Die Seelenlose…

Reichte dir mein Hirn, mein Herz,
Und legte mich in deinen Arm,
Fühlte mich mit dir so sicher,
Geborgen, angekommen, warm.

Die Seele hab ich dir geschenkt,
Als du ein Seelenloser warst,
Hast sie kurz gepflegt, gehegt,
Bis du sie dann zerbrochen hast.

Jetzt bin ich die Seelenlose,
Verloren hier im Schein des Lichts,
Du bist fort mit meiner Seele,
Und ich verbleibe hier im Nichts.

Nur die Sehnsucht hab ich noch,
Mit ihr die dunkle Erinnerung,
An dich, an uns, und an ein ich,
Das weiterlebt hier ohne Grund.

Ein letzter Wunsch, der bleibt mir noch,
Das du im Glück lebst mit der Seele,
Wenn ich dann hier verschwunden bin,
Und als Nichts nach oben Schwebe.

© Amy Herzog

inspiriert von Maccabros

5 Kommentare

  1. Oh ja, das januskpfige Wesen der Liebe, das ewige Dilemma aller Liebenden. Der Wunsch aufzugehen in einem anderen Menschen kollidiert mit der Angst sich selbst aus der Hand zu geben. Die Sehnsucht sich ganz hinzugeben mit der Furcht, sich dabei ganz aufzugeben.
    Seelendiebe, allüberall.

    Gefällt 1 Person

      1. Das merkt man, Amy! Damit will ich jetzt nicht sagen, dass die anderen Texte kein Gefühl erkennen lassen, aber hier wurde ich vom ersten Vers an reingezogen. Endgültig „gekriegt“ hast du mich dann mit Vers 3.

        Auch wenn es ein sehr trauriger Text ist – aber sind Gedicht, die von traurigen Dingen berichten, nicht immer irgendwie ausdrucksstärker?

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..