Zauber & Blut

roter Schwan

Mein roter Schwan
ich brenne
löcher in meine weiße Haut
und werde Asche
ohne dich
trinke bodenloses Herz
aus deiner Seele
und werde
ich

© Amy Herzog

Nähren

Kein Abschied 
nur ein ewiges Ende 
ward in mir zu Treibsand 
fraß mein Fleisch
und ließ nur die Fassade zurück 

Fassade lebt nicht 
liebt nicht 
sie atmet nur 
hält eisern Stand

bis Eure Lanzette mein
Innerstes im nächsten Leben
am offenen Herzen 
ernährt

(Z.d.N)

© Amy Herzog

Wo Blut fließt…

Wo Blut fließt, fließt auch Leben,
warum nur dann der Tod,
erweckt doch Herz im Beben,
so nur aus kranker Not.

Wo Blut fließt, fließt auch Liebe,
und wird sie auch verenden,
im Schatten all der Diebe,
doch könnt‘ das Blatt sich wenden.

Wo Blut fließt, fließt auch Leid,
nur trägt der Tod den Mut,
zwar geht’s auf Messers Schneid,
und hebt am End‘ den Hut.

© Amy Herzog

Kalte Seelen…

 

Die kalte Seele

Schwebt sinnlos umher

Trinkt Herzblut aus Gläsern

Und fällt der Verdammnis hinterher

– Wartend auf wahre Wärme

Menschlichkeit, Küsse und Nähe

Unter tausend kaltkristallen Seelen

Doch so schnell sie alle fallen

(Und keine Wärme fängt)

Warten am Ende nur kalte Krallen

Welche die Seelen in Einsamkeit

Auf Ewigkeit gefangen halten

© Amy Herzog

Teufelswesen…

kälte reißt durch meine venen
reines blut gefriert zu stein
sanfter schein in weißer seide
deckt das wahre teufelssein

täglich stirbt ein teil in mir
rastet nur mein herz verlassen
breitet sich die kälte mehr
könnt ich sie doch nur verachten

treibt das kalte tier das böse
in dunkelheit jagt seelen fort
hämisch lachen glutend blicke
bis zum traurigfeierlichen mord

© Amy Herzog

Schwarzes Blut!

Foto(3)

schwarzes Blut
durch meine Adern
lebe ich von deinem Wein
meine Kraft, sie fließt in dir
und in der Nacht
hol ich sie mir!

© Amy Herzog

Warmes Blut…

dein warmes Blut
bemalt meine Lippen
fließt durch Fleisch
– lauter Explosionen
der Lebensenergie
in bunten Farben
erwachen zum Leben

© Amy Herzog

Wieder und wieder…

wieder und wieder
spürt er sie
beruhigende Wärme
der klingenden Lieder
ziehen sie ihn nah
näher an sich heran
in leichenblasse Klauen
zart greifen sie nach ihm
und streicheln ihn sanft
er wiegt sich in Sicherheit
doch spürt er auch Angst
denn immer aus dem Hinterhalt
tropft ihr brodelndes Blut
wieder und wieder
verbrennt sie ihn
und sie lässt es kalt

© Amy Herzog

Blutesmacht…

Dunkel die Nacht und du warst da – nah!
Als sei es ein Traum kamst du näher
– näher, näher, unendlich nah!
konnt ich deine Lippen schmecken
doch meinen Augen kaum trauen

Sanft ein Schnitt in deine Lippen
– süß, dein Blut
konnt ich dein Wesen entdecken

Und sie war da – wie ein Blitz!
die Leidenschaft die entfacht
mit deiner Blutesmacht

Wie im Traum
ein Rausch – wollt ich mehr
beißen, schneiden, trinken
mehr und mehr im Feuer versinken

Als sei ich ein wildes Tier
über dich herfallen!
Bis dein Blut in mir
die Flammen ersticken

© Amy Herzog

Rausch deines Blutes…

Der Gedanke daran,
lässt den Rausch schon erahnen,
das Feuer entfachen,
wie es könnte wohl schmecken.

Was wird es mir sagen,
es wird dich verraten,
mir alles offenbaren,
nie wirst du dich
verstecken können.

Nur nach deinem
Blut will ich jagen,
ich kann es schon riechen
und den Hunger schon spüren.

Nur dich will ich begehren.

© Amy Herzog

Schattenwesen…

Wenn Schattenwesen
Seelen lesen,
fressen,
um zu leben,
Leben, sollten Menschen
nicht vergessen,
sich in der Sonne
zu verstecken.

© Amy Herzog

Begehren…

In jeder langen finsteren Nacht,
bin ich schreckhaft aufgewacht.

Spürte ich noch was ich war,
doch zugleich auch was geschah.

Jede Nacht starb ein Stück Seele,
zurück blieb nur die leere Hülle.

Schon lange nicht mehr das was war,
bin nicht mehr warm, nur Kälte starr.

Mein warmes Blut, es ist gefroren,
nur deines spüre ich noch glühen.

Niemand sieht, niemand versteht,
was auf der Welt noch vor sich geht.

Doch sind die Menschen mir willkommen,
sofern ihr Blut noch nicht geronnen.

Blind wie sie sind zieh ich sie an,
zieh sie direkt in meinen Bann.

Spiele etwas und lass sie liegen,
wenn ich bekam, was mein Begehren.

Der toten Seele ist egal,
was der Mensch hat für ne Qual.

Ich will nur an ihr glühends Leben,
allein nur das ist mein Begehren.

© Amy Herzog

Sehe ich dich rot…

Dein zartes Antlitz seh ich hier
Versteinert deines Blickes
Ängstlich stehst du hier vor mir
Verteidigst du des Endes

Öffne mich dir innerlich
So sehe ich dich rot
Geleite ich dich so glücklich
Zum blutend roten Mond

© Amy Herzog

Das Monster…

Blicke ich in den Spiegel,
sehe ich ein Monster.
Es bereitet mir keine Ängste,
denn ich sehe es gern.
Das Leid was ich schaffe
und still beobachte
ist meine Kunst.
Am erwachten Wesen
haften alte Erinnerungen.
So scheint es immer weiter fern,
zu sein wie kein Monster.
Doch werden sie blasser,
verschwinden und das Monster,
wird immer besser.

© Amy Herzog

Sie schlafen nie…

In der Nacht fühlen wir uns wohl,
dem Tage sagen wir lebewohl,
vertreiben all die schönen Nächte,
bis zuletzt die ganzen Ängste.

In Freiheit wandeln wir umher,
viel zu gern wüsst‘ ich woher,
durchkreuzen Orte nah und fern,
und suchen nach uns’ren Opfern.

Genießen Ruhe ohne Wut,
in Ruhe trinken wir das Blut,
in nächtlich schöner Harmonie,
Vampyre nein, die schlafen nie.

© Amy Herzog

Schenkt mir Euer Leben…

Nur ganz kurz kostete ich
des Teufels Feuer
und brach mir das Genick.
War’s mir geheuer,
nein, ich Liebe Euch
und Euer Blut.
Ich war nur bleich
und was bin ich schon,
Ihr seid Leben
und sogleich
rann Euer Blut’s Geheimnis
in meines, in mein Streben
nach Euer Leben.
So lasst mich kosten,
mein Herr,
demütig knie ich vor Euch
und Euer Leben.
Schenkt mir Euer Blut,
es soll fließen,
lasst mich nicht sterben.

© Amy Herzog

Ewige Nacht…

Diese dunkle Nacht dauert ewig an,
sie geht bis zum Hier und jetzt
dauert an, ungewiss bis irgendwann,
bis dass das alles Herz zerfetzt.

In Sanftheit Wesen schwebend schweifen,
dass die Katzen lauernd starren,
ohne Tages Wesen niemals schlafen,
des Katzes starrer Blick ausharrend.

Wesen der Nacht regieren den Tag,
ihren Tag beherrscht von der Nacht,
all die Menschen gleich im Sarg,
und die Nacht im schmerze ewig lacht.

Vergeht die Nacht doch irgendwann,
können Menschen sich wieder erheben,
Wesen vertreiben machtvoll die Sonn,´
bis die Menschen sich wiederbeleben.

© Amy Herzog

Sein Blut…

sie wollte so sehnlichst
ihn in Stücke zu reißen
das Blut aus seinem Leibe
mitten aus dem Herzen zu beißen
trinken, bis es ihm dunkel wird
kaum mehr Luft in den Lungen weht
der Tod schon an die Türe klopft
bevor das letzte Blut vertropft
nimmt sie ihn noch bei der Hand
streichelt ihn zuletzt ganz sanft
ist ihr Durst endlich gestillt
dankbar ist sie nun gewillt
sein Leben ihm zu lassen
den Tod noch zu fassen
ihn zu verjagen
fort ist er
und sie kann lieben
den Mann der bereit war
ihr zu geben, sein Leben

© Amy Herzog

Dein Blut…

So müde, so schwach
die ganze Nacht
liege ich wach
sehnsüchtig denkend
an deinen Duft
den schlagenden Puls
im starken Impuls
jage ich dich
bis ins Licht
dein Blut wird mein
warm getrunken sein

© Amy Herzog

Freies Blut…

Aus knochentiefen
Schnitten fließt Blut,
es will nicht gerinnen,
nein, es will flüchtend
frei Leben im Tod.

© Amy Herzog

Dein zu mein…

So sehr begehre
ich dein Blut
kann kaum klar denken
in mir brennt es
heiß wie Glut

In Gedanken
zerfleische deine Brust
reisse dein Herz
heraus und trinke
mit Lust

Trage ich dich
solang auf Händen
wenn du es mir gibst
und es zu meinem wird
spüre ich dein Leben

© Amy Herzog

Sanguine…

Sanft legst du dich nieder
in meine Arme
streiche über dein Haar
und nähere mich langsam
deinen Lippen

Berühre sie sinnlich
und küssen uns lang
sicher und geborgen
kannst du dich
fühlen

Ein Blick
in deine Augen
rauben mir den verstand
wir lächeln uns an
und du wartest
gebannt

Du sollst nicht mehr warten
und ich kann es nicht mehr
so streife ich sanft
deinen Pullover
beiseite

Deine Haut berühren
mit der Klinge
streicheln
durchschneiden
und sehe in deinen Augen
die beruhigte Aufregung

Schneide
wieder und wieder
tropfen Blut bilden sich
sie schließen sich zusammen
zum fließenden Fluss

Dein Duft erfüllt mich
nicht länger kann ich
mich halten
so nähern sich
meine Lippen
dem roten Fluss

Beginne zu küssen
dein warmes Blut
dieses hohe Geschenk
ich nehme und trink
halte dich
werde stärker
geschwind

Die Kehle hinunter
löscht es diesen Durst
lässt Schwäche verschwinden
das Verlangen langsam
und stetig gelöst

Bis dein Blut gerinnt
und die Nacht erhellt
liegen wir gemeinsam
sind frei
und verbunden

© Amy Herzog

Trinken…

Verfallen in des Blutes Rausch
lustvoll schmachtend jagen
löschend warm hinab der Kehle
des Verlangen willens wagen

Schleichend nah behutsams Kuss
hoch geachtet dich verführen
sanft schneidend fließen lassen
Lippen Blut und dich berühren

Rausch erleben Herzberasend
leben rasend durch mich fließt
lebendig lieben leiden hassen
bis das nächste Blut vergießt

© Amy Herzog

Raubtier…

Wenn ich dürfte, wie ich wollte,
mein Raubtier laufen lassen könnte,
wenn ich nur sein könnte, was ich bin
dann hätte das Dasein einen Sinn.

Jagen, reißen, trinken, töten,
jede Nacht auf’s neue starten,
innerlich das Raubtier schlummert,
das Drumherum das noch verhindert.

Es kommt der Tag, da rennt es los,
soviel ist sicher zweifellos,
es kommt der Tag, da holt es sich,
jagt und trinkt ganz feierlich.

© Amy Herzog

Verlangen nach Euch!

Warum ich Euch suche,
das kann ich nicht sagen.
Doch ich weiß was ich will,
und werde das Jagen wagen.

Nur einmal vermag ich,
von Euch zu trinken.
Die Lippen benetzend,
Euer Wesen entdecken.

Das Verlangen ein Kampf,
die Jagt hört nicht auf.
Doch ich werde Euch schmecken,
verlasset Euch darauf.

Geduldig und leise verbleibe ich,
weiter im Schatten werde ich lauern.
Warten auf Euer so kostbaren Saft,
eines ist sicher, es wird nicht mehr dauern.

© Amy Herzog

Trinke von Euch…

Mit starren blauen Augen
blicke ich Euch an,
ziehe ich Euch in meinen Bann,
und findet keinen Weg zurück.
Ihr spürt die Angst in Euch,
doch Ihr könnt nicht anders,
als dem Drang mir nahe zu sein,
nachzugeben und Euch mir hinzugeben.
So schreitet Ihr auf mich zu.
Mit wohlklingender leiser Stimme
grüße ich Euch, willkommen mein Herr.
Ihr seid erstarrt vor Faszination und Angst.
So nehmt doch Platz, mein Herr,
gleich hier, nah bei mir.
Sogleich lasse ich meine Hand schreiten,
zärtlich über Euer Bein gleiten.
Streife Euern Arm hinauf
und greife sanft an Euren Hals.
Blicke Euch hypnotisch an,
und Ihr seid in Trance.
Lasset Euch küssen
auf Euer zarter Lippen.
Streichle im Kusse
über Eure Wange.
Euer Duft, der mich fängt
und mich so erregt.
So küsse ich schneller
an Eurem Hals,
beiße fest zu
und trinke von Euch.
Euer Neugier
hat den Preis,
von nun an,
gehört Ihr mir.

© Amy Herzog

Die Frau im dämmergrau…

Im Abendlichen dämmergrau,
sieht in der Ferne ungenau,
eine wunderschöne Frau,
diese Gestalt in Dunkelblau.

Auf dem Weg ins traute Heim,
umher lustwandelt sie allein,
die Gestalt steht nah im Schein,
ein großer Mann, wer mag das sein?

Er steht da und schaut sie an,
dieser wunderschöne Mann,
geht auf sie zu und begann,
zu sprechen, oh welch ein Klang.

Begleitet er sie noch ein Stück,
höflich mit betörendem Blick,
denkt sie noch, was für ein Glück,
nicht zu ahnen, das Unglück.

Er schmeichelt ihr ein letztes Mal,
sucht einen Platz der ideal,
im Dunkel ist für seine Qual,
die Uhr schlägt 12, gerad an der Zahl.

Hat er einen Platz gefunden,
beißt und trinkt er in Sekunden,
bis kein Tropfen mehr vorhanden,
die Frau im Jenseits ist verschwunden.

Der einst so höflich schöne Mann,
durch sie er neue Kraft gewann,
wartet er bis irgendwann,
bis er wieder spürt, den Drang.

Im Park er wieder warten wird,
bis eine Frau erneut rumirrt,
und sie sich in ihm verliert,
er ihr Blut nimmt und sie auch stirbt.

© Amy Herzog

Wirklichkeit…

Die Muttersprache,
Manipulation,
die man lebt,
in Diskretion.

Die Lügen,
der Dialekt,
wird gesprochen,
so perfekt.

Fremdsprechen,
das Schweigen,
das man spricht,
um nicht zu zeigen..

Wie es ist,
ein Wesen zu sein,
das Seelen frisst.

© Amy Herzog

Blut, unendlich viel Blut…

So kleiner Schritt.
Griff zum Skalpell.
Nur ein Schnitt.
Es Bahnen zieht.
Schneller fließt.
Wie tausend Flüsse.
Sich vereinen.
Zärtlich warm.
Dem Arm entlang.
Immer schneller.
Handrot gefüllt.
Durchnässt von Blut.
Sehnsucht erfüllt.
Dunkelrotes funken.
Unendlich viel.
Es hört nicht auf.
Gleich am Ziel.
Der Boden voll Tropfen.
Bilden mehr Pfützen.
Warte noch kurz.
Rauche eine Zigarette.
Nur eine Bitte
Hör nicht auf.
Blut, lauf aus.

© Amy Herzog

Die Seiltänzerin…

Hoch in den Lüften tanzt sie federleicht,
spielt ein Theater, fingiert das Lächeln.
Sie spürt es nicht, doch die Zeit verrinnt,
zu lang schon lässt sie die Augen verschlossen.

Das hauchdünne Seil ist bestimmt nur für nie,
wo sie auch sucht, sie verweilt dort allein.
Doch schlimm ist das nicht, sie lebt Harmonie,
fragend ist nur wer würd hörn, würd sie schrein?

Manchmal lässt sie ja die Neugier nicht los,
schaut hinunter zur Erde, tief in den Abgrund.
Von so weit hoch oben, scheint’s hoffnungslos,
wenn sie käme, hinab, was wär dann der Grund?

Plötzlich ein Windstoß hoch über den Wolken,
das erste mal, das sie so schwebt in Gefahr.
Kann sie sich gerade mit einem Arm halten,
verziehen schon Bilder, wie ihr Leben dort war.

Die Panik verfliegt, als sie einladend sieht,
ein schwarzes Wesen den Arm nach ihr streckt.
Der Tod stellt sich vor, sie hat keine Furcht,
er sagt, er schenkt ihr freie Erlösung direkt.

Gerade als sie den Arm greifen will, den,
welchen sie sich so lang hat ersehnt.
Hört sie ganz leise von links irgendwen,
sagt der, dass sich dieses Geschenk nicht lohnt.

Ein letztes mal riskiert sie hinüber, den Blick
zu der Stimme, die nun sagt, bleib am Seil.
Das schwarze Wesen, es ist nur ein Trick,
will treiben zwischen dich und das Leben den Keil.

Steig wieder auf, und versprechen werd ich dir,
es gibt ein Ende und du kannst gehen, für immer.
Balanciere am Seil, nur immer weiter so hier,
und ich schenke dir Leben und manchmal auch Kummer.

Jetzt liegt es an ihr, wem will sie nun folgen,
Tod oder Leben, welchen Preis will sie zahlen.
Eine Entscheidung werden wohl wir nie erfahren,
entweder oder, sie wird es ertragen haben.

© Amy Herzog

Erwachen…

Man denkt,
die Reise des Erwachens
sei beendet.
Diese schwierige,
aber wunderschöne Reise.
Tatsächlich wartet,
danach nur das Grausame.
Wie lange dieser Teil der
Reise auch gehen mag…
Und man endlich,
ganz und gar erwacht.

© Amy Herzog

Ein letzter Blick…

Aus Euer Leib das Blut gewonnen,
trink von Euch, mach Euch zu meinem,
spüre wie Ihr schwächer werdet,
Euer kleines Leben so bald endet.

Schaut mich an, seht Euch an,
seht an, was ich Euch angetan,
nehmt den Blick den Ihr noch habt,
in meinen Armen Ihr gleich sterbt.

Ein kleiner Wunsch sei Euch gegönnt,
seht noch mal die Welt so bunt,
ein letzter Kuss, dann schlaft Ihr ein,
seid in mir, für immer mein.

© Amy Herzog

Einsamer Tanz

bei abenddämmerung
tanzt sie vereint
mit hoffnung
schwebend
über der erde
entrinnen jahre
zugleich erscheint
das dasein
hellgrün
unter ihr
zu erblühen
das leuchtend gras
es beginnt
wie sie
zu lieben
den wind
voll anmut
auf ewig
traurig
allein

© Amy Herzog

Seele…

Seele in matten
Farben, getrieben
verfolgt vom
Todesschatten.
Funkenhelles Gut
des dunkelbösen,
verbleibt verdammt,
ewig vom venösen
Blut.

© Amy Herzog

Ewig grau…

Schüchtern tanzen sie gemeinsam,
und beide sind ein wenig einsam,
doch keiner spürt die Müdigkeit,
immer weiter tanzen sie verträumt.

Immerzu enger tanzen sie,
zur allerschönsten Melodie,
und merken dabei aber nicht,
unermesslich wächst die Sucht.

Stunden um Stunden vergehen so,
monatelang sind beide froh,
bis sie merken, was sie sind,
die Farbe ändert sich geschwind.

Einst waren sie nur schwarz und weiß,
doch drehten sie zu schnell im Kreis,
so wurde nach der kurzen Zeit,
ein grau, das nahm die Heiterkeit.

Beendet haben sie den Tanz,
einsam sind sie wieder ganz,
das grau wird keinesfalls vergehn,
obwohl sie sich nie wieder sehn.

Auf ewig sind sie nun verdammt,
kein Tanz sich jemals neu entflammt,
verbleiben grau so gerade eben,
der Einsamkeit doch überlassen.

© Amy Herzog

Lebenssaft…

Das Wesen in ihr längst erwacht,
es wandelt still von Nacht zu Nacht,
für Menschen eine Maskerade,
bleibt es stets die Namenlose.

Schatten ist ihr Tageslicht,
Worte nutzt sie mit bedacht,
schweigen ihre Muttersprache,
niemand weiß was sie gebrauche.

Energie durchzieht den Körper,
Begierde schon von weitem hörbar,
nähert sich, der Puls erschnellt,
das ist das was sie gewollt,

Leidenschaftlich wird geschnitten,
schon benetzt es ihre Lippen,
süßlich, warm und hoch erfreut,
trinkt sie das so heilige Blut!

© Amy Herzog

Durst…

Grelles Licht
Umgeben von Dunkelheit
Kälte und Wind ohne Ton
Zittern am ganzen Körper
Innerliche Verbrennung
Starrer glasiger Blick

Suche dich!
Leise fauchender Atem
Trockene Lippen
Das Herz immer schneller
Schmerz überall
Beginnend zu rennen

Sehe dich!
Tausend Gedanken ohne zu denken
Auf der Suche nach Blut.
Habe dich!

© Amy Herzog

 

Mädchen vom See…

Der See bedeckt mit glänzend Eis,
kraftvoll, stark und zum Beweis,
tanzt ein Mädchen leicht und sanft,
sie verspürt auch keine Angst.

Schwarzes dunkel um sie herum,
doch sie merkt es gar nicht drum,
tanzt sie weiter so wunderschön,
der See erhellt man kann sie sehn.

Ein Haus gebaut aus Lehm und Stein,
steht da gleich am See allein,
Lampen scheinen dort wohl keine,
die Hausherrin braucht keine Feinde.

Allein lebt sie dort an dem See,
erfreut sich an Natur und Schnee,
freundlich zu den Tieren ist,
niemals sie die Tiere isst.

Im Schatten sie doch dennoch lebt,
warum? sie über Seelen schwebt,
getrieben wie ein wildes Tier,
Blut braucht sie, so jagt sie hier.

Manchmal kommt ein Mensch vorbei,
denkt er noch, er wäre frei,
doch schon bald bemerkt er schnell,
dass das Mädchen dort Blut will.

Wie es aber immer war,
so ist es auch dieses mal,
gibt es niemals ein entkommen,
das letzte fühlen ist ein brennen.

Und das Mädchen tanzt so weiter,
wartet einfach immer weiter,
bis das nächste Opfer kommt,
welches sie auch nicht verschont.

© Amy Herzog

Schattenmädchen…

Im dunkeln geht sie durch die Gassen,
fernab all dieser Menschenmassen,
gehüllt in schlichtes, schwarzes Kleid,
fast unsichtbar diese Schönheit.

Haut so blass im Schein der Laternen,
ein Lächeln auch auf Ihren Lippen,
verborgen bleibt das innere Feuer,
genauso auch das Ungeheuer.

Niemand wagt sich in die Nähe,
verirrt sich nur mal eine Krähe,
ein Mensch schon auch mal hier und da,
nur selten bleibt dieser auch nah.

Das Ungeheuer, so gut verborgen,
lässt alles um sich rum verdorben,
mit Eifer ist es stets dabei,
schlägt alles hier und da zu Brei.

Doch denkt man nun, oh böses Mädchen,
so lest nochmal was oben steht,
im Schatten lebt sie Nacht für Nacht,
nur ganz allein sie immer lacht.

Versucht sie immer all zu oft,
warten, hofft und hofft und hofft,
dass eines Tages eines kommt,
ein Jemand, der nicht davon mehr rennt.

Verdammt nun wandelt sie umher,
von Ort zu Ort, es schmerzt zu sehr,
der Weg wie weit er mag noch sein,
wann fürt sie jemand ins Licht hinein.

So bös‘ will sie doch gar nicht sein,
es ist doch nur das in ihr Schein,
es lebt im Schatten immer zu,
kein weitres Ungeheuer kommt hinzu.

Suchend wandelt sie Nacht für Nacht,
führt gegen Menschen zu viel Schlacht,
auf dass es irgendwann erscheint,
das Menschelein, das stehen bleibt.

© Amy Herzog