alkohol

Alkohol

Wie viel hochprozentiger Müll
muss sich noch durch deinen wunden Hals brennen
bevor er deinem Nucleus accumbens den Garaus macht?
Am Boden der Flasche wartet keine Belohnung.

Dein Hochgefühl startet mit fahler Ernüchterung in den neuen Tag
selbst wenn es gerade schön ist, mit Leichtigkeit zu fliegen
und die bleierne Einsamkeit zu vergessen

Am Ende des Tages beißt sich deine Katze in den Schwanz.

Den Schmerz trägst du, solange er es dir wert ist.

© Amy Herzog

schlaf, mein Liebster

trinke die schlaflosschleifende Nacht
schmeckt genauso gut wie eine dieser bunten
halbliter Cocktails auf Ex – knallt
aber besser als dein gelegenheitstrauriger Sex

schon zwanzig nach drei, mein Liebster
du bist endlich frei, flieg – flieg – flieg –
Gefühl ist im Preis, Tränen kosten extra
nimm den Alkohol mit, brauchst ihn dringender als ich

Die milde Nacht denkt mir ein, denkt mir nach
bis zum Mond und wieder zurück ist zu kurz
nur ein Sturz in deine Tränen mit Dingen
die du nie hattest – schlaf endlich Liebster, schlaf

© Amy Herzog

Besoffen.

Jetzt mal ganz ruhig, wir müssen nicht schreien. Es ist kalt genug. Ich habe dein Handy nicht geklaut. Ich habe in der Nacht geschlafen. Und du hast meinen Wodka gesoffen. Ich kann dein Handy gar nicht geklaut haben. Denn ich habe geschlafen. Du hast es in meine Jackentasche getan. Und dann hast du meinen Wodka gesoffen. Schrei nicht herum! Ich bin kein Eierdieb! Du warst besoffen. Ich habe geschlafen!