Ort

Die letzte Reise…

Man kann nicht so viel sagen,
denn sie wandelte nur still,
wohl wissend, was sie will,
doch konnte sie’s nicht wagen.

Sie wünschte einst zu finden,
ohne nur ein kleines Wort,
reiste sie von Ort zu Ort,
doch konnte sich nicht binden.

Und viele Jahre sind vergangen,
von der Küste bis auf’s Land,
stand mit ihrem Rücken zur Wand,
hatte sie einen Fehler begangen?

Ich kann nur noch eines sagen,
denn ich hatte sie laut gefragt,
nur sie, sie hat es nicht gewagt,
ihre Zelte hier aufzuschlagen.

Vergessen wir im Schweigen,
das war ihr allerletztes Wort,
sie ging und verpasste jenen Ort,
um die Wolken zu besteigen.

© Amy Herzog

 

Schimmernde Liebe…

Liebend deine Augen schimmern,
für mich in einer finst’ren Nacht,
nur übertönt dein Schlaflied noch,
dein Herzschlag über meinen wacht.

Und wenn du auch nur selten singst,
so glänzt mein Traum doch immerfort,
die Liebe, die mein Herz verschickt,
auch bis zum weit entfernten Ort.

Liegt meine Nacht in Einsamkeit,
so blick‘ ich Sterne an – so warm,
und seh das Funkeln deiner Lieb‘,
als läg‘ es nun in meinem Arm.

© Amy Herzog

Zu spät…

Zur falschen Zeit, mitten im Herbst,
verschlug es mich zum falschen Ort,
nun frag ich mich, wieso, weshalb,
war ich nicht schon viel früher dort.

Hab ich die Jahre wohl verpasst,
und ließ den Sommer lange leiden,
nun kann ich mich darüber ärgern,
oder sogar in Tränen kleiden.

Doch was nützt das alles schon,
wo mich der Wind nun richtig trägt,
wo ich nun bin, da bin ich nun,
traurig, nur leider viel zu spät.

 

© Amy Herzog