Weg

Atmen

Darauf eine Tasse Kaffee zum Frühstück,
viel Regen und ein Stückchen Weg.

Halte meine Hand,
bevor ich mich in einer Pfütze verliere.
Wie verrückt ich werden kann?
Na, wie nicht?!
Dann halte ich die Luft an
für die Antwort,
die mich wieder atmen lässt.
War immer nur Reflex.
Und Angst.

Aber reden wir
nicht.
Ich halte deine Hand,
bevor die Pfütze mir zeigt
was Wahr ist.
Und wenn ich ertrinke,
dann denke ich
an dich.

Und atme weiter.

© Amy Herzog

Weg

Wer den einen Weg geht
nimmt bei der Hand
die Melancholie
weil der andere Weg
verwehrt bleibt
die Phantasie
treibt an

© Amy Herzog

Wohin?

Treibt mich jeder Tag
durch seine eigene kleine Zeit,
über jeden Weg, ob steinig, ob weit.
Doch nichts. Nichts war je weit genug
auf meiner schier endlosen Strecke
des Wartens. Das Leben, der Sinn,
wie ich den Boden lecke, doch
wo nur, wo treibt’s mich hin?

© Amy Herzog

Zitat: wer ein Ziel will, …

Wer ein Ziel will, darf den Weg nicht scheuen, er sei glatt oder rauh.

Theodor Fontane 

Meine Wurzel..

Woran denn klammert sich meine Wurzel,
in dunklen Stunden, in Stürmen, im Sand,
leise getrieben von Furcht in den Flammen,
Gedanken getrieben bis zum Meeresrand.

Wo denn hier finde ich schützende Wände,
in Flammen, im Treiben, im ängstlichen Mut,
stehe mit nichts als den Händen voll Asche,
und warte verloren am Rande auf Flut.

Wo denn noch finde ich blühende Wege,
umgeben von Asche bleibt Hoffnung ergraut,
ich springe in meterhoch schlagende Wellen,
in Hoffnung die Wurzel dann Liebe erbaut.

© Amy Herzog

Richtung…

Schreien in die selbe Richtung,
schlagen unsere Herzen gleich,
graben selbst die tiefsten Löcher,
schweigen wie ein Fisch im Teich.

Worte fliegen um Gesichter,
Fetzen bleiben stumm bedeckt,
schlafen mit den hellen Augen,
wünschen, dass uns einer weckt.

Irren lautlos durch die Straßen,
winken trüb dem richtigen Weg,
fügen uns den eigenen Löchern,
schleichen einsam dem Abweg.

Schreien in die selbe Richtung,
sind es tausend Löcher wert?
Unsere Seele schläft in Fetzen,
wo sich unser Herz noch wehrt.

 

© Amy Herzog

Zitat: Ziel 

Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg; was wir Weg nennen, ist Zögern.

– Franz Kafka 

Ankommen?

Ich dachte einst vor langer Zeit,
dass ich schon angekommen wär,
doch jagt mich hier die Traurigkeit,
umhüllt von Sehnsucht immer mehr.

Der Weg, ist er denn endlos lang,
so sag, wohin wird er mich führen?
Zuweilen wird mein schwerer Gang,
in Sackgassen das grau berühren.

Ich dachte einst vor langer Zeit,
dass ich längst angekommen wär,
und wird der Weg auch endlos weit,
die Hauptsache, er bleibt nicht leer.

© Amy Herzog

Blühender Weg…

Und flüsternd atmen all die Worte,
ahnungslos – doch Hand in Hand,
wohin der Weg auch führen mag,
so wage ich den Schritt zum Rand.

Und schweigend wehen laue Winde,
als schwebten sie mich hin zum Glück,
und schlaf‘ ich ruhig in deinem Schutz,
die Hoffnung weht mich nicht zurück.

Und schaltet sich die Welt dann aus,
in Wärme schwimme ich durchs Meer,
saphirblau strahlt dein Liebesblick,
so blüht der Weg in Zukunft sehr.
© Amy Herzog

Mit dir..

Mit dir gemeinsam kann ich atmen,
wo unser Wind nur schweigsam weht,
so fließt die Wärme durch die Meere,
auch wenn der Weg durch Wüsten geht.

Nicht zu ermessen sind die Worte,
selbst wenn es aus der Tiefe spricht,
am Grund des Meers zu verborgen,
doch findet sich selbst dort noch Licht.

Mit dir gemeinsam kann ich sehen,
ein Lächeln scheucht die Schatten fort,
und wenn wir durch die Wüsten gehen,
dann schweigend zwar, doch bleiben dort.

© Amy Herzog

Sternenwege..

Unter abertausend hellen Sternen,
da reise ich durch viele kleine Zellen,
und lausche tief in eine dunkle Stund,
welch Sehnsuchtsfragen sie mir stellen.

Unterm Monde scheine ich zu klein,
so unsichtbar bin ich doch in der Zeit,
doch auch in diesen Zellen stets allein,
als wär der Weg zum Traume viel zu weit.

Unter abertausend hellen Sternen,
da lausche ich auch deinem Atem hier,
im hellen Schein erspüre ich den Weg,
zum Traum aus meinen Zellen zum Wir.

© Amy Herzog

 

Sommerfrost

Sommerfrost auf meinem Herzen,
blühen doch die Wälder ihren Duft,
als brannten lichterloh die Kerzen,
und ruften nur nach ihrer Liebesluft.

Wie rein und klar der Wind doch weht,
so sehne ich die Wärme mir herbei,
wohin der Weg des Herzens dann auch geht,
wartet nur ein Bild auf seine Malerei.

Und blühet bald der Wald in Farbenpracht,
so spüre ich, der einst so frostig Schnee,
die Pinsel malen durch die eine Nacht,
den uns’ren allerwärmsten Liebessee.

© Amy Herzog

Riese!

So Riese, hältst dich fest,
und rennst noch gegen Zeit,
nur sieh! – wie sie dich gehen lässt,
und dein Weg wird zu weit.

So Riese, wirst du klein,
erdrückt gar von der Zeit,
kannst nur im Tränenfluss allein,
ertrinken an dem Leid.

So Riese, lass dich los,
und halt‘ die Hand der Zeit,
so fest! – erbaust dein eig’nes Floß,
und lebst in Heiterkeit.

© Amy Herzog

Neuer Weg…


Die Wolke hat sich aufgelöst,

ein Blick auf’s freie Wort,

die Sonne zeichnet einen Weg,

am einst so finst’ren Ort.

 

Der alte Staub fällt langsam ab,

verweht im Meereswind,

und Liebesküsse tauschen sich,

wo Glück von neu beginnt.

 

Und mag der Weg ein weiter sein,

nicht so weit wie man denkt,

der Himmel blau, der Staub verweht,

bleibt wichtig, dass Herz lenkt.



© Amy Herzog

Der rechte Weg…


Wo du bist, dort will auch ich sein,

Nun frag ich dich, wo bist denn du?

Wär ich doch nicht noch viel zu klein,

Dann könnt ich dich sehen, immerzu.

 

Der Weg ist mir so schrecklich fremd,

Zeigst du mir bald den rechten Weg?

Schreiten voran wo das Feuer brennt,

Bis hin zum klarblauen See am Steg.

 

Dort sehen wir uns, pünktlich um acht,

Tauchen ein in den See aus Träumen,

Bleiben, bis der Mond nicht mehr wacht,

Und werden den Rest dann versäumen.




© Amy Herzog

Die Uhr tickt…


Sehe wie sie tickt,

Die Uhr an der Wand,

Spüre, wie sie die Zeit nimmt,

Und mein Leben sekündlich,

Treibt an den Wegesrand.

 

Trinke meinen Kaffee,

Und ziehe mich langsam an,

So als hätte ich ewig Zeit,

Doch die Ruhe täuscht,

Der Weg ist nicht weit.

 

Schaue nochmal hin,

Die Welt, sie ruft nach mir,

Zieht mich in alle Richtungen,

Läuft und rennt schnell,

Nur nicht zu dir…

 

Erst am Abend,

Sehe ich sie wieder,

Die Uhr tickt noch immer,

Nur ist es wieder später.


Und dich habe ich verpasst,

Wir alle sind hier nur Gast,

Wieder hatte ich heute,

Die rast nur fast…

 

Und dich habe ich

Leider dabei verpasst…


© Amy Herzog

Weiter Weg?

Getrieben von Sehnsucht
im stillstehenden Wind,
nach dem Sinn ohne Verstand,
reise ich weiter – bis weit,
bis das Leben vereist
über die Zeit, über den Rand.

Was ist noch Zeit,
wenn sie zu schnell rennt,
und das Gefühl still steht?
Ist der Weg dann noch weit?
Wenn ich nicht mehr weiß,
wohin der Weg geht.

© Amy Herzog

Ich will nur weg…

Ich will nur weg
Ich weiß nicht wohin
Nur irgendwohin…

Wo Sonne nur scheint
Und’s ewig noch schneit
An den Ort da hin…

Egal wo das ist
Ich komme dort hin
Ich eile geschwind…

Nicht mal lebe wohl
Sag ich hier, egal
Ich bin nun mal so…

Wie könnt ich sein froh
Dem Leben entgegen
Die Erde zu Füßen…

Da würd ich begrüßen
Nach Hause zu fahren
Nie wieder zu müssen…

© Amy Herzog