Leere

weg

weiß auch nicht die melden sich ich bin nicht da nirgendwo die sagen nette dinge ich sage nichts weil die etwas in mir sehen was ich selbst nicht mehr sehe scheiße den ganzen tag eiswürfel und die fühlen sich warm die erwarten gefühle ich fühle nichts ich bin nicht da.

siphon

So viel Angst in deinen Augen
Zwiespalt zwischen Fingern
und den Tod über Hände gestülpt
wie Handschuhe im Winter
nur was spürst du noch, was?

Die Leidenschaft im Licht berührt
auch nur kochende Kotze
aus Whiskey, Regen und Zeit
und all die kühlen Herzen
sickern durch dein verdrecktes
Siphon, nur was bleibt dir
noch, was? Was?

© Amy Herzog

glauben

geräuschlos
jagt laut und tief
der an fang
nach j e d e m ende
in mir
-serviert
mir deine Lüge
damit ich
still
an etwas glauben kann
ich weiß nicht
w o r a n
wenn nicht an dich
dann an …

© Amy Herzog

fremd

müde im hellwachsein
hungrig nach großen gefühlen
lügen scheuermilch und drahtschwamm
über blankgezogene nerven
damit sich irgendwas in mir bewegt
halt den vortrag übers schweigen
schreibe wortlos leere seiten
schreien laut als leise
wie sich diese zwischenzeile legt
starre in die ferne
perspektive sucht nach wärme
in entfernten gedärmen
weil ich fremd geworden bin

© Amy Herzog

Backspace

Schreiben, schreiben, schreiben
Seitenzahlen werden nicht mehr gezählt
in der letzten Zeile steht ein Wunsch
bevor ich diese und alle lösche
wünsche ich mir die Backspace-Taste
für meine Seele und meinen Kopf

© Amy Herzog

Beerdigung

sehnsucht liebt leben 
leben stirbt
und ich spiele auf der beerdigung 
die hauptrolle 
dabei kannte ich leben nicht 
die sehnsucht legt sich in hoffnungslose arme 
und weint bitterlich 
mir hingegen wird einfach nur kalt 

© Amy Herzog

weiß malt grau
in stundenlangem starren
auf papier
zeigt sich die leere
in einem dumpf schlagenden herzen
die schwere
wenn sich das blatt
wendet

© Amy Herzog

Wann?

wie viele Notizen
wirst du noch in deinem Hirn stapeln
und wie viele davon verbrennen
wie oft wirst du noch vor dir und dem
(du weißt schon was)
davonrennen?

und wie tief willst du noch
in deiner zehrenden Sehnsucht ertrinken
bis das Feuer erlischt?
Wie zündest du dann die Zigaretten
um ins Leere zu starren
während du deine Gedanken vor dir selbst verschweigst
und neue Zettel voll Herzblut vor dir hertreibst

wann ist das alles vorbei?
wann wird das sein?
sag mir wann?

© Amy Herzog

siebenundsechzig Briefe

siebenundsechzig Briefe schreibe ich dir 
nicht einer kommt zurück 

nur quält mich nicht das Gewicht 
dein Schweigen erzählt alles
was ich wissen muss

bleibe ich unwissend leer 
keinen Namen kein Gesicht 

dem achtundsechzigsten Brief
werde ich mein Wissen beifügen

und im Gedanken einen Kuss

© Amy Herzog

Ende

Der Mann, bei dem ich irgendeine Liebe suche, liegt nackt in meinem Bett und behauptet mich zu lieben, an meinem kalten Herzen prallt es ab. Mit schweigenden Tränen wanke ich mit letzter Kraft ins Badezimmer, drehe das Wasser in meiner Dusche und am Waschbecken auf, schalte das Licht aus. Am geöffneten Fenster genieße ich die nach Regen duftende Nachtluft, verschwommen malt mir der Mond sein Schlaflied in einem kurzen Bild und ich frage mich, ob der, den ich Liebe, den selben Mond sieht. Die gefühlt fünfzigste Zigarette verklebt meine Alveolen, während mich meine Gedanken innerlich in Stücke reißen. Hätte ich nur ein Hemd von ihm, würde ich es gerade tragen, um seinen Geruch in mir zu spüren. Ständig kommen mir Gedanken in den Sinn, die mich zwingen, mein Denken zu unterbrechen. Tränen schießen aus meinen Augen, wo ich doch an niemanden denke. Der Wind trocknet sie, leise.

Irgendwie fühlt es sich nicht mehr so an, als ob ich geweint hätte. Wieder ein Stückchen mehr zerrissen, wieder ein bisschen mehr betäubt, dieses mal wohl zu viel. Und nichts als Leere bleibt. Dabei kann ich meine Gedanken an den, den ich liebe, gar nicht als richtiges denken bezeichnen, es sind nur unzusammenhängende Fetzen, Bruchstücke aus zersplittertem Glas. Glas, das meine Seele zerschneidet und rote Tränen formt. Ein Gefühl, den Schmerz als Wort nicht wert, das mich schreien lassen würde, aber ich darf nicht schreien. Der, der vorgibt mich zu lieben liegt in meinem Bett und wartet auf meinen nackten Körper. Er weiß, dass ich weine, aber ich bin allein, also weine ich allein.

Gefühlt fünftausend Mal starre ich in diesen wenigen Minuten auf mein Smartphone, schaue nach, suche verzweifelt nach Luft, nach einer kleinen Nachricht, selbst wenn sie nichts bedeutet. Irgendetwas, egal was, von dem, den ich so sehr liebe. Warum weiß ich nicht, das alles ergibt keinen Sinn. Erst gestern dachte ich noch, dass ich sterben könnte, für ihn würde sich nichts verändern. Wie sollte es auch, er bemerkt mein Leben nicht, weshalb sollte er dann mein Ableben bemerken. Sein Leben würde glücklich weitergehen, alles wäre wie bisher. Und offen gestanden gönne ich ihm das. Dem, den ich liebe. Und ich weiß nicht, weshalb ich mir seine Gedichte durchlese, die beschreiben, wie glücklich er ist, während ich das Leben nicht mehr aushalte. Vielleicht, weil es das einzige ist, was ich greifen kann. Es ist kein einfach daher gesagtes „Ich halte es nicht mehr aus..“, diese Grenze habe ich längst überschritten. Und es ist auch egal, wie viele Medikamente ich in mich hineinwerfe, sie können diese unerträgliche Leere nicht füllen. Und die Gedankensplitter nie aufhalten.

Ich gebe mir die größte Mühe nicht daran zu denken, dass er seinen Abend mit dem, was er liebt verbringt, trinkt und glücklich ist. Ja, ich gönne es ihm von Herzen, wenn auch dieses Herz kaum noch schlagen kann. Dass er alles hat, was er sich erträumt und ersehnt hat und ich nicht dabei bin. Aber ich kann es nicht denken, ohne wieder zu weinen. Nur das Wasser tröstet meine feuchten Wangen, ich drücke die Zigarette aus, schließe das Fenster und gehe zurück zu dem Mann, der behauptet mich zu lieben. Lege mich nackt unter seine Decke dicht neben ihn und versuche leise und ruhig zu atmen.

Während ich an den Mann denke, den ich liebe, vergrabe ich meine Finger tief in sein Fleisch und versuche in ihm zu ertrinken, in dem, der mich liebt. Nur damit es für einen kurzen Moment erträglicher wird und ich unter seiner Liebe verschwinden kann. Wie er seinen lustvollen Körper an meinem reibt, seine Gier aus sämtlichen Poren tropft, es müsste mich anekeln, aber das tut es nicht. Nicht wenn ich an den denke, an den, den ich liebe und seine Küsse meine blutenden Tränen trocknen. Innerlich habe ich das Gefühl zu verbluten, doch wie kann ein Mensch verbluten, wenn er gar nicht mehr lebt. Ich fühle mich tot ohne gestorben zu sein. Und während ich mich tiefer und tiefer in den Körper dieses Mannes grabe, um in diesem Nest von verlogener Geborgenheit zu versinken, kann mich nur noch die Hoffnung tragen, dass das alles bald sein Ende findet.

Stillstand

Die siebenundzwölfzigste Kippe qualmt im Aschenbecher vor sich hin, AnnenMayKantereit Songs laufen im Hintergrund, die Sonne steht an irgendeinem Punkt, vielleicht aber auch der Mond. Die Blätter des Waldes atmen still, Wolken warten auf ihren Auftritt und selbst die Menschen bewegen sich in Zeitlupe in der Ferne. Und während ich seit Stunden aus dem Fenster starre, verliere ich mich selbst. Fühlt sich an wie Samstagabend. Immer die selben Menschen, die selben Songs, das selbe Gesöff. Und wenn dann alles anders ist, dann bleibe ich zu Haus. Wie viel Nichts kann ein Mensch ertragen, wie viele Scherben kann er tragen und wie lange kann der Mensch dann damit an einer leeren Haltestelle stehen und warten, auf einen Bus der, wenn man der elektronischen Anzeige glauben schenkt, verspätet bleibt. Ich weiß nicht mehr seit wann. Mein Ladekabel ist schon lange kaputt, irgendwann hat irgendwer daran gerissen und ich ließ es zu. Und während ich noch immer aus dem Fenster starre, hat die Musik unbemerkt ihren Klang verloren, nicht aber in meinem Kopf. Dort laufen die selben Fragen, Tag ein Tag aus. Fühlt sich an wie Samstagabends an dich denken. Wie kann so viel Nichts diesen Sturm entfachen? Wo ich doch gar nicht an dich denke. Hm?

© Amy Herzog

schlaf, mein Liebster

trinke die schlaflosschleifende Nacht
schmeckt genauso gut wie eine dieser bunten
halbliter Cocktails auf Ex – knallt
aber besser als dein gelegenheitstrauriger Sex

schon zwanzig nach drei, mein Liebster
du bist endlich frei, flieg – flieg – flieg –
Gefühl ist im Preis, Tränen kosten extra
nimm den Alkohol mit, brauchst ihn dringender als ich

Die milde Nacht denkt mir ein, denkt mir nach
bis zum Mond und wieder zurück ist zu kurz
nur ein Sturz in deine Tränen mit Dingen
die du nie hattest – schlaf endlich Liebster, schlaf

© Amy Herzog

Verloren gegangen

Durchlöchert ist mein Hut
und an meinen Wimpern perlt der Regen.
Hektik herrscht um mich nur wegen:
Glück, das keiner kaufen kann.

Die Kälte dringt auf meine Haut,
doch ich bin längst zu Eis erstarrt.
Werd‘ ich denn bloß angestarrt?
Nur Blicke seh‘ ich nicht.

Stehe knietief in der Pfütze,
wie nur, wie nur komm ich raus?
Klingt fast, als lachte sie mich aus,
gemeinsam mit der Sonne.

Mein Hut ist durchlöchert
und ich bin mir verloren gegangen.
Bin im Boden versickert, verfangen,
nur die Reste seh‘ ich nicht.



© Amy Herzog

windstill…

Ich spüre keinen
Wind auf meiner Haut
kein Streicheln kann ich ahnen
leer bin ich, kalt und voller Wunden
selbst nach abertausend Liebesstunden

Verschenkt sich diese Stille Zeit?
deinen Schmerz doch kann ich spüren..

Stechend, brennend, kratzend kamen
bedingungslos in feinsten Stücken
füllen selbst die allertiefsten Lücken

Nur so tief wie deine Liebe dringt
und mir die Winde endlich wiederbringt…

 

 

© Amy Herzog

Fremd (2/2)

keine Wände, keine Strände
unter Schutt begrabn’e Hände
Schmutz der Seele immer blind
dunkel-leer die Lichterketten
wohin kann ich mich nur retten
ohne Wort und ohne Wind

doch leb‘ ich weiter leiser
so küsst mich hier das Glück?
die Lippen blass und trocken
wollen doch mein Herz nur locken
leb‘ ich erst in tausend Wüsten
führt kein Weg zurück…

 

© Amy Herzog

Leergewollt.

Wie auf einem Friedhof ohne Tränen,
sind auch die Straßen spiegelglatt,
nur mein Blick zeigt stets die Leere,
weil doch niemand ein Bild von mir hat.

Und auf einem Spielplatz ohne Kinder,
quietschen seine Geister still umher,
bleibt ein echtes Lachen längst vergangen,
auch nach der Wahrheit fragt niemand mehr.

Doch so führt dieser (Lebens)Weg nur weiter,
durch all die matten Straßen dieser Stadt,
und mit der Wahrheit bleibe ich hier liegen,
weil die Antwort wählt ein leeres Blatt.

 

 

© Amy Herzog

Verschwinden…

Niemand kann mich hier noch halten,
ich flüchte mich ins Labyrinth,
die Klauen nehmen mich gefangen,
dort wo wir fest zusammen sind.

Bestimmst du über die Gefühle,
so sollt ich bloß ein Kunstwerk sein,
auch die Gedanken sind nicht sicher,
und bald schon sind wir ganz allein.

Und niemand kann mich hier noch halten,
so leg ich mich in deine Hand,
ich stehe kraftlos vor dem Abgrund,
bis ich in dir restlos verschwand.

 

 

 

© Amy Herzog

Stark, Schwach, tot..?

Aus Liebe würd‘ ich alles machen,
ein Kampf durch Wasser, Wüste, Wind,
selbst tausend Reisen durch die Hölle,
wenn nur am Schluss das Glück gewinnt.

Und bin ich wohl nicht unbewaffnet,
nein, meine Lieb‘ die stärkste ist,
doch frier ich weiter durch die Hölle,
weil mein Herz doch das Glück vermisst.

Es sind die Waffen zweier Monster,
und Schwach sind sie wohl eigentlich,
doch töten sie mich in der Hölle,
und mit mir auch die Lieb‘ und dich.

 

© Amy Herzog

Die Monster.

Nichts von all dem ist noch richtig,
wie die Schlinge um den Hals,
drängt mich weiter in die Falschheit,
in den Abgrund ebenfalls.

Kann ich meinen Bauch nicht hören,
die Monster lügen viel zu laut,
lachen dreckig durch die Zeiten,
und ein Haus aus Leid erbaut.

Bleiben Nächte dort nur einsam,
bis dann der jüngste Tag erwacht,
trinken Pflanzen falsche Tränen,
wenn das Monster weiter lacht.

Nichts von all dem ist noch richtig,
weit entfernt vom wahren Glück,
das einzige, was ich mir wünsche,
mein monsterloses Heim zurück.

 

 

© Amy Herzog

Du könntest…

Du könntest mich verkleiden
könntest schützen, könntest leiden
wo andere sich am Schmerze weiden
Worte Stricken, Worte häkeln
dich mit mir im Atem räkeln

Du könntest mich tragen
nicht mit Muskeln, nicht mit sagen
einfach schreiben, schweigend wagen
im Dunkeln zehn Zigarren rauchen
um mit mir ins Meer zu tauchen

Du könntest mich fühlen
nur berühren, tief, gar tiefer wühlen
vor dem Winde, vor dem kühlen
mit den Lippen leise klopfen
Wärme in die Leere stopfen

Du könntest mich begreifen
langsam wachsen, schneller reifen
mich vom Rand des Lebens greifen
einfach Worte schweigend halten
lässt die Ruh der Liebe walten

 

 

 

© Amy Herzog

„Dame seines Herzens“

Ich bin die Dame seines Herzens,
dort wo er fühlt das Herz und Heim,
wie schön es aussieht in der Zukunft,
ein Bild, dort sind wir nicht allein.

Ich bin die Frau mit leeren Fingern,
so nackt, die starrt er ständig an,
in seinen Blicken steht dann weiter,
dass Ewigkeit beginnen kann.

Er ist es, der sich hier ganz richtig,
mit ganzen Leib und Herzen sieht,
der Ort, an dem er glücklich sein will,
falls er nicht heut mal wieder flieht.

Dann bin ich wieder diese eine,
die Schlampe, die ich gar nicht bin,
und doch lässt er mich hier alleine,
und beide leiden ohne Sinn.

Dann stellt sich wieder eine Frage,
wie lange bleibt das hin und her,
die Dame seines Herzens leidet,
und irgendwann verbleibt sie leer.

 

 

 

© Amy Herzog

Die Stimme in meinem Kopf…

Sie baut sich leis‘ und fest ihr Nest,
aus meinen Schmerzen und dem Leid,
und plötzlich bleibt die Zahl ein Test,
bis in? – sie sagt mir nicht wie weit.

Doch ich, ich möchte ihr Vertrauen,
weil sie mir sagt, der Mensch, der lügt,
„statt essen sollst du Gummi kauen“,
ich frage mich, wer hier betrügt.

Die Stimme – sie – beginnt zu klagen,
wird lauter, schimpft, gar bis sie schreit,
„wie kannst du es denn nur noch wagen,
als wär sie schlicht Notwendigkeit.

Ich denke nächtelang nur schwach,
sie nimmt das Leid, sie hat wohl recht,
hinfort ist Welt- und Lebenskrach,
mit ihr bin ich niemals geschwächt.

Doch bald schon bin ich ganz allein,
zu spät – ich wollte wohl nicht sehen,
sie macht nicht stark, sie macht nur klein,
doch jetzt wird sie so bald nicht gehen.

Jetzt sehne ich nur nach dem Menschen,
der vor ihr auch schon nicht bei mir,
im Büchlein kann ich leise wünschen,
mit ihr bin ich bald nicht mehr hier.

Was bleibt ist nur die stumme Leere,
mein falsches Lächeln und die Angst,
ein kaltes Nest und Knochenschwere,
„nur bis du nicht mehr zählen kannst“..

 

© Amy Herzog

Verdampfen…

Schmerzen – die verdampfen
wie der Qualm nach oben zieht
mit den Stürmen – in den Wolken
schneller, immer schneller flieht
bis zur Sternenklaren Nacht.

(dann leiser, immer leiser)

Bis es regnet, an den Tagen
keiner mehr die Wolken sieht
kann ich mich zum Wort
schon lange nicht mehr wagen
wo mein Herz am Boden kniet.

 

 

© Amy Herzog

Ohne…

bleiben leere Räume
niemand schleicht sich leis‘ heran
spendet Licht in dunklen Ecken
kann mein Lächeln wecken
(keiner – außer dir)
rasten Tränen wartend
quälen sich zu einsam hier
bleibt in meinem Herzen nur
der Stolz aus deinen Schlüsseln
sinkend an der dünnen Schnur
(halt mich – fleht der Geist)
wie es den schwachen Körper
in der Kälte, in der Leere
aus dem Glück des Lebens reist
bitte komme heute Heim
denn ohne dich
sind
Räume
leer

und ich allein…

Blind…

Tränen brennen auf der Wange,
Scherben fallen viel zu laut,
weiß und starr sind meine Wände,
kalter Staub liegt auf der Haut.

Niemand kann das winseln hören,
jeder flieht in seine Welt,
bunte Lichter wahren Scheine,
nur nicht den der wirklich zählt.

Drückt der Staub zur Erde nieder,
überhört den lauten Knall,
Regen nährt das falsche Leben,
und ich reise ins Sternenall.

 

 

© Amy Herzog

Grau..

Einsam bleibt der Untergang,
wie Staub auf meiner Haut,
der Schmerz verweilet ewig lang,
selbst wenn man ihn umbaut.

Der Wind mir keinen Schrei ertönt,
im Halse rinnt der Sand,
ein Lächeln bleibet ungekrönt,
wie Regen an der Wand.

Trüber wird es nur im grau,
selbst wenn’s von außen glänzt,
fester hält mich nur ein Tau,
so wie’s am Schweigen grenzt.

 

© Amy Herzog

Fremd? (1/2)

kein Schreien und kein Schmerz!
nur alles bleibt mir fremd…
hinter glänzend großen Mauern
wo sich nur der Maurer kennt
und auf sein Schweigen leise flennt
nur wo kann ich noch lauern?

blut fließt aus dem wunden Herzen
kann es gar ein Leben dauern…
alles älter, alles weiser?
beißt der Regen weiter heiser
bis er mich beendet bleib‘ ich
leb‘ ich immer leiser…

 

 

© Amy Herzog

Vom Herbstblatt…

Wie schwankend doch ein Herbstblatt ist,
so zweisam dort am Ast,
den Sommer doch schon bald vermisst,
im ankommen – nur fast.

Wie treibend doch die Winde sind,
so trägt das Herbstblatt fort,
gar freut es sich noch wie ein Kind,
auf einen neuen Ort.

Im Winterstraßen glänzend Frost,
das Blatt doch wartet fein,
ein Lächeln noch verbirgt den Rost,
wenn es zerbricht allein.

 

© Amy Herzog

Kalter stummer Wind..

Ein letzter sanfter Kuss
zum Schluss, der Atemzug
weht der Wind an mir vorbei
meine Hand auf deiner Brust
wonach du gehen musst.

Die duftende Erinnerung
bleibt mir nur erhalten, immer
wird sie schlimmer, sehe nicht
sehe nur durch Nebelschimmer
dich mein allzu fernes Licht.

Hat es mir noch weh getan
einst, wenn so stumm du weinst
weint mein Auge keine Tränen
mehr, schwimme längst im
bittersüßen Tränenmeer.

So ward ich in die Knie
gezwungen, hast dich nur nie
umgedreht, dann – wenn du
und dieser kalte stumme Wind
in die falsche Richtung weht.

 

© Amy Herzog

Kalter Kuss..

Wie der Schnee auf meinen Poren,
so der Rauch um Hirn und Kuss,
auch das Herz in meinem Magen,
der noch schwer verdauen muss.

Wie das Eis in meinen Welten,
blau zersplittert schläft das Glas,
nur der ferne Sturm lässt hören,
wie mein Geist erstickt im Gas.

Wie die Wärme in den Bergen,
doch mein Schritt versinkt im Blei,
muss ich stumm im Hier verharren,
doch der Regen tönt den Schrei.

© Amy Herzog

Leblos..

Farbenlos versinkt die Welt,
und ringt um kein Gefühl,
die Seele ward herausgerissen,
das Herz ist alt und kühl.

Taub und stumm erstarrt das Herz,
der Feind ist nicht die Zeit,
doch als das Blatt vom Baume fiel,
versank die Welt im Leid.

Leblos schweigt der Regen noch,
die Wolken tragen schwer,
und meine Welt ertrinkt im Schnee,
die Seele stirbt noch mehr.

© Amy Herzog

Meine Asche…

Wie Regenbogenfarben in den Augen brennen,
so rennen sie doch schnell an mir vorbei,
ungesehen, in meinem schwarzen Kämmerlein,
wünsch ich mir nicht mal mehr den Trost herbei.

Nur die Träume senden meine Asche noch dem Himmel,
und treiben meine Tränen durch die Nacht,
vermissen sie im Sonnenschein wohl noch das Gold,
erliegen letztlich lieber dieser größten Macht.

Und wenn die letzte Farbe schon verschluckt ist,
was nützt mir dann noch dieses letzte Wort,
ich bleibe schweigend sitzen, während du nie warst,
und sehne mich so kraftlos nach dem warmen Hort.

© Amy Herzog

Die Träne..

Tränen spiegeln keine Worte,
leer im Staub und ausgeräumt,
allein im kalten Nichts der Hoffnung,
blickt der Geist, der weiter träumt.

Tränen spiegeln keine Nähe,
weisen ins Alaska fort,
unterm Eis die schwache Seele,
flüstert eine Liebe dort.

Tränen spiegeln keine Zukunft,
heiße Steine trocknen still,
niemand nimmt sie in der Wahrheit,
was die Träne wirklich will.

© Amy Herzog

Was übrig ist…

Meine Seele zu beschreiben,
wo doch niemand mit ihr singt,
unvollständig muss sie fürchten,
dass sie in der Nacht ertrinkt.

Nur die Maske, undurchdringlich,
lacht so laut – voll Heiterkeit,
doch der Ort der halben Seele,
flüstert von der Einsamkeit.

Mittendrin schlägt die Ruine,
messerscharf die Felsen sind,
fließt das Wasser für die Tränen,
ohne warmen, frischen Wind.

In der Unvollständigkeit gefangen,
leer und kalt verbleibt mein Raum,
draußen spielen fremde Lieder,
hier in mir verstirbt der Traum.

© Amy Herzog

Solang ich in der Kälte bin..

Das Gefühl von tiefer Wärme,
voller Sehnsucht ruft mein Sinn,
nach den grenzenlosen Weiten,
solang ich in der Kälte bin.

Das Gefühl der Liebesküsse,
schwimmt im Regen nur forthin,
bleibt mir nur der Duft der Leere,
solang ich in der Kälte bin.

Das Gefühl auf meiner Seele,
schlägt mein Herz im Neubeginn,
nur die Sehnsucht lässt es schlafen,
solang ich in der Kälte bin.

© Amy Herzog

Ich bin nicht sicher…

Ich bin nicht sicher
bin ich noch da?
wo einst das Glück in Strömen floss
ist nichts mehr wie es war

Ich bin nicht sicher
bin ich denn tot?
der Geist meiner lechzenden Seele
schreit noch große Not

Ich bin nicht sicher
bin ich gefallen?
die Kammern meines leeren Herzens
hören lauter Scherben fallen

Ich bin nicht sicher
bin ich am Leben?
wo einst mein Glück in Strömen floss
bin ich betäubt am schweben

© Amy Herzog

In der Stille

Ach wenn doch jemand höre
mein Ächzen danach flehe
nicht länger mehr mein Herze
die Hoffnung in sich sehe

Allein im Schrei der Leere
was ich dem Nichts entsenden
der bunten Welt gar zeigen
im Traum sich Blätter wenden

Nur wenn doch niemand höre
was ruft hier laut mein Herz
so bleibt in all der Stille
das Leben tief im Schmerz

© Amy Herzog

Eule & Baum… (1/3)

Ich bin die Eule, tief im Winter,
die Flügel, bitterkalt und schwer,
am Schnabel glitzert eine Träne,
so einsam bleibt die Seele leer.

Ich bin die Eule, auf der Suche,
für den Kampf um Lebenssinn,
in der Schwärze aller Träume,
weiß ich kaum noch mehr wohin.

Ich bin die Eule, finde Wege,
hoch am Hügel steht ein Baum,
Wärme duftet um die Flocken,
tut sich auf für mich ein Traum.

© Amy Herzog

Kein Traum…

Mein Albtraum wandert durch die Tage,
die Kirchenglocke stumm zerbricht,
auch die Vögel zwitschern schweigend,
und Sonnenstrahlen blenden nicht.

Alles um mich wirkt verschwommen,
nichts und niemand zeigt den Sinn,
wer küsst mich in den guten Morgen,
wenn ich hier ganz allein nur bin?

Mein Albtraum wandert ohne Pausen,
Tag und Nacht geküsst vom Schmerz,
und langsam muss mein Auge sehen,
es ist kein Traum, gebroch’nes Herz..

© Amy Herzog

Mein Herz im Winter…

Mein Herz erfriert im kalten Winter,
der warme Raum so blau zerbricht,
nur schläft im schwachen Atemzug,
darunter Schnee und Stürme nicht.

Die Risse tief durch Wände ziehen,
und Schutz liegt nur in weiter Fern,
so würde, wenn ich könnte, fliehen,
in Dunkelheit nur schläft der Stern.

Mein Herz erfriert im kalten Winter,
doch eine letzte Kerz‘ noch brennt,
nur wenn die Flamm‘ erloschen ist,
es unterm Schnee ein niemand kennt.

© Amy Herzog

 

 

Traurig, stumm und scheu..

Wo immer ich noch sehen kann,
dort sehe ich mich selber nicht,
im Leben fern den Träumen sein,
als wenn mein Herze niemals bricht.

Wo immer ich noch leben kann,
warum lebt dieser Traum auch dort,
ich könnt doch – oder lieber nicht,
so Hand in Hand im Traume fort.

Wo immer ich noch träumen kann,
dort bleib ich auch dem Geiste treu,
so lächelt falsch mein müder Blick,
in Hülle, traurig, stumm und scheu.

© Amy Herzog

Sterbendes Herz..

Ein Herz, es klopfte für die Liebe,
doch langsam stirbt’s in Einsamkeit,
so sehnt es starr nach Luft und Liebe,
nach Glück und purer Fröhlichkeit.

Ein Herz, es klopft sich in den Traum,
weil es doch zu lang Tränen litt,
so sehnt es nur nach Luft und Tanz,
und nahm das Lächeln dorthin mit.

Ein Herz, es klopft von dieser Welt,
und starb nicht mehr in Einsamkeit,
es sprang und sang durch einen Traum,
und spürte nicht die flüchtig‘ Zeit.

© Amy Herzog

Nur der Traum..

Die Schmerzen lähmen die Sekunden,
mit jedem Herzschlag der vergeht,
und wo die Scherbe in den Wunden,
mit Tränen vor dem Ende steht.

Die Tränen lassen mich ertrinken,
wie könnt‘ ich dort noch sehen – klar,
so kann ich nur noch tiefer sinken,
gar rückwärts träumend, wie es war.

Wie kann die Zeit hier weiter gehen,
wenn doch die Dunkelheit zerfrisst,
kein Wind kann in die Zukunft wehen,
bleibt nur ein Traum der noch vermisst.

© Amy Herzog

Stummes Herz…

Die Traurigkeit erfüllt die Seele,
doch Schreie hört ein Niemand mehr,
zu tief versinkt das stumme Herz,
wo Liebe war, gefriert es leer..

 

© Amy Herzog

Ablaufende Zeit…


Sie harrt verschwiegen Wort um Wort,

und tropft die Sehnsucht nur blass,

mit jedem Ticken quietscht es zu laut,

die Zeiger der Zeit sind schon nass.

 

Sie läuft die Schritte durch die Nacht,

die Hoffnung, der Weg scheint zu weit,

doch tropft und tickt sie sehnsuchtsvoll,

durch die Zeiten warmer Zweisamkeit.

 

Doch schläft sie bald schon unterm Rost,

wo nur noch Erinnerungen Gähnen,

wenn diese Zeit bleibt müde stehen,

dann wird sie auch mein Herz lähmen.



© Amy Herzog

Harfen-Lied…


Aus weißen Wolken fällt das Eis,

es schmiegt sich um mein Herz,

ein jedes Harfen-Lied begraben,

zurück bleibt Trän‘ und Schmerz.

 

Ich stürze tief in’s dunkle Meer,

es droht mein Herz zu lähmen,

fehlendes, es schmerzt zu sehr,

doch flieh‘ ich nicht vor Tränen.

 

An des Meeres tiefsten Grund,

ich lieg‘ im Schutz und schlafe,

vergessen all das Leid der Trän‘,

spielt stumm zuletzt die Harfe.



© Amy Herzog

Albtraum…

Der Verstand vom Mond geküsst,
und schickt zur guten Nacht,
der Wunsch, der Albtraum sei nicht wahr,
doch hinter mir schon lacht.

Durch mein Herz fließt Nervengift,
im Nebel führt kein Ziel,
ich stecke fest Verzweifelt nun,
die Liebe war zu viel.

Die Seele bricht ein weit’res Stück,
und Hände bleiben kalt,
nichts und niemand hält sie fest,
nur Leere widerhallt.

 

© Amy Herzog

Erfrieren…

Leeres Blatt…

Es wartet nicht auf meine Worte,
mein unbeschriebenes Papier,
vergebens füllen sie kurz die Leere,
die weiter herrscht im Jetzt und Hier.

Papier und Worte schweigen sich an,
aus Tinte formen sich Lügen,
verwelkte Träume beschreiben mir,
wie Worte mich selbst betrügen.

Das leere Blatt zeigt die Wahrheit,
so weiß und rein wie Schnee,
und ohne Tinte schreibt es mir,
in Schönschrift, etwas tut weh.

Das Blatt, so ohne jedes Wort,
es weint und schreit so laut,
das was dem Herzen so sehr fehlt,
wonach kein Wort je schaut.

So lasse ich die Tinte trocknen,
und mein Papier bleibt leer,
wie ein Spiegel blickt es zu mir,
mit Tränen, so weit wie das Meer.

 

© Amy Herzog

(scheinbar)leer…


© Amy Herzog