Beinahe…

Gerade eben noch
schien die heiße Sonne
in mein Gesicht,
brannte auf meiner Haut,
blendete meine Augen
und trieb die Tränen
in meine Seele,
sperrte sie darin ein
und drückte mir die Luft
im Halse ab.

Doch wie aus dem Nichts
platzt das Rauschen
des kühlen Regens
auf mich hinunter,
reinigt meine Seele
von eingesperrten Tränen,
zeichnet im Herzen ein Lächeln
aus strahlenden Regenbögen
und schimmert im sanft
streichelnden Nebel
die wundervollsten
Erinnerungen.

All die Wünsche,
mitsamt meiner Träume,
beginnen sich schäumend
am Boden zu wälzen,
noch hilflos versuchend
sich verblassend zu schützen,
an deinen Schultern zu stützen,
die nur noch in den Erinnerungen
wärmstens zwischen Tränen
und reinigendem
Regen warten.

Die Hoffnung,
die dort unter mir lag,
die mich trug und hielt,
mich lächelnd bei dir hielt,
sie ward zerschlagen,
unachtsam erstickt
unter dem Nebel,
der doch einst so wundervoll
mit seinen Erinnerungen schimmerte,
doch nun immer schwerer
lastet und selbst Wünsche
unter sich begräbt,
tief in der fruchtlosen Erde
vergeht mein Traum.

Was bleibt steht obenauf,
die dicke Wolkenbank
der so siegreichen Angst,
sie kämpft gegen mich,
und hat keine Angst,
schlägt all die Erinnerungen
härter auf mich ein,
bis ich an meinem Lächeln
meinen Wünschen
ohne Hoffnung
doch noch ersticke.

Und sogar bis ich mir
die Sonne zurück wünsche,
mit der ich mit Tränen
im Halse immer nur
beinahe ertrank…

© Amy Herzog

 

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