Laut

Stille

nicht deine wohltuenden Worte
säen die Angst in mir
es ist deine absolute Stille
welche mich in deine Tiefen
stürzen lässt und Furcht
auf meine Haut zeichnet

und wenn du dann in meine
schutzlosen Augen blickst
siehst du auch in meine Tiefen
spürst die Hingabe meiner Glieder
und noch tiefer empfundene Liebe
die aus meiner Seele tropft

wie mein zitternder Körper
dir leise dein Lieblingslied spielt
so atmest du noch lauter
immer schwerer, immer tiefer
bis ein Kuss die Stille bricht

© Amy Herzog

Stumm

so wird sie nicht erwähnen
das was sie ersehnt
sei Wind zu laut, das Licht zu grell
so wie der Weg auch geht
geht er sich selbst
und das was niemand hört
ward dann auch niemals gesagt
und verschwimmt als wär es nie gewesen
verstummt im nächsten Tag

© Amy Herzog

Monster

Ich suche nach mir
wie bin ich verschwommen
halte mich an allem fest
an allen Monstern unterm Bett
wenn du mich doch nur gehen lässt
wie kann ich zu mir kommen

Verzweifelt bin ich
länger taub
und um mich sind sie alle laut
es zerrt mich rechts
dann leise noch von links
von oben niemand, nur von unten
bin ich im Meer von tausend
Monstern versunken

Ich suche mich
wie kann ich mich finden
gestreckte Hände bleiben kalt
der Winter kommt
im Sommer alt
bis sich das letzte Monster krallt
die Seele nur ins Nichts

 

 

© Amy Herzog