ton

Eule & Baum… (3/3)

Im weißen Kleid aus leichten Federn,
ist starr mein Blick zum Ziel gericht,
vor lauter Wärme, Glück und Liebe,
verlier ich doch nun meine Sicht.

Der Baum auf dem ich sicher warte,
so bricht der Ast auf dem ich wohn‘,
und plötzlich schlägt ein fester Stoß,
das brechend Herz als letzten Ton.

Im Schmerze hilflos nun am Boden,
verklebt, voll Matsch, mein Federkleid,
die Wärme, einst vom Baum gegeben,
sie endet hoffnungskalt im Leid.

© Amy Herzog

Jedes Tönchen…

Der Boden unter meinen Füßen,
mit einem Mal verschwand er fort,
als landete ich auf einem Kissen,
geformt aus deinem warmen Wort.

Jeder Ton gleicht einem Traum,
in dem ich aufgefangen werde,
als schliefe ich in weißen Schaum,
der für mich zum Heiler wurde.

Die Silben gleichen einem Sturm,
ein Wirbelwind um meine Seele,
stehe im Schutze auf dem Turm,
in deinem Wort – ich schwebe.

Ganz und gar bin ich berauscht,
im Traum wie am realen Tag,
mein Ohr jeden Ton belauscht,
mein Herz dem ganz erlag..

 

© Amy Herzog