schlaflos

komparse

ich bin klein
komparse
in der letzten reihe
rufe zwei mal täglich sehnsucht an
bleibe im wald allein
wie zersplitterter nagellack
an alten rinden kratzt

nur ein brief in schwarzer tinte
kann ihn nicht mehr lesen
grauer nebel
schläft auf meinem rücken
mückenstiche
bleiben mein gefühl

ich bin klein
gedichte brechen
während ich leichen lache
und wie ich wache
durch jede schwarze nacht
lacht sie mich aus
die sehnsucht

zwei mal täglich rufe ich dich an
beständigkeit ist dumm
habe ich gelernt
doch bin ich hier allein und stumm
kratze meinen lack noch ab
und kündige die rolle
in diesen stück

© Amy Herzog

Furcht bleibt

tränen verschweißen meine augen
starre in verschwommenes
schreibe in fingerspuren auf sandpapier
glattgeschmirgeltes gedankengut
albträume räumen die nacht
und lassen die leiche spurlos verschwinden
ich denke an nichts, nichts, nichts..
aber wenn ich wieder klar sehe
atme ich tiefblutentkleidete furcht
in deine kalte richtung

(furcht sitzt da, wo das herz verblutete)
- der platz war noch warm

© Amy Herzog

Mond

schlaflos ist die Nacht 
doch nicht der Traum bleibt mir fern 
als mich der große Mond im Licht verschließt
nur das Irdische verirrt sich dahin 
und wird vom Gift zu Wein 

zwei tanzende Körper 
mit dem Schicksal halber Seelen 
trunken summen mehr, als dass sie singen 
sind doch nicht mehr allein 
und lassen Körper, Körper sein 

wie's gipfelt in entblößter Lust 
verschmilzt das Seelenlicht zu blau
trinkt der eins-gewordene Mond
am Grund des Ozeans Eden 
bis der Tag zerbricht 
im matten grau 

© Amy Herzog

taumelnd

Die tagelange Schlaflosigkeit
macht mich taumelnd im Kreis
und zurück bleibt nur dieses Sehnen
nach zurückgerufenen Gedanken
die sich gegen dich wehren

Und dein Schweigen schlägt
lauter in meiner Brust
als dein Schreien jemals wiegt
und zurück bleibt nur dieses Hoffen
dass du in meinen Träumen liegst

Zu dunkel spüre ich die Anmut
deiner allumkreisenden Anwesenheit
doch zurück bleiben nur bleierne Lider
wieder wartend auf einen Hauch
sinken meine Gedanken nieder

© Amy Herzog

Freisinn


Schlaflos war der Tag
und schlaflos die letzte Nacht
aber Müdigkeit ist ehrlich
und Gedanken frei

Zeit mich dem zu widmen
abzuschweifen und weiter zu ziehen
was bedeutsam für die Seele
aber nichtmal der Traum
zu kennen vermag


© Amy Herzog

Nachts

Nachts ist es ruhig,
denn alle Monster schlafen schon
nur ein leises knacken,
surren, rauschen,
flüstert hinter jedem Blatt..

Nachts ist es ruhig,
keine Augen an den Wänden
wann kommt der Schlaf?
der mich auch gestern
erst am Morgen traf..

Nachts ist es ruhig,
wie starren Sie mich an?
Ich schalte alle Lichter aus,
denn ich kann aus meinem
Kopf nicht raus..

Nachts ist es ruhig,
friedlich will sie sich zeigen,
und doch zwischen den Zweigen
flüstern die Monster
und wollen
mir die Ruhe zeigen..

 

© Amy Herzog

In dunklen Nächten…

Schlaflos singen Stunden durch die Nacht,
wie sanft die Hand des Mondes mich begleitet,
er kämpft und hält mich fest mit aller Macht,
bis sich mein Herze auch dem Tage weitet.

So sind die Wolken gleich der aller andern,
wenn sie so zaghaft doch von dannen ziehen,
und könnte ich mit einer sicher wandern,
ich würde niemals mehr dem Tag entfliehen.

Doch bleibt in allen Nächten dieser Wind,
der durch die Tage auf der Freiheit reitet,
und wenn wir dann des Nachts alleine sind,
dann weine ich dem Mond, der mich begleitet.

© Amy Herzog

Traumtod…

In den Augen strahlte Hoffnung,

bis der Traum bei Nacht verstarb,

so weint die Zeit durch stilles Eis,

bis auch das Herz der Nacht erlag.

© Amy Herzog 

Verlassen…


Dein Wort, es drang in meine Seele,

Beschenkte mich mit Himmelblau,

Legte sich schützend in mein Herz,

Vertrieb die Wolken, sie waren grau.

 

Doch hast du mir dein reines Wort,

Sogleich viel zu unsanft entrissen,

Du bist irgendwohin weitergezogen,

Und hast mein Herz dabei vergessen.

 

Ohne dein Wort, ist es schrecklich kalt,

Die kleinen Erinnerungen verblassen,

Dein Wort, es sprach von bunter Liebe,

In Wahrheit doch musstest du hassen.

 

Und war dein Wort nur eine Illusion,

So sehne ich mich dennoch danach,

Ich liege hier unter kaltgrauen Wolken,

Und wünschte die Liebe wäre wach.

 

 

 



© Amy Herzog

hellwach 

wäre nur schön, jetzt zu kuscheln.

mich bei jemandem anzukuscheln, in jemandes arme zu liegen, vielleicht einem leisen schnarchen zu lauschen.

die wärme zu spüren, den herzschlag zu spüren.

einfach gemeinsam unter einer decke zu vergraben und geborgen fühlen…

 

 

Wach…


Wach –

Die ganze Nacht

Gedankenloses schaukeln

Mit dem Herzen starrend trinken

Näher – du zu mir, ich zu dir

Küssend durch die Brunnen

Im Schlafsack durch die Wand

Summen wir im Stillstand

Bis an den Rand – darüber

In den Wahnsinn

– schlafen



© Amy Herzog

warten auf den Traum…

 

Von tausenden Menschen umgeben,

verweilst nur du in meinen Träumen,

was würde ich noch darum geben,

keinen Traum mehr zu versäumen.

 

Doch ich wache hell durch Nächte,

wünsche kennt nur noch der Mond,

die Sterne zeichnen große Ängste,

der Wunsch nur tief im Traume wohnt.

 

Lasse mich von Sehnsucht tragen,

verweile hier bis zum langen Schlaf,

bis ich dich kann im Traume fragen,

wann ich in deinem Arm liegen darf.


© Amy Herzog

Gedanken!

Die Gedanken. Sie schreien. Sie wollen nicht still sein. Schreien immer lauter. Immer lauter in mich hinein. Immer tiefer. Tiefer in meine Brust. Rauben mir die Luft. Ich ersticke. Ertrage sie nicht mehr. Geht weg! Doch sie sind nicht still. Schreien weiter. Immer lauter. Sie gehen nicht. Sie wollen mich. Ja, sie wollen mich. Schreien solange, bis sie mich haben. Bis sie mich losgeworden sind. Sie wollen mich nicht mehr. Sie wollen mich – nicht mehr! Schreien lauter. Immer lauter. Immer tiefer. Durch meinen Körper. Schmerzen. Tränen rinnen. Schreien mir zu, wie ich sie loswerde. Die Schmerzen verschwinden. Schreien, was ich machen soll. Immer und immer lauter. Wie es ruhig wird. Immer ruhiger. Die Schmerzen nachlassen. Die Luft wird unbrauchbar. Wie sie mich loswerden. Endlich loswerden. Trennen. Und ich werde unsichtbar. Und alles still wird. Stille. Nichts als stille. Und trockene Tränen.

Schützende äste…

Auf die schlaflose Nacht

Folgen schlaflose Nächte

Von Ästen umschlungen

Deren weiche Blätter

Schützend über mich wachen

 

Sie lachen nicht, nein

Sie warten gebannt

Mit leisen Gesängen

Wann immer auch, wann

Ich dann endlich einschlafen kann

 

Solange und länger

Warten sie bis in Ewigkeit

Schützen, lieben und wärmen

Und schenken Fröhlichkeit

In liebender Aufrichtigkeit