Ozean

Dein sicherer Fels

Klarheit im Sturm, der sprichwörtliche Fels in der Brandung, ein Rastender mit seinem Stock, der Blick gen Ferne. Du, nackte Angst, deshalb schaust du nicht hin, treibst wellenlos umher. Kleine Insel auf dem Ozean, ich sehe Licht, Quelle und die reichhaltigsten Speisen. Sehe Meerjungfrauen, die du lockst, um dich an ihren Tränen zu nähren, wie du sie zurück ins Meer wirfst. So viel Ruine in dir, unendlich schmerzende Abwehr. Unter dir Dunkelheit, dass selbst das Schwarz gestorben ist. In mir war Farbe nie abwesend, nie anwesend. Ich habe keine Angst vor Dunkelheit. Ich war immer da, werde immer dort sein.

Drabble-Dienstag mit Lyrix, 100 Worte. Vorgegeben sind: Abwehr, Stock, Ruine

Musenkuss

Nicht vieles ist mein
der Ozean aber mein Stolz
wenn die Muse ihren Kuss
am Grund hinterlässt
und so tauche ich tiefer
in deinen kühlen Geist
wie mich das Jahr verlässt

Nur zähle ich längst nicht mehr
in dem was du Zeit nennst
wenn dein Spiegelbild zeigt
wovor du erschrocken davonrennst
dann erwidere ich deinen Kuss
in diesen Tiefen, die niemand
in dir je zu ergründen wagt

© Amy Herzog

Bis zum Ozean..

Und so liege ich im Dunkeln ganz alleine,
trage Hoffnungslosigkeiten vor mir her,
atme immer schwerer wenn ich sie verteile,
sehe zwischen Staub und Steinen gar kein Meer.

Und so atme ich im Dunkeln ganz alleine,
höre nur noch Schweigen und den leisen Wind,
doch was wäre wenn ich sie einfach vereine,
baue Steine bis das Meer wieder erklingt.

Und so baue ich im Dunkeln ganz alleine,
bis ein jeder Seelenriss verschlossen ist,
vielleicht fände ich mit jedem dieser Steine,
einen Ozean, den noch mein Herz vermisst.

 

© Amy Herzog

Vergessen in der Tiefe…

Tief im grünen Grase,
wollen wir den Sommer singen,
unterm Baume zwischen Blättern,
lächelnd in der Liebe schwingen.

Tief in Herzens Liebe,
wollen wir im Wasser baden,
getränkt im Ozean der Seelen,
wo uns’re Blicke alles sagen.

Tief in blauen Blicken,
wollen wir den Winter finden,
in den Sinnen eingekuschelt,
ewig unser Arme binden.

Tief in uns’ren Armen,
wollen wir die Zeit vergessen,
spielt sie einst vom Tränenlied,
in dem wir Wärme nur vermissen.

© Amy Herzog

Mein Ozean…

Und ich blicke in dein Herz,
es funkelt blau und grün so klar,
dein warmer ruhiger Ozean,
ich fühle mich dir gerne nah.

Ich lege mich in deinen Arm,
du bist mein Schiff auf hoher See,
die Wellen schlagen höher nun,
doch ich vertrau, es tut nicht weh.

Du schwimmst mit mir zu weit hinaus,
und sagst mir nur, es wird schon gut,
dein Herz, es reißt mich tief hinein,
ich fürchte mich doch vor der Flut.

Ich hoffe, du mein Schiff bist stark,
und bringst mich trocken wieder Heim,
dein Ozean, so groß doch fremd,
ich wollte dir nur nahe sein.

 

© Amy Herzog

In den Wellen…

Sitze am Rande des Ozeans
und schreie laut:
Halte diese Wellen an!
Lasse mich nicht zu nah an sie heran,
wenn ich falle, dann fang,
doch niemand hört..
Ich habe keine Wahl,
schwimme hinaus in die Wellen,
vorbei an leuchtend grüßenden Quallen,
sie lachen, ich bin zu weit geschwommen,
zurück muss ich allein,
hier in den Wellen,
bringt es nichts zu schreien.

© Amy Herzog