Vampyrismus

Trinke von Euch…

Mit starren blauen Augen
blicke ich Euch an,
ziehe ich Euch in meinen Bann,
und findet keinen Weg zurück.
Ihr spürt die Angst in Euch,
doch Ihr könnt nicht anders,
als dem Drang mir nahe zu sein,
nachzugeben und Euch mir hinzugeben.
So schreitet Ihr auf mich zu.
Mit wohlklingender leiser Stimme
grüße ich Euch, willkommen mein Herr.
Ihr seid erstarrt vor Faszination und Angst.
So nehmt doch Platz, mein Herr,
gleich hier, nah bei mir.
Sogleich lasse ich meine Hand schreiten,
zärtlich über Euer Bein gleiten.
Streife Euern Arm hinauf
und greife sanft an Euren Hals.
Blicke Euch hypnotisch an,
und Ihr seid in Trance.
Lasset Euch küssen
auf Euer zarter Lippen.
Streichle im Kusse
über Eure Wange.
Euer Duft, der mich fängt
und mich so erregt.
So küsse ich schneller
an Eurem Hals,
beiße fest zu
und trinke von Euch.
Euer Neugier
hat den Preis,
von nun an,
gehört Ihr mir.

© Amy Herzog

Erwachen…

Man denkt,
die Reise des Erwachens
sei beendet.
Diese schwierige,
aber wunderschöne Reise.
Tatsächlich wartet,
danach nur das Grausame.
Wie lange dieser Teil der
Reise auch gehen mag…
Und man endlich,
ganz und gar erwacht.

© Amy Herzog

Ein letzter Blick…

Aus Euer Leib das Blut gewonnen,
trink von Euch, mach Euch zu meinem,
spüre wie Ihr schwächer werdet,
Euer kleines Leben so bald endet.

Schaut mich an, seht Euch an,
seht an, was ich Euch angetan,
nehmt den Blick den Ihr noch habt,
in meinen Armen Ihr gleich sterbt.

Ein kleiner Wunsch sei Euch gegönnt,
seht noch mal die Welt so bunt,
ein letzter Kuss, dann schlaft Ihr ein,
seid in mir, für immer mein.

© Amy Herzog

Weiß nicht weiter…

zu vieles verborgen
gedanken verworren
niemand sieht
niemand spürt
keine worte
ohne orte
wortlos
atemlos
erkannt
verdammt
allein
sein

Niemand versteht
Niemand will verstehen
Niemand will sehen

Ich verschließe mich
Ich weiß es
Spüre es
Bin es

© Amy Herzog

Längst geronnen…

leere
bis ich lebe
aus tiefster seele
aufrichtige liebe
gerinnt

© Amy Herzog

Lebenssaft…

Das Wesen in ihr längst erwacht,
es wandelt still von Nacht zu Nacht,
für Menschen eine Maskerade,
bleibt es stets die Namenlose.

Schatten ist ihr Tageslicht,
Worte nutzt sie mit bedacht,
schweigen ihre Muttersprache,
niemand weiß was sie gebrauche.

Energie durchzieht den Körper,
Begierde schon von weitem hörbar,
nähert sich, der Puls erschnellt,
das ist das was sie gewollt,

Leidenschaftlich wird geschnitten,
schon benetzt es ihre Lippen,
süßlich, warm und hoch erfreut,
trinkt sie das so heilige Blut!

© Amy Herzog