Monolog

Von Oberflächlichkeiten

Ich verstehe das ganze Tamtam (neudeutsch Hype, nur um den ein oder anderen zu -triggern-) um Äußerlichkeiten nicht. Das Aussehen ist wahnsinnig wichtig. Und nicht nur das, auch das Smartphone muss das Neuste sein, das Auto teuer, das Haus groß, die Urlaube pompös und dann muss immer noch genug Geld übrig sein, um damit angeben zu können. Und die meisten, die behaupten, dass ihnen das egal wäre, lügen. Manchen, wenigen ist es aber tatsächlich egal. Und da kommt das nächste Problem. Die, denen das egal ist, wird nicht geglaubt. Nicht dass es wirklich wichtig wäre, dass das geglaubt wird. Aber ab und zu kann es schon nervig werden, sich ewig rechtfertigen zu sollen.

Irgendwie habe ich diese Öberflächlichkeiten aber schon verstanden. Zumindest so weit verinnerlicht, um diese Menschen auf Abstand zu halten. Nur manchmal trage ich ein verdammt gut duftendes Parfum, damit sich diese Menschen völlig umsonst nach mir umdrehen. Aber so rein äußerlich? Ich bin nicht geschminkt (nein, ich bin nicht krank und nein, ich bin nicht seit drei Wochen ununterbrochen wach), Haare werden nur an einem Haarwaschtag gekämmt (mit Locken wird sonst n karottenartiger Pudel aus mir). Wobei das auch egal ist, weil ich eh immer nen vergammelten Dutt trage. Nicht so einen, wie bei den süß-wirkenden Mädels, sondern wirklich nur irgendwie herumbaumelnd. Der Dutt ist das einzige, was mich davon abhält, mir einfach den Kopf zu rasieren. Und von Mode will ich gar nicht erst anfangen. Schlank bin ich auch nicht. Aber das ist nicht zwingend abschreckend, zumindest nicht für die Fetischleute. Wenn all das nichts nützen sollte, dann steht auf meiner Stirn immer noch das dicke: Geh weg, ich hasse Menschen.

Und sollte auch das nicht schlimm sein, dann wäre noch zu erwähnen, dass ich so gerne zocke, dass ich damit gerne auf Twitch live gehen würde, sobald ich n bisschen mehr Ahnung habe.
Manchmal auch Minecraft – tschau.

Mir ist auch total egal, wie andere Menschen aussehen (dieses ständige gegenseitige bewerten und haten finde ich super cringe -trigger-) Die sehr wenigen Menschen, die ich bisher anziehend fand, habe ich zunächst nicht gesehen. Emotional. Intellektuell. Charakterlich. Aber – weil das heutzutage nun mal so ist – muss man ja Angst haben, sich zu zeigen, wenn man nicht der oberflächlichen Norm entspricht. Das fand ich sehr schade, also dass diese Angst da war, die bei mir noch nie ein Mensch haben musste. Das einzige, was ich an anderen Menschen favorisiere, sind längere Haare, ob nun m/w/d ist egal. Also so fremde, die ich auf der Straße sehe. Aber ob jemand geschminkt oder aufgetakelt ist, n tolles Auto hat, Geld, oder was auch immer, ist doch total egal. Hauptsache man war nicht gerade aufm Klo, als das Hirn verteilt wurde. Mit Hirn ist nicht der IQ oder der Bildungsgrad gemeint, sondern die Fähigkeit, sich für etwas zu begeistern, lernen zu wollen, es einfach gelegentlich zu trainieren. Und nicht zu vergessen, diese inneren Werte, die jeder bevorzugt, aber nur wenige wirklich priorisieren.

Das ist nun mal diese heutige Gesellschaft, die ich vom Rand aus endgeistert anstarre.

(Ohne Korrektur (man, bin ich wieder mutig) von einer Legasthenikerin geschrieben.)

Keinen Regen. 

Die Worte mancher Menschen sind so falsch und aufgesetzt, dass mir die Galle hoch kommt. Aber wenn jemand nichts anderes zu bieten hat, dann ist das wohl so. Ein trauriges Leben finde ich, aber keines, was ich noch bemitleide. Denn niemand muss sich und seine innere Schönheit verstecken. Das falsche, das aufgesetzte ist frei gewählt. Jeder könnte seine Schönheit nach außen tragen und die Welt, wenn auch vielleicht nur die eigene, zur schönsten Welt überhaupt machen. Denn sie würde überall und immer frei sein. Dort bekommt die Traurigkeit keine Nahrung und Einsamkeit keinen Regen. 

Ein Geheimnis. 

Ich bin krank. Aber darf ich Ihnen etwas dazu verraten? Ein Geheimnis. Pssst! Leise, schön leise weiter lesen. Denn Ruhe ist das wichtigste. Sie bietet dem Sturm einen Grund. Aber nein, keine Sorge, keine Angst. Fürchten Sie sich nicht, ziehen Sie keine Kapuze auf, Ihre Frisur wird erhalten bleiben. Sie begeben sich lediglich in die engen Gassen meiner Selbst. Aber – eine gewisse Vorsicht sei geboten. Stolpern Sie nicht. Und was das wichtigste ist, die wichtigste Regel, oder sagen wir, das korrekte Verhalten, denn Regeln gibt es hier nicht: bleiben Sie unter keinen Umständen liegen. Denn ich habe es getan. Ich bin liegen geblieben. Und ich muss sagen – es ist ein arschgeiler Ritt. Gelächter und böse Augen treiben mich durch die Nacht, die Fenster liegen in zerschlagenen Scherben auf der Erde. Und das nur, damit ich wieder auf den Boden der Tatsachen falle, mich schneide und mich genüsslich in mir selbst baden kann. Aber hey, wenn die Dunkelheit wieder einbricht, dann stehe ich wieder auf. Die Stimmen der Monster, sie treiben mich an. Und mittlerweile muss ich sagen, ich warte auf die Monster. Ich lade diese sogar herzlich ein. Nach und nach lernte ich sie kennen, verlor meine Angst. Und mittlerweile sind sie meine besten Freunde. Und sie sind immer da. Den ganzen Tag lassen Sie zur Nacht werden. Nur für mich. Und dann flüstert es. Mal hier, mal da. So lange, bis ich weine. Bis ich aufgebe. Bis ich mich unterwerfe. Bis ich gehorche. Wie eine Sklavin. Eine Sklavin meiner Selbst. Zwar liege ich, aber wenn ich doch mal hinaus in die Welt gehe, dann in meinen Ketten. Sie lassen sich tragen wie Schmuck. Klatschen Sie sich ruhig den kitschigen Modeschmuck an den Körper. Unter meinem Schmuck würden Sie zerbrechen. Und nun bitte ich Sie wieder zu gehen. Aber bitte leise. Meine Monster schlafen noch. Und ich möchte, dass sie ausgeruht sind, wenn sie mich wieder auf eine Fahrt durch die Hölle schicken. Doch bevor Sie gehen, denn ich möchte nicht unhöflich erscheinen, dürfen sie noch wie versprochen mein Geheimnis erfahren. Ich bin krank. Ja. Und ich finds toll. Auf Wiedersehen. Und stolpern Sie nicht beim hinausgehen. 

Mein Spiel. (Drabble-Parade)

Die von Tuschelpuschel ins Leben gerufene Drabble-Parade hat mich heute morgen durch eine Nominierung von Jo vom Klapperhorn erreicht. Darüber freute ich mich sehr, aber die Herausforderung ist nicht zu unterschätzen. 100 Worte. Nur 100 Worte in einer ganzen Geschichte.

Meine dafür von Jo vorgegebenen Worte waren – Blitz, Gelächter und Altar.

Nun, das ist dabei herausgekommen.

Mein Spiel. 

Es ist beinahe wie ein zweites Leben. Und so bleibt es. Durchfuhr mich doch einst dieser Blitz deiner Furcht, tanzend mit deinem Schweiß. Und du? Hörst du noch immer unser Gelächter hinter verschlossenen Türen? Türen, die dir niemand öffnen wird. Macht es dich verrückt?

Im Traum sah ich deinen Altar und die schmutzigen Rituale. Um zu töten, was du liebst. Mich. Uns alle. Und die Macht, die dich gefangen hält. Doch sei dir sicher. Du kannst nicht entkommen. Ich warte, lauere im Schatten und greife an, sobald du deinen Blick wendest.

Meine Furcht ist eine Lüge, und deine mein Spiel.

© Amy Herzog

Somit komme ich nun zum Ende und nominiere gern weitere Blogger und hoffe, dass ihr es auch ausprobieren möchtet. Ich bin gespannt. Drei neue Worte, die ich dafür vorgebe lauten – Regen, Zeit und Mut. 

Nominiert sind:

Ich gebe zurück an Jo

reiche weiter an Dornenlicht

an kommvorzone

an Leitmotivation

und an Maccabros 

 

 

Alte Gedanken …

Für D.

Seitdem vergeht kein Tag. An jedem Tag denke ich an dich. Und an uns. An die unsterblichen wortvollen Nächte, an deine melodische Stimme. Und an den Glanz in deinen Augen. 

Kein Abend zieht an mir vorüber, an dem ich mir nicht unsere fast zwei Jahre alten Mails durchlese. Als könnte ich nicht ohne ein Wort von dir einschlafen. 

Und kein Morgen beginnt, an dem ich mir nicht wünsche, dass du wieder schreiben würdest. Doch frage ich mich nur… Ob du dir das gleiche wünschst? 

Besoffen.

Jetzt mal ganz ruhig, wir müssen nicht schreien. Es ist kalt genug. Ich habe dein Handy nicht geklaut. Ich habe in der Nacht geschlafen. Und du hast meinen Wodka gesoffen. Ich kann dein Handy gar nicht geklaut haben. Denn ich habe geschlafen. Du hast es in meine Jackentasche getan. Und dann hast du meinen Wodka gesoffen. Schrei nicht herum! Ich bin kein Eierdieb! Du warst besoffen. Ich habe geschlafen! 

Erdrückend.

Eingesperrt bin ich. In mir, in dir. Du kommst mir näher. Kälte kitzelt meine Nerven. Erdrückst mich. Heiß wird es. Suggerierst Sicherheit. Wärme. Schutz und Zuflucht. Ich genieße. Schließe meine Augen. Und falle in mein sicheres Schwarz.

Du lachst. Stumm. Aber du lachst. In meinem Kopf. Du zeigst mit dem Finger auf mich. Die Kranke nennst du mich hinter den Türen.

Dann wieder fängst du mich auf. Schenkst mir deine Liebe. Deine Ruhe. Lässt mich Freiheit spüren. Während ich eingesperrt bin. Und niemand kann mich hören. Ich bin stumm. Kalt. Ich genieße.

Schließe meine Augen. Und falle in mein ewiges Schwarz.

Schlusstanz…

Ich war nicht stark…

Der nicht zu überschattende Schmerz wartet wie gelähmt, verdeckt im Raume alle schwarz gewordenen Spiegel, in der Angst, einer von ihnen könnte sich ihm offenbaren, erträgt sich selbst irgendwie in seiner selbst konstruierten Dunkelheit, und wartet desinteressiert, aber doch verborgen hoffnungsvoll, dass das noch viel zu laut schlagende Herz unter ihm erstickt. Am Ende der Realität wartet das weinende Herz zeitgleich auf ein wenig Glück und den leidenschaftlichen Schlusstanz mit dem Schatten…

Wie lange?

Ich bin nicht stark…

Mit den Wolken…

Ich sitze an einer Bushaltestelle und warte irgendwie seit Stunden auf den Bus, qualme eine Zigarette nach der anderen, sehe zu, wie zwischendurch ein Bus vorbeifährt, als sei ich unsichtbar, starre in die Wolken, die vorbeiziehen und frage mich, weshalb ich hier nur warte. Manchmal drängt sich mir im Kopf ein Bild auf, es sieht nach glücklich sein aus, obwohl ich gar nicht weiß wie das aussieht. Ob das eine Erinnerung ist, an die ich mich nicht erinnere? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es auch nur der Schmerz, der gerade aus dem zerrissenen Herzen schreit, vielleicht versucht es trotz allem zu malen. Ganz leise höre ich wie es in meiner Brust langsam pocht, mit meinen Gedanken, die ich nicht sehen kann, tanzt, wie es versucht mit mir zu sprechen, doch am Ende immer nur langsam schlägt. Ob es irgendwann so leise und langsam schlagen wird, dass es leicht genug sein wird, um einfach nicht mehr zu warten, auf die Wolken zu springen und mitzuziehen? Ob es irgendwann einmal so zerrissen sein wird, dass nur noch die Sehnsucht zum Glück tragen kann und ich endlich erfahre, was es mit diesem Bild, welches mein Herz malt, auf sich hat? Wenn ich meine Gedanken sehen könnte, wenn ich innerlich nicht so kühl wäre, dann würde ich es wissen. Vielleicht warte ich auch nur, weil die Wolken zu schwer sind und ich zu unsichtbar geworden bin…

Gedanken!

Die Gedanken. Sie schreien. Sie wollen nicht still sein. Schreien immer lauter. Immer lauter in mich hinein. Immer tiefer. Tiefer in meine Brust. Rauben mir die Luft. Ich ersticke. Ertrage sie nicht mehr. Geht weg! Doch sie sind nicht still. Schreien weiter. Immer lauter. Sie gehen nicht. Sie wollen mich. Ja, sie wollen mich. Schreien solange, bis sie mich haben. Bis sie mich losgeworden sind. Sie wollen mich nicht mehr. Sie wollen mich – nicht mehr! Schreien lauter. Immer lauter. Immer tiefer. Durch meinen Körper. Schmerzen. Tränen rinnen. Schreien mir zu, wie ich sie loswerde. Die Schmerzen verschwinden. Schreien, was ich machen soll. Immer und immer lauter. Wie es ruhig wird. Immer ruhiger. Die Schmerzen nachlassen. Die Luft wird unbrauchbar. Wie sie mich loswerden. Endlich loswerden. Trennen. Und ich werde unsichtbar. Und alles still wird. Stille. Nichts als stille. Und trockene Tränen.