Schmerz

blickdicht

Der Abend zerfällt
unter dem üblen Nachgeschmack
schlecht gewordener Lügen
statt von dir zu Träumen
atme ich den Durst
in den nächsten kalten Winter
und ziehe den Vorhang
meiner Augenfenster blickdicht

© Amy Herzog

innerlich

innerlich
weinst du so laut
und du hast
angst
dass es jemand
hören kann
und noch mehr
dass es
niemand hört

© Amy Herzog

WARUM

WARUM
hören.wir.nicht
auf uns gegenseitig
zu verletzen
hören
auf zu schweigen
hören.auf.uns
fühlen uns
und hören.endlich.auf
uns zu verletzen
WARUM??
nicht

© Amy Herzog

tatentragen

wie groß meine
angst
war wusste ich
immer gestern und tat es
heute
und wie viel
schmerz
ich ertragen kann
werde ich immer erst morgen
wissen

© Amy Herzog

notiz

auf dem zettel stehen
übriggebliebene gedanken
dopamin und nacht
eine handynummer ohne namen
und positiv ist
fast alles vergessen zu haben
tut am meisten weh

© Amy Herzog

atem.still.stand

wechsel zwischen ich kann
und will nicht mehr
atmen
weil jedes wort
blut
in meine lunge schneidet
dann schweigen
zerbrochenes
glas
große gefühle
nacht
und dann wirkt alles
so still

© Amy Herzog

schmerz

schmerz ist still
geworden
in mir
viel zu groß
die rissigen Erinnerungen
auf der Haut
das Loch im Herzen
so tief wie der Marianengraben
ich stehe am Rand
und genieße den Wind
in meinem Haar
nur ratlos
bereit zu springen
oder warten
auf den
Fall

© Amy Herzog

eine Nacht

Liege dir wieder viel zu offen
für eine Nacht
verbindest alte Narben
wie Punkte
damit du mich lesen kannst
säst frische Wunden
mit dem selben Bleistift
und radierst den Tagesanbruch aus

Mit bloßer Hand
die rote Haut
und lässt ein Kribbeln in mir
wie Hämatome
die ich zählen kann
wenn du die nasskalte Sehnsucht
meinem Schmerz überlässt

© Amy Herzog

Haut

gelächelt
und Haut gezeigt
vergessen
für einen kurzen Moment
das sie noch schreit
und wieder
weil ich stumm bin
diese Farbe
lacht
in Tränen

© Amy Herzog

Nichts auf meinen Lippen

Nichts auf meinen Lippen
und in meinen Händen nur Staub
aus grauem Herz
und zwischen.Menschlichkeit
mein Puls flüstert müde
in knisternd streichelndem Herbstlaub
ein Blatt halte ich
und gieße dich darin auf
wie den Tee vor der Dunkelheit
damit ein bisschen Wärme
aus meinem Mund
und Glassplitter in meine Ferse
fällt und fließt und sticht
ich wünsche wieder
nichts auf meinen Lippen
und einmal nur ein kleines Herz
das nicht so klirrend bricht

© Amy Herzog

verletzen.

TW: Gewalt

Irgendwann drückte ich die Zigaretten,
die er auf meiner nackten Haut ausdrückte,
selbst aus, damit er es nicht tat.

Du denkst, du kannst mich verletzen?

-Nein.

© Amy Herzog

w i e

Zeige mir w i e
SCHMERZhaft es sein kann
lass mich d e i n e n
Schmerz spüren
dein traumtötendes Leid
in verborgener Angst
und in zärtlichstiller Dunkelheit
wispere ich nah w i e
Hingebungsvoll meine Liebe ist

© Amy Herzog

bahnhof bei nacht

bahnhof in der nacht
niemand findet, niemand sucht
trunkenbold, der weise
singt von fernweh hinter kerzen
dies feuer aber leuchtet
mir die sehnsucht nach dem heim
unter kälte, unter schmerzen
sollt’s der nächste zug mir sein

kann nicht fühlen, nicht mehr sehen
wohin die roten blätter wehen
erbamungslos ihr glanz
so verrottet auch ihr letzter tanz
und weiß ich nicht wohin

bahnhof in der nacht
sag, wie laut schweigt dieses licht
sag, wie oft fährt diese bahn
und wieso finde ich dich nicht?

summt es denn lauter, summt es leiser
trunkenbold, sag bist du weiser?
singst von fernweh, singst von wärme
blendet mich denn nur mein herz
sag, was deutet diese liebe
find‘ ich weh, so find‘ ich heim
mein feuer in der ferne

© Amy Herzog

Sprachlos

Gedanken schreien laut
auf Sprachlos
im ständigen Zug
auf, zu, auf, zu, auf, zu
endet mit einem lauten Knall
der mich aufschreckt
lege meine Hände vors Gesicht
weil Augenschließen nicht genügt
und schlafe wieder ein
die Wangen brennen
es verschlägt mir den Atem
und jedes Wort

© Amy Herzog

Ende

Der Dolch
inmitten meiner Brust
ist unvermeidlich

Dem elendigen Schmerz
so tief wie der Marianengraben
stopft er das Maul
gesellt dich zu den Geistern
die mir meine wunde Seele rauben

Endlich kann ich glauben
unsere letzte Nacht
fand Ende
ich schließe sie mit einer Brosche
und vernähe die blutende Geschichte
mit deinen Wimpern

© Amy Herzog

Albtraum

Seeleneiter fließt aus meinen Poren
du garnierst mit Lilien und Salz
und schlingst ohne Luft zu holen
die Fleischeslust aus deinem warmen Schoß
in die zwielichtigen Ecken deiner Haut
es graut mir, zittert, flimmert
tief durch die Äste meines Lebens
und winselt, wimmert dir ein Lächeln ins Ohr
trinkst es, wie den ersten Regentropfen
nach einer verbrannten Nacht
bleibt mir dies ein Albtraum
schwitzend, dreht und wendet
doch bin ich nicht mehr aufgewacht

© Amy Herzog

Eifersucht

Wütend zerknüllter Liebesbrief
achtlos in die Jackentasche gestopft
ward zu glühender Kohle
und brennt ein Loch durch Stoff
Haut, Fleisch, Herz und Hirn

Qualmend bauen große Städte
den Besitz man gerne hätte
ward der Brief doch einst so rein
sollt er niederbrennend sein

Zerstörerisches Herz lass walten
so lese einmal noch den Brief
die Ehrlichkeit bleibt doch erhalten
und mit ihr warmer Sommerregen
bis in die treue Ewigkeit

© Amy Herzog

Ende

Der Mann, bei dem ich irgendeine Liebe suche, liegt nackt in meinem Bett und behauptet mich zu lieben, an meinem kalten Herzen prallt es ab. Mit schweigenden Tränen wanke ich mit letzter Kraft ins Badezimmer, drehe das Wasser in meiner Dusche und am Waschbecken auf, schalte das Licht aus. Am geöffneten Fenster genieße ich die nach Regen duftende Nachtluft, verschwommen malt mir der Mond sein Schlaflied in einem kurzen Bild und ich frage mich, ob der, den ich Liebe, den selben Mond sieht. Die gefühlt fünfzigste Zigarette verklebt meine Alveolen, während mich meine Gedanken innerlich in Stücke reißen. Hätte ich nur ein Hemd von ihm, würde ich es gerade tragen, um seinen Geruch in mir zu spüren. Ständig kommen mir Gedanken in den Sinn, die mich zwingen, mein Denken zu unterbrechen. Tränen schießen aus meinen Augen, wo ich doch an niemanden denke. Der Wind trocknet sie, leise.

Irgendwie fühlt es sich nicht mehr so an, als ob ich geweint hätte. Wieder ein Stückchen mehr zerrissen, wieder ein bisschen mehr betäubt, dieses mal wohl zu viel. Und nichts als Leere bleibt. Dabei kann ich meine Gedanken an den, den ich liebe, gar nicht als richtiges denken bezeichnen, es sind nur unzusammenhängende Fetzen, Bruchstücke aus zersplittertem Glas. Glas, das meine Seele zerschneidet und rote Tränen formt. Ein Gefühl, den Schmerz als Wort nicht wert, das mich schreien lassen würde, aber ich darf nicht schreien. Der, der vorgibt mich zu lieben liegt in meinem Bett und wartet auf meinen nackten Körper. Er weiß, dass ich weine, aber ich bin allein, also weine ich allein.

Gefühlt fünftausend Mal starre ich in diesen wenigen Minuten auf mein Smartphone, schaue nach, suche verzweifelt nach Luft, nach einer kleinen Nachricht, selbst wenn sie nichts bedeutet. Irgendetwas, egal was, von dem, den ich so sehr liebe. Warum weiß ich nicht, das alles ergibt keinen Sinn. Erst gestern dachte ich noch, dass ich sterben könnte, für ihn würde sich nichts verändern. Wie sollte es auch, er bemerkt mein Leben nicht, weshalb sollte er dann mein Ableben bemerken. Sein Leben würde glücklich weitergehen, alles wäre wie bisher. Und offen gestanden gönne ich ihm das. Dem, den ich liebe. Und ich weiß nicht, weshalb ich mir seine Gedichte durchlese, die beschreiben, wie glücklich er ist, während ich das Leben nicht mehr aushalte. Vielleicht, weil es das einzige ist, was ich greifen kann. Es ist kein einfach daher gesagtes „Ich halte es nicht mehr aus..“, diese Grenze habe ich längst überschritten. Und es ist auch egal, wie viele Medikamente ich in mich hineinwerfe, sie können diese unerträgliche Leere nicht füllen. Und die Gedankensplitter nie aufhalten.

Ich gebe mir die größte Mühe nicht daran zu denken, dass er seinen Abend mit dem, was er liebt verbringt, trinkt und glücklich ist. Ja, ich gönne es ihm von Herzen, wenn auch dieses Herz kaum noch schlagen kann. Dass er alles hat, was er sich erträumt und ersehnt hat und ich nicht dabei bin. Aber ich kann es nicht denken, ohne wieder zu weinen. Nur das Wasser tröstet meine feuchten Wangen, ich drücke die Zigarette aus, schließe das Fenster und gehe zurück zu dem Mann, der behauptet mich zu lieben. Lege mich nackt unter seine Decke dicht neben ihn und versuche leise und ruhig zu atmen.

Während ich an den Mann denke, den ich liebe, vergrabe ich meine Finger tief in sein Fleisch und versuche in ihm zu ertrinken, in dem, der mich liebt. Nur damit es für einen kurzen Moment erträglicher wird und ich unter seiner Liebe verschwinden kann. Wie er seinen lustvollen Körper an meinem reibt, seine Gier aus sämtlichen Poren tropft, es müsste mich anekeln, aber das tut es nicht. Nicht wenn ich an den denke, an den, den ich liebe und seine Küsse meine blutenden Tränen trocknen. Innerlich habe ich das Gefühl zu verbluten, doch wie kann ein Mensch verbluten, wenn er gar nicht mehr lebt. Ich fühle mich tot ohne gestorben zu sein. Und während ich mich tiefer und tiefer in den Körper dieses Mannes grabe, um in diesem Nest von verlogener Geborgenheit zu versinken, kann mich nur noch die Hoffnung tragen, dass das alles bald sein Ende findet.

tau

erdrückend kleines herz
kontakt zum fleisch tut weh

verbrennst dir nicht die finger
liebes, du wirst erfrieren
da hilft keine schachtel kippen
mit scotch gegen gedanken
an unnahbare lippen

liebes, dir wird nicht heiß
nein, du wirst erfrieren
traum minus gefühl
merkste was?
jetzt wird dir kühl

aber’s sind scherben
so wirf das fleisch weg
liebes, es hebt dich nicht mal auf
es lässt dich sterben, siehste?
da hilft kein wort auf erden
glotzt verträumt gen himmel
erdrückend kleines herz
mach die augen zu
und tau auf

© Amy Herzog

schlaf, mein Liebster

trinke die schlaflosschleifende Nacht
schmeckt genauso gut wie eine dieser bunten
halbliter Cocktails auf Ex – knallt
aber besser als dein gelegenheitstrauriger Sex

schon zwanzig nach drei, mein Liebster
du bist endlich frei, flieg – flieg – flieg –
Gefühl ist im Preis, Tränen kosten extra
nimm den Alkohol mit, brauchst ihn dringender als ich

Die milde Nacht denkt mir ein, denkt mir nach
bis zum Mond und wieder zurück ist zu kurz
nur ein Sturz in deine Tränen mit Dingen
die du nie hattest – schlaf endlich Liebster, schlaf

© Amy Herzog

Warten!

Kein Wort!
Kein Atem!
Kein Schrei!
Durchdringt meine trockene Kehle,
gefangen bleibt der Sinn,
meine von Maden zerfressene,
kleine Melancholieblutende Seele!

Im Aschestaub zerfallen,
regnet vertrocknete Liebe
Reißt Löcher tiefer ins rote Fleisch.
Herz aus Eis,
ohne Seele,
voller Leere,
im Wertlos dunkelroten,
warmen Teich!

Beiklatschen zum Elend
tiefer ins Schwarz!
Ist der Herzschlag
nur einen Tod weit entfernt.
Rase gefangen
Richtung fliegen im Traum,
liegen im Schaum,
warten, auf die Liebe
die mich endlich befreit!

© Amy Herzog

Kirmes

Auf der Kirmes – buntes Treiben,
all die Sorgen sind kurz fort,
könnt es doch nur stets so bleiben,
hilft doch nur ein wahres Wort.

Nur ein Wort wie tausend Lichter,
lachen, Glück und Liebe sind,
so nimmst du sie doch auch mal öfter,
voller Macht wie Eis und Wind.

Wie die Wärme vieler Menschen,
reicht das Licht des Einen nun,
sei’s wie ein Leben auf der Kirmes,
doch nur mit wahrer Liebe tun.

 

© Amy Herzog

Du könntest…

Du könntest mich verkleiden
könntest schützen, könntest leiden
wo andere sich am Schmerze weiden
Worte Stricken, Worte häkeln
dich mit mir im Atem räkeln

Du könntest mich tragen
nicht mit Muskeln, nicht mit sagen
einfach schreiben, schweigend wagen
im Dunkeln zehn Zigarren rauchen
um mit mir ins Meer zu tauchen

Du könntest mich fühlen
nur berühren, tief, gar tiefer wühlen
vor dem Winde, vor dem kühlen
mit den Lippen leise klopfen
Wärme in die Leere stopfen

Du könntest mich begreifen
langsam wachsen, schneller reifen
mich vom Rand des Lebens greifen
einfach Worte schweigend halten
lässt die Ruh der Liebe walten

 

 

 

© Amy Herzog

Schmerz verbindet…

Ist der Schmerz nur eine Summe,
nur verteilt der Köpfe gleich,
werde ich, ehe ich verstumme,
doch noch an der Liebe reich?

Wie das Laub in allen Straßen,
selbst die Stadt nicht sicher ist,
in der Zweie sich einst trafen,
trennt der Dämon, nun vermisst?

Flüchten in das blumig-schöne,
nur ein Reich der Phantasie,
denn erklingen Schmerzenstöne,
ohne Herzen niemals nie.

Ist die Welt ein Teil der Schmerzen,
finden Tränen sich wie Fluss,
leiden kühl gar manche Herzen,
bis die Liebe schwimmt im Kuss.

 

 

© Amy Herzog

Was will das Herz?

Ich lese deine schwarzen Worte,
und frage mich nur noch „warum“,
so unnötig sind all die Wunden,
doch bleibe ich nur weiter stumm.

Ich sehe noch in meinem Herzen,
wie sich das Glück mit uns verband,
die Reise ohne diese Schmerzen,
sie war gemeinsam Hand in Hand.

Ich sehne nur nach diesen Zeiten,
und frage mich noch einmal still,
warum kein Glück, nur Seelenwunden,
was ist es, was das Herz denn will?

© Amy Herzog

Starke Worte..

Niemals wieder Schmerz empfinden,
hast du aus starkem Wort erbaut,
so einfach Glück und Liebe binden,
hab ich auf deinen Blick vertraut.

Aus deinen Augen sprach die Seele,
und ich ein jedes Wort verstand,
so einfach wie das Schicksal wähle,
doch einfacher in Angst verschwand.

Dein Herzschlag ward zur Traurigkeit,
und ich stand ratlos, still zur Wand,
die Sehnsucht nach Unendlichkeit,
mein Herzschlag bleibt in deiner Hand.

Und lausche ich nun meinen Schmerzen,
die Wahrheit doch erkennend noch,
so denk ich fest an’s Glück der Herzen,
bis zum Sturz ins Schwarze Loch.

© Amy Herzog

Was übrig ist…

Meine Seele zu beschreiben,
wo doch niemand mit ihr singt,
unvollständig muss sie fürchten,
dass sie in der Nacht ertrinkt.

Nur die Maske, undurchdringlich,
lacht so laut – voll Heiterkeit,
doch der Ort der halben Seele,
flüstert von der Einsamkeit.

Mittendrin schlägt die Ruine,
messerscharf die Felsen sind,
fließt das Wasser für die Tränen,
ohne warmen, frischen Wind.

In der Unvollständigkeit gefangen,
leer und kalt verbleibt mein Raum,
draußen spielen fremde Lieder,
hier in mir verstirbt der Traum.

© Amy Herzog

Gedicht von Ferdinand von Saar

Wer einmal einen tiefen Schmerz erlitten,
Ist nicht mehr jung. Bis dahin war er’s,
Und hätte silberweiß sein Haar bereits
Den tiefgebeugten Scheitel ihm umglänzt.

Wer zählt die Jahre, wenn er glücklich ist?
Er lebt und weiß nicht, daß er lebt.
Der Schmerz erst ist die Grenze, wo wir weinend
Zurück und schaudernd vorwärts blicken.

© Ferdinand von Saar

Vermissen

Seit du aus meinem Herzen bist,
(doch kann man das so sagen?)
so wird dein Herz zu sehr vermisst,
ich könnt‘ gar um mich schlagen.

Ich denke an die Zweisamkeit,
(es war gewiss kein Traume!)
ein Bad in der Unendlichkeit,
ertrank im schwarzen Schaume.

Doch seit du aus dem Herzen bist,
(du hast dich mir entrissen…)
wird irgendwas noch mehr vermisst,
es schläft mein Herz – zerrissen.

© Amy Herzog

…und die Farben – brüchig kalt.

Blicke fallen durch den Nebel,
in der sehnsuchtskranken Nacht,
Sterne leuchten tausend Bilder,
doch der Mond hat keine Macht.

Dieses Mädchen, voller Hoffnung,
kämpft noch für den ew’gen Kuss,
mit aller Liebe für die Farben,
bis sie sich letztlich sehen muss:

Durch die Seele tausend Nägel,
rostig stechend durch die Wand,
nur am Boden glänzt die Pfütze,
niemand sah und niemand fand.

Dieses längst erstarrte Mädchen,
kämpfend ward sie stumm und alt,
glanzlos sind schon all die Tränen,
und die Farben – brüchig kalt.

© Amy Herzog

Wo ist der Anfang und wo ist das Ende?

Wo ist der Anfang, wo ist das Ende,
wann erlöst mich die rettende Wende?
Mein Kopf, noch steht er seinen Mann,
und fragt ob mein Bauch kämpfen kann.

Nervös und laut erschlägt mein Herz,
voll Panik, doch woher der Schmerz?
Aus meiner Stirn tropft Schweiß aus Eis,
als stünd‘ darauf, was mein Herz weiß.

Zweifel kitzeln durch die Nerven,
könnt ich nur die Angst verwerfen,
lässt mich all das zu schnell laufen,
und mein Kopf kann nur noch rauchen.

Auf den Bauch soll man vertrauen,
doch kann er auch auf Liebe bauen?
Wann erlöst mich die rettende Wende,
wo ist der Anfang und wo ist das Ende.

© Amy Herzog

Mode?

Depression, die Unscheinbare,
die Masken fest im Arm,
ein treuer Freund geblieben ist,
gefälscht zwar hält sie warm.

Depression, so wie sie glänzt,
im Stillen Tränen schweigen,
sie malt ein Lächeln aufs Gesicht,
wo Herz und Seele leiden.

Depression, das neue Schwarz,
die niemals endende Mode,
sie reißt noch in ein tiefes Loch,
begleitet bis zum Tode.

© Amy Herzog

Nur der Traum..

Die Schmerzen lähmen die Sekunden,
mit jedem Herzschlag der vergeht,
und wo die Scherbe in den Wunden,
mit Tränen vor dem Ende steht.

Die Tränen lassen mich ertrinken,
wie könnt‘ ich dort noch sehen – klar,
so kann ich nur noch tiefer sinken,
gar rückwärts träumend, wie es war.

Wie kann die Zeit hier weiter gehen,
wenn doch die Dunkelheit zerfrisst,
kein Wind kann in die Zukunft wehen,
bleibt nur ein Traum der noch vermisst.

© Amy Herzog

Letzter Blick…


Beruhigt mich leise deine Stimme,

die doch nur Fragen wirft zu mir,

und kämpfe ich mit meinen Tränen,

sind doch die Antworten nicht hier.

 

Hört deine Stimme meine Schreie,

die jede Träne wirft hinaus,

doch stehe ich hinter der Mauer,

bis sich dann schaltet das Licht aus.

 

So bleiben meine Wünsche stumm,

verliert den Wert das meine Herz,

inmitten meiner Trän‘ und Kuss,

endet dein letzter Blick im Schmerz.



© Amy Herzog

Liebesangst…

Angst mich weiter zu verlieben,
Ehrfurcht vor der großen Macht,
könnt‘ ich mich darin verlieren,
und feststecken in der Nacht.

Könnte ich mich dafür hassen,
für mein furchtlos Liebesherz,
was es hat passieren lassen,
reicht mir hin den kalten Schmerz.

Doch das Herz liebt heiter weiter,
Rücksicht sei ihm unbekannt,
wählt es sich den Herzbegleiter,
den es dann beim Namen nennt.

 

© Amy Herzog

Sternentraum…

Ein Flug zum Himmel hoch hinauf,
die Wolken küssen im Sonnenlicht,
dort schmiege ich mich sanft hinein,
mein Herz sieht dort nur dein Gesicht.

Doch bricht die tiefe Nacht hinein,
und Wolkenlos fall‘ ich samt Herz,
so kalt und dunkel mich umwirbt,
der tiefe dunklere Seelenschmerz.

Ein Schweben zu den Sternen bleibt,
dort wo meine Erinnerungen liegen,
der Schmerz der Nacht nun innewohnt,
werd‘ ich mit Sternenträumen fliegen.

 

© Amy Herzog

Traurig…

In wirren Gedanken
bin ich wortlos betrübt
doch wie immer geheim
fast könnte ich schreien
dieses falsche Gefühle
das nicht sollte sein

© Amy Herzog

Harfen-Lied…


Aus weißen Wolken fällt das Eis,

es schmiegt sich um mein Herz,

ein jedes Harfen-Lied begraben,

zurück bleibt Trän‘ und Schmerz.

 

Ich stürze tief in’s dunkle Meer,

es droht mein Herz zu lähmen,

fehlendes, es schmerzt zu sehr,

doch flieh‘ ich nicht vor Tränen.

 

An des Meeres tiefsten Grund,

ich lieg‘ im Schutz und schlafe,

vergessen all das Leid der Trän‘,

spielt stumm zuletzt die Harfe.



© Amy Herzog

Verschenkte Herzhälfte…

Meine Seele ertränkt
im silbern glänzenden Blut
ertrinkt das halbe Herz
anders, kalt verbleibt
der schmale Rest

Vermag ich kaum
ein helles Licht zu fühlen
nur den Schmerz zerrissen
einsam in meiner engen
Brust ertragen

In Sehnsucht
schwer an dich zu denken
mein Herz weiterhin zu schenken
wortlos, ruhig verbleibe ich
ertrinkend, leise, einsam
geht die Reise weiter

© Amy Herzog

Luft…

Mein glasiger Blick
in starren Ketten gefangen
leblos sinkt der Geist in seine Gruft
und Ohnmacht hüllt mich ein im falschen Hass
der Schmerz doch riecht noch deinen Duft
küsst noch, kratzt und weint, schreit,
verwelkt mein leeres Herz
und ringt um Luft..

© Amy Herzog

Wunden…

Tränenbedeckte Ecken und Kanten,
niemals perfekte beflecke Fassaden,
Seelenschmerzen mit Fehlern verbunden,
unsichtbar schweigen voll innerer Wunden..

© Amy Herzog

Liebendes Auf und Ab…

Im Wechsel zwischen Trauer und Glück,
wünsche ich mir mein Leben zurück,
Gedanken, die mein Herz verschlingen,
verwelktes Leben – um Luft muss ich ringen.

Doch kann ich diesen Schmerz nur lieben,
kann er mich noch am Leben erhalten,
zu oft kann ich nur kraftlos liegen,
wenn die Gedanken an dich siegen.

So hört doch endlich damit auf,
Gedanken, die ihr seid zu Hauf,
gib mir mein schmerzend Herz zurück,
und lass mich spüren etwas Glück…

 

© Amy Herzog

Herz aus Eis…

Mein Atem schnellt, der Körper heiß,
Gefühle wachsen im Herz aus Eis,
der Puls vibriert, das Hirn, es ringt,
um mein Herz, das durch dich zerspringt.

In tausend Scherben liegt es zerfetzt,
wo du noch weiter die Krallen wetzt,
mein Hirn kocht nur vor Fragen über,
und du? Du stehst auf Wolken darüber.

Mein Herz, es sei dir nicht geschenkt,
wenn man die Unfreiwilligkeit bedenkt,
vor Leid und Schmerz, du bringst mich hin,
kein aus den Augen aus dem Sinn.

Und wo wir nun den Sinn bereden,
wo liegt er denn im Körperbeben,
mein Atem schnellt, der Körper heiß,
Gefühl so groß, im Herz aus Eis.

 

© Amy Herzog

Unhandlich…

Die Liebe ist blind und taub gestellt,
reisend durch den stürmischen Schnee,
an fließenden Tränen gefriert das Herz,
und vermisst dabei den wärmenden See.

Doch ist diesem Herzen das alles egal,
es kämpft weiter durch Logik und Sinn,
reist es nur weiter gegen Wahrheit und Zeit,
und der Verstand weiß kaum noch wohin.

Jede kleine Erkenntnis endet in Dummheit,
und Sehnsucht kostet quälende Schmerzen,
Verzweiflung und Hoffnung stehen den Tanz,
mit den Worten eines unhandlichen Herzen.

 

© Amy Herzog

Hier, mein Herz…

Grafik

Ich werfe dir mein Herz,
hier gleich auf die Erde,
und gebe was du liebst,
nämlich nur diese Scherbe.

Du musst nicht mehr bleiben,
dein Werk ist vollbracht,
du hast mich zerbrochen,
und am Ende gelacht.

© Amy Herzog

stumme Traurigkeit…

Im Spiegel liegt zerzaustes Haar,
ein Blick, der mit dem Lächeln ringt,
am Boden krabbelt mein Gesicht,
wo draußen noch der Fahrtwind singt.

Der Glanz der Lichter zieht vorbei,
viel zu schnell fang ich mich ein,
Gefühl aus stumm und Traurigkeit,
macht mich im Fort von hier ganz klein.

Der Atem stoppt und zieht voran,
dazwischen ging verloren mein Herz,
der Tränend Blick noch tiefer fällt,
mit ihm einher ein tiefer Schmerz.

 

© Amy Herzog

Danach…

Und die Liebe, deine Waffe,
ließ sie mich leben,
in der Stunde voll Sterben, Leid und Tränen.
So müsste ich’s hassen – stumm
den Weg durch deine Augen,
in ungewisse Schattenmassen.

So küsste mich der Hunger
hinter den Ohren,
reich an Leichtigkeit
und zerstörten den Tag.

Doch ließen sie mich leben,
die unzähligen Waffen, sie schwiegen –
die Liebenden – Flatternd,
mein Herz pocht geschwind,
durch Lüfte, wissend dem Aufprall
nach dem Kusse im Wind.

 

© Amy Herzog

Erfrieren…

Das Glück kommt wieder…

Irgendwann war ich dir mal nahe,
doch jetzt fehlst du und ich weine,
wenn ich wieder ein Bild von dir sehe,
bin ich dunkler als ich scheine.

Das Leben könnte ich verfluchen,
die Sonne scheint nur hin und wieder,
doch kann ich dich nicht weiter suchen,
ich singe stattdessen bunte Lieder.

Jetzt ich muss dann auch mal weiter,
erwachsen sein, vermutlich für immer,
verbleibe dennoch einfach heiter,
denn Tränen machen’s nur schlimmer.

Also höre ich endlich auf zu wein‘
das Schicksal ist nicht immer staubig,
das Glück kommt hier von ganz allein,
und ich bin nun nicht mehr traurig.

 

© Amy Herzog

Schmerzlose Orte…


Die Worte sehen, dass ich lebe,

All das andere bleibt verstummt,

Den Traum ich nicht zu sprechen wage,

Die Geige mein Gefühl noch summt.

 

Tränen wagen nicht zu weinen,

Die Worte sprechen Schmerzen aus,

Sie reichen mir den Rettungsring,

Aus meinen Tränen hoch hinaus.

 

In den Wolken kann ich schreiben,

Mit Tinte aus dem Traum gemacht,

Bis keine Wolken übrig sind,

Und ich Fall wieder in die Nacht.

 

In die Nacht ins Tränenmeer,

Ertrinke ich ohne die Worte,

Und falle rettungslos an Ferne,

Vielleicht schmerzlosere Orte.

 



© Amy Herzog