Mätresse…

Nur die Herzen der Nacht,
die morgen um diese Zeit tanzen,
schreiten Hände über brennende Brücken,
erkennen beschämt die klaffenden Lücken,
und tanzen so unnahbar mit Füßen aus Blei,
und noch schwereren Herzen daran vorbei.

Nur die Herzen der Nacht,
die sich dem Hauch von Elend,
ergeben im stillen Fick verliebt küssen,
obwohl die Augen morgen gehen müssen,
lassen sie doch geschehen und schauen,
genervt, denn keiner kann Brücken bauen.

Nur die Herzen der Nacht,
ergossen über die billige Mätresse,
im stetigen Wettbewerb ums verletzen,
hetzen die Herzen Sekunden bis zum letzten,
Blick in die andere Richtung warm umarmt,
wo der Kopf noch immer zu still warnt.

Nur die Herzen der Nacht,
zwischen leeren Umzugskartons,
die nie gefüllt waren, nie gefüllt werden,
bis Fremde vorbeischauen und Herzen bergen,
müssen, denn sie sind am Morgen voll Dreck,
und dann, dann sind sie ungesehen wieder weg.

Nur die Herzen der Nacht,
wie sie tanzten, gestern um diese Zeit,
schön war die Fotografie für den Moment,
der am Ende zur ersten wichtigen Frau rennt,
wo niemand die Gedanken der zweiten kennt,
weil niemand eine billige Mätresse benennt.

 

© Amy Herzog

2 Kommentare

  1. Ich glaube, es hilft gar nichts, diese Eigenschaft irgendeinem Geschlecht zuzuschreiben.
    Du selbst hast eine Sprache in dem Gedicht, die den Rausch so schön beschreibt und ihn dann brutal entwertet. Vielleicht sollten nicht gesellschaftliche Erwartungen Dich richten, sondern Du den Moment genießen.
    Oder, wenn er falsch ist, ihn vermeiden.

    Gefällt 1 Person

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