Texte

Zugfahrtmelancholie

Morgengrauentau tropft Tränen
starre zu wenig aus dem
Fenster
und schreibe
Gefühle auf Durchreise
in Arme fallen
und zurückgelassen bleiben
Zugfahrtmelancholie
zerrt mich in ein Buch weil
ich nicht wissen will
wohin ich
denke
aber ich bringe
warme Brötchen mit

© Amy Herzog

Kaltgeworden

Dann sitze ich dir im Wohnzimmer gegenüber, zwischen uns eine brennende Kerze. Ich lausche deiner Stimme und betäube deine Fragen. Irgendwann fragst du, weshalb ich mich verändert habe, unerreichbar geworden bin, mich dir nicht öffne, nicht mehr antworte. Ich schaue dich mit ausdruckslosem Blick an, ziehe an meiner Zigarette, halte kurz inne. Dann frage ich, ob es dich interessiert, was ich zu sagen habe, oder ob du nur ficken willst. Du schweigst, dein Blick wird leer oder traurig. Das ist die Antwort, sage ich dir, stehe auf, lege meine Kleidung ab und nichts als meine kalte Haut auf dein Bett.

(Ein Drabble)

© Amy Herzog

Deine Kalliope

Dein hungriger Geist
so leergefühlt
wie ein einsam erfrorener Vogel
der vom Ast fiel

Wie treiben deine lauen Funken und
im Wellenschlag ertrunkene
Leidenschaft
verloren in der Nacht
und unsichtbar durch den Tag
über deiner ängstlichen Hülle nur eine
flackernde Glühbirne
die ihrer eigenen lauten Sehnsucht
vor deiner im Sterben lag

Mein hungriger Geist
so leergeküsst
nur lass mich schwimmen
im Kerzenschein durch die Vollmondnacht
und wie mein Leib aus Schmerz
die Kunst erschafft
lass mich die deine ewige
Kalliope sein

© Amy Herzog

[hier aussagekräftigen titel einfügen]

© Amy Herzog

(K)eine vermisste Person.

© Amy Herzog

An meinen Winter

© Amy Herzog

Skala eins bis schwer

Auf der Skala
von eins bis zehn
laufe ich hin und her
und finde die Metapher
eines arrhythmischen Klopfens
da ist Bedeutung in mir
Wahrheit im Wort
da ist Gefühl
schwer wie Meere
kann nicht vergessen
nur leugnen die weite See
schaffe Raum dafür
auf einer Skala
von eins bis schwer
laufe ich in diesem Ende
müde hin und her

© Amy Herzog

Furcht bleibt

tränen verschweißen meine augen
starre in verschwommenes
schreibe in fingerspuren auf sandpapier
glattgeschmirgeltes gedankengut
albträume räumen die nacht
und lassen die leiche spurlos verschwinden
ich denke an nichts, nichts, nichts..
aber wenn ich wieder klar sehe
atme ich tiefblutentkleidete furcht
in deine kalte richtung

(furcht sitzt da, wo das herz verblutete)
- der platz war noch warm

© Amy Herzog

Wir

Ein dunkler Raum 
in zeitloser Zwischenwelt
rastet in unendlicher
grenzenlos
Poren sickernder
in hingebungsvollen
entblößten Seelenkörpern
durch Ewigkeit

Die Außenwelt zeigt
wie Farben
durcheinander
aneinander vorbei
verlieren und suchen
vermischt
in verbrauchten
Stunden

Wir liegen darin
suchen Liebe, Nähe, Sinn
Bedeutung im bedeutungslosen
Wahrheit in Lüge
und im verschiebenden
verschwiegenen
die Mitte
uns

Wir brauchen nichts
in der Dunkelheit
wir sind wir
wie wir sind
sind wir mehr
Sterne, Ozean, Mond
oder Pfütze

Fragen
die hier nicht
existieren
in der Zwischenwelt
wir sind klein
wir sind die Mitte
wir sind nackt
wir sind eins
wir sind wir

Mitte

© Amy Herzog

Beichtstuhl

wenn gefragt werde, 
wie nah ich meinem wort bin,
dann lüge ich.

ich bin das wort
das ist die wahrheit
ich bin nackt

© Amy Herzog

Flughafenszene…

Wie sehnsuchtsvoll dein Blick

zurück in Menschenmassen

doch keiner hört und keiner sieht

wenn du nur in die Leere fällst

Und hin und her und hin und her

als würdest du ein Kindlein suchen

bringt dir selbst dein Innerst fluchen

deine liebe nicht dort hin

© Amy Herzog

Er dachte nur..

Ich denke immerzu an Euch. Dachte er, ohne sie zu kennen.

Mein Gefühl kennt Euch bereits. Dachte er, ohne zu wissen, dass sie ihn kennt. 

Nach Euch suchte ich so viele Jahre. Dachte er, ohne zu wissen, dass sie sein Verlangen spürt.

Ich will Euch nahe sein. Dachte er, ohne zu wissen, dass sie ihm nahe ist.

Ich will Euch lieben. Dachte er, ohne es ihr zu sagen. 

Wie kann ich Euch lieben? Dachte er, verzweifelte und sah keine Hoffnung. 

Ich bin Eurer nicht würdig. Dachte er und schlief ein.

 

Ich spüre Euch my Lord, ich weiß was Ihr fühlt, schämet Euch nicht, gehet nicht fort. …dachte sie und hoffte, dass er sich eines Tages würdig fühlt. 

© Amy H.

Wolkenschlaf..

Wenn ich in den Wolken schlafe,
zeichne ich die Zukunft auf,
und am Abend in den Sternen,
blicke nur, mein Schatz, hinauf.

Tausend Sterne formen Bilder,
wie sie unser Leben zeigt,
die zwei Herzen in der Mitte,
mit dem Traum zum Himmel steigt.

Unser Traum, er bleibt unendlich,
wie die Liebe uns einst traf,
und am Abend in den Sternen,
wiegen wir uns in den Schlaf.

© Amy Herzog

Wildgeworden…

Schwarzbunt gemischte Farben
schenken sich Wildgewordene Lust
Durch die ewigen Nächte…

© Amy Herzog

Begehren…

atme leise, beinah fauchend
schreibe nur in dunkler Trance
getrieben vom schmerzlich
unersättlich Durst
gib dich brennend heiß
in meine Hände
lass dich führen
in mich – in meine Welt
und gib am ende dein Blut
die treibende kraft…

 

© Amy Herzog

Ich will nur weg…

Ich will nur weg
Ich weiß nicht wohin
Nur irgendwohin…

Wo Sonne nur scheint
Und’s ewig noch schneit
An den Ort da hin…

Egal wo das ist
Ich komme dort hin
Ich eile geschwind…

Nicht mal lebe wohl
Sag ich hier, egal
Ich bin nun mal so…

Wie könnt ich sein froh
Dem Leben entgegen
Die Erde zu Füßen…

Da würd ich begrüßen
Nach Hause zu fahren
Nie wieder zu müssen…

© Amy Herzog

Hier am Flusse…

Hier am Flusse
in der Ferne
voll inner Ruhe
zu den weiten Sternen
blicken

Das leise Plätschern
springender Fische
in dies sonst
so ruhigen Gewässern
genießen

Mit nur einem Blatt Papier
wartend auf Gedanken wann
in diesem hier
und stier wie ein Tier
gegen diese Schmerzen an

Lieber Fluss so schenke
einen Moment lenke
meine Seele fort
von diesem Ort
der voller Schmerz
mich zu verzehrt

Reiche Worte
in meine Gedanken
die in Stille heraustragen
diese Schmerzend Seele
in stummen Schreien

© Amy Herzog

Rauschendes Wasser

das wasser so klar
sichtbar und doch
beinah ist es unsichtbar
das wasser es rauscht
murmelt so still davon
fließend es eintaucht
wässrig flotte tropfen
klein so wie groß
bei loderndem feuer
können sie kämpfen
und werden siegen
wasser fließt davon
durch die erde
und wieder von vorn
wiederholt sich
dieser klangvolle song

© Amy H.

Verlangen nach dir…

unbeschreiblich
ist mein, verlangen
nach dein, bei dir sein
ich will, nein muss
sei ganz mein.
spüren will ich dich
nah bei mir
haut auf haut
ganz tief in mir.
zittern vor lust
schreien so laut
bändige mich, du musst
stillen diese lust.

© Amy Herzog

Manchmal ist es 

einfach richtig schlimm.

Liege da, im Dunkel,

warte.

Dann denke ich

die Seele ist dein, nimm

Behalte sie, ich will

sie nicht mehr. 

© Amy Herzog

Seelenmusik…

höret was die musik
euch bereitet
lasst sie in euch
gebühren geleitet
nehmt auf
stück um stück
lasst es wirken
in euch lodern
auch riskieren
es wird
nicht dauern
und ihr spürt
dass dieser klang
die seele berührt

© Amy H.

Staubkorn im Wind

Unsichtbar du schwebst,
hoch oben geschwind,
fällst rasend hinab,
am Abgrund verbleibst.

Der nächste Stoß,
erneutes hoch schweben,
und wieder fliegst du,
unendlich hoch oben.

Rast durch die Wüste,
legst Meilen zurück,
bevor du kommst an,
beim Winde der Küste.

Ziehst deine Strecken,
durch Städte und Land,
siehst Schönheit und Hass,
kannst alles erblicken.

Quer durch die Welt,
suchst du dein Ziel,
wo du dann aufschlägst,
das unsichtbare Zelt.

Doch wie leider so oft,
wirst du wieder verjagt,
bleibst stets unerwünscht,
wenngleich du’s anders hoffst.

So eilig geschwind,
suchst du den Platz,
wo bleibst du willkommen,
du Staubkorn im Wind.

© Amy Herzog

Vereinigung…

Ein Blick genügt, schon ist es geschehen,
in meine Gedanken dich eingeschlichen.
Tag sowie Nacht nur Sehnsüchtgiges denken,
so denk ich, könnt ich dich doch einfach packen.

Eine Berührung, ist einmal vergangen,
steigert in uns sogleich das Verlangen.
Spüren, berühren, mich zerrt es zu dir,
du und ich näher, wir werden zu wir.

Einen Kuss später, entfacht sind die flammen,
liegen wir da, ganz eng nun beisammen.
Die Körper umfasst und sinnlich geküsst,
stillen die Sehnsucht in tiefer Lust.

© Amy Herzog

Ein letzter Blick…

Aus Euer Leib das Blut gewonnen,
trink von Euch, mach Euch zu meinem,
spüre wie Ihr schwächer werdet,
Euer kleines Leben so bald endet.

Schaut mich an, seht Euch an,
seht an, was ich Euch angetan,
nehmt den Blick den Ihr noch habt,
in meinen Armen Ihr gleich sterbt.

Ein kleiner Wunsch sei Euch gegönnt,
seht noch mal die Welt so bunt,
ein letzter Kuss, dann schlaft Ihr ein,
seid in mir, für immer mein.

© Amy Herzog

Einsamer Tanz

bei abenddämmerung
tanzt sie vereint
mit hoffnung
schwebend
über der erde
entrinnen jahre
zugleich erscheint
das dasein
hellgrün
unter ihr
zu erblühen
das leuchtend gras
es beginnt
wie sie
zu lieben
den wind
voll anmut
auf ewig
traurig
allein

© Amy Herzog

Am Klavier…

so sitze ich hier
seit stunden schon
am klavier und
verbinde stunden
verschwommene noten
minuten zu runden
gefühlvollen worten
die nie gehört werden

© Amy H.

Bilder…

sanfte bilder
in meinen gedanken
nah seid ihr
so tief in mir
ich muss euch danken
mich fühlen lasst
lebendig scheinen
im herzen weinen
traurig scheint ihr
aufrichtige schreie
so lasst euch fallen
und seid bei mir

© Amy Herzog

Das letzte Sehen…

Im Regen stehen,
lassen es geschehen,
den langen Kuss,
bevor wir gehen.

Ein Wiedersehen,
wird nicht geschehen,
ein letztes mal,
in Liebe gesehen.

Ich würde flehen,
euch nicht zu verlieren,
es wäre vergebens,
ihr seid entschlossen.

Euer letztes Lächeln,
werde ich sehen,
in tiefer Sehnsucht,
in meinen Träumen.

© Amy Herzog

Gefangen…

Im Körper gefangene Seele,
Auf ewig sie sich quäle,
Vom Leben stets bewacht,
Nur der Tod hat die Macht.

Das Gefängnis zu brechen,
Und die Seele kann entfliehen,
Sich dem Raster entziehen.

In ein freifliegendes Leben,
Das Glück pur erleben…

© Amy Herzog

Seifenblasen…

Seifenblasen glasig schön,
fliegen leicht durch Lüfte,
lassen lächelnd schöne Düfte,
zurück, bis zum Wiedersehn.

Diese Schönheit doch zu fangen,
ehe sie weit verflogen ist,
zärtlich sie noch einmal küsst,
voll Glück sie dann zerplatzen.

© Amy Herzog

Unbekannt

stumm lächelnd
zweifelnde emotionen
entfachen ungeahnt
lustvolles verlangen

nach unbekannt
berührenden händen
umfassen körper
beginnen brennen

aufgeheizt innig
vertraute berührungen
stillen sehnsüchte
die zuvor nie waren

© Amy Herzog

Lebenssaft…

Das Wesen in ihr längst erwacht,
es wandelt still von Nacht zu Nacht,
für Menschen eine Maskerade,
bleibt es stets die Namenlose.

Schatten ist ihr Tageslicht,
Worte nutzt sie mit bedacht,
schweigen ihre Muttersprache,
niemand weiß was sie gebrauche.

Energie durchzieht den Körper,
Begierde schon von weitem hörbar,
nähert sich, der Puls erschnellt,
das ist das was sie gewollt,

Leidenschaftlich wird geschnitten,
schon benetzt es ihre Lippen,
süßlich, warm und hoch erfreut,
trinkt sie das so heilige Blut!

© Amy Herzog

Durst…

Grelles Licht
Umgeben von Dunkelheit
Kälte und Wind ohne Ton
Zittern am ganzen Körper
Innerliche Verbrennung
Starrer glasiger Blick

Suche dich!
Leise fauchender Atem
Trockene Lippen
Das Herz immer schneller
Schmerz überall
Beginnend zu rennen

Sehe dich!
Tausend Gedanken ohne zu denken
Auf der Suche nach Blut.
Habe dich!

© Amy Herzog

 

Verzweiflung…

Kann sie nicht genommen werden,

tief, so tief sitzt sie,

diese Verzweiflung,

zu fest bin ich noch immer verbunden.

© Amy Herzog

Melancholie…

Von Schmerzen geleitet,
zu lange gewartet,
die Seele zerrissen,
versickert in Massen.

Für immer verloren,
rasend in Jahren,
sucht die Melodie,
inmitten der Melancholie.

© Amy Herzog

Schwarz in Bunt…

Wolken wie Zuckerwatte
schweben sanft
durch warme Sommerluft.

Sattgrün trockene Wiese
sonnt sich
inmitten luftigem Duft.

Vögel so farbenfroh bunt
flattern fröhlich
singen klangvoll umher.

Seele so schwarz
denkt nach
melancholisch an früher.

© Amy Herzog

Mein…

Im Park am warmen Sonnenabend,
sitzt du klein und unbedeutend,
unschuldig und unerfahren,
will ich alles doch erfahren.

Komme näher, grüße sanft,
habe bitte keine Angst,
verführerischer leichter Duft,
liegt gerade in der Luft.

Spüre deine Leidenschaft,
schläft sie noch mit aller Kraft,
locke dich aus dem Versteck,
kommst du mit ein kleines Stück.

Komme mit in meine Welt,
führe dich wie’s mir gefällt,
schaue dich hypnotisch an,
bald darauf bist du mein Mann.

Mit jeder Faser bist du mein,
für immer bleibt er weiter klein,
besitze dich mit Haut und Haaren,
von mir wirst du alles erfahren.

Geborgen darfst du dich jetzt fühl’n,
verneige dich jetzt will ich spühr’n,
was auch kommt, du wirst mir folgen,
verbinden werd‘ ich deine Augen.

Langsam heb‘ ich deine Arme,
führe dich hin auf mein Bette,
werfe leicht gewaltsam hin,
bleibe ruhig, nur das macht Sinn.

Seil für Seil umschmeichelt dich,
gefesselt wirst du sein reichlich,
wehrlos, blind und ausgeliefert,
um dich wird sich nun gut gekümmert.

Schneide sachte in den Arm,
küsse, trinke, Blut so warm,
löse schnell noch deine fesseln,
worauf ich dich dann nur verlasse.

Sehen wirst du mich sehr bald,
wenn die Zeit reif ist, dann sobald,
führe ich dich wieder ein,
in meine Welt, mein Mann so klein.

© Amy Herzog

Körpergefühl…

Leise rauschende Wellen
durchfluten den Körper
und verbleiben in Tropfen
hinterlassen keine Bilder.

© Amy Herzog

Maske…

Umgeben von Dunkelheit
mit rasender Geschwindigkeit
stark und einsatzbereit
für jede kleine Kleinigkeit
verstecken die Einsamkeit
keine Gesundheit
gebe die Sicherheit
trotzdem nur Neid
doch stets gescheit
fühllose Vergänglichkeit
niemals befreit
bis in die Ewigkeit…

 

© Amy H.

So schrecklich ruhig (2)

Gefallen auf die Seite des Todes.
Der Kampf, er ist vorbei.
Kann nicht weiter.
Bitte sei vorbei.
Saugt mir alles Leben aus.
Was Ihr wolltet, das habt Ihr erreicht.
Seid zu kraftvoll, so scheide dahin.
Gratulation. Ich schlafe. Ruhe.
Denke ein letztes mal.
Fühle ein letztes mal.
In Liebe, die Liebe.
Verloren…

© Amy H.

So schrecklich ruhig (1)

Innerlich, in der Tiefe
meiner Seele, bin ich ruhig.
Als sei die Entscheidung gefallen.
Denke an nichts, fühle nichts,
bin leer, bin gegangen.
Ist er vorbei, der Tanz?
Springe oder Falle ich
von diesem dünnen Seil,
das so lang meine Heimat war?
Es ist so leicht. Es ist nur einschlafen.
Dann ist es vorbei.
Ich denke, ich falle.
Der Kampf, er endete nicht.
Doch ist da diese Ruhe,
die Ruhe nun bereit zum
schlafen zu sein.
Und keine Angst
fühle ich.
Nichts fühle ich.
Nur ruhe.
Geborgenheit,
Frieden
Und ruhe.

Schreckliche ruhe…

© Amy Herzog

Schattenmädchen…

Im dunkeln geht sie durch die Gassen,
fernab all dieser Menschenmassen,
gehüllt in schlichtes, schwarzes Kleid,
fast unsichtbar diese Schönheit.

Haut so blass im Schein der Laternen,
ein Lächeln auch auf Ihren Lippen,
verborgen bleibt das innere Feuer,
genauso auch das Ungeheuer.

Niemand wagt sich in die Nähe,
verirrt sich nur mal eine Krähe,
ein Mensch schon auch mal hier und da,
nur selten bleibt dieser auch nah.

Das Ungeheuer, so gut verborgen,
lässt alles um sich rum verdorben,
mit Eifer ist es stets dabei,
schlägt alles hier und da zu Brei.

Doch denkt man nun, oh böses Mädchen,
so lest nochmal was oben steht,
im Schatten lebt sie Nacht für Nacht,
nur ganz allein sie immer lacht.

Versucht sie immer all zu oft,
warten, hofft und hofft und hofft,
dass eines Tages eines kommt,
ein Jemand, der nicht davon mehr rennt.

Verdammt nun wandelt sie umher,
von Ort zu Ort, es schmerzt zu sehr,
der Weg wie weit er mag noch sein,
wann fürt sie jemand ins Licht hinein.

So bös‘ will sie doch gar nicht sein,
es ist doch nur das in ihr Schein,
es lebt im Schatten immer zu,
kein weitres Ungeheuer kommt hinzu.

Suchend wandelt sie Nacht für Nacht,
führt gegen Menschen zu viel Schlacht,
auf dass es irgendwann erscheint,
das Menschelein, das stehen bleibt.

© Amy Herzog

Betäubt…

Alles ist weg, alles ist leer,
der Körper wird kalt und schwebt,
die Suche nach Rettung gegeben doch schwer,
die Seele gibt auf und vergeht.

Alles ist voll, alles ist laut,
den Schmerz zu verbergen zerrt,
die Nerven so schwach, sie scheinen verbraucht,
ist es das alles noch wert?

Bitte seid leise, bitte seid still,
diese Menschen sie sind überall,
was ist nur los, was wurde versäumt?
Körper und Seele sind nun wie betäubt…

© Amy Herzog

Leere…

Umrungen von Dunkelheit.
Innerlich zerrissene Leere.
Stechend, brennende Einsamkeit.
Tief, so tief in der Seele.
Führt mich hinab, hinauf.
Wohin? in strahlendes Licht.
Wärmend, erträglich, nur lauf!
Lauf..und küsse mich.

© Amy Herzog

Sehnsucht…

Pochendes Herz,
Die Brust auf und ab,
Rasende Gedanken,
Den Hügel hinab.

Zitternde Kälte,
Die Augen geschlossen,
Verführung im inner’n,
Der Körper genossen.

Trockene Lippen,
Mentale Berührung,
So schnelle Atmung,
Gefühlte Entführung.

Verzweifelte Sehnsucht,
Der Herzschlag verstummt,
Die Augen geöffnet,
Das Wahre nun summt…

© Amy Herzog

Glück…

Wo findet das Glück,
nur einen Moment,
wenn auch nur ein Stück,
ein kleines Fragment.

Gefangen im sein,
alles nur Schein,
dunkel im Tunnel,
im Menschen-Dschungel.

Du wirst schon erwartet,
sei nicht verspätet,
oh wunderbares Glück,
wenn auch nur ein Stück.

Alles vergangen,
für immer vereint,
nie wieder bangen,
das Glück, es erscheint.

© Amy Herzog

Die Welt in blass…

Die Welt ist in blass,
auf ihr so viel Hass,
alleine verloren,
scheint wie falsch geboren.

Auf der Suche nach Farben,
verdecken die Narben,
die Welt immer blasser,
versinkt tief im Wasser.

Die Liebe verflossen,
der Welt überlassen,
zerbrechlich und klein,
ein schwaches Erdensein.

Die Sonne vergeht,
bald ist es zu spät,
versuchet zu retten,
so alle Facetten.

© Amy Herzog