Traurigkeit

Nichts auf meinen Lippen

Nichts auf meinen Lippen
und in meinen Händen nur Staub
aus grauem Herz
und zwischen.Menschlichkeit
mein Puls flüstert müde
in knisternd streichelndem Herbstlaub
ein Blatt halte ich
und gieße dich darin auf
wie den Tee vor der Dunkelheit
damit ein bisschen Wärme
aus meinem Mund
und Glassplitter in meine Ferse
fällt und fließt und sticht
ich wünsche wieder
nichts auf meinen Lippen
und einmal nur ein kleines Herz
das nicht so klirrend bricht

© Amy Herzog

Deine Kalliope

Dein hungriger Geist
so leergefühlt
wie ein einsam erfrorener Vogel
der vom Ast fiel

Wie treiben deine lauen Funken und
im Wellenschlag ertrunkene
Leidenschaft
verloren in der Nacht
und unsichtbar durch den Tag
über deiner ängstlichen Hülle nur eine
flackernde Glühbirne
die ihrer eigenen lauten Sehnsucht
vor deiner im Sterben lag

Mein hungriger Geist
so leergeküsst
nur lass mich schwimmen
im Kerzenschein durch die Vollmondnacht
und wie mein Leib aus Schmerz
die Kunst erschafft
lass mich die deine ewige
Kalliope sein

© Amy Herzog

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© Amy Herzog

ich spüre.

Die Erinnerung
hat mich hinterlassen
in diesem leeren Universum
der schwere Raum
Gedächtnis

Nichts ist das
wie es mir erscheint
und alles stellt sich in den Weg
wo fängt deine Kälte an
und wo hört sie auf

Die Einsamkeit
entfaltet sich exponentiell
in tausend verschlossenen Türen
doch bin nicht verschwunden
um deine Umarmung
noch zu spüren

© Amy Herzog

w i e

Zeige mir w i e
SCHMERZhaft es sein kann
lass mich d e i n e n
Schmerz spüren
dein traumtötendes Leid
in verborgener Angst
und in zärtlichstiller Dunkelheit
wispere ich nah w i e
Hingebungsvoll meine Liebe ist

© Amy Herzog

An meinen Winter

© Amy Herzog

Wenn gestern morgen ist…

Manchmal, wenn ich dran denke,
aber nur wenn auch eine Träne
in die Wunde fließt,
kommt’s mir vor, als wäre es erst gestern gewesen
und wünsche mir dann,
es wäre doch das gestern von morgen

Aber sag mal, sagst du Bescheid,
wenn es soweit ist, wenn es morgen ist?
Denn heute lebe ich nicht.
Sind alle meine Figuren schon tot
und ich sehe nur den Staub.

Und.
Ich ersehne.
Dich. Und.
Dein Wort.

(das weiß nur ich)

© Amy Herzog

Kaltes Herz


Suche nichts, mein Liebster
was nicht gefunden werden kann
kein Kompass ist dein
und die Sternbilder blenden
mein Herz in der Truhe
am Grund des tiefschwarzen
schimmert nur an der Oberfläche
anmutig salzigblautürkis
dein Herz aber muss schweigend still
zwischen den Welten verloren
gehen, leiden, enden
wenn’s mein erkaltetes Herz
schlagend finden will

© Amy Herzog

Deine Wurzeln

Ich bevorzuge deine klammernden Wurzeln
deine Wiedergeburt schmeckt nach abgestandenem Mineralwasser
ja
ich wär‘ dann nicht mehr durstig
ja
du füllst den Magen
aber
wo
bleibt
die
Hingabe
verdammt?

Trinke dann erinnernd deinen Saft aus weichem Moos
schmeckt nach Traurigkeit, die ich an dir liebe
nach Sex aus purer Verzweiflung
und das Ende war schon da
während hinkende Gefühle entgleisen
reise ich durch fahle Wüsten
was mir von dir bleibt
leckt auf meinen trockenen Lippen
den Geschmack von
oxidiertem
Eisen

© Amy Herzog

Verlust…

Ohne…

bleiben leere Räume
niemand schleicht sich leis‘ heran
spendet Licht in dunklen Ecken
kann mein Lächeln wecken
(keiner – außer dir)
rasten Tränen wartend
quälen sich zu einsam hier
bleibt in meinem Herzen nur
der Stolz aus deinen Schlüsseln
sinkend an der dünnen Schnur
(halt mich – fleht der Geist)
wie es den schwachen Körper
in der Kälte, in der Leere
aus dem Glück des Lebens reist
bitte komme heute Heim
denn ohne dich
sind
Räume
leer

und ich allein…

Flucht…

Ich fürchte mich vor diesen Nächten,
dort wo kein Licht über mich wacht,
wenn nur der Mond hinter den Wolken,
am schwarzen Himmel lauter lacht.

Ich fürchte mich vor all den Worten,
wie als Gespenster in dem Wind,
mit roten Augen durch Gedanken,
und ich als das verlorene Kind.

Ich fürchte mich vor tausend Tränen,
am Tag versteckt in einer Schlucht,
doch in der Dunkelheit ertrinkend,
verbleibt als Hoffnung nur die Flucht.

 

 

© Amy Herzog

Die Träne..

Tränen spiegeln keine Worte,
leer im Staub und ausgeräumt,
allein im kalten Nichts der Hoffnung,
blickt der Geist, der weiter träumt.

Tränen spiegeln keine Nähe,
weisen ins Alaska fort,
unterm Eis die schwache Seele,
flüstert eine Liebe dort.

Tränen spiegeln keine Zukunft,
heiße Steine trocknen still,
niemand nimmt sie in der Wahrheit,
was die Träne wirklich will.

© Amy Herzog

Starke Worte..

Niemals wieder Schmerz empfinden,
hast du aus starkem Wort erbaut,
so einfach Glück und Liebe binden,
hab ich auf deinen Blick vertraut.

Aus deinen Augen sprach die Seele,
und ich ein jedes Wort verstand,
so einfach wie das Schicksal wähle,
doch einfacher in Angst verschwand.

Dein Herzschlag ward zur Traurigkeit,
und ich stand ratlos, still zur Wand,
die Sehnsucht nach Unendlichkeit,
mein Herzschlag bleibt in deiner Hand.

Und lausche ich nun meinen Schmerzen,
die Wahrheit doch erkennend noch,
so denk ich fest an’s Glück der Herzen,
bis zum Sturz ins Schwarze Loch.

© Amy Herzog

Sommerschluss…

Müdigkeit weht durch den Sommer,
trägt mich hin zum kühlen Herbst,
liegt das Meer schon unter Wolken,
die du für mich schwarz verfärbst.

Doch ich schlafe ruhig und selig,
bis der Winter bricht herein,
klettere durch tausend Stürme,
und bin doch am Schluss allein.

Gedenke ich noch all der Stunden,
die der Sommer zeichnen lässt,
an das Glück aus meinem Herzen,
ehe mich das Licht verlässt.

© Amy Herzog

Das Salz auf meinem Herzen…

Das Salz aus einem weiten Meer,
es brennt in meinem Herzen,
ganz ohne Liebe viel zu schwer,
ertrinkt in seinen Schmerzen.

Nur eine Träne fließt durch Rauch,
den Vorhang meiner Seele,
der Schwermut zittert sie heraus,
durch meine schreiend Kehle.

Die Weite doch bleibt ungeweint,
im Schatten meiner Liebe,
sie bleiben hier im Wort gereimt,
worin ich mich noch wiege.

© Amy Herzog

Letzter Gang…

Und wie sich all die Zeit verirrt,
zwischen denkenden Tränen verlangt,
so füllt ein Wort dem Lächeln gleich,
noch auf dem Seil der Stille wankt.

Und wie sich all die Zeit verliert,
in ewig dauernder Stille ertrinkt,
lässt mich noch halten, fester halten,
bis dies Leben zum Grunde sinkt.

Und wie doch diese Zeit noch lebt,
im allzu brennend süßen Klang,
mein Herz verliebt in Traurigkeit,
geht mit der Zeit den letzten Gang.

© Amy Herzog

Nur ein Traum…

In meinem Traum sitze ich allein,
in meiner Wohnung, es ist kalt,
und hinter mir hängt noch ein Bild,
von dir, doch es ist längst alt.

Über mir schwebt eine Wolke,
aus weißem Rauch, voll traurig sein,
sie ist viel größer, als ich dachte,
und ich sammle Worte dazu ein.

Ich schreibe dir, dass du mir fehlst,
obwohl ich vorhin noch lachte,
doch die Worte sind mir nicht geheuer,
die Liebe ist größer, als ich dachte.

Doch hier bin ich in meinem Traum,
und werfe die Worte in den Kamin,
sie verbrennen heimlich und leise,
nun sind sie kleiner, als es schien.

All das hier, das weiß nur ich,
und wenn ich später dann erwache,
dann wünsche ich dir guten Morgen,
und zeige dir, dass ich nun lache.

 

© Amy Herzog

Liebeskummer…


Wenn meine Liebe im Kummer ertrinkt,

Kann die Einsamkeit sich entfalten,

Tröste mich leise mit dem Gedanken,

Die Hoffnung nicht abzuschalten.

 

Wo meine Welt immer dunkler scheint,

Trage ich mich von Nacht zur Nacht,

Irgendwo scheint sicher noch Sonne,

Sehe ich nur nicht wie sie laut lacht.

 

Alles versinkt in dicken Tropfen,

Die Welt, sie erscheint nur als Meer,

Und irgendwie löst der Trost sich ab,

Denn mein Herz, es kann nicht mehr.

 

Ich warte einfach im Kerzenlicht,

Warte, bis die Trauer heraustropft,

Zu meinem Zimmer ist’s nicht weit,

Vielleicht gibt es wen, der hier klopft.

 


 

© Amy Herzog

Wirre Gedanken…

Die wirren Gedanken ranken sich,
klettern Dächer hoch, verirren,
verwirren, treffen Dunkelheit,
und versuchen sich zu entwirren.

Versuchen ein Licht zu finden,
lindern, Schmerzen, Heilung,
zu trinken, aus Regen schöpfen,
zu baden in reinster Hoffnung.

Könnten sie nur lauter schreien,
diese stillschweigenden Gedanken,
an Worten kleben, singen, tanzen,
nicht nutzlos in die Höhe ranken.

Doch hier bleiben Worte, still,
an Dächer geschrieben, lesen,
das kann keiner, sie Weinen,
weinen bitter über ihr Wesen.

Das Haus, es wird brüchig,
flüchtig nehmen Menschen,
die Fassade, die mal schöner,
gehüllt nun wahr in Wünschen.

Doch das Wort, es lebt,
rankt sich weiter hoch, bebt,
lässt das Haus zerfallen, egal,
bis das Licht Gedanken webt.

© Amy Herzog

Überdeckter Zauber…

Deine Musik, sie ist wunderschön,
Zu hören, was ich zuvor nie hörte,
So lässt sie mich doch wilder tanzen,
Und zerstört dabei all meine Ängste.

Und eigentlich sind sie wunderschön,
Deine Bilder, die ich zuvor sie sah,
So lassen sie mich Farben sehen,
Und bringen mich dir unendlich nah.

Die Worte, ich kann in ihnen liegen,
Wie in Wolken gewickelt, prickeln,
Quer durch meinen Körper wandern,
Und meine Seele täglich entzücken.

Meine Tränen, sie sind nicht traurig,
Nur allein sie, nein, sie sind es nicht,
Erst wenn ich dabei an dich denke,
Sehe ich das Schöne im anderen Licht.

Und so verschwindet deine Schönheit,
Überdeckt dein Zauber mein Lächeln,
Er lässt mein Herz in Tränen weinen,
Und erloschen werden gezündete Fackeln.

© Amy Herzog

Falsches weißes Kleid…

Traurigkeit wie eine Droge,
konsumiert im Alltagsleid,
tränen fließen innerlich,
unterm reinen weißen Kleid.

Verschluckt ist die Realität,
auf der Bühne das Gefängnis,
berauschtes Lächeln flieht,
wird dem Traum zum Verhängnis.

Der Wahnsinn ist erfunden,
quatscht locker mit Sarkasmus,
und tanzt im falschen Kleid,
im Rausch neben dem Rhythmus.

© Amy Herzog

Wahnsinn…


Das Fenster ist verstaubt

Der Verstand bleibt geraubt

Die Realität glänzt verzerrt

Und der Schatten vermehrt

 

Das kleine Kartenhaus zerfällt

Ein Hund draußen laut bellt

Das Gehör dahinter verstummt

Der Wahnsinn leise summt

 

Die Kämpfe gehen verloren

Die Gefühle sie zerbohren

Eine kleine Seele voll Löcher

Springt betäubt über Dächer

 

Kühle Winde leise wehen

Seifenblasen können sehen

Spiegeln den harten Sturz

Das Glück war nur zu kurz



© Amy Herzog

Leidensende…

Falle in eine tiefe Schlucht
wo meine Seele ganz zerbricht
schwimme im Meer aus Traurigkeit
und lebe die innere Zerrissenheit

Gedämpft sind meine lauten Schreie
steigt nur der Spiegel weil ich weine
versinke im Meer und meinen Tränen
könnt ich doch nur davon noch laufen

Schlagen die Wellen in aller Stille
wars am Ende doch mein eigener Wille
zu schwimmen hier in der Einsamkeit
zu fühlen nur noch bitt’re Traurigkeit

Bleibt mir die Liebe ein Fremdwort
reißt die Unwissenheit mich hier fort
verschlungen im Meer von Dunkelheit
das Leidensende ist nicht mehr weit

© Amy Herzog

Altes…

Zeigt der Spiegel
ein junges Gesicht
langsam die Hand
die Tränen verwischt

Der Körper verbraucht
gestresst vom Leben
nur ist es noch jung
keiner kann es nehmen

Unter schwarzem Haar
das Seelengeheimnis
sieh, alt grau ist sie
ehrlich nur in Finsternis

Kann die Seele sein
wie sie ist im Dunkel
dort gibt’s über das Grau
kein großes Gemunkel

Narbengebilde
zeichnen die Haut
Blicke schweifen
über ihr Haupt

Vorverurteilt
bleibt sie stehen
lassen die Blicke
sie nicht gehen

Blicken sie weiter
kommen die nächsten
stechen weiter zu
mit neuen Blicken

Wer starrt nicht
wer kann auch bleiben
niemand will altes
bis zum Ende lieben

© Amy Herzog

Verzweiflung…

Kann sie nicht genommen werden,

tief, so tief sitzt sie,

diese Verzweiflung,

zu fest bin ich noch immer verbunden.

© Amy Herzog

Schwarz in Bunt…

Wolken wie Zuckerwatte
schweben sanft
durch warme Sommerluft.

Sattgrün trockene Wiese
sonnt sich
inmitten luftigem Duft.

Vögel so farbenfroh bunt
flattern fröhlich
singen klangvoll umher.

Seele so schwarz
denkt nach
melancholisch an früher.

© Amy Herzog