Stumm

Stumm

so wird sie nicht erwähnen
das was sie ersehnt
sei Wind zu laut, das Licht zu grell
so wie der Weg auch geht
geht er sich selbst
und das was niemand hört
ward dann auch niemals gesagt
und verschwimmt als wär es nie gewesen
verstummt im nächsten Tag

© Amy Herzog

Januarwind

Dein frostiger Januarwind
malte mir zyanotische Finger
und kroch in tagelanger Gänsehaut
unter unsere beheizte Decke
so wie ich ausgehungert
blind und taub und stumm
meinem Winterschlaf entging
warst du es bis ans Ende
der den Wind einfing
um den Frühling zu begrüßen
bis der Hunger schweigt

© Amy Herzog

Einmal im Jahr..

Einmal jährlich nur ein Brief,
wo ich doch täglich nach dir rief,
nur im Stillen, nur im Stummen,
hörst auch du mein Schweigen summen?

Wünsche werden überflüssig,
außer die im Traum
und ich glaub es manchmal kaum
(Bilder sinken durch den Raum)
doch es fühlt sich beinah wahr.

Sind es Äpfel, Birnen, Mandarinen,
sind wir, was wir sein zu schienen?
Was ich nur weiß, du siehst den Mond,
der auch bei mir hier drüben wohnt.

Manchmal muss es eben reichen,
irgendwann ein Tag im Jahr
(kein besonderer)
und bis dahin verbleib ich stumm –
nach dem warum zu fragen
wäre dumm…

© Amy Herzog

Der stumme Wunsch…


© Amy Herzog   

Herzblut..

Aus Liebe lieblos lieben lassen,
ein Schweigen dreht sich fort,
in Herzenswunden Blut vergossen,
bleib‘ ich vereinsamt dort.

Aus Liebe einsam Leid ertragen,
gestorben wird dann stumm,
die Tränen können auch nichts sagen,
doch keiner weiß warum.

Aus Liebe lachen bis zum Schluss,
und sei’s auch ohne Sinn,
bin glücklich mit dem kalten Kuss,
bis ich verblutet bin.

 

© Amy Herzog

Kalter stummer Wind..

Ein letzter sanfter Kuss
zum Schluss, der Atemzug
weht der Wind an mir vorbei
meine Hand auf deiner Brust
wonach du gehen musst.

Die duftende Erinnerung
bleibt mir nur erhalten, immer
wird sie schlimmer, sehe nicht
sehe nur durch Nebelschimmer
dich mein allzu fernes Licht.

Hat es mir noch weh getan
einst, wenn so stumm du weinst
weint mein Auge keine Tränen
mehr, schwimme längst im
bittersüßen Tränenmeer.

So ward ich in die Knie
gezwungen, hast dich nur nie
umgedreht, dann – wenn du
und dieser kalte stumme Wind
in die falsche Richtung weht.

 

© Amy Herzog

Kalter Kuss..

Wie der Schnee auf meinen Poren,
so der Rauch um Hirn und Kuss,
auch das Herz in meinem Magen,
der noch schwer verdauen muss.

Wie das Eis in meinen Welten,
blau zersplittert schläft das Glas,
nur der ferne Sturm lässt hören,
wie mein Geist erstickt im Gas.

Wie die Wärme in den Bergen,
doch mein Schritt versinkt im Blei,
muss ich stumm im Hier verharren,
doch der Regen tönt den Schrei.

© Amy Herzog

Traurig, stumm und scheu..

Wo immer ich noch sehen kann,
dort sehe ich mich selber nicht,
im Leben fern den Träumen sein,
als wenn mein Herze niemals bricht.

Wo immer ich noch leben kann,
warum lebt dieser Traum auch dort,
ich könnt doch – oder lieber nicht,
so Hand in Hand im Traume fort.

Wo immer ich noch träumen kann,
dort bleib ich auch dem Geiste treu,
so lächelt falsch mein müder Blick,
in Hülle, traurig, stumm und scheu.

© Amy Herzog

Stumme Sehnsucht…

 © Amy Herzog

Einmal kurz leben…

Innerlich nichts als Leere,
berühre ich tot die Tasten.
Suche nach spürbarer Nähe,
wo nur, ich kann nicht sehen.

Voll Nöten bitte und bettle,
klangvoll ertönen die Noten.
Kommen ein paar Gefühle?
Ich gehöre nicht zu den Toten!

Schließe fest die Augen,
meine Hände tanzen allein.
Sie müssen Gefühlen folgen,
seien sie noch so klein.

Ich bin wie erstarrt!
Kann mich nicht rühren!
Sagen kann ich kein Wort,
die Emotionen kann ich spüren.

Wild umher schiessen sie,
quer durch meinen Körper.
Im Rhythmus zur Melodie,
werden wunderschön hörbar.

Immer mehr, viel zu viel!
Gemisch aus Leid und Liebe,
höre ich auf und werde still.
Kurz spürte ich, das ich noch lebe.

© Amy Herzog