. Trotzdem teile ich sie mal, eigentlich wollte ich das nicht. Nun, ich habe ein Stofftier. Eine Ente. Sie ist nicht nur ein Mittel der Kommunikation für mich, ich würde sie auch als Spezialinteresse bezeichnen. Dieses Tier hat inzwischen eine komplett eigene und extrem detaillierte Persönlichkeit und auch eine eigene Stimme. Selbstverständlich verstelle ich meine Stimme. Manchmal habe ich die Sorge, dass meine Stimme einfach so bleibt, so quietschig. Niemand würde mich noch ernst nehmen, so auf Helium. Für meine Arbeit ist sie allerdings praktisch. Wenn ein/e Bew. schlechte Laune hat, kann ich mit dieser Stimme die Stimmung direkt erhellen. 🙂

So etwas kommt bei Autist:innen häufiger vor, bzw. ist es mir schon häufig begegnet. Ja, es haben sich schon lange Gespräche ergeben, die die Stofftiere geführt haben.

Nun, da kann man jetzt denken, was man will. Garantiert bin ich aber irrer, als man es sich vorstellen kann. Dafür kann ich bei ner Wassermelone anklopfen, um den Reifegrad zu prüfen. Ha!

Nun, ich sammle auch noch andere (theoretisch sinnlose) Dinge, aber nicht viele und auch nicht allzu ausufernd. Ich bin wählerisch. 🙂

  • Als nächsten Beitrag würde ich gerne etwas über die Synästhesie (Link führt zum Wiki-Eintrag) schreiben. Ein paar wenige zusammengefasste Fakten, wie ich das gemerkt habe und was genau ich damit so machen kann (ich bin Synästhetikerin). Hat nichts mit Autismus zu tun, ist eher ein sinnloses Talent, trotzdem irgendwie spaßig. Dazu gerne mal eure (vor)Namen oder die Namen eurer Freunde etc. in die Kommentare schreiben. 🙂 Oder Lieblingsworte (Sprache egal), Zahlen (z.B. Geburtsdaten oder so) oder ein bestimmtes Lied. Das wäre ein wenig persönlicher. 🙂

Kaltes Herz


Suche nichts, mein Liebster
was nicht gefunden werden kann
kein Kompass ist dein
und die Sternbilder blenden
mein Herz in der Truhe
am Grund des tiefschwarzen
schimmert nur an der Oberfläche
anmutig salzigblautürkis
dein Herz aber muss schweigend still
zwischen den Welten verloren
gehen, leiden, enden
wenn’s mein erkaltetes Herz
schlagend finden will

© Amy Herzog

Spontan ans Meer

Mir ist, als atmete ich 
seit einer endlosschleifenden
hinkenden, aussichtslosen
Ewigkeit nur noch ein

264 kilometer mal zwei
spontan über Belgien
ausbrechen ans Holländische Meer
einfach, um auszuatmen

Um tief zu atmen
befreit, in einsamer Stille
mit dem Meer vereint
spüren, nur mich

Weit über meine Grenze hinaus!

Aber ich atme.

Ich atme!

(c) Amy Herzog

verzehrung

Klapperhorn

lyrics by lyrix, 2022

Inspired by Amy

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liegen

46/79
scheintot
aber mein Puls kämpft
mit Extrasystolen ums lieben
und wenn’s verschwiegen
ein Ende finden kann
dann bleibe ich
endlich
liegen

© Amy Herzog

Randnotiz

ich genieße es
weil es mein Hirn vereinnahmt
alles andere sickert
das Schmerzende aber strömt
in Wasserfällen
hinaus

es wird kalt

© Amy Herzog

Bitte schaut nicht weg

Am 23.06.2022 lief auf RTL wieder eine Wallraff Reportage (Team Wallraff – jetzt erst recht). Da ich so gut wie nie TV schaue, ist dieses Programm komplett an mir vorbei gegangen. Jedoch habe ich am Tag darauf, also gestern, zahlreiche Reaktionen darauf gesehen. Bei tvnow kann man diese Sendung noch mal sehen, bei mir klappte dies ohne Anmeldung, jedoch mit einigen Werbepausen, die ich nutzen konnte, um mich über das Gesehene aufzuregen und oftmals auch, um zu weinen. Ich möchte diese Reportage jedem ans Herz legen, denn jeden von uns kann das in irgendeiner Art betreffen. Ob uns selbst, ob Bruder, Schwester, Oma, Opa, Mama, Papa, etc. Schaut bitte nicht weg.

Während dieser Sendung habe ich mir einige Notizen für einen Beitrag gemacht, gestern war ich jedoch zu emotional, um diesen für diesen Blog zu verfassen. Und auch heute weiß ich kaum etwas zu sagen. Und ich bin nun wirklich nicht mehr leicht zu erschüttern. Ich habe mich deshalb mehr oder weniger gegen einen Beitrag entschieden. Ich möchte stattdessen einige Fragen stellen. Fragen, die sich aus dieser Reportage ergeben, aber auch aus meinen eigenen Eindrücken, die ich im Laufe der Zeit in der Pflege erlebt oder erzählt bekommen habe. Diese beziehen sich nicht nur auf die in der Reportage genannte Altenheim-Kette. Sondern mal so ganz im Allgemeinen.

Auch möchte ich mit meinen folgenden Fragen niemanden an den Pranger stellen oder die Pflege über einen Kamm scheren. Denn sowohl in dieser Reportage, als auch die allermeisten Pflegekräfte darüber hinaus machen einen verdammt guten Job unter teils härtesten Bedingungen. Herr Lauterbach (von dem ich an und für sich relativ viel halte), sagt in diesem Zusammenhang in dieser Reportage, dass er den Pflegenotstand als solchen nicht erkennt. Na herzliche Brühwurst. Dabei sei gesagt, dass der Notstand definitiv da ist, aber noch nicht seinen Höhepunkt erreicht hat. Stichwort: Demografischer Wandel / Babyboom Generation. Jene, die nun also plus minus 5-10 Jahre um die 60 Jahre jung sind: werdet nicht pflegebedürftig, denn ihr seid grob aber ehrlich gesagt am Arsch.

Hier der LINK zur Reportage!

Ich möchte noch hinzufügen, dass ich die Kommentare hier ausstelle, weil mich dieses Thema emotional sehr mitnimmt. Jedoch via. Mail einem Austausch oder Kommentaren offen gegenüber stehe. Ich habe schon einiges geschaut, reales, fiktives. Und wer meinen Blog lange genug verfolgt, der weiß um meinen Hang zum Makabren, zum Leiden. Aber das war das Schlimmste, was ich bisher gesehen habe. Und nun meine Fragen. Nochmal: diese Fragen ergeben sich nicht nur aus der Reportage, sondern auch aus meinen persönlichen Erfahrungen/Erfahrungen von Kolleg:innen, die ich im Austausch erfahren habe.

  • Wie fändest du es, stundenlang in deinen Ausscheidungen zu liegen?
  • Und wie oft musst du zur Toilette? Ich hoffe, dir genügt ein mal in 8h/3 mal in 24h.
  • Du wirst respektlos und erniedrigend behandelt, wenn du deinen Urin bei Inkontinenz nicht halten kannst. Dafür werden dir Dinge vorenthalten. Zum Beispiel Trinken.
  • Wieso sollte man dich waschen? Wirst ja doch wieder dreckig.
  • Wirst du von drei halben Kartoffeln, nem kleinen Klecks Erbsen und Möhren und einem Handteller großen, dünnen Schnitzel satt? Mehr gibt’s nicht.
  • Möchtest du Medikamente, darunter BTM und Injektionen von nicht dafür ausgebildetem Personal verabreicht bekommen?
  • Möchtest du mit deinem Dekubitus am Gesäß stundenlang sitzen gelassen werden, manchmal auch nackt, wartend dass dir jemand hilft?
  • Ist es okay, wenn du heute kein Handtuch zum waschen/abtrocknen bekommst, sondern deine Kleidung oder bestenfalls ein Bettlaken benutzen musst?
  • Normalerweise bekommst du zur Sicherheit bzgl. deiner Inkontinenz eine wasserdichte Nässeschutzunterlage auf dein Bett, reicht es dir, wenn man ein Handtuch oder einen Leinensack (in dem normalerweise die Schmutzwäsche gesammelt wird) verwendet?
  • Ist es okay, wenn niemand dir zuhört, niemand auf dich eingeht und deine Bedürfnisse egal sind?
  • Wie wird es sein, nach einem Sturz nicht optimal versorgt zu werden?
  • Und wenn es kein Verbandsmaterial gibt?
  • Wie fändest du es, für deine Einschränkungen, die dich sehr belasten, keinen Mut, keinen Zuspruch zu erhalten, keine Förderung, sondern Respektlosigkeit, Ablehnung und Wut?
  • Und eine Frage, die mir sehr am Herzen liegt: Wie fändest du es, wenn du hilflos im Bett liegst und eine PFK (Pflegefachkraft) zu erst deine Füße mit einem Waschlappen abschuppt (deine Füße sind gerötet, sehr trocken/schorfig/schuppig, die Haut ist rissig, mit kleinen Wunden) und dann mit dem SELBEN Waschlappen, sogar ohne ihn vorher auszuspülen (das würde es natürlich auch nicht besser machen!!!) deine Vagina oder deinen Penis wäscht?
  • Wie fändest du es, wenn keine Materialien im Haus sind, um dir eine simple Grundversorgung zukommen zu lassen?
  • Würdest du gerne stuhlverschmiert in einem Raum, der dementsprechend riecht, essen, oder dich auch nur aufhalten wollen?
  • Würdest du gerne, wenn du keinen Hunger hast oder länger zum essen brauchst, oder das Essen nicht magst, dazu gewaltsam gezwungen werden?
  • Wie fändest du es, den ganzen Tag TV zu schauen, jeden Tag?
  • Oder wie fändest du es alternativ, den ganzen Tag in deinem Rollstuhl zu sitzen, aus dem Fenster starrend, von einem aufs nächste Essen zu warten?
  • Fändest du es gut, wenn Handschuhe rationiert werden. Jemandem wird das Gesäß gesäubert und anschließend wird dir dein Gebiss in den Mund geführt?

Diese Fragen könnten noch lange so weiter gehen, aber ich tue uns den Gefallen, und belasse es dabei. Selbstverständlich ist das nicht überall so. Aber ist bei diesen Fragen nicht schon ein Fall, bei dem es jetzt gerade definitiv passiert, nicht ein Fall zu viel? Will man wirklich Glück haben müssen, wo man irgendwann mal landet? Manches ist der Einrichtung geschuldet, manches auch der Überlastung, aber nicht alles. Es gibt Kolleg:innen, die ich nicht als solche bezeichnen will! Und dann gibt es Kolleg:innen, die so etwas nicht mehr aushalten und der Pflege den Rücken kehren. Dieses ganze miese System bricht zusammen. Und auf den Menschen, die unser aller Hilfe benötigen und sie verdienen (nicht zuletzt, weil sie teuer dafür bezahlen!!), diese Menschen sind die Leidtragenden. Und irgendwann werden auch wir das sein.

Zum Schluss bin ich einfach nur sehr glücklich nun erfahren zu haben, dass es nicht so laufen muss. Und ich kann nur jeder Pflegekraft, die so etwas erlebt und nicht mehr aushält, raten, nicht aufzugeben. Denn es gibt diese tollen Einrichtungen, die oft nur in der Phantasie existieren. Ich arbeite in solch einer und es kann der tollste Beruf sein, den wir Pflegekräfte alle mal ausüben wollten. Und jene (auf irgendeine Art involvierte/das sind nicht nur Pflegekräfte), die in dieser Reportage gezeigt oder genannt werden, oder eben auch außerhalb dieser Reportage existieren, die respektloses, unmögliches, Menschenverachtendes Verhalten zeigen – bitte verlasst diesen Beruf und ich wünsche euch, dass ihr euch irgendwann mal selbst begegnet.

Neubelebung meines Blogs :-)

Lange Zeit war es still hier, aber das möchte ich nun gerne ändern! Aber am Anfang direkt mal die Frage: wer von meinen Verfolger:innen ist eigentlich noch da? Gerne ein mal kommentieren oder ein anderes Lebenszeichen hinterlassen. 🙂

In diesem Beitrag möchte ich ein wenig über mich berichten bzw. über das, was so los war, aber auch über die Pläne, die ich zukünftig hier umsetzen möchte.

Mir fällt natürlich auf, dass sich der Editor hier komplett verändert hat. Da werde ich mich neu hineinfinden müssen, weil ich mit der Formatierung unheimlich pingelig bin. 🙂 Aber für diesen Beitrag ist das erst mal nicht allzu wichtig.

Zu erst ein mal zu mir: Das ich (oder die meisten Anderen ^^) ein Alien zu sein scheine, das war mir ja schon immer klar. Seit einiger Zeit habe ich aber sehr viel über mich lernen – und mich akzeptieren können. Ich bin kein Alien, einfach nur Autistin. In den letzten Monaten habe ich es sogar geschafft, auch meine berufliche Umgebung an mich anzupassen. Und so ergibt es sich, dass ich frei genung bin, um diesen Blog wieder aktiv zu betreiben.

Nun zu meinen Plänen für diesen Blog: wieder anknüpfen möchte ich an etwas Kunst (aktuell Epoxidharz, aber das wechselt und macht nur einen kleinen Teil aus). Weiterhin möchte ich meine Lyrik/Prosa/Kurzgeschichten wieder aufleben lassen! Das wird einen größeren Teil ausmachen – also wie gehabt.

Neu wird sein, dass ich über Neurodiversität schreiben möchte. Über meine persönlichen Erfahrungen insbesondere Autismus, selektiven Mutismus und Depressionen. Aber auch über allgemeine Informationen zu diesen Themen. Auch über die Barrierefreiheit und dann und wann evtl. auch über Menschen mit Behinderung in unserem (deutschen) System.

Fragen und Anregungen sind sehr willkommen (sowohl per Mail, als auch per Kommentar)

Vergangenheit…

wenn es dunkel wird und fehlt…
wer fragt denn dann noch was dich wirklich quält
viel zu oft war‘n die gedanken so
doch sie waren nicht nur hier so, denn auch anderswo

und wenn der morgen wieder schreit…
schreiben narben unterm pulli nur verschwieg‘nes leid
mit dem hass auf all die menschen, die die tränen nicht seh‘n
kannst du nicht mehr jene sehen, die noch hinter dir steh‘n

wie entfernt ist es zu denken, und doch immer so nah
denn es war vor langer zeit alles was ich noch war
doch am ende bin ich dankbar, dass es nie so weit ging
dass mein leben nur noch an nem seid‘nen faden hing

© Amy Herzog

???

Mit Halbwissen am besten wissen,
das will jeder der noch steht,
schreckt zurück vor den Versionen,
von dem einen, der schon geht.

Der Tellerrand bleibt unbeachtet,
und Portionen sind zu klein,
leben nur in kleinsten Welten,
und ergötzen sich am Schein.

Doch den Zeigefinger draußen,
auf den einen, der da geht,
auf den Wegen durch die Wahrheit,
gegen jeden Wind der weht.

 

© Amy Herzog

Schwarze Zukunft

All die Herzen singen Lieder,
nur das meine singt nicht mehr,
niemals wird ein Lied erklingen,
die Verletzung ist zu schwer.

Niemand kann es je erretten,
tief am Grund des Meeres liegt,
tausend Tropfen meiner Tränen,
wie die Last die darauf wiegt.

Schwarze Zukunft ist Gewissheit,
diese Schlucht führt steil hinab,
scharfe Klingen jener Kanten,
schneiden mir die Seele ab.

 

 

© Amy Herzog

Titellos

Wieder

Bei dir kann ich wieder lachen,
sein wer ich in Wahrheit bin,
mit der Aussicht auf die Wünsche,
macht die Zukunft einen Sinn.

 

© Amy Herzog

Durch die Nacht

Frier‘ ich in den dunklen Straßen,
einsam durch die lange Nacht,
spiegelt nur das Licht des Mondes,
der die Schwärze sichtbar macht.

Warten durch die zähen Stunden,
die den Jahren ähnlich sind,
schreibt die Wahrheit nur Minuten,
sie verfliegen mit dem Wind.

Schmerz zieht bis in alle Lücken,
und sie sind mit Eis gefüllt,
so versteinern mich die Nächte,
nur mein Herze leise brüllt.

 

 

© Amy Herzog

Der Tod 

Ich kann den Tod nicht aufhalten. Er ist auf jeden Fall auf dem Weg. Aber ich kann die (meine) Zeit – bis er da ist – zur schönsten aller Zeiten machen, jeden Augenblick davon. Sodass sich jeder Augenblick lohnt, auf den Tod zu warten.

Rettung…

Nahrung

Eine neue Liebe wartet,
stets ein neues Herz sucht Heim,
ehrlich meint es diese Liebe,
denn das Herz kann eins nicht sein.

Ist es einsam fehlt die Nahrung,
braucht das Herz eins wie den Wind,
ist die Wärme dieser Antrieb,
wenn zwei Herzen zweisam sind.

Kann es lang und glücklich schlagen,
und die Seele ist daheim,
für das Leben unabdingbar,
ist die Lieb im Haus allein.

 

 

© Amy Herzog

Wer ich bin, das sag ich laut

Altersvorsorge:

Was wirst du vermissen, wenn du alt bist? Kümmere dich jetzt darum! 

Stumm 

Mein Spiel. (Drabble-Parade)

Die von Tuschelpuschel ins Leben gerufene Drabble-Parade hat mich heute morgen durch eine Nominierung von Jo vom Klapperhorn erreicht. Darüber freute ich mich sehr, aber die Herausforderung ist nicht zu unterschätzen. 100 Worte. Nur 100 Worte in einer ganzen Geschichte.

Meine dafür von Jo vorgegebenen Worte waren – Blitz, Gelächter und Altar.

Nun, das ist dabei herausgekommen.

Mein Spiel. 

Es ist beinahe wie ein zweites Leben. Und so bleibt es. Durchfuhr mich doch einst dieser Blitz deiner Furcht, tanzend mit deinem Schweiß. Und du? Hörst du noch immer unser Gelächter hinter verschlossenen Türen? Türen, die dir niemand öffnen wird. Macht es dich verrückt?

Im Traum sah ich deinen Altar und die schmutzigen Rituale. Um zu töten, was du liebst. Mich. Uns alle. Und die Macht, die dich gefangen hält. Doch sei dir sicher. Du kannst nicht entkommen. Ich warte, lauere im Schatten und greife an, sobald du deinen Blick wendest.

Meine Furcht ist eine Lüge, und deine mein Spiel.

© Amy Herzog

Somit komme ich nun zum Ende und nominiere gern weitere Blogger und hoffe, dass ihr es auch ausprobieren möchtet. Ich bin gespannt. Drei neue Worte, die ich dafür vorgebe lauten – Regen, Zeit und Mut. 

Nominiert sind:

Ich gebe zurück an Jo

reiche weiter an Dornenlicht

an kommvorzone

an Leitmotivation

und an Maccabros 

 

 

Heute…

Heute, wenn ich schwach bin,
dann spüre ich dich.
Ich dachte wirklich, du hättest
aufgegeben, einfach so,
doch das hast du nicht.
Heute spüre ich dein Lächeln,
heute auch deine Furcht,
doch auch dein Feuer, dein brodeln,
doch sehe ich dich nicht.
Heute wage ich zu schreiben,
heute lasse ich es zu,
konntest du auch nie verstehen,
doch erspüren konntest du…

 

 

© Amy Herzog

Ich glaube noch

Ich glaube noch an kleine Worte,
sie reichen gleich schon zu Beginn,
schon wissen Herzen wo sie wohnen,
für Zweie wird dies ein Gewinn.

Ich glaube noch an diese Fälle,
dort wo der Zufall trifft den Plan,
und plötzlich malen sich die Bilder,
ganz unverhofft und nur spontan.

Ich glaube noch an diese Liebe,
sie wartet schweigsam und gespannt,
und bald schon wird sie hell erblühen,
wo alle Last dem Herz entschwand.

 

 

© Amy Herzog

Ratlos.

Manchmal weiß ich meiner Worte,
nicht was eins bedeuten kann,
Sätze schreiben sich von selber,
und ergeben sich nur dann.

Irgendjemand wird was finden,
fühlt gar einiges wohl gleich,
ich hingegen bleib‘ nur ratlos,
warte hier – wann werd ich reich?

 

 

© Amy Herzog

Mein Sein..

Lese ich die alten Worte,
weiß ich nicht, ob ich je war,
nur erdacht im Universum,
unsichtbar und niemals wahr.

Zu unendlich für die Nähe,
und doch zauberhaft und klar,
doch dann wieder in den Sternen,
sterbe ich und war nie da.

Meine Spuren in den Worten,
wie ein Korn die Wüste sah,
bleibt vergraben in der Menge,
zerbrechlich, unberechenbar.

 

 

© Amy Herzog

Ich zähle nur die letzten Tage..

Versprochen sagst du, wirklich sicher,
bis du dann endlich bei mir bist,
ich zähl‘ nur noch die letzten Tage,
bis nichts mehr dieses Herz vermisst.

Und ich vertraue deinen Worten,
der Tag, der schnell vorüber zieht,
ich zähl‘ nur leise an fünf Fingern,
bis niemand vor der Zukunft flieht.

Versprochen sag ich, wirklich sicher,
mein Herze sei dir stets ein Heim,
ich zähl‘ nur noch die letzten Tage,
und wir zwei sind nie mehr allein.

 

© Amy Herzog

Literarische Kontaktanzeige

KOMMVORZONE

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Biete:
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sprachausdehnungen
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Herz an Herz..

Du bist nicht meine erste Liebe,
doch ist es wirklich das was zählt?
Wirklich wichtig bleibt am Ende,
das mein Herz fortan deines wählt.

Denn darin höre ich die Zukunft,
und nichts wird jemals dort vermisst,
ein neues Leben für zwei Herzen,
das ist es, was noch wichtig ist.

Ich bin nicht deine erste Liebe,
doch ist auch das nicht, was hier zählt,
hörst du in meinem Herz die Zukunft,
dann deines einfach meines wählt.

So wählen wir für uns das Leben,
was wir uns bald ein Jahr ersehnt,
und hören bis zum Schluss die Lieder,
während wir Herz an Herz gelehnt.

 

 

© Amy Herzog

Vertrauen auf die Liebe..

Ich vertraue auf die Liebe,
die mich täglich weiter lenkt,
durch die Stürme und den Hagel,
bis sie uns die Sonne schenkt.

Ich vertraue auf die Liebe,
wie sie mich zum Glücke trug,
schweben wir gemeinsam weiter,
nur dein Herz ist mir genug.

Ich vertraue auf die Liebe,
wo die Zukunft mit uns bleibt,
nichts werde ich je vermissen,
wenn sie uns durchs Leben treibt.

 

 

© Amy Herzog

Leises Sehnen…

Oh, spürst du nicht mein Sehnen
mein Liebster, und mein leises Flehen
verborgen hinter tausend Sternen
so hoch oben zwischen Wolken
wie könnt ich dich nicht begehren
Liebster, spürst du nicht mein Sehnen

Strahlt ein Lied, ein Licht in Tränen
spiegelt mich in allen Pfützen
sag bloß, kannst du Bilder sehen
durch dein Haar die Stürme wehen
kann dich wärmend sanft beschützen
Spürst du nur mein leises Sehnen

 

 

© Amy Herzog

Engel

KOMMVORZONE

die augen gebunden du hast
mir du engel aus unbekannt
herkommst wie
träum ich wach ich
du bist der vollkommenheit zwinkern
in lidrand
und wimpern gefasst

© http://www.kommvorzone.com

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Richtung…

Schreien in die selbe Richtung,
schlagen unsere Herzen gleich,
graben selbst die tiefsten Löcher,
schweigen wie ein Fisch im Teich.

Worte fliegen um Gesichter,
Fetzen bleiben stumm bedeckt,
schlafen mit den hellen Augen,
wünschen, dass uns einer weckt.

Irren lautlos durch die Straßen,
winken trüb dem richtigen Weg,
fügen uns den eigenen Löchern,
schleichen einsam dem Abweg.

Schreien in die selbe Richtung,
sind es tausend Löcher wert?
Unsere Seele schläft in Fetzen,
wo sich unser Herz noch wehrt.

 

© Amy Herzog

Zitat: Zeit…

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.

– Lucius Annaeus Seneca

Gewöhnliche Menschen überlegen nur, wie sie ihre Zeit verbringen. Ein intelligenter Mensch versucht, sie auszunutzen.

– Schopenhauer 

Zeit die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt.

An Zeit fehlt es uns vor allem dort, wo es uns am Wollen fehlt.

– Ernst Ferstl

…und die Farben – brüchig kalt.

Blicke fallen durch den Nebel,
in der sehnsuchtskranken Nacht,
Sterne leuchten tausend Bilder,
doch der Mond hat keine Macht.

Dieses Mädchen, voller Hoffnung,
kämpft noch für den ew’gen Kuss,
mit aller Liebe für die Farben,
bis sie sich letztlich sehen muss:

Durch die Seele tausend Nägel,
rostig stechend durch die Wand,
nur am Boden glänzt die Pfütze,
niemand sah und niemand fand.

Dieses längst erstarrte Mädchen,
kämpfend ward sie stumm und alt,
glanzlos sind schon all die Tränen,
und die Farben – brüchig kalt.

© Amy Herzog

Mode?

Depression, die Unscheinbare,
die Masken fest im Arm,
ein treuer Freund geblieben ist,
gefälscht zwar hält sie warm.

Depression, so wie sie glänzt,
im Stillen Tränen schweigen,
sie malt ein Lächeln aufs Gesicht,
wo Herz und Seele leiden.

Depression, das neue Schwarz,
die niemals endende Mode,
sie reißt noch in ein tiefes Loch,
begleitet bis zum Tode.

© Amy Herzog