Trinken

mein Brunnen

ich betrinke mich
mein feuchter Brunnen
so taumelig in den Gedanken
wanken im unverfälschten Duft
und fließt in jedem Vollmond
deine warme Sehnsucht
tropfend über Haar
und nackter Haut

© Amy Herzog

roter Schwan

Mein roter Schwan
ich brenne
löcher in meine weiße Haut
und werde Asche
ohne dich
trinke bodenloses Herz
aus deiner Seele
und werde
ich

© Amy Herzog

Regenmacht…

So wird er nicht versickern,
der Regen, den ich trinke,
nur wird er mich auch nähren,
während ich doch versinke?

So scheint er doch zu wichtig,
beginnt in mir schäumen,
nur kann ich mich noch sehen,
durch all das Wasserträumen?

So schwimme ich nur mit ihm,
lass‘ seelenruhig ertrinken,
der Traum, er könnt‘ doch leben,
oder zum Leb‘ wohl winken.

© Amy Herzog

Lebenssaft…

Das Wesen in ihr längst erwacht,
es wandelt still von Nacht zu Nacht,
für Menschen eine Maskerade,
bleibt es stets die Namenlose.

Schatten ist ihr Tageslicht,
Worte nutzt sie mit bedacht,
schweigen ihre Muttersprache,
niemand weiß was sie gebrauche.

Energie durchzieht den Körper,
Begierde schon von weitem hörbar,
nähert sich, der Puls erschnellt,
das ist das was sie gewollt,

Leidenschaftlich wird geschnitten,
schon benetzt es ihre Lippen,
süßlich, warm und hoch erfreut,
trinkt sie das so heilige Blut!

© Amy Herzog