Furcht…

Ich fürchte mich vor deiner Stimme,
denn dort hab ich mich einst verirrt,
verstecke mich vor deinen Worten,
wo mein Herz doch nur fallen wird.

Ich fürchte mich vor deinen Worten,
wo eines mir die Hoffnung spricht,
wenn du doch niemals dazu stehst,
erlischt zugleich mein kleines Licht.

Ich fürchte mich vor deiner Sonne,
vielleicht erscheint sie nicht für mich,
ich bleibe ängstlich in den Schatten,
und warte letztlich dort auf dich.

© Amy Herzog

9 Kommentare

      1. Aber wenn es wirkliche Übertreibungen wären, dann müaarw man deine Lyrik als Satiren lesen. Es sind keine Übertreibungen, es sich wunderschöne Gedichte und Lyrik ist auch immer auf einen Effekt bedacht, den sie beim Leser auslösen soll. Poe hatte dies mal in einem Aufsatz betont, wo er die Entstehung seines Poems „Der Rabe“ beschreibt: „Die Methode der Komposition“. Gibts auch gedruckt als kleines Buch. Poe tut in diesem Aufsatz so, als sei alles dem Effekt gewidmet, der den Leser erheben soll. Das stimmt natürlich nur zum Teil. Aber keiner schreibt dir vor, ein Gedicht aus wahren Gefühlen heraus zu schreiben. Und ein Gedicht steht auch eigentlich als selbstständiges Werk, welchen Bezug der Autor in der Wiklichkeit dazu hat, geht den Leser eigentlich – meiner Meinung nach – nichts an.

        Natürlich verwenden wir Realien und teilweise Autobiografisches, aber das müssen wir Autoren mit uns selbst abmachen. Und natürlich spürt ein Leser, ob ein Gedicht authentisch aus der Seele kommt oder nur so mal geschrieben wurde. Und ich frag mich, ob man Gefühle theatralisieren kann, denn jedes Gefühl ist wichtig und belebt oder belastet unsere Seele und sucht sich den Weg hinaus ans Licht. Ich weiß aber, was du meinst mit „theatralisch“, aber ich glaube, es ist die falsche Bezeichnung, weil deine Texte ja gar nicht tiefer graben, als du selbst entfindest, also für mich eher authentisch rüberkommen.

        Man könnte ja noch immer einen draufsetzen. Ich liebe Gedichte, die ein inneres oder äußeres Leid aufzeigen und auch von Selbstverletzung und Suizid handeln. Solche Phasen hat jeder von Zeit zu Zeit. Ich frag mich auch nicht, ob es der Realität des Autors entspricht, sondern möchte mich einfach darin verlieren und nachempfinden und wie sagte Edgar Poe in seiner „Komposition“: Nichts regt die Herzen mehr an, als wenn der Tod sich mit der Liebe verbindet.

        Theatralisch kommen mir übrigens die Gedichte von Rilke vor, aber ich will mich nicht mit dir anlegen, weil ich weiß, dass alle Frauen Rilke lieben. Ich liebe Poe, dessen Gedichte nicht nur reine Musik sind, sondern auch oft einen tieferen bzw. philosophischen Sinn haben, Siehe nur: A Dream within a Dream“. Trotzdem solltes du „theatralisch“ stehen lassen, wenn es dir als wichtig erscheint, weil es ja auch sein kann, dass du damit deine Seele schützen möchtest oder deine Texte vor Angriffen diesbezüglich. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab wenig Besseres und viel Schlechteres schon gelesen und hab den Eindruck, dass schon zu den besseren Poeten gehörst, aber ich kann mich irren 🙂

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      2. Ich habe mich wohl zu knapp ausgedrückt, aber du hast es nun sehr offen und fein zusammengefasst, danke. 🙂

        Gedichte, die von Selbstverletzung und Suizid handeln mag ich ebenfalls sehr gern. Einige meiner Gedichte handeln vom Suizid, auch wenn man es vielleicht nicht auf den ersten Blick sieht…

        So wie ich allgemein Gedichte mag, die den tiefen Schmerz ausdrücken. Wobei ich leider noch oft das Gefühl habe, dass meine Worte nie so schwer sind, wie der Schmerz wiegt. Poe, ja, er konnte das vortrefflich! Und es tut gut, seine Werke in diversen Phasen (wenn einem selbst die Worte schon gänzlich fehlen) zu lesen.

        Aber um zum Punkt zu kommen, ja, das Wort „Theatralik“ ist ein Selbstschutz. Der Leser darf sich gern von meinen Worten mitreißen lassen, es freut mich, wenn ich jemanden berühren konnte…aber dieses eine Wort soll dem Leser auch irgendwie im Hinterkopf bleiben und ausdrücken, dass es ja in Wahrheit nicht so schlimm ist, wie man bei manchem Wort denken könnte.

        Es fühlt sich an wie ‚herauslassen und mitteilen‘, es erleichtert, aber es fühlt sich auch ein wenig versteckt und Geschützt an. Die Hauptsache ist letztendlich, dass es so irgendwie funktioniert. 🙂 Danke für deinen Kommentar! 🙂

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      3. Übrigens: Dass man beim Wiederlesen seiner eigenen Texte manchmal denkt, hier holpert es und da ist ein Wort zuviel, das hab ich auch oft. Aber es liegt am Abstand: Wenn man mehr Abstand hat und ein Gedicht fast vergessen hat, dann kann es schon vorkommen, dass man selbst über sich staunt und gar nicht glaubt, dass man solcher Verse fähig war, aber ich kann mich irren. ^^

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