Gesellschaft

Autismus Erfahrung: zum „weiblichen Autismus“ in sexistischer Gesellschaft

Die Diagnosekriterien sind nicht abhängig vom Geschlecht. Die zentralen Kriterien, auch „Symptomtrias“ genannt, die immer gegeben sein müssen sind: Stereotypes und repetitives Verhalten/Bewegungen, eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit/Sprache, eingeschränkte soziale Interaktion/zwischenmenschliche Beziehungen.

Und das ist durchaus korrekt so, ebenfalls wissenschaftlich belegt. Gut und schlecht. Warum? Und warum werden Frauen dann seltener und oft erst spät diagnostiziert? Nun, weil Fachärzte (jetzt hackt sie wieder auf den Fachärzten herum ;-)) oftmals noch im Zeitalter von Hans Asperger feststecken. Denn selbstverständlich können (nicht müssen) diese drei Kriterien, welche erfüllt sein müssen, ganz unterschiedlich in Erscheinung treten. Und Frauen sind da schlichtweg unsichtbarer. Und das liegt am Frauenbild, an dem, was von Frau eben so verlangt wird. Klar, das Bild von der braven Hausfrau hinterm Herd ist nicht mehr so häufig präsent, aber das muss es auch gar nicht.

Es genügt, dass Mädchen eher wohlerzogen wirken müssen, während Jungs eben auch mal Jungs sein dürfen. Wenn ein Mädchen ausflippt, dann ist es ne kleine Zicke. Wenn ein Junge ausflippt, ist er eben ein Junge, der mal Junge sein darf. In Erziehungsthemen bin ich nicht allzu bewandert, das was ich aber am Rande so mitbekomme ist, dass sich dieses gerade hier und da ändert.

Die erwachsenen Frauen haben das aber noch so gelernt. Man nimmt zum Beispiel in Fachkreisen an, dass sich Spezialinteressen auf Naturwissenschaften beziehen (müssen), bzw. auf andere (typische) Männerdomänen (klassisch auch Programmierer, IT-ler). Und so könnte es zum Beispiel sein, dass eine Autistin den ganzen Tag näht, sich schminkt und die perfekte Bügelstrategie entwickelt. Klingt scherzhaft, ist aber absolut möglich. Weibliche Autisten sind häufig im künstlerischen Bereich anzutreffen, so auch ich. Wobei ich persönlich auch nicht an der typischen Naturwissenschaft vorbeigekommen bin. In unserer sexistischen Gesellschaft ist es aber eben oft noch so, dass Männer dieses ausleben können, frei darauf hinarbeiten können, auch beruflich, während Frauen lieber was anderes machen sollen. Am besten etwas, was Raum für Kinder lässt. Schließlich sind Frauen unterm Strich dafür da.

Ja, das erlebe ich oft. Geschockte Menschen, die es nicht verstehen können, dass ich kein Interesse daran habe, einen Stall voll Kinder zu hüten. Man ist als Frau tatsächlich ein bisschen weniger Wert.

Mir sind schon einige autistische Mütter begegnet, die ihre Kinder selbstverständlich lieben und sich gut um sie kümmern, aber kaum mehr Zeit mehr für sich selbst haben (und vielleicht für Interessen, die nicht „typisch weiblich“ sind. Für eine Autistin kann das sehr zermürbend sein. Und genau das interessiert dann kaum jemanden, denn sie hat ja ihren Soll erfüllt. Natürlich gibt es auch Autist:innen mit Kinderwunsch, vielleicht sogar als (weiteres untypisches) Spezialinteresse, und selbst für mich wär’s inzwischen wohl ok. Aber eben nur ok.

Für männliche Diagnostiker, bzw. für Diagnostiker:innen, die sich am typischen (männlichen) Autismus orientieren, ist dieser weibliche Autismus eben aufgrund unserer sexistischen Gesellschaft oft nicht leicht zu erkennen. Weil es anders aussehen kann. Zum Beispiel statt „ausflippen/rumschreien“ (Jungs) „schweigen/Schüchternheit“ (Mädchen)

Trotzdem müssen die oben genannten Symptomtrias vorhanden sein. Wie auch immer sie in Erscheinung treten.

Ein ungesehenes Thema: toxische Männlichkeit, Gewalt gegen Männer.

Es wird ein bisschen emotional, dieses Thema bewegt mich sehr. Der erste Abschnitt soll nicht abschrecken, es geht um die Männer.

Die ein oder andere Frau reagiert empört darauf, wenn ich darüber rede. Warum? Weil es ausnahmsweise mal nicht darum geht, dass es Frauenhäuser wie Sand am Meer gibt, weitere Hilfsorganisationen für weibliche Opfer von Gewalt, na, oder weil die Vergewaltigung/sexueller Missbrauch/etc. an einer Frau noch immer nicht angemessen bestraft wird? (Na, wie ist das wohl bei Männern?) Und in vielen Fällen verdienen Männer mehr als Frauen für die Selbe Tätigkeit. Und überhaupt, wir Frauen werden doch stets auf unsere Gebärfähigkeit reduziert, auf unsere Hormone, auf die Mopsis und den Po. Wenn ich so alles zusammenfasse, befindet sich hier jede Frau stets in einer Opferrolle. Trotzdem ziehen wir Frauen bitte kurz den Kopf aus dem Popo und werfen einen Blick auf die Männer.

(Schreibt es mir gern in die Kommentare, wenn euch dieser erste Abschnitt angepisst hat. Würde mich darüber freuen.)

Ich kann bei weitem nicht jedes Beispiel nennen, welches ich schon gehört habe bzgl. toxischer Männlichkeit, oder auch der körperlichen oder seelischen Gewalt an Männern. Oder auch dem „post-abortion-syndrome“, welches selbstverständlich auch Männer betreffen kann. Das alles juckt halt kaum jemanden. Es gibt auch keine erwähnenswerte Hilfe. Nun, weshalb ich nicht jedes Beispiel nennen kann? Weil ich noch nie mit einem Mann geredet habe, der nicht irgendetwas gesagt hat, was mich unfassbar traurig und/oder wütend gestimmt hat. (Der Beitrag würde also unendlich lang sein) Und das schlimmste ist, wenn sie selbst das ganz normal finden, wenn sie ihre Aussagen selbst nicht bedenklich finden. Weil das in unserer Gesellschaft eben so ist. Männer müssen so und so sein, stellt euch mal nicht so an.

Männer erfahren Gewalt in allen vorkommenden Formen sowohl durch Frauen, als auch durch andere Männer, unabhängig der Sexualität. Ihr könnt da gern nach aktuellen offiziellen Zahlen recherchieren, mich reizt das nicht mehr, weil sie sehr weit von der Realität entfernt sind. Dieses Thema berührt mich emotional sehr, weil es so ungesehen ist. Oder es wird nicht ernst genommen, bzw. durch etwas Aufklärung wird es von sehr wenigen Menschen ernst genommen. Aber so im Allgemeinen wird das nicht gesehen.

Als Aufhänger nehme ich ein Beispiel für toxische Männlichkeit, welches ich erst gestern wieder in einem Gespräch erfahren habe. Es geht um einen Mann mit Prostatakrebs. Dahingehend tolle Neuigkeiten! Krebsfrei nach OP, Nerven sogar erhalten. Wunderbar! War im Gespräch aber nur ein untergeordneter Teil, total unwichtig. Komisch, oder? Das schlimmste ist, dass die Penislänge sich dadurch um wenige Millimeter verkürzt hat. Das war das riesige Thema. Das schreckliche. „Meine Frau…“, Eine richtige Leidensgeschichte. Ein unvorstellbarer Druck dahinter. Warum? Dieser Mensch ist wieder gesund! Und leidet, hat Sorgen, Ängste und kann diese kaum ausdrücken. Kaum jemand weiß, wusste von dieser Erkrankung. Es ist ihm unfassbar peinlich.

Männer machen ständig Erfahrungen, dass sie nicht genügen, dass sie falsch sind, dass andere besser sind. Besser im Bett, besser ausgestattet. Und überhaupt müssen Männer stark sein, müssen beschützen können, müssen groß sein. Männer die fühlen, die weinen, sind schwach. Außerdem müssen Männer allzeit bereit sein, nicht nur für Sex. Für alles. Hauptsache der Partnerin ist es recht. Und wenn sich ein Mann gern die Fingernägel lackiert, dann ist er total schwul. Weil schwul sein offenbar total unmännlich ist. Darüber hinaus werden Transmänner nie echte Männer sein (btw: Transmänner sind als Männer geboren, nur im falschen Körper). Das sind nicht immer direkte Aussagen, aber im Allgemeinen schwebt diese Wolke über unseren Köpfen und wir reagieren im Alltag entsprechend.

Dann werden „lustig gemeinte Aussagen“ getroffen. Es ist nicht lustig einem Mann zu sagen, dass er wegen irgendetwas kein richtiger Mann ist, kein Mann ist, der genau richtig ist, der genügt und der sein kann, wie er ist. Ein Mann muss nicht viel Geld verdienen, um irgendwen zu versorgen. (Ja, so etwas wird von manchen Frauen tatsächlich sehr genau geprüft. – So im Sinne von Gehaltsabrechnungen. Kein Scherz, leider.) Dieses Emanzipationsthema finde ich komplett lachhaft. Labern die Menschen drüber, wird aber eher zum Vorteil ausgelebt. Männer stehen unter ständigem Druck. Und da fragt kaum jemand nach. Es wird ständig nachgetreten. Verpflichtungen von allen Seiten, von anderen Männern, von Frauen. Und manchmal wird’s dann noch richtig kompliziert. Denn der Mann muss der Frau auf allen Ebenen (sprichwörtlich) den Arsch auslecken, darf dabei aber nicht zu lasch wirken, darf nicht „unterm Pantoffel stehen“, denn das ist ja wieder im Vergleich zu anderen Männern unmännlich. Unterm Strich labern die Menschen alle nur Müll, die Hälfte gelogen, die andere Hälfte irrelevant.

Du kannst tun, was du willst. Du kannst sein, wie du willst und wie du bist. Deine Körpergröße, deine Statur, dein Aussehen, deine sonstige Ausstattung und auch die damit verbundene Funktionalität, deine Gefühle (die du offen haben kannst), dein Job und dein ganzes Sein, alles ist perfekt, so wie es ist! Dafür brauchst du keine Erlaubnis! Du brauchst dafür auch niemanden, der das bewertet, der dich mit anderen vergleicht. Und du brauchst dich auch nicht mit anderen Männern vergleichen. Denn es ist egal, wie andere sind. Du bist toll, das reicht. Du musst dich nicht „erziehen“ lassen. Selbstverständlich so, dass andere Männer diese „Erziehung“ nicht bemerken. Nein!

Noch eine Kleinigkeit zum „post-abortion-syndrom“. Im Grunde Menschen, die eine Abtreibung bereuen, darunter leiden. Wird meist bei Frauen beachtet. (Und ja, ich weiß, dass auch da gesagt wird „war doch deine Entscheidung, Pech.“) Aber Männer leiden auch darunter. Und es war nicht ihre Entscheidung. Das lässt sich auch nur schwer ändern, denn es ist gut, dass wir Frauen hier selbst über unseren Körper entscheiden dürfen. Das ganze Prozedere sollte sogar noch erleichtert werden, meine Meinung. Es ist ein Unding, dass man ggf. sehr weit reisen muss, um eine Abtreibung durchführen zu lassen. Aber das soll nicht das Thema sein. (Mir ist klar, dass das ein empfindliches Thema ist, aber mal am Rande…keine Frau sagt „hätte mal Lust auf ne Abtreibung“, niemand macht das aus Spaß und auch der Grund, einfach nur kein Kind bekommen zu wollen, ist ein Grund. Soviel dazu.)

Nun, die Männer haben da nicht mitzureden. Klar, bestenfalls tauscht man sich innerhalb einer Partnerschaft aus und findet gemeinsam eine Lösung. Es kommt jedoch vor, dass die Frau nicht möchte und der Mann eben schon. Und man kann eben kein halbes Kind bekommen. Daher sind die Männer im Nachteil und ich wüsste da auch keine gute Lösung, denn Frauen sollen durchaus über ihren Körper entscheiden (der Weg dahin war lang genug.) Aber wer hilft den Männern, wer nimmt sie ernst? Ich war vor einigen Jahren recht engagiert in diesem Bereich und ein Mann ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Ein Mann, den ich mehrere Monate intensiv betreut habe. Dieser Mann hat darunter gelitten, eine schreckliche Machtlosigkeit, niemand hörte ihm zu. Denn, dass er das nicht ändern kann, wusste er. Dann aber zu hören zu bekommen „sei doch froh, du musst nicht zahlen“, ist keine Hilfe. Dieser Mann hat sein Kind verloren und dies wurde allenfalls belächelt. Das Mindeste, was jeder tun kann ist, dass wir nicht wegschauen. Dass wir zuhören und diese schreckliche Trauer ernst nehmen.

Es ist nicht immer dieses vorherrschende Gesellschaftsbild des Mannes, der die schwangere Frau sitzen lässt.

Zum Ende noch etwas zur Gewalt an Männern. Und da nehme ich mich selbst auch kurz hoch. Zum einen: toxische Männlichkeit ist Gewalt! Seelische Gewalt ist Gewalt. Und körperliche Gewalt an Männern findet statt! Nur wohin wenden sich diese Männer? Wer holt sie da raus, aus diesen vier Wänden? Mir wurde von allen Seiten ein Frauenhaus geradezu aufgezwungen. Und was ist mit den Männern? Na, die sollen sich mal nicht so anstellen. Sei halt mal n Mann. Antworte am besten mit Gewalt oder nimm es hin. Diese Männer schweigen. Sie schämen sich und selbst wenn sie sich trauen, etwas zu sagen, versuchen Hilfe zu bekommen, werden sie extrem häufig (auf verschiedene Arten) abgewiesen. Männer, die grün und blau geschlagen und dabei unterdrückt werden.

Es ist normal nen Mann aus Spaß zu boxen. Ist doch ein Mann, der hält das aus. Muss er ja, weil er n Mann ist. Na und meist handelt es sich bei dieser „Spaßgewalt“ um sonst sehr liebevolle Beziehungen oder Freundschaften. Und da nehme ich mich mal hoch und sensibilisiere mich selbst und vielleicht auch andere, die an und für sich nicht gewalttätig sind. Denn das bin ich nicht. Ich meine das, was ich tat, liebevoll, begehrend. Nun, wir sind in unserer Beziehung etwas gröber. Ich mag das gelegentlich. Mein Partner auch und deshalb gibt’s meinerseits ab und zu einen Klaps auf den Po. Aber eben nicht immer mit seinem Einverständnis. Und da beginnt körperliche Gewalt. Er dreht sich manchmal weg, das sollte mir sagen, dass er das gerade nicht möchte. Und bisher habe ich darauf oft keine Rücksicht genommen. Mein Partner sagt dazu, dass es nicht schlimm ist. Und diese Aussage finde ich schlimm. Denn das sagt wieder das aus, was ich bereits geschrieben habe. Ein Mann muss das eben so mitmachen, was ne Frau will. Selbstverständlich verändere ich mein Verhalten.

Ein Mann hat immer das Recht zu sagen, dass er etwas nicht möchte und das muss so angenommen werden. Ein Mann darf nein sagen und dieses nein muss wichtig sein!


Das ist wieder so ein Beitrag, der mir unvollständig erscheint. Es passiert da so vieles, was nicht gesehen wird. Zum Schluss möchte ich darauf hinweisen, dass ich privat gern ein offenes Ohr habe und auch versuche zu helfen, wenn jemand Hilfe benötigt. Des Weiteren steht es euch offen, anonym in den Kommentaren eure Erfahrung/Geschichte zu teilen, wenn ihr einfach mal gehört werden wollt. (Ihr könnt mit falschem Namen und einer random Email-Adresse kommentieren, auch ich weiß/sehe dann nicht, wer ihr seid, falls ihr bei WordPress angemeldet seid, müsst ihr euch zuvor abmelden)

Schnibbeln (Drabble-Dienstag)

Ich rede nicht vom Überlebensnotwendigen, sondern vom absolut vermeidbaren! Wenn die Hauptsache nicht ist, sich selbst, sondern anderen zu gefallen. Und ganz nebenbei auch auszusehen wie alle anderen. Risiken, langfristige Auswirkungen werden klein geredet, oder gar nicht erläutert! Da gibt’s ne Zettelwirtschaft, auf der steht ja alles, zum unterschreiben. Wird genau so häufig gelesen, wie beispielsweise AGB’s im Internet. Oft ist es ein sauberer Schnitt, das mag sein, aber manchmal nicht. Manchmal kämpft man danach um sein Leben. War es das Vermeidbare dann wert? Wieso ist das nicht (mehr) umstritten? Mich schockiert, was da in unserer Gesellschaft ’normal‘ geworden ist.

© Amy Herzog

Drabble Dienstag mit Lyrix. 100 Worte, vorgabe sind Sauber, Beispiel, Umstritten

Von Oberflächlichkeiten

Ich verstehe das ganze Tamtam (neudeutsch Hype, nur um den ein oder anderen zu -triggern-) um Äußerlichkeiten nicht. Das Aussehen ist wahnsinnig wichtig. Und nicht nur das, auch das Smartphone muss das Neuste sein, das Auto teuer, das Haus groß, die Urlaube pompös und dann muss immer noch genug Geld übrig sein, um damit angeben zu können. Und die meisten, die behaupten, dass ihnen das egal wäre, lügen. Manchen, wenigen ist es aber tatsächlich egal. Und da kommt das nächste Problem. Die, denen das egal ist, wird nicht geglaubt. Nicht dass es wirklich wichtig wäre, dass das geglaubt wird. Aber ab und zu kann es schon nervig werden, sich ewig rechtfertigen zu sollen.

Irgendwie habe ich diese Öberflächlichkeiten aber schon verstanden. Zumindest so weit verinnerlicht, um diese Menschen auf Abstand zu halten. Nur manchmal trage ich ein verdammt gut duftendes Parfum, damit sich diese Menschen völlig umsonst nach mir umdrehen. Aber so rein äußerlich? Ich bin nicht geschminkt (nein, ich bin nicht krank und nein, ich bin nicht seit drei Wochen ununterbrochen wach), Haare werden nur an einem Haarwaschtag gekämmt (mit Locken wird sonst n karottenartiger Pudel aus mir). Wobei das auch egal ist, weil ich eh immer nen vergammelten Dutt trage. Nicht so einen, wie bei den süß-wirkenden Mädels, sondern wirklich nur irgendwie herumbaumelnd. Der Dutt ist das einzige, was mich davon abhält, mir einfach den Kopf zu rasieren. Und von Mode will ich gar nicht erst anfangen. Schlank bin ich auch nicht. Aber das ist nicht zwingend abschreckend, zumindest nicht für die Fetischleute. Wenn all das nichts nützen sollte, dann steht auf meiner Stirn immer noch das dicke: Geh weg, ich hasse Menschen.

Und sollte auch das nicht schlimm sein, dann wäre noch zu erwähnen, dass ich so gerne zocke, dass ich damit gerne auf Twitch live gehen würde, sobald ich n bisschen mehr Ahnung habe.
Manchmal auch Minecraft – tschau.

Mir ist auch total egal, wie andere Menschen aussehen (dieses ständige gegenseitige bewerten und haten finde ich super cringe -trigger-) Die sehr wenigen Menschen, die ich bisher anziehend fand, habe ich zunächst nicht gesehen. Emotional. Intellektuell. Charakterlich. Aber – weil das heutzutage nun mal so ist – muss man ja Angst haben, sich zu zeigen, wenn man nicht der oberflächlichen Norm entspricht. Das fand ich sehr schade, also dass diese Angst da war, die bei mir noch nie ein Mensch haben musste. Das einzige, was ich an anderen Menschen favorisiere, sind längere Haare, ob nun m/w/d ist egal. Also so fremde, die ich auf der Straße sehe. Aber ob jemand geschminkt oder aufgetakelt ist, n tolles Auto hat, Geld, oder was auch immer, ist doch total egal. Hauptsache man war nicht gerade aufm Klo, als das Hirn verteilt wurde. Mit Hirn ist nicht der IQ oder der Bildungsgrad gemeint, sondern die Fähigkeit, sich für etwas zu begeistern, lernen zu wollen, es einfach gelegentlich zu trainieren. Und nicht zu vergessen, diese inneren Werte, die jeder bevorzugt, aber nur wenige wirklich priorisieren.

Das ist nun mal diese heutige Gesellschaft, die ich vom Rand aus endgeistert anstarre.

(Ohne Korrektur (man, bin ich wieder mutig) von einer Legasthenikerin geschrieben.)

so.

manchmal fühle ich mich toxisch
will mein letztes geld nehmen
und so weit fahren
bis ich irgendwo im nirgendwo bin

das system ist weg von mir
und ich bin raus aus dem system
löscht mich, ich hasse euch
mehr als ihr mich hasst

lieber fresse ich den müll der gesellschaft
als selbst im abfall zu enden
mit einer maske die mich frisst
nur damit ihr lachen könnt

wie ein schwarzes loch bin ich
aus dem system gefallen
aber meine würde behalte ich
das ist mein einziges recht

© Amy Herzog