Zeit

Vom fehlenden Traum…


Gestern Nacht haben wir noch geredet,

Eng gekuschelt und lauthals gelacht,

Die Zeit mit dir verging nur zu schnell,

Im Traum durch die glänzende Nacht.

 

Heute schlägt die Uhr schon Mitternacht,

Der Mond zählt fleißig kleine Schafe,

Und ich? Ich warte, warte, warte,

Bis ich endlich wieder mit dir schlafe.

 

Heute Nacht ist es irgendwie anders,

In meinem Bauch tanzen Schmerz und Leid,

So ganz genau weiß ich es zwar nicht,

Aber es fühlt sich an wie Einsamkeit.

 

Mein Herz ist vorhin schon ausgezogen,

Es schlägt leise nur noch neben mir,

Sehnsucht klopft, zuckt und pulsiert,

Bis es endlich wieder schläft mit dir.

 

Hab wohl nur zu viel nachgedacht,

Wollte mich in Träume nicht legen,

Hätte ja sein können, dass du klingelst,

Stehe neben mir der Hoffnung wegen.

 

Nun warte und warte ich wie auf den Zug,

Dabei bin ich schon viel zu leer,

Doch ich warte, dass der Traum nochmal klopft,

Denn das Herz ist inzwischen sehr schwer.




© Amy Herzog

Die Uhr tickt…


Sehe wie sie tickt,

Die Uhr an der Wand,

Spüre, wie sie die Zeit nimmt,

Und mein Leben sekündlich,

Treibt an den Wegesrand.

 

Trinke meinen Kaffee,

Und ziehe mich langsam an,

So als hätte ich ewig Zeit,

Doch die Ruhe täuscht,

Der Weg ist nicht weit.

 

Schaue nochmal hin,

Die Welt, sie ruft nach mir,

Zieht mich in alle Richtungen,

Läuft und rennt schnell,

Nur nicht zu dir…

 

Erst am Abend,

Sehe ich sie wieder,

Die Uhr tickt noch immer,

Nur ist es wieder später.


Und dich habe ich verpasst,

Wir alle sind hier nur Gast,

Wieder hatte ich heute,

Die rast nur fast…

 

Und dich habe ich

Leider dabei verpasst…


© Amy Herzog

Der eine Moment…

In Deinen Worten habe ich mich verirrt
Meine Seele liegt in Deiner so verwirrt
So unwissend und doch so geborgen
Wohl behütet in Deinen sanften Träumen

Sei es die Sekunde, nur der kleine Moment
Nur ein Windhauch in der ewig langen Zeit
Aus den Weiten der Welt nur ein kleines Fragment
Liebe ich dennoch die Wärme, die verweilt

Ich fürchte mich nicht vor Deiner Welt
Schreibe mit Seelenzerflossener Tinte
Mein Herz, Du kannst Liebe damit basteln
Auch wenn Du am Ende mir reichst eine Flinte

So hat sich doch jeder Moment gelohnt
Diese Kurze Zeit im flüssigen Glück
Und sollt‘ es nicht reichen bis zum Mond
Ich wünsche einfach den Moment zurück

© Amy Herzog

Das Karussell…

Gedanken kochen
Laute Stimmen brodeln
Im bunten Karussell
Lassen Nerven brennen
Drehen durch stumme Zeiten
In wortlos schreienden Ruinen
Doch es steht niemals still
Das bunte Karussell

© Amy Herzog

Weiter Weg?

Getrieben von Sehnsucht
im stillstehenden Wind,
nach dem Sinn ohne Verstand,
reise ich weiter – bis weit,
bis das Leben vereist
über die Zeit, über den Rand.

Was ist noch Zeit,
wenn sie zu schnell rennt,
und das Gefühl still steht?
Ist der Weg dann noch weit?
Wenn ich nicht mehr weiß,
wohin der Weg geht.

© Amy Herzog

Flüchtige Momente bleiben…

Meine lauten Schreie nach Hoffnung,
können nicht mehr gehört werden.
Zu leise sind sie – ich schlafe, leer, taub,
als sei mein Leben aufgebraucht.
Verletzt und voll starker Schmerzen,
bleibt fort der kleine Funken Hoffnung
auf eine kleine letzte Rettung.

Die Luft um mich wird dünner,
während die Erinnerungen an den letzten Kuss
restlos verblassen, mich allein hier lassen.
Im Nichts gefangen.
Mein warmes Blut fließt in Strömen,
und die Schmerzen muss ich nicht mehr spüren.
Am Ende hört es endlich auf,
nichts wird mehr fließen.

Flüchtige Momente bleiben
in Momenten, die sich nicht mehr reimen,
nicht mehr färben, nur grell leise lärmen.
Doch das Leben geht für euch weiter,
dreht sich bunt um Illusionen.
Bin ich doch dort und hier verschwunden.
Ihr Menschen, ihr bleibt bitte heiter
und lebt immer glücklich weiter.

Auch ich werde sein,
nur nicht hier, nicht dort,
Bin ich fort? Ich weiß es nicht – ich schlafe.
Und mag’s sich nicht mehr reimen,
der Rhythmus in mir nicht mehr pochen,
so hab ich mich noch nicht verloren,
bin ich nur für euch verschwunden.

Irgendwann, wenn auch ihr müde seid,
schreit, und nach letzten Lüften greift,
dann werde ich warten,
mit wolkenweicher, warmer Luft,
leise warten und empfangen, flüstern:
Ein Gedicht wird am Ende, selbst hier im Nichts
niemals enden können.

 

© Amy Herzog

Die Zeit heilt Wunden?

mein Herz sitzt Schiwa
die Uhr tickt langsam, leise
wie können Wunden heilen
wenn das Leben die Reise
längst beendet hat

der Rauch bleibt stehen
raubt Luft und Sehen, fühlt
mein Körper keine Zeit
die Wunden bleiben, Tage
Wochen, im Blut eingehüllt

weckt mich dann die Sonne
wann, ich sehe sie nicht
die Schatten um mich herum
Menschen hören nicht mich
nur das schwarze Blickdicht

© Amy Herzog

Sternenseele…

lauwarme Nacht
vom grauen Rauch umhüllt
in der Ferne die Sterne
der Mond, der
über mich wacht

ein Stern
funkelt klar
in der dunklen Pracht
fühle ich nah
deine ferne Seele
sie scheint hell
ich bleibe erwacht

bis die Zeit
kühle Morgenluft weht
die Sonne den Stern
verblassen lässt
und deine Seele
unsichtbar macht

© Amy Herzog

Flüchtige Erinnerung…

 

nacht um nacht
zwischen lauten schreien
kreuzen unsere wege
in flüchtigen blicken

rennen durch flure
aneinander vorbei
alle sind um uns
nur nicht wir zwei

das rasen der uhren
zum stillstand bringen
in kleinen momenten
die lautlos scheinen

in diesen momenten
des flüchtigen blicks
scheint es kurz so
als gehöre die welt uns

© Amy Herzog

Im Vakuum…

Die Zeit steht still
wie in einem Vakuum
bekomme ich keine Luft
Die Welt rennt
mit ihr der Duft
der sie erfüllt
Macht was sie will
und ich vergess
hier ist es nur stumm
Nur leise höre ich
die rennende Welt noch summ
wohin ich auch gehe
mit mir das Vakuum

© Amy Herzog