Raum

Die Bestimmung des Raumes

Jeder Raum hat eine Bestimmung, sagst du, selbst ein Raum ohne Fenster. Nur ein Tisch steht in der Mitte, auf ihm eine brennende Orangenblütendufterze, schwarzes Klebeband und eine fabrikneue Gummiente. Ich frage dich, welche Bestimmung dieser Raum hat? Nun, fragst du, was würdest du machen, wenn ich uns in solch einem Raum einschließe und den Schlüssel verschlucke? Ich muss lachen, weil ich als erstes an ein Sieb denke, aber darauf will er gewiss nicht hinaus. Den Schlüssel brauchst du nicht verschlucken, sage ich stattdessen, ich habe die Bestimmung des Raumes erfasst. Aber das mit der Gummiente musst du mir zeigen.

(ein Drabble)

In meinem Traum..

So fiel ich tief in einen Schlaf,
worin ich tausend Träume traf,
von Sternenlicht um Wolkenbank,
und in des Herzens Arme sank.

So träume ich durch einen Traum,
zuweilen glaube ich ihn kaum,
doch lebe ich im hier und jetzt,
und träume all das bis zuletzt.

So sitz‘ ich auf der Wolkenbank,
und trink der Wolken Liebestrank,
verweil‘ im Sternenlichte warm,
solang ich sink‘ in deinen Arm.

So wenn der Morgen aufgewacht,
mein Herze dennoch weiter lacht,
denn führt der Sternenweg zum Traum,
und schafft für meine Liebe Raum.

© Amy Herzog

Im Raum.

Die Nacht sich mit dem Kusse legt,
eröffnet sich mir sanft ein Traum,
die Sehnsucht um die Seele spielt,
ein Weg, er führt mich hin zum Raum.

Ein Raum gebaut nur für uns zwei,
in dem du ruhig und selig döst,
die sternenklare Nacht mir zeigt,
in diesem Raum, Problem gelöst.

Dort lege ich mich zu dir hin,
und streichele sanft durch dein Haar,
ein Niemand der uns stören kann,
und draußen bleibt, was jemals war.

Doch dauert diese Nacht zu kurz,
der Traum durch meine Finger rinnt,
am Tage, wo kein Raum erbaut,
und Herzen nur gebrochen sind.

So klauen wir uns Stein um Stein,
erbauen uns den wachen Raum,
wo Näh‘ und Wärme sind verliebt,
und leben einfach nur im Traum.

 

© Amy Herzog

Liege nur da…

Hellwach, mit weit geöffneten Augen,
starr blickend in die Dunkelheit.
Auf der Suche nach kleinen Schatten.
Mustere die Wände, wie sich an ihnen
die Bilder des Lichts spiegeln.
Der starke, kalte Wind stößt hinein,
pfeift durch jede kleine Öffnung.
Streichelt sanft meine Haut, ehe er verfliegt.
So mächtig, stirbt. Fühllose Gedanken
kreisen umher, ohne je gedacht zu sein.
Warte nur daliegend auf den Anbruch des neuen
Tages. Kalt. Gestärkt. Mit Energie gebaute Mauern
sind bereit. Mit zufriedenem Lächeln sage ich,

es ist schwer…

© Amy Herzog