blut

kalt

übrig bleibt schwappendes Blut
in rostigen Rohren
und das zu tief in dir Verborgene
weil ich es nicht mehr kann
bin ich kalt
und findest du mich nahe Nacht
erkennst du mich
nicht

© Amy Herzog

Splitter

© Amy Herzog

verewigt

Dein altes Bild
tropft mir aus dem Mund
wie wärmend über Kinn und
ungeküsste dunkelzarte Lippen
malerisch auf Haut, Brust und Rippen
und duftet dickflüssigrot die Lust
spielendlieben Vollmondzungen
in Feuerkerzen, Luft und Wein
verewigt im tiefen Bauch
so bist du mein

© Amy Herzog

roter Schwan

Mein roter Schwan
ich brenne
löcher in meine weiße Haut
und werde Asche
ohne dich
trinke bodenloses Herz
aus deiner Seele
und werde
ich

© Amy Herzog

N U R Kunst.Blut.

© Amy Herzog

Dein sein.

Ich kann diesen Mord verstehen. Es musste ja so kommen, denke ich in den letzten Minuten meines Lebens, während es nach und nach dunkler und leichter in mir wird. Das Blut, mein Blut, welches sich in einer dunkel-dickflüssigen Lache um mich herum ausbreitet, kann ich sehen, aber nicht mehr fühlen. Nicht die Wärme, auch nicht die Nässe. Mein regungsloser Körper ist nicht mehr, nicht mal mehr kalt. Und nachdem ich all die Jahre selbst unter den zahlreichen Betten verflossener Liebhaber mit einem Messer gelegen hatte, wartend auf die Gelegenheit ihnen dieses Messer in die Brust zu stechen, sie aufzuschlitzen, um ihnen das Herz zu entnehmen, es einzulegen in Formaldehyd, damit es für immer mein sein würde, war es der einzig logische Weg, dass einer von ihnen mir nun den Garaus macht, sich das traut, was ich nur stillschweigend lebte. Noch dazu hat er, unwissend darüber, dass ich eine Weile auch unter seinem Bett lag, nicht nur sein Leben gerettet, sondern vor allem das seiner Brüder. Ich jammere also nicht herum, ziehe keine schmerzverzerrte Fratze, sondern blicke starr, mit glänzenden, erwartungsvollen Augen in die Augen meines Mörders. Und ich kann diesen Mord verstehen. Ihm wollte ich mein Herz entziehen, er wollte, dass es für immer ihm gehört. Und gleich wird es vorbei sein, ich werde vorbei sein, gleich bin ich dein.

Ende

Der Dolch
inmitten meiner Brust
ist unvermeidlich

Dem elendigen Schmerz
so tief wie der Marianengraben
stopft er das Maul
gesellt dich zu den Geistern
die mir meine wunde Seele rauben

Endlich kann ich glauben
unsere letzte Nacht
fand Ende
ich schließe sie mit einer Brosche
und vernähe die blutende Geschichte
mit deinen Wimpern

© Amy Herzog

Furcht bleibt

tränen verschweißen meine augen
starre in verschwommenes
schreibe in fingerspuren auf sandpapier
glattgeschmirgeltes gedankengut
albträume räumen die nacht
und lassen die leiche spurlos verschwinden
ich denke an nichts, nichts, nichts..
aber wenn ich wieder klar sehe
atme ich tiefblutentkleidete furcht
in deine kalte richtung

(furcht sitzt da, wo das herz verblutete)
- der platz war noch warm

© Amy Herzog

Schaumbad

Meine Bleiatmung zeichnet Schatten
in bodenlose Schlaglöcher
schnappt an scharfen Kanten
nach Zärtlichkeit
blutet aus meinen Fingern
doch nur die Last aus meinem Herzen

unter Verschluss
den Schlüssel in die Flut

hinter den Fenstern meiner Seele
bleibt es schwarz
es duftet nach unberührtem Schnee
nach Ruhe und Sicherheit
wie Illusion nach rosa Zuckerwatte
vom Valentinstagsrummelplatz schmeckt

Hitze steigt aus meinem Aderlass
in prickelnden Regenbogenblubberblasen
und ein Platz ist noch frei
steig dazu, solange mein Bad noch warm ist
und der Schaum mein Wort bedeckt
bis ich in der fernen Endlichkeit koaguliere

© Amy Herzog

(k)lippe

hab mir die lippen blutig gebissen
und hab’s nicht mal gemerkt
stoß mich runter, liebster
na los, festfest, mit einem ruck
ich verspreche, ich schaue nicht zurück
und bitte versprich du es mir auch
mit letztem kuss von der klippe
dann ist es vorbei, endlich

vorbeivorbeivorbei

ich bin zu feige
du nur eine konsequenz

© Amy Herzog

Blutende Finger

Wann immer meine Finger bluten
mein Liebster, lege ich sanft
jedes totgefahrene Wort in dein
leergetrunkenes kaltzerkratztes Gefäß
schwerwiegendvolltrunken

Badend lege ich die Kleider nieder
und mein Herz knistert dich gleichmäßig
tief in meinen dunkelsten Traum
aus Wahrheit, Lügen, Lachen, Gold und Rot

Und wann immer ich meine kleine Welt
so achtlos und naiv in deine lege
bist du mir Atlas, stark
vom Sonnenschein geblendet
und von meiner Sehnsucht betrogen

Dann mein Liebster, dann
beginnen wahrhaftig
meine Finger für dich zu bluten

© Amy Herzog

über-irdisch

Wie einst tiefrot
leuchtende Lebensenergie
meine blassen Lippen benetzte
stiegen wir aus unseren schweren
nassen Körpern empor

Keine irdische Schrift könnte
wollte unsere Sprache
verstehen, beschreiben, fühlen,
niemand wird sie je begreifen
sie sind alle zu laut

Wie unsere Seelen aber fließen
wenn alles schweigt
erhöre ich in meinen Tiefen
deinen sehnenden Ruf

Und fühle ich auch nur
dein Blut in meinen kalten Venen
hält mich die Wärme fest
und ich spreche dir die Sprache
die du nur für uns erschufst

© Amy Herzog

kalt

es häutet mich 
von innen
wie von sinnen
haftet in blauen venen
gefrorenes blut 
und mein lautes sehnen 
ruht nunmehr ohne 
punkt und ohne komma
in endlosen sätzen
oh wortlos schlagender stein 
so höre ich noch
mein kratzen und ächzen 

© Amy Herzog

Zerrissenheit

dein Seelenriss
spuckt Blut auf den Bordstein
während eine Leere innerlich kitzelt
und Freudentränen weint

dein Springbrunnen aber
der im Mondlicht am schönsten glitzert
ist atemberaubend

nie war ich so schön
wie in dir
und könnte ich mich durch deine Augen sehen
wüsste ich, wer ich bin

bis dahin
schenke ich dir meinen Atem
lege meine Seele schützend über deine
und lecke dein Blut

© Amy Herzog

Warten!

Kein Wort!
Kein Atem!
Kein Schrei!
Durchdringt meine trockene Kehle,
gefangen bleibt der Sinn,
meine von Maden zerfressene,
kleine Melancholieblutende Seele!

Im Aschestaub zerfallen,
regnet vertrocknete Liebe
Reißt Löcher tiefer ins rote Fleisch.
Herz aus Eis,
ohne Seele,
voller Leere,
im Wertlos dunkelroten,
warmen Teich!

Beiklatschen zum Elend
tiefer ins Schwarz!
Ist der Herzschlag
nur einen Tod weit entfernt.
Rase gefangen
Richtung fliegen im Traum,
liegen im Schaum,
warten, auf die Liebe
die mich endlich befreit!

© Amy Herzog

Seelenschnitt…

Ich atme deine Worte ein,
sie rauben mir die Luft,
erdrosselt liegt die Hoffnung hier,
es raucht des Sterbens Duft.

Tränen die vergossen sind,
nur Blut tropft in den Fluss,
Schatten über Glück sich legt,
versperrt den letzten Kuss.

Tief der blutend Seelenschnitt,
doch nichts gegen den Schmerz,
ich bade unter Rauch und Schwarz,
es ruht – mein stummes Herz.

Ich atme deine Worte ein,
sie gaben mir die Scherben,
aßen reich und tranken Wein,
und ließen mich im Sterben.

© Amy Herzog

Herzblut..

Aus Liebe lieblos lieben lassen,
ein Schweigen dreht sich fort,
in Herzenswunden Blut vergossen,
bleib‘ ich vereinsamt dort.

Aus Liebe einsam Leid ertragen,
gestorben wird dann stumm,
die Tränen können auch nichts sagen,
doch keiner weiß warum.

Aus Liebe lachen bis zum Schluss,
und sei’s auch ohne Sinn,
bin glücklich mit dem kalten Kuss,
bis ich verblutet bin.

 

© Amy Herzog

Letzte Schrift..

In den Stunden trüber Blicke,
zitternd um den Atemzug,
ward gefüllt die schwere Lücke,
wie ein Licht zur Küste trug.

Schlagen falsche Worte nieder,
aus den Augen fließt das Blut,
mit des Herzenswunden Lieder,
ertrinkend an der letzten Flut.

Aus der Seele schwimmen Schreie,
auf die Wand die letzte Schrift,
ob ein starkes Wort befreie,
bevor mein Herz das Jenseits trifft.

 

© Amy Herzog

Schweigendes Wort

Ich spüre diesen bitt’ren Schmerz,
und flüstern Worte durch die Luft,
so rinnt das Blut aus meinem Herz,
entfacht des Rosenblütens Duft.

Doch hielt ich sie gefangen hier,
so gleich kommt jeder Dorn zu nah,
und sticht erneut ins Herze mir,
den Duft im Worte, was einst war.

Nun fließt das Blut ins blaue Meer,
und trägt die duftend Blüten mit,
ich ruhe hier, und denk‘ zu schwer,
was mein verschwiegen’s Wort erlitt.

© Amy Herzog

Wo Blut fließt…

Wo Blut fließt, fließt auch Leben,
warum nur dann der Tod,
erweckt doch Herz im Beben,
so nur aus kranker Not.

Wo Blut fließt, fließt auch Liebe,
und wird sie auch verenden,
im Schatten all der Diebe,
doch könnt‘ das Blatt sich wenden.

Wo Blut fließt, fließt auch Leid,
nur trägt der Tod den Mut,
zwar geht’s auf Messers Schneid,
und hebt am End‘ den Hut.

© Amy Herzog

Rosendornen…

Verschlinge Rosendornen
Sorgen bluten aus dem Herz
Für das Gefühl, so laut schreit es
Kühler der Wind reist durch die Zeit
Leicht da schleift es, trinkt den Wein
Die Seelenleere wird zu Stein
Weint derweil und verbleicht
Betrunken vom Sein..
© Amy Herzog

Asche & Blut!

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Schwarzes Blut!

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schwarzes Blut
durch meine Adern
lebe ich von deinem Wein
meine Kraft, sie fließt in dir
und in der Nacht
hol ich sie mir!

© Amy Herzog

Warmes Blut…

dein warmes Blut
bemalt meine Lippen
fließt durch Fleisch
– lauter Explosionen
der Lebensenergie
in bunten Farben
erwachen zum Leben

© Amy Herzog

Blutesmacht…

Dunkel die Nacht und du warst da – nah!
Als sei es ein Traum kamst du näher
– näher, näher, unendlich nah!
konnt ich deine Lippen schmecken
doch meinen Augen kaum trauen

Sanft ein Schnitt in deine Lippen
– süß, dein Blut
konnt ich dein Wesen entdecken

Und sie war da – wie ein Blitz!
die Leidenschaft die entfacht
mit deiner Blutesmacht

Wie im Traum
ein Rausch – wollt ich mehr
beißen, schneiden, trinken
mehr und mehr im Feuer versinken

Als sei ich ein wildes Tier
über dich herfallen!
Bis dein Blut in mir
die Flammen ersticken

© Amy Herzog

Rausch deines Blutes…

Der Gedanke daran,
lässt den Rausch schon erahnen,
das Feuer entfachen,
wie es könnte wohl schmecken.

Was wird es mir sagen,
es wird dich verraten,
mir alles offenbaren,
nie wirst du dich
verstecken können.

Nur nach deinem
Blut will ich jagen,
ich kann es schon riechen
und den Hunger schon spüren.

Nur dich will ich begehren.

© Amy Herzog

Rette diese Leidenschaft…

Der letzte Zigarettenrauch,
zieht durch die kalten Lippen,
hockend in der Ecke wartend,
in die Leere starren.

Die letzten Tränen in Kristall,
sie sind schon längst vergossen,
kann ich des Wassers rauschen,
noch immer lauter hören.

Ist das Feuer schwach erfroren,
gänzlich wird es ausgeloschen,
so zeige schnell dein heißes Blut,
verbrenne mich mit deiner Glut.

Wird es hier nur immer nasser,
– doch kämpfe –
vertreib das Monster Wasser,
rette diese Leidenschaft,
verbrenne sie mit deiner Macht.

© Amy Herzog

Begehren…

In jeder langen finsteren Nacht,
bin ich schreckhaft aufgewacht.

Spürte ich noch was ich war,
doch zugleich auch was geschah.

Jede Nacht starb ein Stück Seele,
zurück blieb nur die leere Hülle.

Schon lange nicht mehr das was war,
bin nicht mehr warm, nur Kälte starr.

Mein warmes Blut, es ist gefroren,
nur deines spüre ich noch glühen.

Niemand sieht, niemand versteht,
was auf der Welt noch vor sich geht.

Doch sind die Menschen mir willkommen,
sofern ihr Blut noch nicht geronnen.

Blind wie sie sind zieh ich sie an,
zieh sie direkt in meinen Bann.

Spiele etwas und lass sie liegen,
wenn ich bekam, was mein Begehren.

Der toten Seele ist egal,
was der Mensch hat für ne Qual.

Ich will nur an ihr glühends Leben,
allein nur das ist mein Begehren.

© Amy Herzog

Sehe ich dich rot…

Dein zartes Antlitz seh ich hier
Versteinert deines Blickes
Ängstlich stehst du hier vor mir
Verteidigst du des Endes

Öffne mich dir innerlich
So sehe ich dich rot
Geleite ich dich so glücklich
Zum blutend roten Mond

© Amy Herzog

Sie schlafen nie…

In der Nacht fühlen wir uns wohl,
dem Tage sagen wir lebewohl,
vertreiben all die schönen Nächte,
bis zuletzt die ganzen Ängste.

In Freiheit wandeln wir umher,
viel zu gern wüsst‘ ich woher,
durchkreuzen Orte nah und fern,
und suchen nach uns’ren Opfern.

Genießen Ruhe ohne Wut,
in Ruhe trinken wir das Blut,
in nächtlich schöner Harmonie,
Vampyre nein, die schlafen nie.

© Amy Herzog

Schenkt mir Euer Leben…

Nur ganz kurz kostete ich
des Teufels Feuer
und brach mir das Genick.
War’s mir geheuer,
nein, ich Liebe Euch
und Euer Blut.
Ich war nur bleich
und was bin ich schon,
Ihr seid Leben
und sogleich
rann Euer Blut’s Geheimnis
in meines, in mein Streben
nach Euer Leben.
So lasst mich kosten,
mein Herr,
demütig knie ich vor Euch
und Euer Leben.
Schenkt mir Euer Blut,
es soll fließen,
lasst mich nicht sterben.

© Amy Herzog

Sein Blut…

sie wollte so sehnlichst
ihn in Stücke zu reißen
das Blut aus seinem Leibe
mitten aus dem Herzen zu beißen
trinken, bis es ihm dunkel wird
kaum mehr Luft in den Lungen weht
der Tod schon an die Türe klopft
bevor das letzte Blut vertropft
nimmt sie ihn noch bei der Hand
streichelt ihn zuletzt ganz sanft
ist ihr Durst endlich gestillt
dankbar ist sie nun gewillt
sein Leben ihm zu lassen
den Tod noch zu fassen
ihn zu verjagen
fort ist er
und sie kann lieben
den Mann der bereit war
ihr zu geben, sein Leben

© Amy Herzog

Dein Blut…

So müde, so schwach
die ganze Nacht
liege ich wach
sehnsüchtig denkend
an deinen Duft
den schlagenden Puls
im starken Impuls
jage ich dich
bis ins Licht
dein Blut wird mein
warm getrunken sein

© Amy Herzog

Freies Blut…

Aus knochentiefen
Schnitten fließt Blut,
es will nicht gerinnen,
nein, es will flüchtend
frei Leben im Tod.

© Amy Herzog

Dein zu mein…

So sehr begehre
ich dein Blut
kann kaum klar denken
in mir brennt es
heiß wie Glut

In Gedanken
zerfleische deine Brust
reisse dein Herz
heraus und trinke
mit Lust

Trage ich dich
solang auf Händen
wenn du es mir gibst
und es zu meinem wird
spüre ich dein Leben

© Amy Herzog

Sanguine…

Sanft legst du dich nieder
in meine Arme
streiche über dein Haar
und nähere mich langsam
deinen Lippen

Berühre sie sinnlich
und küssen uns lang
sicher und geborgen
kannst du dich
fühlen

Ein Blick
in deine Augen
rauben mir den verstand
wir lächeln uns an
und du wartest
gebannt

Du sollst nicht mehr warten
und ich kann es nicht mehr
so streife ich sanft
deinen Pullover
beiseite

Deine Haut berühren
mit der Klinge
streicheln
durchschneiden
und sehe in deinen Augen
die beruhigte Aufregung

Schneide
wieder und wieder
tropfen Blut bilden sich
sie schließen sich zusammen
zum fließenden Fluss

Dein Duft erfüllt mich
nicht länger kann ich
mich halten
so nähern sich
meine Lippen
dem roten Fluss

Beginne zu küssen
dein warmes Blut
dieses hohe Geschenk
ich nehme und trink
halte dich
werde stärker
geschwind

Die Kehle hinunter
löscht es diesen Durst
lässt Schwäche verschwinden
das Verlangen langsam
und stetig gelöst

Bis dein Blut gerinnt
und die Nacht erhellt
liegen wir gemeinsam
sind frei
und verbunden

© Amy Herzog

Trinken…

Verfallen in des Blutes Rausch
lustvoll schmachtend jagen
löschend warm hinab der Kehle
des Verlangen willens wagen

Schleichend nah behutsams Kuss
hoch geachtet dich verführen
sanft schneidend fließen lassen
Lippen Blut und dich berühren

Rausch erleben Herzberasend
leben rasend durch mich fließt
lebendig lieben leiden hassen
bis das nächste Blut vergießt

© Amy Herzog

Trinke von Euch…

Mit starren blauen Augen
blicke ich Euch an,
ziehe ich Euch in meinen Bann,
und findet keinen Weg zurück.
Ihr spürt die Angst in Euch,
doch Ihr könnt nicht anders,
als dem Drang mir nahe zu sein,
nachzugeben und Euch mir hinzugeben.
So schreitet Ihr auf mich zu.
Mit wohlklingender leiser Stimme
grüße ich Euch, willkommen mein Herr.
Ihr seid erstarrt vor Faszination und Angst.
So nehmt doch Platz, mein Herr,
gleich hier, nah bei mir.
Sogleich lasse ich meine Hand schreiten,
zärtlich über Euer Bein gleiten.
Streife Euern Arm hinauf
und greife sanft an Euren Hals.
Blicke Euch hypnotisch an,
und Ihr seid in Trance.
Lasset Euch küssen
auf Euer zarter Lippen.
Streichle im Kusse
über Eure Wange.
Euer Duft, der mich fängt
und mich so erregt.
So küsse ich schneller
an Eurem Hals,
beiße fest zu
und trinke von Euch.
Euer Neugier
hat den Preis,
von nun an,
gehört Ihr mir.

© Amy Herzog

Blut, unendlich viel Blut…

So kleiner Schritt.
Griff zum Skalpell.
Nur ein Schnitt.
Es Bahnen zieht.
Schneller fließt.
Wie tausend Flüsse.
Sich vereinen.
Zärtlich warm.
Dem Arm entlang.
Immer schneller.
Handrot gefüllt.
Durchnässt von Blut.
Sehnsucht erfüllt.
Dunkelrotes funken.
Unendlich viel.
Es hört nicht auf.
Gleich am Ziel.
Der Boden voll Tropfen.
Bilden mehr Pfützen.
Warte noch kurz.
Rauche eine Zigarette.
Nur eine Bitte
Hör nicht auf.
Blut, lauf aus.

© Amy Herzog

Ein letzter Blick…

Aus Euer Leib das Blut gewonnen,
trink von Euch, mach Euch zu meinem,
spüre wie Ihr schwächer werdet,
Euer kleines Leben so bald endet.

Schaut mich an, seht Euch an,
seht an, was ich Euch angetan,
nehmt den Blick den Ihr noch habt,
in meinen Armen Ihr gleich sterbt.

Ein kleiner Wunsch sei Euch gegönnt,
seht noch mal die Welt so bunt,
ein letzter Kuss, dann schlaft Ihr ein,
seid in mir, für immer mein.

© Amy Herzog

Seele…

Seele in matten
Farben, getrieben
verfolgt vom
Todesschatten.
Funkenhelles Gut
des dunkelbösen,
verbleibt verdammt,
ewig vom venösen
Blut.

© Amy Herzog

Längst geronnen…

leere
bis ich lebe
aus tiefster seele
aufrichtige liebe
gerinnt

© Amy Herzog

Lebenssaft…

Das Wesen in ihr längst erwacht,
es wandelt still von Nacht zu Nacht,
für Menschen eine Maskerade,
bleibt es stets die Namenlose.

Schatten ist ihr Tageslicht,
Worte nutzt sie mit bedacht,
schweigen ihre Muttersprache,
niemand weiß was sie gebrauche.

Energie durchzieht den Körper,
Begierde schon von weitem hörbar,
nähert sich, der Puls erschnellt,
das ist das was sie gewollt,

Leidenschaftlich wird geschnitten,
schon benetzt es ihre Lippen,
süßlich, warm und hoch erfreut,
trinkt sie das so heilige Blut!

© Amy Herzog

Durst…

Grelles Licht
Umgeben von Dunkelheit
Kälte und Wind ohne Ton
Zittern am ganzen Körper
Innerliche Verbrennung
Starrer glasiger Blick

Suche dich!
Leise fauchender Atem
Trockene Lippen
Das Herz immer schneller
Schmerz überall
Beginnend zu rennen

Sehe dich!
Tausend Gedanken ohne zu denken
Auf der Suche nach Blut.
Habe dich!

© Amy Herzog