Fleischeslust

Mehr.

Atmen, stöhnen, spüren
tief verbunden – tiefer sein
intensiv berühren starke Hände
heiße Haut
Gedankenlosigkeit
verzehrt
Sehnsucht trieft, bettelt, kratzt
fleht nach mehr
mehr wollen
mehr

© Amy Herzog

Brennen

eins

Du 
nackt in mir
& Seeleneins
geworden
wir

© Amy Herzog

Komm,

Stiller Schmerz

So leiser Fall ins Nichts
& du berührst den Schmerz
so tief – in deiner Haut
nur Sehnsucht, schreie laut!

Geführt in deine Fänge
treibt die Nacht
& lauschen unserer Klänge.

Wärme, sinnlich nah
& dein Blick zieht mich an
wie nur dein Duft
meinen Schmerz noch stillen kann!

© Amy Herzog

dazwischen

ich sehe uns
denken
in die Dunkelheit
wir sind so unglaublich Mensch
sind alleine
eins
es zerspringt dann
zwischen
Berührung und Haut
und alles andere verliert sich
in uns

©  Amy Herzog

ofenkäse

Langgezogener Körper
schreit nach Gott
oder Wolken und Regen
weil er in den Himmel soll
Glänzende Schritte
Augenblick
und Ofenkäse
die Oberfläche schwitzt
ich schmelze darunter und die Worte
ficken sich inzwischen selbst
weil sie so nass sind
Hintergrundmusik schreit
ich atme lauter
hinter meinen Augen
beschlagen die Scheiben

©  Amy Herzog

Nacht & Wein

Will dich nicht suchen
nicht finden
nur tief, so immer tiefer
ineinander verlieren
Vollmondatmen
kratzend, beißend zähmen
Nacht und Wein und
ein wenig lieben
durch ein Nadelöhr und Ende
ein überschwappendes
Meer vibrieren

©  Amy Herzog

Lösch mich aus.

ich bleibe in deinem […]
und dein Geist wie zerrend nagt
das Blut, so kalt
nur niemand danach fragt
du atmest ein
atmest aus
Nebelgrauenkälte
fühlst du dich
nicht mehr zu Haus

wo ist der Mensch
echt +
wenn nicht ich
und dann um Zehn besoffen
(hoffen)
fällt nicht auf
nur schnell geduscht
und Sex
weil Unterleib doch höllisch brennt
nur ach, schon viel zu lang

© Amy Herzog

Fremder

Dein warmes Wort
Fremder, Kuss in meiner Kehle
bestickte Flügel
und ein Schwur unter den trockenen Augen
des Sommers
schon viel zu lange schleppend,
schnappend nach Luft
zehrende Blicke in Bernstein eingefasst
Fremder, komm, wir schließen
endlich unsere Nacht

© Amy Herzog

Eng umschlungen
und wie wir
ineinander Flüsse finden
fließen, atmen, stöhnen, schreien
wo münden wir
ins Meer?
und wo fängst du mich ein
so nackter Körper, sag
wann schwitzen wir uns aus
atmen uns‘re eigene Welt
und Seelennähe tief?

© Amy Herzog

Tief!

warte

Warte nur
auf jede Nacht
damit mich deine Haut
wieder bedeckt

©  Amy Herzog

schrei!

treffen deine Lippen
die meinen
und gebären Sehnsucht
nach Tiefe, Sturm und Meer
so hinke ich gen Lust
und schreiendes Verlangen
wiegt mein Herz
doch viel zu schwer

© Amy Herzog

Antarktis

als ich unsere
Nacht
aus deinen Augen trank
glänzte die Trauer
darin
Jahrzehnte
drückten sich
aus deinen müden Poren
und dein Atem
schmeckte mir wie ein warmer Kakao
nach dem durchqueren
der Antarktis

© Amy Herzog

trink

Komm,
und trink dich taumelnd
in mein Weltmeer
so komm,
und trink aus Lenden,
Lust und uns
mein ganzes Herz
leer

© Amy Herzog

die Luftpolsterfolie zum Frühstück
knallt lauter
wenn wir zu zweit davon essen.

© Amy Herzog

Romantik

Dann die Vorstellung
von Nebelschwadenromantik
und Sex im arschkalten Herbstregen
den wir nicht bemerken
weil der Vollmond unsere Sinne
in den Wahnsinn treibt

© Amy Herzog

zähmen

die sind doch alle so
verweichlicht
da: heiß noch viel zu kalt
huste ich ein bisschen Delirium
atme Sehnsucht
und fresse meine Liebe
wie viel wirklich
(hab den Überblick verloren)
aber schwer ins Bett
zu fesseln
wenn keine Hand ausrutscht
und ein wilderes Tier
mich zähmt

© Amy Herzog

eine Nacht

Liege dir wieder viel zu offen
für eine Nacht
verbindest alte Narben
wie Punkte
damit du mich lesen kannst
säst frische Wunden
mit dem selben Bleistift
und radierst den Tagesanbruch aus

Mit bloßer Hand
die rote Haut
und lässt ein Kribbeln in mir
wie Hämatome
die ich zählen kann
wenn du die nasskalte Sehnsucht
meinem Schmerz überlässt

© Amy Herzog

Explizit / Sex

Tristesse wartet
nach dem Abenteuer
mit einer Flasche
hochprozentigem Gefühl
damit es echt wirkt
und warm ums Herz
intensiv der Duft der Welt
solange sie passiert

wie eine Tafel Schokolade

Nur kein Duft der Welt
dringt so intensiv ein
[ganz explizit!]
Sex mit einem Menschen
dem man sein Leben
ganz und gar
nicht nur Haut und Haar
anvertraut

Gelegt in die Hände
eines überdauernden Vorspiels
in dem es kein ‚danach‘ gibt

wie eine Ewigkeit im Paradies

© Amy Herzog

der Kalte

kalter Nachtwind
kippt Fenster, Sehnsucht
Lust, Gespenster und Regen
klafft zwischen morschem Geäst
während Schmetterlinge schlafen
den Regen aber innen
halte ich zurück

Violettem Sommerflieder gießt Leben
und stößt den Duft um meinen liebenden Leib
doch schwach, so schwach, so schwach
schlägt meines gegen die raue
weiße Wand deiner schweigenden Brust

Auf salzigen Lippen
küsst ein zarter Schatten meine Wunden
endlich blind und taub versinke ich
im weichen arktischen Fleisch
und ich bilde mir ein letztes mal ein
es wär ein liebender Teich

Taumelnd fliegen Träume
in seichten Gewässern
doch in deinem sticht jede Welle
gegen splitternden Fels
und wenn ich jetzt für immer falle
dann bleibe ich wohlig in dir

Doch nur leise stöhnt der Wind
wie ich deinen Körper an meinen Presse
spüre ich näher zitterndes Ende
der meinen Regen in seiner Hand
aus deiner kalten Welt kippt

Die Lust fällt
im Sonnenaufgang früher
und du, der Kalte, singst dein Lied
auf abgenutzten Schallplatten
zerkratzt, wie ich wortlos
im Rauch des Eises verblieb

© Amy Herzog

Deine Spuren…

Auf meinem Rücken
lasten die Spuren deiner und meiner
Lust wie warmes Gestein
gefesselt von deinem
Willen – gefangen
beschützt
in deinem Arm
ergebe ich mich, errege
im Bewusstsein unserer Bindung
befreite Seele
besitzt du meine Haut, mein Fleisch
in tiefer Berührung
wie ich durch deinen Augenblick
schwebe

© Amy Herzog

Wölfin

Junge Wölfin schläft
von jeher
tief im Traum
tanzend mit Geliebtem
Tod reißt, zerrt, lehrt
das Lieben, Sex und Blut
jung schleppend, stammelt
sammelt, trinkt vom fahlen Nichts
vermag sie zu wecken
kann sich trunken
voll Sehnen die Lippen lecken
Kopf im Wahn der Stille
Lebenswille kratzt
an deiner Tür rufen gebrochen
nackte Knochen kochen
im eigenen Saft

©  Amy Herzog

Befleckt

Ein Uhr Nachts
mit befleckter Jungfräulichkeit
die Nachbarn geweckt
Empörung dringt aus ihren Poren
aus unseren die Lust

deine Haut schmeckt nach Mondlicht
das hinter den Wolken schimmert
vergrabe mich in Brusthaaren
die mich in einem Netz aus Wolkenstoff auffangen
atme Stöhnen aus der feuchten Luft ein
und stoße Glühwürmchen in kühle die Nacht zurück
sie zeichnen mir ein Bild aus dem
was ich drum geben würde in dir zu ertrinken
um in unerforschte Tiefen zu sinken
und in deiner wohligen Wärme zu verenden

vier Uhr Nachts
die Dusche stellt sie wieder her
und die Zigarette danach besiegelt
mein Schweigen

© Amy Herzog

Sie und Er (Part 2)

Triggerwarnung: Sexuelle Inhalte/sanftes BDSM. Wer so etwas nicht lesen mag, der möge diesen Beitrag dezent überlesen.

Ihre Phantasie ist eine, die er nicht in schönen Träumen zu sehen vermag, nicht mal in den Träumen seiner Phantasie. Allenfalls in seinen Albträumen. Sie lebt zu schnell und nährt sich an ihrer Gier, kein Glitzern in den Augen, keine Suche nach der Unendlichkeit, kein Ankommen, nur eine kurze Nacht, weil sie sich mehr nicht erlaubt herbei zu phantasieren. Nichts ahnend seiner. Ein gebrochenes trauriges Herz ist sie, das vor langer Zeit schon alle Wünsche so tief in sich verschlossen hat, dass niemand mehr je danach greifen könnte, so vermutet sie. Und wenn sie an ihn denkt, dann zündet sie keine Kerze an. Denn sie weiß, ein Mann, der nur das eine will, der dreht beim kleinsten Schnick-Schnack wieder um. Zu oft hatte sie schon die Liebe vertrieben, indem sie zu viel war, vielleicht waren sie beide aber auch nur stets zu wenig. Das wird sie nie erfahren.

Und so spürt sie nur noch das niederste aller Bedürfnisse, ihren Hunger, die Gier zu Fressen, die Lust nach seinem Körper, im tiefsten Innern verzehrend danach, ihn heimlich lieben zu dürfen, für diesen kurzen Moment in ihrer Phantasie. Die Kleidung vom Leibe braucht sie im nicht reißen, wartend und sie erwartend liegt er Nackt auf ihrem Bett, befehlend sich ihrer Kleidung zu entledigen. Fest greift er ihren Arm, packt fest zu und wirbelt sie in einer unsanften Bewegung aufs Bett. Ihr zitternder Körper fühlt sich real an, doch das ist ihr in diesem Moment nicht wichtig. Auf dem Bauch landend spürt sie nicht den Willen, in ihre eigene Welt einzugreifen. Wie er sich auf sie wirft, ihre beiden Handgelenke packt und fest auf ihren Rücken presst, lässt sie geschehen, lässt es über sich ergehen, weil sie diesen sanften Schmerz braucht um zu spüren, sich selbst und ihn.

So wie sie sich ihm ausgeliefert fühlt, genauso sicher fühlt sie sich in diesem Augenblick. So sicher, wie sie sich sonst nie fühlen kann. Und als er sein hartes Glied in schnellen Bewegungen wieder und wieder in ihren schwachen Körper presst, beginnt sich ihr unersättlicher Hunger langsam zu lösen. Ihr Stöhnen dringt vor bis in die Wälder und schreckt schlafende Buntspechte aus ihren Nestern. Mit jedem Stoß rutscht sie höher und höher, bis sie das Kopfteil des Bettes ein Ende spüren lässt. Und immer wieder schreckt sie mit einem leisen Schrei auf, während er feuerrote Abdrücke seiner Hände auf ihrem Hintern hinterlässt. So wie seine Bewegungen schneller werden, greift er tief in ihre Hüften, sie genießt das Brennen, das er ihr schenkt. Am Ende spürt sie in sich ein leichtes Zucken und sie weiß, das ist das Ende ihrer Welt.

Während sie sich umdreht, gesättigt von seiner Gier, die sie sich erträumt hat, hebt er seine Kleidung vom Boden auf und verlässt wortlos ihre Wohnung. Diesen sanften Übergang in die Realität genießt sie noch, während sie im Bett alle viere von sich streckt, sich die Anspannung löst und die Realität immer klarer wird. Wie sehr sie sich wünschte, es wäre nicht vorbei, das schließt sie sogleich fest mit in ihre Erinnerungskiste, die sie tief in sich trägt. Ungläubig, ob das ganze wirklich nur eine Phantasie war, geht sie zum Spiegel, entledigt sich ihrer Kleidung, die sie nie abgelegt hatte und betrachtet ihren Körper. Keine roten Stellen, keine warmen Hände, keine Greifspuren an den Handgelenken, nicht mal ein kleines Hämatom an den Oberschenkelinnenseiten. Nur die üblichen Narben der Zeit.

Ihre Enttäuschung steht ihr ins Gesicht geschrieben, dennoch kleidet sie sich wieder an und zeigt sich in dankbarer Demut, kurz und heimlich geliebt haben zu dürfen. Nichts ahnend von seiner Phantasie geht sie weiter ihrem Alltag nach und verbucht die vergangenen zwanzig Minuten als bedeutungslosen, aber wirkungsvollen Power Nap. Die Hoffnung, sich beim nächsten mal einen liebevollen Kuss zu erlauben, verstaut sie sicher unter ihrem Kopfkissen. Die Zigarette danach sei ihr gegönnt, während sie sich daran erinnert, was vorher war. Das Mittendrin drängt sie in den Hinterkopf und das Danach ist verloren. Sie ist verloren, schimmert eine stille Träne im Sonnenlicht. Endlich wieder verloren.

Er und Sie (Part 1)

Triggerwarnung: Sexuelle Inhalte. Wer so etwas nicht lesen mag, der möge diesen Beitrag dezent überlesen.

Es liegt außerhalb ihrer Vorstellungskraft, wie sehr er sie begehrt, wie tief er ihre Nähe einatmen möchte, einatmen muss, als würde sie ihn vor dem ertrinken retten und mit dem ersten Atemzug blickte er in ihre Augen. Als wollte er in seinem gesamten Leben nichts anderes mehr sehen und alles andere davor vergessen, während sich ihr Duft um seinen Körper schmiegt und seine Sinne in entfernte Dimensionen manövriert. Doch das alles spielt sich nur in seiner Phantasie ab, diese Welt, die sie nicht zu erahnen vermag, gleichzeitig ist sie ihm die schönste, die, in der er ankommen und sich fallen lassen kann. Und sie ist darin seine Sicherheit, ihr sanfter Schoß, in der für ihn so unsicheren und schnelllebigen echten Welt. Nur fragt er sich dann: „was ist schon echt?“ In seinen Gedanken sieht er sie jeden Tag, wohin er auch schaut, sieht er ihre Augen vor seinem Inneren. Wir begehren, was wir täglich sehen. Wie jeden Tag flüchtet er vor dem Licht, dunkelt seine Wohnung mit Jalousien und zündet eine Kerze an, um sich weiter in seiner Welt zu laben.

Obwohl seine amourösen Gedanken schnell zu kochen beginnen, als er sie auf seinem Bett liegen sieht, atmet er tief durch und lässt sich Zeit. Denn Zeit ist hier in seiner Welt ein so weit dehnbarer Begriff, dass er bedeutungslos wird. Selbst im Schein seiner Kerze kann er ihre Augen leuchten sehen und als er ihr endlich wieder näher kommt, sich neben sie auf sein Bett setzt, kann er bis hinter ihre Augen, direkt in ihre Seele blicken. Und ankommen. Alles was ihm bis dahin ein Geheimnis war, liegt nun offen in seiner Brust. Wie eine Flutwelle trifft es ihn, überrollt ihn, macht ihn schwach, obwohl er stark sein wollte. „Wir haben Zeit“, flüstert er sich selbst immer wieder zu, während er leicht zu schwitzen beginnt und dieser Schweiß einen dünnen Film aus purer Leidenschaft auf ihm hinterlässt.

Und er denkt an all die Fragen, die sich nun aus seinem Wissen ergeben, das offen in seiner Brust liegt. Alles hat er von ihr, doch er will mehr, immer tiefer in sie hinein blicken. Sogleich denkt er an die Gespräche, saugt jedes Wort ihrer Stimme in sich ein, unersättlich kommt er ihr immer näher, bis sie in seiner Phantasie im Kusse verstummt. Erst ihre weichen Lippen, dann über die Wange an ihren Hals. Kaum traut er sich, sie zu entkleiden, viel zu schnell würde seine Phantasie in der Realität enden. Seine kochenden Gedanken sind längst verdampft, der Körper ist willig und sein Geist noch schwächer. All die angestauten Jahrzehnte versetzen seinen Körper in Anspannung. Wo er gerade noch alle Zeit hatte, hat er plötzlich keine mehr übrig, als er ihr mit zwei, drei ruckartigen Handgriffen die Kleidung vom Leib reißt.

Mit einem mal küsst er in seinem Gefühl alles zugleich, jeden Zentimeter ihres Körpers, ihrer zarten jungen Haut, seine Gedanken kommen nicht mehr hinterher. Und in einem Atemzug sind all seine Fragen beantwortet, jedes Haar, jedes Zeichen ihrer Zeit, mit allem was auf ihrer Haut geschrieben steht, begehrt er sie bis tief in ihre Seele. Seinen Körper stülpt er über ihren, umklammert ihn, vergräbt seinen Kopf in ihren Haaren und will sie nie wieder loslassen. Seine Schwäche ist verflogen, die Zeit flog mit, all seine Bedürfnisse liegen in diesem Moment, den er sich seit Jahrzehnten ersehnt. Endlich kann er fallen und endlich fällt er tief in sie hinein, immer tiefer, immer fester stößt er sie und krallt sich weiter fest. Ob er nur in seiner Phantasie, oder auch in echt stöhnt, ist völlig unerheblich. Die Lust fließt aus seinen Poren und verbindet sich mit ihrer. Mit jedem Stoß lauscht er mit seinem Ohr nahe an ihren Lippen ihrem leisen Stöhnen nach.

Immer schwerer fällt ihm das Atmen, die schnelllebige Welt da draußen hat er aus seinem Gedächtnis gestrichen, seine Welt dreht sich schneller. Berauscht von ihrem Meer der Sehnsucht entlädt er sich in ihr, um sie zu stillen und um gemeinsam mit ihr in die Weiten der Ewigkeit zu treiben. Langsam wird er müde, doch er lässt sie nicht los, im Gegenteil, er krallt sich noch fester, denn zu groß ist seine Angst, dass jetzt, wo er seine Begierde genährt hat, seine geliebte Phantasie, sie, mit einem mal verschwindet. Während er sie fest umklammert schläft er in den salzigen Spuren ihrer Leidenschaft behutsam ein. Eine Hand streichelt durch sein Haar und der Wind imitiert ihren Atem. Das erste mal kann er beruhigt einschlafen, denn er ist angekommen, endlich angekommen.

Stille

nicht deine wohltuenden Worte
säen die Angst in mir
es ist deine absolute Stille
welche mich in deine Tiefen
stürzen lässt und Furcht
auf meine Haut zeichnet

und wenn du dann in meine
schutzlosen Augen blickst
siehst du auch in meine Tiefen
spürst die Hingabe meiner Glieder
und noch tiefer empfundene Liebe
die aus meiner Seele tropft

wie mein zitternder Körper
dir leise dein Lieblingslied spielt
so atmest du noch lauter
immer schwerer, immer tiefer
bis ein Kuss die Stille bricht

© Amy Herzog

Eingebettet im Liebes-
rausch, getaucht in Sinnes-
teilchen schwebend lauschen
Lichter um Glühwürmchen
zwischen uns – befreit
vom Rauch zur tiefen Lust
in die Unendlichkeit
unserer Begierde

© Amy Herzog

Ungezähmt

Gedanken nass
im Wellengang pulsierende
Brust atmet leise,
dann schneller, lauter
ringt gar um Luft

Vibriert das Herz
durch Mark und Blut
erwärmte Seelen im
zweisamen Gleichklang

Kocht und kippt
das Fleisch reflexartig,
bebend, gelähmte Gier
zu schwach, um noch um Luft zu ringen
dringen beißend, kratzend
stoßen ungezähmte violette Flecken
von drei Wochen
nicht mehr laufen können
bis in uns’re eigene
Unendlichkeit

Im Ende fließt das Herz
und stillt den Durst

© Amy Herzog

Zensiert

komm zu mir
wenn du wieder besoffen bist
dann machen wir das
was du dich sonst nicht traust
der Rest ist zensiert
und das danach passiert
in Rauch

© Amy Herzog

Vollendung

Deine Berührung ist wie
die Vollendung meines Körpers
wie die Haut die mir fehlt
und das Ablegen meiner Maske

Pfeifender Wind aus meinem Mund
säuselt um deine Ohren
wie tausend Stimmen Hunger schreien
und dein Kuss meine Seele kühlt

Doch mein Fall in die tiefe Schwärze
Hände warten, Haare zittern
Tropfen vergehen, das Meer bleibt uns
und fällt in Wahrheit vertraut

Deine Berührung ist viel mehr
die Vollendung meiner ganzen Seele
und wie ich mit dir schwebe
so baden wir am Schluss vereint

 

© Amy Herzog

Zwei.

Deine Haut ist mein Kleid
und mein Atem ist deine Luft,
die, wie sie um die Ohren tänzelt,
singt von Stille meinen Duft.

Und das knistern eines Astes,
der im Wald am Boden liegt,
der, wie des Kusses leiser Hall,
wie Sommerluft am Körper schmiegt.

Werden Tropfen meines Regens,
nur mit deinen für uns Meer,
das, wie es uns‘re Seelen reinigt,
wiegt die Stille umso mehr.

Nur des Feuers rote Flammen,
dass das Blut zum kochen bringt,
schwebt die Erde zu den Wolken,
ist mein Körper frei und sinkt.

In den Nächten uns‘rer Augen,
wirkt im Innern Malerei,
bis die Sonne will‘s erwecken,
bleiben übrig nur wir zwei.

 

 

© Amy Herzog

Brennen…

Deine Hand brennt auf meiner Haut
wie der Sonnenuntergang
Flammen auf das Wasser spuckt
und rote Steine leuchten Wege
wenn ich mich in deine Fesseln lege
wo mein Herze schneller zuckt

Reicher macht mich nur dein Gold
wenn ich bade, wenn ich trinke
in den Blicken deiner Liebe
schneller atmen summend sinke
bin ich deine – du der mein
still nur sollen diese Stürme sein

 

 

© Amy Herzog

Halte mich…

Wir kennen uns nicht,
doch das ist egal…

nehme mich
wärme mich
halte mich fest

und gib mir das Gefühl,
dass die letzte Nacht
unsterblich ist…

© Amy Herzog

Warmes Ende..

Wie brennend mein Verlangen küsst,
zwischen samtig schwarzen Feldern,
so fesselt deine Sinnlichkeit und Lust,
den zarten Schmerz in meinen Adern.

Und schmiege ich in deinem Moment,
bleibt die Antwort stets ein Schweigen,
und doch unter festkettenden Decken,
erklingen mit Vorfreude Herzensgeigen.

Überkommt mich kalt der Windeszug,
und stürzt mich sicher in deinen Arm,
doch fordernd ahnt ein strenger Blick,
wird kalter Schmerz am Ende warm.

© Amy Herzog

Verlangen nach dir…

Gar brodelt schon sein Blut zu heiß,
im Sturm, es stöhnt ein wildes Tier,
verzehrt sich windend lauter schreit,
in Leidenschaft verlangt’s nach dir.

So lege dich ganz leis‘ und sanft,
in Lust, die bis zum Himmel steigt,
hab keine Angst in diesem Arm,
in dieser Nacht die Liebe zeigt.

Und fühle durch die heiße Nacht,
im Kusse durch des Kerzenscheins,
ein Biss des Tiers im Nacken sacht,
zum Sonnenaufgang ward zu eins.

© Amy Herzog

Wildgeworden…

Schwarzbunt gemischte Farben
schenken sich Wildgewordene Lust
Durch die ewigen Nächte…

© Amy Herzog

Ein bisschen Sex…

Kalte Tropfen
rinnen sanft hinab..
Hitze steigt die Lüste
kochend starrender Blicke..
Streifen Kleider vom Körper –
ab und fallen tiefer zu Boden
weicher Wolken, die immer
näher wärmer werden..
Tauschen Küsse
feucht dampfend in –
längst verkochten Gedanken..
Trinken voneinander Rum und Blut
bis weißrauschende Nebel lechzen
„’n bisschen Sex wär‘ jetzt gut!“

© Amy Herzog

Flügelschläge…

Sehnsucht schreit und platzt,
der Flügelschläge Töne laut,
wo Lust noch zitternd kratzt,
und Feuer diese Herzen baut.

Wie schwerelos benommen,
in Leidenschaft und wilder Gier,
ein sanft und leises kommen,
am dunkel-fernen Orte hier.

Da führt die leise Stimme,
durch den geheimen Pfad,
wodurch ich mit ihr Summe,
doch ihr am Ende erlag.

Die Flügelschläge schlafen,
durch träumend Bilder wild,
erinnernd schwelgend trafen,
und wurden danach mild.

 

© Amy Herzog

Begehren…

atme leise, beinah fauchend
schreibe nur in dunkler Trance
getrieben vom schmerzlich
unersättlich Durst
gib dich brennend heiß
in meine Hände
lass dich führen
in mich – in meine Welt
und gib am ende dein Blut
die treibende kraft…

 

© Amy Herzog

Phantasie…

Zurückhaltend zärtlich
berührt er sie
im Kopf gefährlich
die Phantasie
und schaut er sie an
sieht sie will mehr
zieht sie ganz nah
an sich heran..

Küsst ihren Hals
küsst ihre Brust
ohne ein Wort
kraftlos vor Lust
ihr Körper vibriert
umfasst sie ihn
schmiegt er sich an
und nichts existiert..

 

© Amy Herzog

Niemals leer…

Hinter blauem Schleier der Zeit,
das erste mal, ich ward entführt,
als sich unsere Lippen berührten,
eingeschlossen, das Herz verführt.

Ein Moment der Leidenschaft,
dort war es still, dort gab es dich,
versunken tief im schwarzen Meer,
Genuss und Liebe und auch mich.

Lass uns tauchen, tiefer noch,
zurück ins weit und freie Meer,
nur dich und mich in einem Lied,
der Kuss von Liebe war nie leer.

 

© Amy Herzog

Nackt…

Worte, durch Haut und Fleisch,
an Augen, Hirn und Herz vorbei,
so schnell, doch seis nicht geklagt,
wir sind Mensch – wir sind frei.

Tanzen durch Tage und Nacht,
im Rhythmus des Wortes Kontakt,
knien Seelen im Regen, im Meer,
wir sind zweisam – wir sind nackt.

Geschützt liegt uns’re Furcht,
um uns, in strafend Blickes Arm,
so tief, doch bleibend wir nackt,
wir sind stark, in Liebe – warm.

 

© Amy Herzog

Ein weiches Bett bis irgendwann…

Lustvolle Klänge…

Halte mich fest,
sei in meinen Gedanken,
werde mein größtes Gefühl,
und spiele mit dem Herzen.

Lasse es fallen,
in deine starken Hände,
treiben, durch Meerestiefen,
tauchen, bis zum Ende.

Nimm mein Sehen,
zieh mich an dich heran,
küsse, verführe und nehme dir,
und lausche dem Klang.

Meine Kraft,
in deine Fesseln gelegt,
für dich die Lust, durch dich,
gar schwebend erregt.

Nur für dich,
für mich, du kannst spüren,
für uns, in unserer kleinen Welt,
zu deinem Vergnügen.

Ich falle tief,
behutsam in deine Fänge,
beschlichen von Angst, im Rausch,
lauschen lustvoll unserer Klänge.

© Amy H.

Einmal kurz…


Einmal kurz den Willen stillen

Gefühlsparfum zum Abend sprühen

Hochangeregt Weingläser füllen

Und der Lust zu zweit verfallen

 

Ein mal deinen Atem spüren

Deine Haut auf meiner fühlen

Leidenschaft mit Sinnen spielen

Ohne noch die Zeit zu zählen

 

Einmal kurz dein Herz berühren

Lust und Wein im Spiel verführen

Körper eng umschlungen glühen

Erst am Morgen wieder kühlen


© Amy Herzog

Verbunden

Ein stummer Blick uns trifft
Zarter Rauch zittert zwischen uns
Benetzt unser Fleisch in dunkler Stille
Wittert Wille, sieht den brennenden Mond
Hetzt uns durch die Nächte, der sanfte Tod
Nur Lippen bluten, summen sanft die Lust
Im Kuss verschmolzen, wird unsere Haut zu Gold
Können wir nicht denken, Düfte nur trinken
So schlurft an uns der neue Morgen
Vorbei, denn wir sind verbunden

© Amy H.

Durst! 

 

Ich rieche hier Lust!

Nach einem Schatten, der schreit:

Begierde! Sehnsucht! Wasser! Luft!

Tief aus seiner Seele tropft

Der Hunger nach Hitze

Des kalten Betons..

*

Inmitten der Nacht,

Der kalten Mitternacht

Ruft die See, „komm und trinke,

Atme meine Lust, wachse Schatten

Nur der Mond ist erwacht“

Und stille diesen Durst!

© Amy Herzog


Sehnsucht nach deiner Haut…

Sehnsucht
nach deiner Haut
auf meiner, deinen Lippen,
die meine sinnlich Küssen
schreie laut – Verlangen!
Wärme, Nähe, tiefe Blicke ziehen
mich zu dir, nach deinem Willen,
nur du kannst meine Lust
noch stillen.

© Amy Herzog