Leid

die nächste Frau (drabble)

Unsere auffallend zufällige Begegnung auf der Party wird mit einer mehrjährigen Haftstrafe enden. Mord ist verboten, ich weiß das. Du auch? Ich wage es nicht zu fragen, ob du schon jemanden getötet hast, ich spüre es. Die Frage ist, wie vielen hast du schon einen Pfeil durchs Herz gejagt und was waren deine Motive? Letztendlich sind es immer die Frauen in deinem Leben. Statt dich selbst, hast du sie getötet. Ich sehe es in deinen Augen. Noch nicht, aber es ist, als bereitet sich dein Blick darauf vor. Ich schlage vor, wir lieben uns, bis zu deinem Nächsten ungeklärten Fall.

*Beitrag zum Drabble-Dienstag mit Lyrix, in freundlicher Vertretung von Grinsekatz. 100 Wörter mit den drei vorgegebenen Worten: Party, Verbot, Pfeil.

Bösesdrabble.

Interessante Wendung. Hach, die alte Sehnsucht. Beerdigungsluft frisst sich mit jedem Atemzug tief in meine Lungenäste und in den Särgen meiner aufgequollenen Liebe liegt etwas, woran ich gerade glauben muss. Ich halte die Luft an. Dann wieder nicht. Atme schneller. Hyperventiliere. Halte die Luft an. Zyanose. Atme. Dieser Kampf. Hach, die alte Sehnsucht. Das alte Böse. Der alte Kampf. Und wieder neue unbarmherzige Melanome auf meinem Herzen. Du wärst begeistert, könntest du in meinen Kopf schauen, Liebster. Begeistert wärst du! Wie der Tod von meinen Lippen tropft, während mir die Leere deiner Augen schmeichelt. Sag mir, Liebster: Lebst du wieder?

Dein Meer.

Fühlst du fließend Liebe
wie ein ganzes Meer
nur kannst du sie nicht sprechen
weinen Zweifel, Angst
und Kummer in Anadiplosen.

Bricht dein großes Herz
auf halber Strecke
wird es klein
und du sagst dir leise
„na, es wird schon reichen“
dieses Meer ist mein.

© Amy Herzog

Nichts auf meinen Lippen

Nichts auf meinen Lippen
und in meinen Händen nur Staub
aus grauem Herz
und zwischen.Menschlichkeit
mein Puls flüstert müde
in knisternd streichelndem Herbstlaub
ein Blatt halte ich
und gieße dich darin auf
wie den Tee vor der Dunkelheit
damit ein bisschen Wärme
aus meinem Mund
und Glassplitter in meine Ferse
fällt und fließt und sticht
ich wünsche wieder
nichts auf meinen Lippen
und einmal nur ein kleines Herz
das nicht so klirrend bricht

© Amy Herzog

unbeschreiblich

wenn ich den schmerz
im halbschlaf
den tiefen, wahren
verborgenen
so müsste ich dich
in einem wort beschreiben
mein liebster
doch das kann ich
nicht

also trage
ich dich in mir
jedes wort der welt
pflastert den blutigen weg
und bricht mein herz
doch fühle dich
bei jedem schweren schritt
so beschreibe ich dir
wortlos mein leid

© Amy Herzog

Kaltgeworden

Dann sitze ich dir im Wohnzimmer gegenüber, zwischen uns eine brennende Kerze. Ich lausche deiner Stimme und betäube deine Fragen. Irgendwann fragst du, weshalb ich mich verändert habe, unerreichbar geworden bin, mich dir nicht öffne, nicht mehr antworte. Ich schaue dich mit ausdruckslosem Blick an, ziehe an meiner Zigarette, halte kurz inne. Dann frage ich, ob es dich interessiert, was ich zu sagen habe, oder ob du nur ficken willst. Du schweigst, dein Blick wird leer oder traurig. Das ist die Antwort, sage ich dir, stehe auf, lege meine Kleidung ab und nichts als meine kalte Haut auf dein Bett.

(Ein Drabble)

© Amy Herzog

Deine Kalliope

Dein hungriger Geist
so leergefühlt
wie ein einsam erfrorener Vogel
der vom Ast fiel

Wie treiben deine lauen Funken und
im Wellenschlag ertrunkene
Leidenschaft
verloren in der Nacht
und unsichtbar durch den Tag
über deiner ängstlichen Hülle nur eine
flackernde Glühbirne
die ihrer eigenen lauten Sehnsucht
vor deiner im Sterben lag

Mein hungriger Geist
so leergeküsst
nur lass mich schwimmen
im Kerzenschein durch die Vollmondnacht
und wie mein Leib aus Schmerz
die Kunst erschafft
lass mich die deine ewige
Kalliope sein

© Amy Herzog

[hier aussagekräftigen titel einfügen]

© Amy Herzog

(K)eine vermisste Person.

© Amy Herzog

w i e

Zeige mir w i e
SCHMERZhaft es sein kann
lass mich d e i n e n
Schmerz spüren
dein traumtötendes Leid
in verborgener Angst
und in zärtlichstiller Dunkelheit
wispere ich nah w i e
Hingebungsvoll meine Liebe ist

© Amy Herzog

An meinen Winter

© Amy Herzog

mein Winter

lebe im winter
haut wie pauspapier
mit deinen bildern auf mir
dein streichholz
zündet
den funken hoffnung
im innern
und verbrennt
mich zur kalten asche
im schnee
blutspur farblos
zwischenwelt schweigt
bis mein winter
schmilzt
tragen schneeflocken
dieses leid

© Amy Herzog

Angst

In letzter Zeit bist abgelenkt von deinen Gedanken, versuchst sie zu verdrängen, dich in Kunst zu flüchten, in Musik und in deine Arbeit, eine klare Sicht behalten ist die Hauptsache, sagst du dir immer wieder, willst stark sein, dein Kopf sieht das anders, sieht in deiner Hauptsache nur noch eine unbedeutende Nebensache. Deine Bemühungen nur, um dich am Ende wieder in diesen Gedanken zu verlieren, welche dir jeden Tag, den ganzen Tag im Hinterkopf klemmen, fast wie ein Parasit. Diese Gedankenöffnung voll Lust und Tiefe, aber dann diese Gedanken, die du nie wieder fühlen wolltest, weil sie dir einmal zu viel beinahe das Leben gekostet hätten. Du hast Angst, du bist erwachsen, aber du fühlst dich wie ein Kind, das niemand sieht, bist allein mit diesen Gedanken, der Angst. Nein, sagst du dir immer wieder, NEIN! Jetzt wird gearbeitet. Und heute Abend trinkst du dich in den Schlaf und hoffst, in deinen Träumen nicht zu denken, nicht zu fühlen. Hoffst, dort die Angst nicht zu verlieren, die Erde unter deinen Füßen, die dir, wenn du wach bist, sowohl das Leben rettet, als auch nimmt. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Es ist zwar kein Drabble (das hatte ich bereits geschrieben), trotzdem sind dort die aktuellen drei Worte von Lyrix untergebracht 🙂 Nur so aus Spaß an der Freud.

Wenn gestern morgen ist…

Manchmal, wenn ich dran denke,
aber nur wenn auch eine Träne
in die Wunde fließt,
kommt’s mir vor, als wäre es erst gestern gewesen
und wünsche mir dann,
es wäre doch das gestern von morgen

Aber sag mal, sagst du Bescheid,
wenn es soweit ist, wenn es morgen ist?
Denn heute lebe ich nicht.
Sind alle meine Figuren schon tot
und ich sehe nur den Staub.

Und.
Ich ersehne.
Dich. Und.
Dein Wort.

(das weiß nur ich)

© Amy Herzog

Furcht bleibt

tränen verschweißen meine augen
starre in verschwommenes
schreibe in fingerspuren auf sandpapier
glattgeschmirgeltes gedankengut
albträume räumen die nacht
und lassen die leiche spurlos verschwinden
ich denke an nichts, nichts, nichts..
aber wenn ich wieder klar sehe
atme ich tiefblutentkleidete furcht
in deine kalte richtung

(furcht sitzt da, wo das herz verblutete)
- der platz war noch warm

© Amy Herzog

Kaltes Herz


Suche nichts, mein Liebster
was nicht gefunden werden kann
kein Kompass ist dein
und die Sternbilder blenden
mein Herz in der Truhe
am Grund des tiefschwarzen
schimmert nur an der Oberfläche
anmutig salzigblautürkis
dein Herz aber muss schweigend still
zwischen den Welten verloren
gehen, leiden, enden
wenn’s mein erkaltetes Herz
schlagend finden will

© Amy Herzog

Stillstand

Die siebenundzwölfzigste Kippe qualmt im Aschenbecher vor sich hin, AnnenMayKantereit Songs laufen im Hintergrund, die Sonne steht an irgendeinem Punkt, vielleicht aber auch der Mond. Die Blätter des Waldes atmen still, Wolken warten auf ihren Auftritt und selbst die Menschen bewegen sich in Zeitlupe in der Ferne. Und während ich seit Stunden aus dem Fenster starre, verliere ich mich selbst. Fühlt sich an wie Samstagabend. Immer die selben Menschen, die selben Songs, das selbe Gesöff. Und wenn dann alles anders ist, dann bleibe ich zu Haus. Wie viel Nichts kann ein Mensch ertragen, wie viele Scherben kann er tragen und wie lange kann der Mensch dann damit an einer leeren Haltestelle stehen und warten, auf einen Bus der, wenn man der elektronischen Anzeige glauben schenkt, verspätet bleibt. Ich weiß nicht mehr seit wann. Mein Ladekabel ist schon lange kaputt, irgendwann hat irgendwer daran gerissen und ich ließ es zu. Und während ich noch immer aus dem Fenster starre, hat die Musik unbemerkt ihren Klang verloren, nicht aber in meinem Kopf. Dort laufen die selben Fragen, Tag ein Tag aus. Fühlt sich an wie Samstagabends an dich denken. Wie kann so viel Nichts diesen Sturm entfachen? Wo ich doch gar nicht an dich denke. Hm?

© Amy Herzog

Dreiundzwanzig Tage Regenbogengarten

Regenbogenbilder regnen mir ins Haus
und zieh’n mit Freud die Freude aus
wo weiße Strände ungeküsst
die Küste mit den Krallen kratzen
lebe ich mit schmerzverzerrten Fratzen
laufe doch auf weichen Tatzen
der stummen Akzeptanz

Wolken legen lauter nieder
als der Tod ans Häuschen klopft
tropft mein Hirn mit jedem seiner Lieder
immer stärker stürmend wieder
bis mein Herze an den Trümmern
mit dem Wind am Abgrund steht

Weht der Wind noch frage ich
und erreicht der Schmerz auch dich
frage ich wo ist die langgezog’ne Zeit
doch längst ist sie mir nicht mehr weit
und doch kann ich mein Blut nur lecken
nicht aus diesem Traum erwecken

Zieh an meinen kalten Kippen
denk‘ im Rauch an bittersüße Lippen
dacht es würd ein Ende auf mich warten
doch schlaf ich fest in meinem
Regenbogengarten…

© Amy Herzog

Einmal noch (immer)

Immer einmal noch
folge auf leisen Schritten
von Freude bis Gelitten
durch die Nacht

Amnesiegetränkte Worte
zeichnen deinen Schatten
im Vollmondlicht
Windig ist die Nacht
trägt Flüstern in Orte
denen ich glaubte
doch sie hielten mich nicht

Verloren an der Gabelung
dunkellinks, dunkelrechts
renne wieder zurück
und ende
(wieder)
im Nichts

© Amy Herzog

Flughafenszene…

Wie sehnsuchtsvoll dein Blick

zurück in Menschenmassen

doch keiner hört und keiner sieht

wenn du nur in die Leere fällst

Und hin und her und hin und her

als würdest du ein Kindlein suchen

bringt dir selbst dein Innerst fluchen

deine liebe nicht dort hin

© Amy Herzog

Die Monster.

Nichts von all dem ist noch richtig,
wie die Schlinge um den Hals,
drängt mich weiter in die Falschheit,
in den Abgrund ebenfalls.

Kann ich meinen Bauch nicht hören,
die Monster lügen viel zu laut,
lachen dreckig durch die Zeiten,
und ein Haus aus Leid erbaut.

Bleiben Nächte dort nur einsam,
bis dann der jüngste Tag erwacht,
trinken Pflanzen falsche Tränen,
wenn das Monster weiter lacht.

Nichts von all dem ist noch richtig,
weit entfernt vom wahren Glück,
das einzige, was ich mir wünsche,
mein monsterloses Heim zurück.

 

 

© Amy Herzog

Verdampfen…

Schmerzen – die verdampfen
wie der Qualm nach oben zieht
mit den Stürmen – in den Wolken
schneller, immer schneller flieht
bis zur Sternenklaren Nacht.

(dann leiser, immer leiser)

Bis es regnet, an den Tagen
keiner mehr die Wolken sieht
kann ich mich zum Wort
schon lange nicht mehr wagen
wo mein Herz am Boden kniet.

 

 

© Amy Herzog

Ewig.

Du kannst mich vermeiden,
ignorieren, hassen und verachten.
Und vielleicht ist dir mein Leiden
zwischen deinem ewigen schweigen
gekrönt von kalten Worten egal.

Vielleicht.

Aber ich werde immer da sein,
nah bei dir, an deiner Seite,
haltend deine Hand, unsichtbar
und doch vom Himmel,
über Wasser und Land und bis weit
über den letzten trockenen Rand.

Versprochen.

 

 

© Amy Herzog

Seelenschnitt…

Ich atme deine Worte ein,
sie rauben mir die Luft,
erdrosselt liegt die Hoffnung hier,
es raucht des Sterbens Duft.

Tränen die vergossen sind,
nur Blut tropft in den Fluss,
Schatten über Glück sich legt,
versperrt den letzten Kuss.

Tief der blutend Seelenschnitt,
doch nichts gegen den Schmerz,
ich bade unter Rauch und Schwarz,
es ruht – mein stummes Herz.

Ich atme deine Worte ein,
sie gaben mir die Scherben,
aßen reich und tranken Wein,
und ließen mich im Sterben.

© Amy Herzog

Herzblut..

Aus Liebe lieblos lieben lassen,
ein Schweigen dreht sich fort,
in Herzenswunden Blut vergossen,
bleib‘ ich vereinsamt dort.

Aus Liebe einsam Leid ertragen,
gestorben wird dann stumm,
die Tränen können auch nichts sagen,
doch keiner weiß warum.

Aus Liebe lachen bis zum Schluss,
und sei’s auch ohne Sinn,
bin glücklich mit dem kalten Kuss,
bis ich verblutet bin.

 

© Amy Herzog

Kalter stummer Wind..

Ein letzter sanfter Kuss
zum Schluss, der Atemzug
weht der Wind an mir vorbei
meine Hand auf deiner Brust
wonach du gehen musst.

Die duftende Erinnerung
bleibt mir nur erhalten, immer
wird sie schlimmer, sehe nicht
sehe nur durch Nebelschimmer
dich mein allzu fernes Licht.

Hat es mir noch weh getan
einst, wenn so stumm du weinst
weint mein Auge keine Tränen
mehr, schwimme längst im
bittersüßen Tränenmeer.

So ward ich in die Knie
gezwungen, hast dich nur nie
umgedreht, dann – wenn du
und dieser kalte stumme Wind
in die falsche Richtung weht.

 

© Amy Herzog

Leblos..

Farbenlos versinkt die Welt,
und ringt um kein Gefühl,
die Seele ward herausgerissen,
das Herz ist alt und kühl.

Taub und stumm erstarrt das Herz,
der Feind ist nicht die Zeit,
doch als das Blatt vom Baume fiel,
versank die Welt im Leid.

Leblos schweigt der Regen noch,
die Wolken tragen schwer,
und meine Welt ertrinkt im Schnee,
die Seele stirbt noch mehr.

© Amy Herzog

Ankommen?

Ich dachte einst vor langer Zeit,
dass ich schon angekommen wär,
doch jagt mich hier die Traurigkeit,
umhüllt von Sehnsucht immer mehr.

Der Weg, ist er denn endlos lang,
so sag, wohin wird er mich führen?
Zuweilen wird mein schwerer Gang,
in Sackgassen das grau berühren.

Ich dachte einst vor langer Zeit,
dass ich längst angekommen wär,
und wird der Weg auch endlos weit,
die Hauptsache, er bleibt nicht leer.

© Amy Herzog

Farblos.

Wenn ich schlafen könnte,
wo ich doch nicht mehr atme,
dann würde ich jetzt schlafen.

Doch ich suche nach Farben,
während ich Schokolade fresse.
Sie schmeckt nur nach Asche.

Und reibt sich um mein Herz.
Pumpt durch mein kaltes Blut,
bis in meine tränenden Augen.

Alles was ich finde bleibt grau.
Doch kann ich nicht schlafen,
und lebe in der farblosen Kälte.

© Amy Herzog

In der Stille

Ach wenn doch jemand höre
mein Ächzen danach flehe
nicht länger mehr mein Herze
die Hoffnung in sich sehe

Allein im Schrei der Leere
was ich dem Nichts entsenden
der bunten Welt gar zeigen
im Traum sich Blätter wenden

Nur wenn doch niemand höre
was ruft hier laut mein Herz
so bleibt in all der Stille
das Leben tief im Schmerz

© Amy Herzog

Nur der Winter weiß um meine Sehnsucht…

Blaue Augen funkeln nicht im Schwarzen,
wenn der Stern des Himmels mit mir litt,
durch die Schleifen meiner tiefen Liebe,
doch mein Herze pocht mit jedem Schritt.

Und fortan kennt auch nur der graue Nebel,
streichelt sanft im Walde mein Gesicht,
Blicke schweifen schweigend über Berge,
wie an deinem Blatt mein Traum zerbricht.

Nur der Winter weiß um meine Sehnsucht,
wie der schwere Schnee im Fluss versinkt,
fahre leise durch des Glaubens Nächte,
bis mein Herz von deinen Tränen trinkt.

© Amy Herzog

 

Eule & Baum… (3/3)

Im weißen Kleid aus leichten Federn,
ist starr mein Blick zum Ziel gericht,
vor lauter Wärme, Glück und Liebe,
verlier ich doch nun meine Sicht.

Der Baum auf dem ich sicher warte,
so bricht der Ast auf dem ich wohn‘,
und plötzlich schlägt ein fester Stoß,
das brechend Herz als letzten Ton.

Im Schmerze hilflos nun am Boden,
verklebt, voll Matsch, mein Federkleid,
die Wärme, einst vom Baum gegeben,
sie endet hoffnungskalt im Leid.

© Amy Herzog

Leid…

Wenn du freiwillig leidest, dann sollte es das Leiden wert sein. 

Ist es das nicht, dann versuche das Glück…

Im Winter..

Wie trägst du doch den Winter,
so einsam singend durch die Nacht,
ertrinkst in deinem Tränentraum,
wenn jener Schmerz sodann erwacht.

Wie trägst du dich in Träumen,
denn laut dein Herze leidend weint,
so fliehst du vor dem Inn’ren Wort,
zu weiß und taub die Hülle scheint.

Wie trägst du noch die Worte,
so schwer und doch verlassen leer,
im Kalten bleibt die Liebe stumm,
das Herz im Winter singt nicht mehr.

© Amy Herzog

Reinstes Gold…

Wie reinstes Gold aus deinem Munde tropft,
so baden Wolken tief im Himmelblau,
doch ehe noch mein Unheil leise klopft,
so merke ich doch schon der Wolken grau.

Doch trinke ich mit Leid und ganzer Seele,
dein gold’nes Gift verhüllt mich gänzlich warm,
und wie ich mich ganz leise darin quäle,
so scheint mein Herz im Augenblick nicht arm.

So wie das Leben nach dem Glücke sterbe,
so kostete mein Herz auf Erden blau,
und schnitze ich den Tagen ihre Kerbe,
dann sehe ich vom Himmel aus kein grau.

© Amy Herzog

Eine Träne..

Tausend Gründe für die Tränen,
doch fließt nur eine zart und klein,
übrig bleibt ein falsches Lächeln,
und dieses Herz, es liebt allein.

© Amy Herzog

Nur der Traum..

Die Schmerzen lähmen die Sekunden,
mit jedem Herzschlag der vergeht,
und wo die Scherbe in den Wunden,
mit Tränen vor dem Ende steht.

Die Tränen lassen mich ertrinken,
wie könnt‘ ich dort noch sehen – klar,
so kann ich nur noch tiefer sinken,
gar rückwärts träumend, wie es war.

Wie kann die Zeit hier weiter gehen,
wenn doch die Dunkelheit zerfrisst,
kein Wind kann in die Zukunft wehen,
bleibt nur ein Traum der noch vermisst.

© Amy Herzog

Das nennt sich dann ‚Frei‘..

Zerfrisst kein Wort mein fades Gesicht,
als fehlte uns dort jegliches Gewicht,
schaut doch der Wahnsinn nach rechts,
und lässt mich allein, nur ohne ein Licht.

So zwingen mich die Tage zum trinken,
kann ich nur in deinem Bild ertrinken,
giftig wohl – doch fügt sich Nähe ein –
nur am Tage trink‘ ich mich nicht rein.

Wo selbst mit jedem Tag ein jeder Wein,
fühlt sich mein gefüllter Magen nur allein,
Zitronenduft erfüllt – nur niemals genug,
brennt Leidenschaft den letzten Betrug.

Als rauchte mein Herz nicht mit Hirn,
sondern trank stets das wortloses Gift,
aus Wolkentänzen und Dämmerkrug,
bleibt Sonne, kein Wein, und nichts genug.

Und das nennt sich am Ende dann ‚frei‘.

© Amy Herzog

 

Riese!

So Riese, hältst dich fest,
und rennst noch gegen Zeit,
nur sieh! – wie sie dich gehen lässt,
und dein Weg wird zu weit.

So Riese, wirst du klein,
erdrückt gar von der Zeit,
kannst nur im Tränenfluss allein,
ertrinken an dem Leid.

So Riese, lass dich los,
und halt‘ die Hand der Zeit,
so fest! – erbaust dein eig’nes Floß,
und lebst in Heiterkeit.

© Amy Herzog

Einsamkeitsgesang…

Erklang tief in meiner Seele,
sanft der Einsamkeitsgesang,
doch zu ängstlich vor der Macht,
so dass ich in die Tiefe sprang.

Rannte vor dem süßen Schmerz,
der mich am bunten Leben sang,
ohne Spur der Einsamkeit,
so dass immer tiefer sprang.

Doch in der Tiefe bin ich jetzt,
so schwarz dunkel ohne Liebe,
was mich trifft ins blutend Herz,
nur Schmerz und Peitschenhiebe.

Denkend an den Song zurück,
voll tränenreicher Liedsehnsucht,
hätt‘ ich bloß das Lied geliebt,
dann wäre ich nicht auf der Flucht.

Diese Angst hat’s mir entrissen,
alles Bunte weilt zu fort,
hier der kalten Tiefe Schmerz,
der mich kettet an diesen Ort.

 

© Amy Herzog

Gebrochenes Herz. 


‚Mein Herz, es kann nicht länger leiden‘,

Zerbrochen weint ein Herz das so,

Doch dann beschleicht ein warmer Wind,

Und zeigt, das Leid ist anderswo.

 

Doch zieht das Leid den Endloskreis,

Noch war es fort, schon wieder dort,

Das Herz wird dabei endlos brechen,

Denn ein Stück Erde fehlt am Ort.

 

Das Herz, das Fass ohne den Boden,

Ich sehe, wie es Flüsse weint,

Doch wenn die Liebe kommt und bleibt,

Ist Leid viel kleiner als es scheint.

 

 



© Amy Herzog

Stimme zum Text: Gelesen – (du)Gedankenblabla.

Hier gibt es dann mal die erste kleine „Lesung“, wenn man so will. Eine kleine Audioaufnahme. Diesen Text [(du)Gedankenblabla.] habe ich gewählt, weil der liebe Autor und Blogger Mic diesen Wunsch als Kommentar geäußert hat.

Seid bitte, bitte, ganz doll feste nachsichtig, wenn euch die kleinen Texthänger auffallen. 😛

Zwei Tage lang habe ich daran schweißtreibend gewerkelt, dachte zuweilen, dass ich weder lesen noch schreiben kann. Ich brauchte verdammt viele Versuche, bis es für mich nicht perfekt, aber akzeptabel war. Ich kann nicht mehr und glaube, dass ich eine Phobie gegen das Lesen entwickelt habe. 😀

Es war echt.. intensiv. 🙂

Schwierig daran war, oder so empfand ich es, den Wechsel der Emotionen. In der einen Sekunde hätte ich weinen müssen, in der nächsten schon wieder schreien vor Wut. Am Ende blieb mir doch nur das kraftlose Hinnehmen all dieser Gedanken.
Ich bin auch noch etwas krank, meine Stimme nach all dem Lesen ist etwas heiser, denke aber, dass es hier echt passend war.

Was man nicht hören kann, sind die Fünftausend Lachanfälle, die ich dazwischen immer und immer wieder hatte. Ich hoffe zumindest, dass man das nicht hören kann. 😉

Was ich aber hervorheben kann, auch wenn das, man glaubt es kaum, echt anstrengend war: es hat mir Riesen Spaß gemacht! Und ich freue mich demnach sehr, wenn in Zukunft öfter mal der Wunsch nach etwas gelesenem geäußert wird. Also nur zu, liebe Leser! Alles was auf meinem Blog zu finden ist, kann auch gelesen werden.

Wie das so ist, gefällt einem die eigene Stimme nie so recht, deshalb überlasse ich euch nun einfach wortlos meinem Werk und hoffe natürlich, es gefällt euch.

Erfordert schon ein wenig Mut, das so zu präsentieren..hui. 🙂

Dafür gibt es kein Wort…

Schreibe ein Gedicht..

Wie denn,
wenn es dafür kein Wort gibt?
Wie soll ich aufschreiben,
was soll mich in diese Richtung treiben,
was in mir wütet, wenn es dafür
einfach keine Bezeichnung gibt?

Kratze mit letzten Kräften
Fragmente auf längst verbrauchte Zettel
und versuche sie zusammenzusetzen,
versuche ein Bildnis zu schaffen,
dieses Innere zu visualisieren,
es ans Licht zu bringen.

Es geht nicht.
Es lässt kein Licht
in meine Seele.
Es will, es liebt, es ehrt,
wie ich mich am Boden wälze
und quäle.
Und währenddessen
wütet es heiter immer weiter.

Greift mit scharfen Klauen
brachial durch meine Seele,
reißt sie in tausende Fetzen,
lässt mich links liegen,
nicht mal mehr im Dunkel,
einfach nur im Nichts.

Lässt mich Schwäche kotzen,
lässt mich Sehnsucht hungern,
nimmt mir die Identität,
das Leben lässt es mich nicht verdienen
nur in Luftschloss Phantasien
gibt es mir die unverdiente Realität.

Hier im Nichts.
Nur Leid soll mich noch treiben,
damit lässt mich dieses Monster zurück,
damit lässt es mich leben.

Dafür gibt es kein Gedicht,
dieses Monster, es hat kein Gesicht,
es frisst nur, frisst mich,
und ich, ich kann nur warten und hoffen,
dass es mich am Ende
doch nicht mehr im Stich lässt.

Dein Herzschmerz…

Nähre dein gebrochenes Herz
zersprenge es, lasse es blutend
am Boden verrotten – beinahe
heile dich, nähre mich an dir
an deinem blutenden Herzen
blicke leidend auf dich hinab
und lasse dich am Ende
in einer dunklen Gosse
vor Schmerzen
krümmen

© Amy Herzog

Leidensende…

Falle in eine tiefe Schlucht
wo meine Seele ganz zerbricht
schwimme im Meer aus Traurigkeit
und lebe die innere Zerrissenheit

Gedämpft sind meine lauten Schreie
steigt nur der Spiegel weil ich weine
versinke im Meer und meinen Tränen
könnt ich doch nur davon noch laufen

Schlagen die Wellen in aller Stille
wars am Ende doch mein eigener Wille
zu schwimmen hier in der Einsamkeit
zu fühlen nur noch bitt’re Traurigkeit

Bleibt mir die Liebe ein Fremdwort
reißt die Unwissenheit mich hier fort
verschlungen im Meer von Dunkelheit
das Leidensende ist nicht mehr weit

© Amy Herzog

Scherben…

Die Scherben
die heimlich schmerzen
zerschneiden meine Seele
jeden Tag ein bisschen tiefer
so lassen sie mich sterben.

Die Schmerzen
niemand kann sie sehen
lassen mich innerlich Bluten
– so lang
bis ich irgendwann
nur noch aufgeben kann

© Amy Herzog

Wellenrauschen…

Lautes rauschen tönt das Meer,
fühlt es sich doch noch so leer,
prachtvoll winkend Wellen schlagen,
niemand würd die Nähe wagen.

Wirkt es doch so faszinierend,
im Rhythmus starr hypnotisierend,
lädt es gleich zum Baden ein,
erweckt den Schein sicher zu sein.

Die Leere, die das Meer wach hält,
zum Ruhen jede Seele zählt,
mit Leid und Liebe frisst es Seelen,
die Seelen, die das Leid hinzehren.

Der Körper wird vom Meer erdrückt,
je fester, desto mehr entzückt,
streicheln kalte Messerstiche,
unter Wasser letzte Blicke.

Langsam wird die Seele still,
hat sie endlich was sie will,
den Wellen setzt sich nicht zur Wehr,
im Leid gefangen nun nicht mehr.

© Amy Herzog

Noch eine letzte Zigarette…

War ich doch einst
nur eine von vielen
klein in der Einzigartigkeit,
die allen anderen gleicht.

Im Lichte aufrecht und perfekt
stand und stehe ich noch heute
inmitten dieser gesichtslosen Meute
von einfallslosen Masken.

Nur hast du mich fallen gelassen,
betäubt zum Monster gewandelt
und mein Inneres zerrissen
im Schlamm liegen gelassen.

So muss ich dich hassen
das kann ich nicht.
Gezwungen in Liebe
will ich dich nicht.

Glücklich will ich dich sehen
nur einmal spüren und wissen,
tu es, mach es gleich
und beschreite dein Begehren.

Beende dein prachtvolles Werk
und schicke mich fort,
gewähre mir nach dem Sex
noch die letzte Zigarette.

Dann ist es so weit
ich bin längst bereit
auf ewig verloren
im Himmel der Nacht.

© Amy Herzog

Schwarze Augen…

Ein Blick in ihre Augen
lässt Menschen erstarren
sie können sich kaum trauen
sich verführen zu lassen

Diese Augen sind finster
und rauben jede Hoffnung
in ihnen schweben Geister
sie schreien um Vergeltung

Das Rauben der Seelen
hat ihre Augen verfärbt
was die Geister erleiden
dass niemand sie liebt


In dieser Finsternis
sind ihre Augen schwarz
es bleibt ihr Geheimnis
die Seelen frisst Nachts

© Amy Herzog

Schenket die Freiheit

Lasset mich einfach endlich geh’n,
so lasset mich nass im Regen steh’n.
Macht dass es aufhört, das Rauschen der Wellen,
werfet mich aus diesen düstren Zellen.

Schenkt Ihr die Freiheit, verneige ich mich,
lasset mich ziehen, im Kusse mit Euch.
Nie wieder werdet Ihr an mich denken,
ganz so als sei ich nie da gewesen.

Es schmerzt, es reißt, Ihr seid so nah,
genießt es doch immer noch so wahr.
So gebt es doch einfach endlich auf,
dann findet Ihr andere Seelen auch.

© Amy Herzog