Verflogene Liebe

Funkenmoment

Komm nahe
jetzt!
Funkenmoment,
dann zerbirst du in den
Einkerbungen
meiner

Leiser Schatten
streut
wie die glimmende Asche
dem ausgedrückten
danach

Und zeichnet mich
ohne Kontur
in deinem letzten Hauch
ein ausgekühltes
Ich

© Amy Herzog

irgendwie

Damit ich aus deinem Sichtfeld
verschwinde
legst du mich in eine Kiste
gleich neben den Satz
den du dich nicht auszusprechen traust
und verschlingst den Schlüssel
weil du Angst davor hast
dass es irgendwann weh tut
aber in deinem Bauch
bleibt es warm

© Amy Herzog

Verliebt.

Als ich mich in dich verliebt habe, wusste ich, dass es ein Fehler war. Aber…es war so die Art Strömung, die sich nicht aufhalten ließ. Ich konnte mich nur treiben lassen und warten, bis ich irgendwo strande und hoffen, dass dieser Tag niemals kommen würde. Denn selbst wenn wir nur da saßen, Pizza aßen und die Nächte schweigend miteinander verbrachten, hatte ich das Gefühl, dass ich atme. Es war so leicht. So leicht mit dir. Ich brauchte dir nicht zu sagen, dass ich mich in dich verliebt habe. Du hast es für mich laut ausgesprochen. Und das ich dich in diesem Moment nicht anschauen konnte, war die deutlichste Bestätigung, die ich aufbringen konnte. In dieser Sekunde blieb mein Herz für einen Moment stehen. Es war so erleichternd. Befreiend. Und während ich weiter trieb, sagtest du nichts. Wie nahe Hass und Liebe beieinander liegen, die Verzweiflung, das Leid, den Ekel vor dir, vor mir und nach jedem Mal dieses bittersüße, gottverdammte Bereuen und all diese weiteren unmöglich zählbaren weiteren Gefühle, die diese Strömung nach und nach mit sich riss, hast du mir gezeigt. Aber irgendwann wurde mir kalt, in irgendeiner Nacht lag ich neben dir und spürte, wie sich mein nasser Körper von Wind überzogen mit Sand verklebte. Land. Dieses Land, das ich nicht auf meiner Haut spüren wollte. Endlich Land. Die Nacht würde vorbeigehen und mein Körper trocknen mit den ersten Sonnenstrahlen des Morgens. Das wusste ich, daran hielt ich mich fest, während ich meine Hände von deiner Brust nahm. Und als du dich in mich verliebt hast, wusstest du, dass es ein tragisches Ende war. Ich glaubte, dass du es wusstest. Laut ausgesprochen habe ich es nie.

Liebeskummer

Würde Liebeskummer im Supermarktregal liegen, würdest du ihn für jeden Preis kaufen. Und doch wäre er dir nie genug, sogar stehlen würdest du ihn in allen Formen und Farben willst du ihn nicht nur besitzen, du willst ihn in dir aufnehmen, aufsaugen wie ein Schwamm, du willst zu ihm werden, dich verwandeln und leben wie er leidet. Wo immer du einen gebrochenen Menschen siehst und siehst, wie er sich quält, willst du die Tränen sammeln und kategorisieren und ihm die Qualen nehmen, sie ihm entreißen. Nicht um etwas gutes zu tun, denn ein Gutmensch warst du noch nie, du willst diesen Liebeskummer einfach nur für dich ganz allein. Du willst der ewig einsam Liebende sein, der Schweigende, der besonnen vor sich hin neigende, während du innerlich den Boden verlierst. Schweben willst du, fühlen willst du die meterhohen Wellen, die gegen dein scharfkantiges Herz preschen. Du willst der sein, der stets das begehrt, was er verliert oder gar nie bekommt. Tag für Tag gräbst du dein Innerstes tiefer und tiefer, Höhle um Höhle, schmale Gänge, die ins Nichts führen, ein Labyrinth trifft auf das Nächste. So tief, dass dich niemand wirklich sehen kann, und vor allem tief genug, dass dein geliebter Kummer auf ewig Konserviert bleibt. Die Liebe aber schwimmt auf der Oberfläche, hübsch angerichtet und wirkt einladend auf jeden, der sie braucht. Nacht um Nacht verteilst du deine Liebe, schickst sie über jede Entfernung schweigend per Express durch den Wind. Und wenn du dann jemanden liebst, dann bricht ein neuer Tag an und du gräbst weiter für deinen geliebten Schmerz, der dir das Leben einhaucht und dir dein ersehntes letztes Lächeln schenkt.

schlaf, mein Liebster

trinke die schlaflosschleifende Nacht
schmeckt genauso gut wie eine dieser bunten
halbliter Cocktails auf Ex – knallt
aber besser als dein gelegenheitstrauriger Sex

schon zwanzig nach drei, mein Liebster
du bist endlich frei, flieg – flieg – flieg –
Gefühl ist im Preis, Tränen kosten extra
nimm den Alkohol mit, brauchst ihn dringender als ich

Die milde Nacht denkt mir ein, denkt mir nach
bis zum Mond und wieder zurück ist zu kurz
nur ein Sturz in deine Tränen mit Dingen
die du nie hattest – schlaf endlich Liebster, schlaf

© Amy Herzog

Alte Gedanken …

Für D.

Seitdem vergeht kein Tag. An jedem Tag denke ich an dich. Und an uns. An die unsterblichen wortvollen Nächte, an deine melodische Stimme. Und an den Glanz in deinen Augen. 

Kein Abend zieht an mir vorüber, an dem ich mir nicht unsere fast zwei Jahre alten Mails durchlese. Als könnte ich nicht ohne ein Wort von dir einschlafen. 

Und kein Morgen beginnt, an dem ich mir nicht wünsche, dass du wieder schreiben würdest. Doch frage ich mich nur… Ob du dir das gleiche wünschst? 

Kalter stummer Wind..

Ein letzter sanfter Kuss
zum Schluss, der Atemzug
weht der Wind an mir vorbei
meine Hand auf deiner Brust
wonach du gehen musst.

Die duftende Erinnerung
bleibt mir nur erhalten, immer
wird sie schlimmer, sehe nicht
sehe nur durch Nebelschimmer
dich mein allzu fernes Licht.

Hat es mir noch weh getan
einst, wenn so stumm du weinst
weint mein Auge keine Tränen
mehr, schwimme längst im
bittersüßen Tränenmeer.

So ward ich in die Knie
gezwungen, hast dich nur nie
umgedreht, dann – wenn du
und dieser kalte stumme Wind
in die falsche Richtung weht.

 

© Amy Herzog

Geliebt habe ich

Geliebt habe ich,
durch Zeiten, sanft und wild,
doch dieser Sommer heller blüht,
und so verblasst das Bild.

Geliebt habe ich,
und doch die Zeit, sie rennt,
war ich einfach viel zu schnell,
so plötzlich bist du fremd.

Geliebt habe ich,
so bleibt ein kleines Wort,
gar unscheinbar in meiner Zeit,
bleibt nur  der Abschied dort.

© Amy Herzog

Auf alten Fotos.

Auf den alten Fotos,
weißt du noch? Wir lachten.
Damals, als unser beider Herzen
noch übereinander wachten.

Auf den alten Fotos,
weißt du noch? Wir küssten.
Damals, als wir noch dachten,
dass wir alles wüssten.

Auf den alten Fotos,
weißt du noch? Wir weinten.
Damals, als wir Dinge sagten,
die wir anders meinten.

Auf den neuen Fotos,
siehst du, wir malen nicht,
wir lachen, küssen, weinen,
halten uns im alten Licht.

Auf den neuen Fotos,
sehe ich? Wie ich darauf lebe,
wie ich neue Träume webe.

Ja, die schönen neuen Fotos.
– wie ich schwebe.

 

© Amy Herzog

Vertrocknete Lippen…

Ein Fall in abertausend Meere,
in deinem Augenblick gereicht,
als schwebte ich in einer Nacht,
die niemals von der Seite weicht.

Verlockend deine roten Lippen,
geküsst die meinen sinnlich tief,
so könnt ich ewig daran nippen,
wenn dein Herzschlag lauter rief.

Des Meeresbodens Stummgesang,
ein Fall zu tief im schwarzen Ort,
die Augenblicke schon verblasst,
vertrocknen meine Lippen dort.

© Amy Herzog

Und wie ich liebe, …

Und wie ich liebe, nicht –
was nie war, doch begehre,
das Licht, das um mich strahlt,
doch nie gewesen, nie geschah.

Und wie ich liebe, nicht –
so laut geschrieen, ungesagt,
die Herzen bis zum Himmel ragt,
doch nie gesehen, ohne Licht.

Und wie ich liebe, nicht –
die flüsternde Leidenschaft,
in Lücken tief im Herzen klafft,
ungesehen, ungesagt, dahingerafft.

Und wie ich liebe, nicht –
ein Fall in Arm, Warm und Sucht,
nur eine Flucht in Phantasie,
doch passiert die Liebe nie.

Und wie ich liebe, nicht –
vom frei sein zu leben, schweben,
schwere Sehnsuchtslasten heben,
ohne Beben, heimlich, stumm.

Und wie ich liebe, nicht –
drum Worte auch verenden,
wird die Liebe sich nicht wenden,
nur schweigend im Kusse enden.

Und wie ich liebe, nicht –
das Wort, im warm, im Kuss,
ungewollt und nie geschah,
wo das Herz verlassen muss.

Und wie ich liebe, nicht –
man merkt, es will nicht enden,
hoffen auf Hoffnung, Zukunft, Licht,
bis zum Schluss dem Himmel senden.

(c) Amy Herzog

zersägtes Herz…

Es wohnt zu fest in meinem Kopf,
das Wort, welches du täglich schreibst,
und doch fürchtet sich jeder Satz,
vor Hoffnung, dass du ewig bleibst.

Sie wohnt zu laut in meinem Ohr,
die Stimme, die so sanft erklingt,
und dann flüsterst du wieder leis‘,
tief in der Nacht ein Schlaflied singt.

Es wohnt zu tief in meinem Herz,
dein leises Herz, das emsig schlägt,
doch schlägt kein Wort und kein Gesang,
für mich, denn mein Herz wird zersägt.

 

© Amy Herzog

Zwei Herzen…

Im Schnee zwei reine Herzen lagen,
hat diese Kälte doch genommen,
so konnten sie’s im Kusse wagen,
dem Winter scheinbar zu entkommen.

So blühte hell das grüne Gras,
im Schein der Herzen Schnee befreit,
die Liebe von den Lippen las,
schritt doch voran die kalte Zeit.

Und fiel am nächsten Morgen Schnee,
die Herzen schliefen Arm in Arm,
die Kälte tat von neuem weh,
ward ihnen Schneebedeckt nie warm.

So brach der Sommer bald herein,
verloren sich die Herzen doch,
im Liebesregen ganz allein,
getrennt ein Fall ins schwarze Loch.

 

© Amy Herzog

Sterbendes Gefühl…

Die Worte werden immer schmaler,
und schon bald fehlt ihnen Kraft,
sind sie schwach und so zerbrochen,
ein niemand mehr über sie wacht.

Sie bleiben in dem Herz gefangen,
denn ein Gefühl aus ihnen spricht,
sie warten auf den Tränentod,
der ihnen löscht das Liebeslicht.

Einmal mehr wird Herz zu Stein,
so langsam, schmerzvoll, leidend, kühl,
und wo die Sprache dann erstickt,
stirbt mit dem Wort das Herzgefühl.

 

© Amy Herzog

Stumme Herzen…

Im Nebel durch die schwarze Nacht,
ein Herz dort immer leiser schlägt,
der Wind, der gestern noch bewacht,
das Liebeslied nicht länger trägt.

Die Zukunft, die darin verstummt,
im kalten Regen fällt der Sinn,
wo auch der And’re Ton nicht summt,
das eine Herz weiß nicht wohin.

Ein Herz, das ohne Winde singt,
im Nebel durch ewigliches Leid,
das And’re Herz woanders klingt,
verstummt bis in die Ewigkeit.

 

© Amy Herzog

In einer Winternacht…


Du wanderst in den Sternentraum,

im ruhigen Wind der Winternacht,

und lässt dich treiben im Gefühl,

dass in dem Herzen Liebe wacht.

 

Doch lebt die Liebe nur im Traum,

sodann erwacht, der Sturm erfüllt,

so ruhig von außen alles scheint,

das Herz mit Leid und Trän‘ gefüllt.

 

Die Liebe im Taifun ertrinkt,

so schwebt sie in den Himmel fort,

und wartet dort ein heller Stern,

der Traum, der Liebe sicher‘ Hort.

 

© Amy Herzog

Vom einst so warmen Schmetterling…


Mein Herz, der große Eiskristall,

es hagelt, stürmt und schneit,

die Sonne schien woanders warm,

im Herzen schien das Leid.

 

Dann kamst du, ein Schmetterling,

so golden, samt und rein,

du flatterst Wärme in dem Herz,

ich war nicht mehr allein.

 

Doch brachtest du den eisig Wind,

die Flügel ward zu Scherben,

du einst so warmes Flattertier,

lässt Herz im Blute sterben.



© Amy Herzog

Weiße Scherben…

Das Glas aus weißen Scherben,
es kühlt in Schaum und Rauch,
am Rande perlt ein Tropfen,
es fehlt ihm nur der Rausch.

Die Zeit, sie schwebt dahin,
die Scherben werden grau,
sich Klarheit darin spiegelt,
als wüsst‘ das Glas genau.

Der Ruß klebt an den Wangen,
die Scherben matt und stumpf,
sie finden nicht zusammen,
und trennen sich im Sumpf.

 

© Amy Herzog

Das kleine Herz…

Die Seele brennt im alten Schnee,
zwei Namen im Sonnenschein,
das kleine Herz, es ruft und springt,
doch funkelt es ganz allein.

Es fallen die neue Flocken schon,
dem eisigen Sonnenuntergang,
es knistert, rauscht im Nebelschein,
aus der Ferne dein Gesang.

Das kleine Herz im Scherbenmeer,
als täte die Erinnerung weh,
doch legt sich samt und weich dazu,
über allem der neue Schnee.

 

© Amy Herzog

Hoffnungslos..

Wenn Tränen nicht mehr glänzen,
und mein Spiegelbild nichts zeigt,
weil der Tag zu schnell verging,
und jede Wärme sich auch neigt.

Wenn der Duft nach dem Kakao,
mir jede Wirklichkeit verdreht,
doch die Hoffnung in dem Herz,
mit dem Restwind nun verweht.

Wenn die Seele ist vertrocknet,
was wird Liebe dann noch trinken,
wo doch Hoffnung nicht mehr lebt,
muss mein Herz im Staub versinken.

 

© Amy Herzog

In deiner Kälte…

Kälte hüllt sich um dein Wort,
Gefühle rasten schweigsam,
mein Blick, er wandert niemals fort,
verbleibt gefroren einsam.

In Nächten höre ich dich noch,
als sei ich nicht verloren,
als wenn die Kälte deiner Selbst,
mich nicht hätt‘ eingefroren.

An mir vorbei zieht warmer Rauch,
doch ich verbleibe nur hier,
das Schweigen bricht die Seele bald,
und liebend sterbe ich bei dir.

 

© Amy Herzog

kalte Wand…

An hohen, dicken, kalten Wänden,
kratzen verstaubte Knochen,
ich kämpfe, leide, weine, doch –
mein Herz ist schon zerbrochen.

Du hängst an meinem Herzen fest,
doch bist längst abgefallen,
der Wunsch, der alle Hoffung trägt,
er kämpft nicht mit den Krallen.

Könnte ich dich einmal greifen,
im Rauch der kalten Zeit,
doch wird sie nie erfroren sein,
der Weg, er ist zu weit.

So bleibst du mir so wie du fehlst,
stehst hinter schwarzer Wand,
und trage ich mein Herz nun fort,
schreite an meinen Rand.

Du fällst in eine Ewigkeit,
in rauchlose Erinnerung,
Hand und Kopf verbleiben leer,
mein Herz weint um Verzeihung.

Das Kratzen hier nun leiser wird,
die Tränen bleiben fort,
der Winter deckt mich sanft noch zu,
mit meinem letzten Wort.

 

© Amy Herzog

Im Schwarz…

 © Amy Herzog

Wichtigkeit…

Wenn Liebe tief im Herzen schreit,
die Sehnsucht schon nach Sternen greift,
die Lippen nach dem Kuss sich sehnen,
und Schultern sich an Wärme lehnen.

Wenn Worte aus der Seele schreiben,
die Herzen zu getrennt nur leiden,
verliert die Logik ihren Sinn,
denn Liebe ist nur ein Gewinn.

Verloren ist in Raum und Zeit,
am Boden liegt die Einsamkeit,
die Geschichte bleibt zurück,
heraus kommt dann das große Glück.

Es gibt nur dieses eine Leben,
zu zweit umschifft ein jedes Beben,
was war ist schlicht Vergangenheit,
verliert im Jetzt die Wichtigkeit.

 

© Amy Herzog

Tote Liebe…


Das Herz, es war und verbleibt kalt,

Die Liebe darin ist schon längst alt,

Ein Wunsch, der zwar noch Pinsel hat,

Doch Farben nutzt, vertrocknet matt.

 

Wer könnte hier noch Wasser reichen,

Nicht mehr vom kalten Herzen weichen,

Die Farbe wieder zum strahlen bringen,

Auf Bildern träumend Lieder singen.

 

Die Stimmen, sie erklingen nicht mehr,

Vielleicht wird aus der Pfütze Meer,

Das Herz läge darin kochend warm,

In Farben die nur einst trocken war’n.

 

Doch wagt ein niemand sich auf Eis,

Die Farben bleiben schwarz und weiß,

Das Herz, es liegt im Trockenen rot,

Die Liebe ist inzwischen tot.

© Amy Herzog

Hoffnungslos verloren…

Hoffnungslos habe ich mich verloren,
ging vom Herbst in den schneeweißen Winter,
von bunten Bäumen fallen Gefühlsblätter,
und ich stehe ohne Schirm darunter.

Inzwischen liege ich fast am Boden,
vom Schneeblatt bedeckt ist mir kalt,
ich liege hier mit nichts mehr zu sagen,
die Gefühle sind zu groß in dem Wald.

Mit letzten Kräften krieche ich voran,
die Gefühle sind leichter zu ertragen,
bis der Sommer die Blätter verweht,
und sie nur in der Geschichte auf mir lagen.

© Amy Herzog

Zu früh und zu weit…

Irgendwo dahinten leise erklingt,
Melancholie auf einsam weinenden Geigen,
wo gerade noch irgendwer dazwischen singt,
bin ich schon zu weit weg gegangen.

Aber schau mal, ich bin wohl viel zu weit,
ins offenstehende Meer geschwommen,
ich dachte ja noch, wir gehen zu zweit,
aber da hat sich mein Gefühl übernommen.

Erst gestern saß ich noch locker im Park,
beobachtete mein Hirn und mein Herz,
beides war ohne dich so leer und ich dacht‘,
„schwimmste doch einfach weg vom Schmerz“.

Doch jetzt wo ich hier gerade ertrinke,
fällt mir ein, gestern warst du doch am singen,
naja, zum Abschied sag‘ ich dir „Winke Winke“,
seh’n uns wieder, und werden zu zweit erklingen.

 

© Amy Herzog

In Gedanken bei dir…

Es ist schon spät am Abend,
und die Laternen leuchten hell,
laufe verirrt durch dunkle Straßen,
nur nicht dahin, wohin ich soll.

In mir ist es auch schon dunkel,
doch liegt das nicht an der Nacht,
ich bin im belebten Café gestrandet,
bist du nicht da, der mit mir lacht.

Und so falle ich immer tiefer hinein,
in meine Wolkenwunschgedanken,
frag‘ mich, denkst du auch an mich,
oder hast du das Denken überstanden.

Tja, und so sitze ich seit Stunden hier,
mit meinem Bleistift und dem Papier,
du wohnst zwar längst im Nirgendwo,
doch in Gedanken lebst du in mir.

© Amy Herzog

Der Wind…


der wind flog nur an mir vorbei,

ich wollte lange mit ihm tanzen,

er tänzelte kurz durch mein haar.

 

ich konnte ihn nicht bei mir halten,

denn nicht richtig bemerkt, gesehen,

als er hier bei mir gewesen war…?

 

ich hoffe er bleibt mir nicht fern,

können uns noch richtig tanzen sehen,

ihn atmen, spüren, um mich- nah…

 


© Amy Herzog

Herz gespalten…


Kann mich nicht tragen, nicht halten,

Meine Gedanken nicht mehr verwalten,

Meine Haut malt immer tiefere Falten,

Ich bin dabei, gänzlich zu erkalten…

 

Im Innern kann die Ruhe nie walten,

Mein Herz ist geteilt in zwei Hälften,

Könnt ich’s doch einfach ausschalten,

Nur mich allein in Freiheit entfalten.

 

Doch ich kann mich nicht gestalten,

Gefühle ertragen und den Mund halten,

Die Zeit, als noch die Regeln galten,

Die werden nicht mehr eingehalten.

 

Wir könnten uns drüber unterhalten,

Würd der Mund nicht still gehalten,

Nein, das Herz hat sich gespalten,

Nur die Sehnsucht kann noch halten.



© Amy Herzog

Offenes Herz…

Das Herz lag herum, auf der Straße – offen,
war blind, gedankenlos, taub und besoffen,
dachte es kurz dort im Regen noch zu hoffen,
wurde dann aber vom Sturm doch getroffen.

Der Sturm, ist er erst einmal im Herzen,
brennen dort auch nicht mehr die Kerzen,
unbeholfen wagt es noch zu scherzen,
siegen am Ende die quälenden Schmerzen.

Die Schmerzen, wie ein zahmes Gebiss,
in hilflose Schreie folgt Stich auf Biss,
die Seele wuchtig dem Herzen entriss,
wird ihm der Hagel zum Verhängnis.

Zerstochen, blutend liegt es im Regen,
der Schnee kommt noch um zu reden,
um sich sanft in Kälte anzuschmiegen,
bis zum Sommer, dann wird es versiegen.

© Amy Herzog

Vergangen…

Traurig liege ich im Bett,
und ich warte auf das eine,
auf ein Zeichen des Lebens,
oder darauf, dass ich weine.

Ich frage, was du machst,
wo du wohl bist, ob du lebst,
und ob du glücklich lachst,
kommst, dann wieder gehst.

Du zogst mich einst mir dir,
in eine ganz andere Welt,
voll Leidenschaft und Wir,
unter unserem Wolkenzelt.

Doch jetzt liege ich hier,
und sehne mich nur noch,
denke an das Vergangene,
und falle tiefer in ein Loch.

Ich hoffe es geht dir gut,
denn böse bin ich dir nicht,
der Rest wird schon gut,
denn du lebst im Licht.

© Amy Herzog

Die Seelenlose…

Reichte dir mein Hirn, mein Herz,
Und legte mich in deinen Arm,
Fühlte mich mit dir so sicher,
Geborgen, angekommen, warm.

Die Seele hab ich dir geschenkt,
Als du ein Seelenloser warst,
Hast sie kurz gepflegt, gehegt,
Bis du sie dann zerbrochen hast.

Jetzt bin ich die Seelenlose,
Verloren hier im Schein des Lichts,
Du bist fort mit meiner Seele,
Und ich verbleibe hier im Nichts.

Nur die Sehnsucht hab ich noch,
Mit ihr die dunkle Erinnerung,
An dich, an uns, und an ein ich,
Das weiterlebt hier ohne Grund.

Ein letzter Wunsch, der bleibt mir noch,
Das du im Glück lebst mit der Seele,
Wenn ich dann hier verschwunden bin,
Und als Nichts nach oben Schwebe.

© Amy Herzog

inspiriert von Maccabros

Schmerzpflanze… 


Sehe dich in meinem Herzen,

Dinge, die mir so sehr Schmerzen,

In Hoffnung auf den Atemzug,

Der dich in mein Leben trug.

 

Atme täglich keine Luft,

Nur die Hoffnung aus der Kluft,

Bin gefangen in Gefühlen,

Die in meinem Leben wühlen.

 

Falle täglich etwas tiefer,

Höre nur noch deine Lieder,

Seh nur noch ein gemaltes Bild,

Wo kein Mensch je Leben wird.

 

Atme täglich nur die Hoffnung,

Schwelg‘ in der Erinnerung,

In diesem Leben ist kein Platz,

Pflanzt im nächsten diesen Schatz.

 

Wartend kann ich nur noch atmen,

Auf helle Hoffnung einfach warten,

Lächeln, hoffen, trotz der Schmerzen,

Die du täglich pflanzt im Herzen.

 

© Amy Herzog

deine blätter (2) – furcht

 

fürchte mich

denn deine blätter wehen

weit davon

– rennen vor mir weg !

du ,

mein gold’nes blatt

warst mit ihnen

(oder?)

muss ich mich denn fürchten?

oder…

lass mir doch deine farben da…

vereinzelt und im stück

dann können deine blätter wehen

ich aber bleibe furchtlos zurück !

 

© Amy Herzog

Beregnete Straßen…

es ist nur ein Wort
doch ich seh‘ Fleisch und Blut
verbrenne an den Sternen dieser Welt
versteinert, blind, lieblos und kalt
meine Hände im Staube zitternd
bin ich letzten Endes verdammt
ist es mein Ende, verdammt?

ich bin der Dreck
der die Straßen verhüllt
sie können lauter schreien
doch die Autos rauschen
und hören mich nicht
nur in der Nacht

begieße die Straßen mit Tränen
dann später muss ich wieder gehen
in meinen kleinen Traum entfliehen
warten, bis unsere Herzen sehen
und das Spiel weiter spielen

erwache mit mir
wein und scheine in der Nacht
sei du das Herz, das die Staßen belacht
und sende deine Stimme mit dem Wind
setzen wir Herzen, verspielen sie
bleiben wir herzlos vereint
in unserem kleinen Spiel

© Amy Herzog

(nicht) da…

Fern, im kühlen Raum
Seh ich dich, ersehnten Traum
Tief in mir ist es geschehen
Kann ich in dir liebe sehen

Und in meinem Herzen
Brennen durch dich warme Kerzen
Sehe Geigen, rieche Flieder
Sanft spielen deine Lieder

Deine braunen Augen
Kann ich ihren Mächten glauben
Rauben Leben, saugen Freude
Schenken sie mir dennoch Wärme

Melancholie wärmt mir das Herz
Durchzieht mich dein so kalter Schmerz
Dein kurzer Blick durch meine Glieder
Tränend zwingst du fern mich nieder

Kann ich mich dir nicht entziehen
Lässt du mich dich zu sehr spüren
War es nur dein kurzer Blick
Gabst du mir Wärme, Leben
In diesem kurzen Augenblick

Könnt ich doch nur größer sein
Heller scheinen, lauter schrein
Dann wär ich deiner Liebe nah
Bist du nun einfach (nicht mehr) da

© Amy Herzog

Traumwelt…

Mein Herz zerbricht
Ich laufe auf Scherben
Am Tage, im hellen Licht
Spüre ich deine Lügen
Sie lassen mich sterben

Wenn die Dunkelheit spricht
Wird mein Körper ermüden
Eine Träne tropft vom Gesicht
Dann schlafe ich langsam ein
Und vergesse all die Lügen

Erfüllt ein Lächeln mein Gesicht
Sind meine Augen geschlossen
Fort ist der Weltschmerz
Noch bis zum hellen Morgen
Spüre ich kein Scherbenherz

Abseits der grausamen Welt
Ist mein zerbrochenes Herz
In meiner glücklichen Traumwelt
Bis der Morgen wieder erhellt

© Amy Herzog

liebende Messerstiche…

worte verirrten sich in luft
zurück bleibt nur der süße duft
umgibt mich sinnlich diese sucht
reißt mich tiefer in die kluft

wenn ich dich nur hassen könnte
mir den seelenschmerz nicht gönnte
dein duft, dein klang würde schwinden
die tiefen wunden endlich heilen

diese liebe kann ich nicht hassen
führt sie mich beschwingt durch gassen
lässt mich dich spüren durch den schmerz
wie sanfte stiche in mein herz

© Amy Herzog

Ewige Liebe…

Mein zerbrochenes Herz
Trägt stets in sich den kalten Schmerz
Ertrinkt in meinen eigenen Tränen
Doch kann es sich noch immer
So sehr nach dir sehnen

Solange es noch in mir schlägt
Ja selbst wenn es zum Himmel weht
Wird es weiter für dich schwimmen
Kämpfen, atmen, im Licht verbleiben
Leben und dich ewig lieben

So sollte es am Schluss ersticken
Im tiefen Tränenmeer verschwinden
Wird die Liebe, die es trägt
Niemals vom schwarzen
Nichts verschlungen

© Amy Herzog

Kleine Zeilen für…

Ich schreibe diese kurzen Zeilen
Denn bei dir, da will ich sein
Mitten aus dem Schlaf gerissen
Will ich nur bei dir verweilen

Mit Traurigkeit seh ich dich an
Und hoffe, dass auch du kurz blickst
Die Hoffnung, sie kommt in mir an
Dass du mir nah bist, irgendwann

Bis dahin herrscht die Eifersucht
Wo kommt die Fiese hier nur her?
Schlägt sie ein mit starker Wucht
Mein schwaches Herz als Opfer sucht

Doch bleibe ich nur weiter still
Während die Gefühle schreien
Vergesse, was die Sehnsucht will
Und schreib nur diese Zeilen

© Amy Herzog

Warmer Regen

sicherer regen
tropft warm auf mich hinab
entführt meine seele
begleitet sie durch lüfte
in fliegende freiheit

schlagen die perlen
zu hart auf den boden
meine seele zerschellt
und die blutenden scherben
bleiben fern zurück

letzte warme küsse
fließen über meine lippen
die schneidenden flüsse
sie rollen niemals
zu mir zurück

© Amy Herzog

Große Gedanken – kleine Zeichen…

Du machst mich verrückt!
Meinen Kopf lässt du platzen
und das bald nicht mal mehr
im übertragenen Sinne!
Nein, ich glaube wirklich,
dass ich nur noch spinne!

Was würde ich geben? – alles!
Wenn ich einmal nur wüsste,
wie du meine Gedanken treibst
durch Land und Küste,
– hin und her, rauf und runter,
munter, bis der Schmerz einsetzt,
und mir geheim das Herz zerfetzt.

Sag, ich wüsste nur zu gern,
sind meine Gedanken dir zu fern.
Egal? – ein kleines Zeichen
reichte auch, nur zeige!
Dass du weißt – still,
was ich will
und wie du mich
verrückt werden lässt.

© Amy Herzog

Dein Atem…

 

Sehne mich nach deinem Atem
Deiner Kälte, deiner Nähe
Deinen warmen Worten

Flüsternd spüre ich
Deine laute Seele schreit
Hasst, weint, schwach liebt
Siebt durch mein Herz

Geteilt dort unser Schmerz
Fühle ich dein Leiden
Hier, dunkel allein
Kann ich mit dir weinen
Tränen in Wellen tanzen lassen

Nur sehne ich mich noch
Nach deinem Atem
Der unsere Tränen
Trocknen lässt

© Amy Herzog

Nur ein Traum…

Wir waren verliebte
Unsere Ängste schwanden
Fort über alle Berge
Nur unsere Liebe siegte

Wir redeten lange
Lagen uns in den Armen
Waren uns so nah
Konnte mich an dir Wärmen

Doch ich erschrak
Wachte auf in der Leere
Alles war nur ein Traum
Und wieder rücktest du
In weite Ferne

Da war sie wieder
Die Kälte ohne deine Wärme
Schwarz schimmernde Scherben
Die mir im Herzen schmerzen

Die erstickende Leere
Warten kann ich nur
Bis du im Traum
Wieder schützt meine Seele

© Amy Herzog

Und liebe…

Kaltes Pochen
Wellengang
Tanzt nasse Küsse
In fremden Düften
Getaucht in weiß
Wird weich zu heiß
Blass verstaubtes
Heimgefunden
Immer von der Seite wich
Ring ich nach Luft
Und liebe dich

© Amy Herzog

Einsame Träne…

Eine einsame Träne
rinnt heraus
und macht der Liebe
den garaus
Glitzert sie
im Kerzenschein
dann wird sie
nur immer klein
Die Liebe sehen
wird sie nie
Schlussendlich dann
vertrocknet sie

© Amy Herzog

Abgrund der Liebe…

Wie Honig süß
verkleben Triebe
so lebt in mir
im Traum die Liebe
Doch wünsch ich mir
bald zu erwachen
zu spüren
der wahren Liebe
Peitschen

Bunt zeigt sich mir
der Liebe Reize
die sie mir dann
das Herz zerreiße
aus der schönen Liebesnacht
bin ich doch eben
schon erwacht

Hier und jetzt
im wahren Leben
so sollen
die Gefühle beben
sich in mir die Triebe regen
ehe sie den Abgrund zeigen
das Herz zerbrochen
zurück lassen
und es in den
Abgrund werfen

© Amy Herzog

Halte es nicht mehr aus…

Wenn ich denke
diese Sehnsucht
ich halte sie nicht mehr aus
dann kommt morgen
der neue Tag
an dem ich denken kann
ich halte es nicht mehr aus

Innerlich bitte ich
so sehr
kann kaum atmen
ich halte es nicht mehr aus
ich will nicht mehr
nicht mehr denken
am neuen Tag
ich halte es nicht mehr aus

Ich bin nicht geschaffen
für andere Menschen
sollte allein bleiben
ohne Gefühle
fühle zu viel
viel zu wässrig
halte sie nicht mehr aus
diese Gefühle

© Amy Herzog

Müde Sehnsucht…

Die Sehnsucht zehrt mich aus,
sie ermüdet und hält mich wach,
lässt mich zu viel denken
und macht mich schwach.

Schrecklich müde bin ich,
doch schlafen kann ich nicht
mit dem Gedankenklang,
ist es nur so, …
dass ich einfach nicht mehr kann.
© Amy Herzog