Stark

Die Stimme in meinem Kopf…

Sie baut sich leis‘ und fest ihr Nest,
aus meinen Schmerzen und dem Leid,
und plötzlich bleibt die Zahl ein Test,
bis in? – sie sagt mir nicht wie weit.

Doch ich, ich möchte ihr Vertrauen,
weil sie mir sagt, der Mensch, der lügt,
„statt essen sollst du Gummi kauen“,
ich frage mich, wer hier betrügt.

Die Stimme – sie – beginnt zu klagen,
wird lauter, schimpft, gar bis sie schreit,
„wie kannst du es denn nur noch wagen,
als wär sie schlicht Notwendigkeit.

Ich denke nächtelang nur schwach,
sie nimmt das Leid, sie hat wohl recht,
hinfort ist Welt- und Lebenskrach,
mit ihr bin ich niemals geschwächt.

Doch bald schon bin ich ganz allein,
zu spät – ich wollte wohl nicht sehen,
sie macht nicht stark, sie macht nur klein,
doch jetzt wird sie so bald nicht gehen.

Jetzt sehne ich nur nach dem Menschen,
der vor ihr auch schon nicht bei mir,
im Büchlein kann ich leise wünschen,
mit ihr bin ich bald nicht mehr hier.

Was bleibt ist nur die stumme Leere,
mein falsches Lächeln und die Angst,
ein kaltes Nest und Knochenschwere,
„nur bis du nicht mehr zählen kannst“..

 

© Amy Herzog

Tanzende Schatten…

Sanft streichelnde Schatten
Spiegeln sich an der Wand
Wandern hoch und hinab
Scheinen beinah eingebrannt

So stark sie auch sind
So sind sie auch fern
Bleiben einsam geheim
Hinterlassen keinen Lärm

Diese Schatten sind alles
Von Wahrheit zur Illusion
Was sie auch tun die armen
Teufel erhalten keinen Lohn

Erhaben von unendlicher Macht
Tanzen sie Machtvoll so weit
Spielen Schein für Unwissende
Tanzen geheim voll Einsamkeit

Doch ist ihr Sein so begrenzt
Mag ihr tun noch unendlich sein
An Wänden können sie handeln
Alles andere bleibt für immer Schein

© Amy Herzog

Liege nur da…

Hellwach, mit weit geöffneten Augen,
starr blickend in die Dunkelheit.
Auf der Suche nach kleinen Schatten.
Mustere die Wände, wie sich an ihnen
die Bilder des Lichts spiegeln.
Der starke, kalte Wind stößt hinein,
pfeift durch jede kleine Öffnung.
Streichelt sanft meine Haut, ehe er verfliegt.
So mächtig, stirbt. Fühllose Gedanken
kreisen umher, ohne je gedacht zu sein.
Warte nur daliegend auf den Anbruch des neuen
Tages. Kalt. Gestärkt. Mit Energie gebaute Mauern
sind bereit. Mit zufriedenem Lächeln sage ich,

es ist schwer…

© Amy Herzog