vergessen

löschen.weg

alles
einfach
löschen

gehweg zurück
bin zu offen aufgewacht
und wieder schreiben
geh . weg

eingeholtes wort
sinnlos um her getrieben
[weiß nicht wovon]
glaube nicht an zufall
schicksal kennt mich nicht
aber irgendwas ist
da hier da

[sag]

was ist schon
da bei

zu viel hier und jetzt
schlucke diese
un se re meine welt

unsichtbar bleiben
fertig leiden
weg

einfach
alles
löschen

© Amy Herzog

die vergessene Blume

Die Erde unter meinen Füßen
duftet nach Regen und eben diesem Frühling
der nur weiche Brotkrumen hinterlässt
und lässt die Schweigepflicht auch Poren
öffnen ist die eine Blume doch verloren
wenn sie als einzige blüht

So welkt sie trotz des vielen Regens
und verliert das kleine Glück des Lebens
ich doch nur ein Weg zurück
verspreche mir doch weiter geradeaus
und breche dieses nicht
die kleine Blume längst vergessen
trinke ich von deinem wortsanften Regen
auch dann nicht, wenn er mich
mit weichen Lippen küsst

© Amy Herzog

Ich verschwinde…

Ich sitze hier auf einem Stuhl
und alles was ich weiß ist,
dass ich hier sitze

Doch ich spüre es nicht.

Alles was ich spüre ist,
dass ich suche –
verzweifelt

Und dann wieder lächelnd
in Erinnerungen schwelge,
doch ich erinnere mich nicht

Ich verliere nur,
und deshalb weine ich,
weil ich so vieles verloren habe

Nur was?

Doch ich überlege nicht.
ich sitze nur auf einem Stuhl
und spüre mich nicht

Ich verschwinde,
während Gesichter mich anlächeln
und sagen, es sei alles okay.

Doch ich verschwinde in (m)eine Welt –

Und das spüre ich.

© Amy Herzog

Viel zu tun…

Viel zu tun und das wichtigste vergessen…

© Amy Herzog  

Vergessen in der Tiefe…

Tief im grünen Grase,
wollen wir den Sommer singen,
unterm Baume zwischen Blättern,
lächelnd in der Liebe schwingen.

Tief in Herzens Liebe,
wollen wir im Wasser baden,
getränkt im Ozean der Seelen,
wo uns’re Blicke alles sagen.

Tief in blauen Blicken,
wollen wir den Winter finden,
in den Sinnen eingekuschelt,
ewig unser Arme binden.

Tief in uns’ren Armen,
wollen wir die Zeit vergessen,
spielt sie einst vom Tränenlied,
in dem wir Wärme nur vermissen.

© Amy Herzog

Von Wahrheiten…

Ich verbleibe nicht mehr im Bett,
denke nicht weiter über dich nach,
frage mich nicht, was wäre wenn,
und liege Nachts nicht mehr wach.

Ich ersticke nicht mehr im Qualm,
meiner längst verglühten Zigarette,
lasse ihn mit Gedanken verziehen,
du bist nicht länger meine Mitte.

Wandle nicht mehr in die Kneipe,
und ertränke mein Hirn im zu viel,
die Wahrheit wird verschlossen sein,
denn mein Kopf bleibt stabil.

Welche Worte verließen den Kopf?
Ach, ich denke nicht mehr an dich,
und ich meine es so, du weißt ja,
zu dir war ich stets so ehrlich.

Nun ist es spät, und ich liege wach,
der Alkohol kam mir zugeflogen,
die Wahrheit rutscht gleich heraus,
war nämlich alles nur gelogen.

– Ich denke an dich.

 

© Amy Herzog

Versunken…

Da stehe ich klein,
allein, während Regen
auf mich fällt.
Meine Haare durchnässt
und meine Kleidung entstellt.
Die Schuhe in Pfützen,
die immer tiefer werden.
Doch stehe ich nur da,
Gedankenverlassen allein
und versinke vergessen
für immer im Wasser.

© Amy Herzog