Hat sich all die Jahre bewährt. So zu sein. So wie du. Es hält die Menschen auf Abstand. Die kommen gerade nah genug, um etwas Zeit totzuschlagen. Dann flüchten sie ganz von selbst. Vor dir. Dann redest du dir ein, dass das gut ist. Keine Enden. Keine Enttäuschungen. Kein wilder Regen in dir. Du schaltest die Musik und eine Wildrosenduftkerze an und den ganzen Scheiß um dich herum aus. Und dann liebst du die Sehnsucht. Liebst die Träume in der Nacht, selbst wenn sie schlecht sind. Weil es sich all die Jahre bewährt hat. So zu sein. Und die meiste Zeit glaubst du dir, dass dir das Außen egal ist, du hast dein Innen, dein chaotisches, zerrissenes Innen. Die gewohnten Geräusche, die sonst niemand hört. Die meiste Zeit glaubst du dir. Weil es sich bewährt hat.

Du schreibst von mir, beinahe. Nur ist die Zeit vorbei, da ich mir diese Neigung als Stärke verkaufte. Im Grunde ist es ein Defizit, eines, mit dem ich heute leben kann, ohne es kultivieren zu müssen. Nein, ich glaube mir nicht immer, weil ich weiß, ich bin nicht mein Ego, ich bin nicht mein Gefühl. Beides neigt zum erkranken und ist täuschbar.
Danke für diesen Eintrag – und Grüße, Reiner
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