schicksal

passieren

meistens ist das keine Entscheidung
irgendwie
passieren wir immer
einfach so

© Amy Herzog

Ohne „wenn“ und ohne „aber“

Ohne „wenn“ und ohne „aber“,
krümmen ängstlich Bäume sich,
stimmt die Zukunft stets mit ein,
doch siehst du, all das Grün, es strahlt –
so hell doch, bist im Walde nicht allein.

Ohne „wenn“ und ohne „aber“,
so lausche nur dem Augenblick,
singt das Schicksal laut sein Lied,
doch Köpfe hoch, den Zucker herbei –
und sei des Glückes eig’ner Schmied.

Ohne „wenn“ und ohne „aber“,
weine nicht um dein Erinnern,
findet dich der Abschied wieder,
und soll’s nicht bitter vor dem Tore –
so mach’s doch einfach süßer, lieber.

© Amy Herzog

Vertrauen…

Ein wenig Fluss den Berg hinab,
der Weg, er scheint zu weit,
doch ist der Traum viel näher als,
das Ende unserer Zeit.

Am Wegrand duftet es nach grün,
im Gras, dort liegt der Mut,
pflücken wir so viel wir brauchen,
der Rest, er wird schon gut.

Wir geben unsere Herzen frei,
so unhandlich sie sind,
vertrauen wir dem Schicksal mit,
dem Glück vom tragend Wind.

 

© Amy Herzog

Steuerrad…

Wir kamen auf die bunte Welt,
und wurden einst gelenkt,
wir lernten, wie wir selber lenken,
der Kopf dann zu viel denkt.

Wir sanken unser Haupt nieder,
und standen wieder auf,
schreiten durchs bunte Paradies,
denn wir flogen hoch hinauf.

Wir sitzen lange Zeiten ab,
und geben uns zufrieden,
denn wir sind nun festgefahren,
in Gewohnheiten, die wir lieben.

Wenn die Zeit zu lange braucht,
schwankt Glück nur hin und her,
die Herzen dabei wortlos schreien,
die Sehnsucht schmerzt zu sehr.

Und wo wir lernten mitzudenken,
wird uns das Steuerrad entrissen,
es lenkt und wütet durch das Leben,
versperrt das eigene Denken.

Es lenkt durch Leichtsinn,
und hält bei Zweifeln kurz an,
doch lenkt es in ein Paradies,
woran man noch nicht denken kann.

Sollten wir das Denken lernen,
denn das Denken wird entrissen,
das Schicksal hat das letzte Wort,
und es kämpft sehr verbissen.

© Amy Herzog