Erde

Wasser

Ich bin nicht das Wasser
das den Weg in den Fluss findet
wenn der Regen ihn belebt
und deinen Weg streift
immer wieder
schwebt

Ich bin das Wasser
das in der Erde versickert
wenn ich sie berühre
und ich fühle sie
die Erde
nah

© Amy Herzog

lila

Ich schwitze Zeit
aus Haut
tätowierten Leitstreifen
Gewitter schlägt blaue Flecken
tropft aus Lila Lidern
ein Loch
in meinen dichten Wald

Lungenäste
duften nach verbranntem Holz
staubiger Erde
und hohes Gras flüstert
nach lang ersehntem Regenfall
aus deinen Poren

Halte mich
an meiner linken Hand
und verteile
rechts
die Brotkrumen
aus den Resten meiner Kruste
damit der letzte
Farbton
mein Auge nicht verliert

© Amy Herzog

die vergessene Blume

Die Erde unter meinen Füßen
duftet nach Regen und eben diesem Frühling
der nur weiche Brotkrumen hinterlässt
und lässt die Schweigepflicht auch Poren
öffnen ist die eine Blume doch verloren
wenn sie als einzige blüht

So welkt sie trotz des vielen Regens
und verliert das kleine Glück des Lebens
ich doch nur ein Weg zurück
verspreche mir doch weiter geradeaus
und breche dieses nicht
die kleine Blume längst vergessen
trinke ich von deinem wortsanften Regen
auch dann nicht, wenn er mich
mit weichen Lippen küsst

© Amy Herzog

zarte Welt

Foto(3)

© Amy Herzog

Symphonie

Von der Erde zum Licht
nur ein mal, ein mal spür‘ ich’s nicht
höre ich, nur höre ich
aus qualmenden Rädern gezählt
die Lieder hab ich ausgewält
aus hausgemachter Melancholie
das Glück, das Glück, das seh‘ ich nie
doch bleibt mir meine Symphonie
versickert auch das Licht
sowie ich noch zur Sonne Blick‘
der letzte Spiegel fällt – zerbricht
und Asche deckt mich zu

 

 

© Amy Herzog

Wahrhaftig..

Ich spüre sie, die Straßen,
und doch liege ich im Schlaf,
sanft, wie wir unter Sternen saßen,
und den Himmel auf Erden traf.

So plötzlich doch, es bebte,
und doch bin ich in meiner Welt,
bunt und wunderschön sich webte,
der Traum, der mich am Leben hält.

Im meinem Sein, ich spüre,
die Visionen in meiner Poesie,
wahrhaftig doch im Licht berühre,
als lebte ich im Traume nie.

© Amy Herzog

Neubeginn..?

Regen, Blitz und Donnergrollen,
fegen lautstark übers Land,
schlagen durch die Wolken Bäume,
dessen Holzes dann verbrannt.

Riesenwellen rollen Städte,
wo die Natur sich alles krallt,
vereinen sich die großen Kräfte,
und der Mensch den Preis bezahlt.

Des Blitzes Feuer lodert hell,
verbrennend dabei nichts entwischt,
verbreitet sich das Feuer schnell,
bis dass es schlussendlich erlischt.

Über die graue Weltenasche,
kaltes Wasser strömt im Massen,
säubert uns den Mutterboden,
den wir fortan ruhen lassen.

Die Natur könnt wieder blühen,
Menschenschäden sind dahin,
leichte Winde könnten wehen,
dieses wär ein Neubeginn.

 

© Amy Herzog

Ich will nur weg…

Ich will nur weg
Ich weiß nicht wohin
Nur irgendwohin…

Wo Sonne nur scheint
Und’s ewig noch schneit
An den Ort da hin…

Egal wo das ist
Ich komme dort hin
Ich eile geschwind…

Nicht mal lebe wohl
Sag ich hier, egal
Ich bin nun mal so…

Wie könnt ich sein froh
Dem Leben entgegen
Die Erde zu Füßen…

Da würd ich begrüßen
Nach Hause zu fahren
Nie wieder zu müssen…

© Amy Herzog

Einsamer Tanz

bei abenddämmerung
tanzt sie vereint
mit hoffnung
schwebend
über der erde
entrinnen jahre
zugleich erscheint
das dasein
hellgrün
unter ihr
zu erblühen
das leuchtend gras
es beginnt
wie sie
zu lieben
den wind
voll anmut
auf ewig
traurig
allein

© Amy Herzog