verirren

Das ungeplante Gedicht.

Es lässt sich hier und da nicht lenken,
selbst dort, wo ich beginn‘ zu denken,
und vielleicht sogar besonders dann,
verselbstständigt’s sich irgendwann.

Verirrt sich durch den tiefen Wald,
das Hirn und Herz sucht dennoch Halt,
und findet sich das Wort dann wieder,
so kniet es vor dem Nächsten nieder.

Ein Fall in alle schwarze Schluchten,
da hilft nicht mal ein leises schluchzen,
doch eh‘ ich seh‘, wie’s fliegen kann,
kommt es schon auf den Wolken an.

Das Wort, es wurde nie geplant,
doch das Gedicht hat’s früh geahnt,
zwar hat es sich dort nie gesehen,
und doch ist dieses Glück geschehen.

© Amy Herzog

Letzter Gang…

Und wie sich all die Zeit verirrt,
zwischen denkenden Tränen verlangt,
so füllt ein Wort dem Lächeln gleich,
noch auf dem Seil der Stille wankt.

Und wie sich all die Zeit verliert,
in ewig dauernder Stille ertrinkt,
lässt mich noch halten, fester halten,
bis dies Leben zum Grunde sinkt.

Und wie doch diese Zeit noch lebt,
im allzu brennend süßen Klang,
mein Herz verliebt in Traurigkeit,
geht mit der Zeit den letzten Gang.

© Amy Herzog

In Gedanken bei dir…

Es ist schon spät am Abend,
und die Laternen leuchten hell,
laufe verirrt durch dunkle Straßen,
nur nicht dahin, wohin ich soll.

In mir ist es auch schon dunkel,
doch liegt das nicht an der Nacht,
ich bin im belebten Café gestrandet,
bist du nicht da, der mit mir lacht.

Und so falle ich immer tiefer hinein,
in meine Wolkenwunschgedanken,
frag‘ mich, denkst du auch an mich,
oder hast du das Denken überstanden.

Tja, und so sitze ich seit Stunden hier,
mit meinem Bleistift und dem Papier,
du wohnst zwar längst im Nirgendwo,
doch in Gedanken lebst du in mir.

© Amy Herzog

Dein Labyrinth…


Habe mich in deinem Hirn,

So tief darin verirrt,

Du bist wie ein Labyrinth,

Hast mich in die Irre geführt.

 

Sehe in dir große liebe,

Ich renn ihr hinterher,

Geführt durch dorniges Gewächs,

Mein Herz, es schmerzt schon sehr.

 

Schenke mir ein kleines Licht,

Ich suche nach dem Ziel,

Wohin nur diese Liebe rennt,

In diesem dunklen Spiel.

 

Ich sitze hier, die Kraft verlässt,

Die Liebe noch zu fangen,

Hab bei mir den schönen Traum,

In dem wir gemeinsam gehen.

 

Und finde weder ein noch aus,

So bleibe ich dann hier,

Mit so viel Nichts und Allem um mich,

Doch wenigstens bei dir…


© Amy Herzog