augenblick

asystolie

bilder
in deiner berührung
setzen sich
in rippen gerahmt
zusammen
und mein herz
schreibt für einen augenblick
asystolie

© Amy Herzog

Fleisch

fleisch lebt einsam, fleisch wird staub
und rauch bedeckt den vater tod
bin ich noch hier, bist du es
du in mir und ich in dir
eins geworden, eins geblieben
wohin uns Weltenmeere trieben
ohne es zu spüren
uns

tief im Grunde
schweben wir still
seekrank plus verrückt
bin ich einsam doch entzückt
hinter rauch ist alles taub
letztes atmen, kuss und staub
fleisch tropft rot, fleisch lebt
nur einen augenblick, vater tod
und liebt bevor’s vergeht

© Amy Herzog

Ertrinken…

Der Augenblick, der mich zerbricht,
der mit dem Sturm entgegenweht,
dort ringt mein Herze um kein Licht,
wenn’s Liebe ganz und gar versteht.

Verbleibst dem Traume spiegelgleich,
doch werde ich dort niemals satt,
im Winde schmeckt das Wasser süß,
im Tränenmeer doch wirkt es matt.

Wenn mir mein Herze dort ertrinkt,
zu schal sind Stunden des Gewichts,
von einem Sein zum andern Schein,
ertrinkt mein Herze bald im Nichts.

© Amy Herzog

1000 Millisekunden

Manchmal nur ein Augenblick.

Flüchtig und vergänglich.

Dann wieder ein ganzes Leben. 

Großer Augenblick?

Sind es die kleinen Augenblicke,
die mein Leben heiß begehrt,
doch wenn die Knochen müde sind,
was ward dem Leben dann gelehrt?

Wo sind die kleinen Augenblicke,
wenn meine Hände sind zu alt,
wenn außerhalb nur Atmen ist,
zu schnell dort wird die Seele kalt.

Wann kommt der große Augenblick,
so zeig mir, wo der Sommer liegt,
des Winters Luft zu oft gefriert,
wo ist der Weg, der mein Herz liebt?

© Amy Herzog

Reinstes Gold…

Wie reinstes Gold aus deinem Munde tropft,
so baden Wolken tief im Himmelblau,
doch ehe noch mein Unheil leise klopft,
so merke ich doch schon der Wolken grau.

Doch trinke ich mit Leid und ganzer Seele,
dein gold’nes Gift verhüllt mich gänzlich warm,
und wie ich mich ganz leise darin quäle,
so scheint mein Herz im Augenblick nicht arm.

So wie das Leben nach dem Glücke sterbe,
so kostete mein Herz auf Erden blau,
und schnitze ich den Tagen ihre Kerbe,
dann sehe ich vom Himmel aus kein grau.

© Amy Herzog

Schweige für den Augenblick..

Allein der Mund spricht keine Liebe,
denn jedes Wort ist noch zu kühl,
so warm es dennoch stets gemeint,
kennt nur mein Herz dieses Gefühl.

Es komponiert die Liebeslieder,
und singt ganz ohne Wort vom Glück,
so lausche du auch mit dem Herz,
und schweige für den Augenblick.

© Amy Herzog

Unendlichkeit…

Die Augenblicke fliegen weiter,
schneller als dem Herzen lieb,
zu vieles bleibt im Eis vergessen,
und irgendwann beklaut ein Dieb.

Doch die Worte wehen dennoch,
mit den Winden durch die Zeit,
niemals könnte sie zu spät sein,
denn ein Weg ist nie zu weit.

Diese Zeit, sie bleibt unendlich,
mag sie noch zu schnell erschein‘,
die Augenblicke werden siegen,
und kein Herz bleibt je allein.

© Amy Herzog

Vertrocknete Lippen…

Ein Fall in abertausend Meere,
in deinem Augenblick gereicht,
als schwebte ich in einer Nacht,
die niemals von der Seite weicht.

Verlockend deine roten Lippen,
geküsst die meinen sinnlich tief,
so könnt ich ewig daran nippen,
wenn dein Herzschlag lauter rief.

Des Meeresbodens Stummgesang,
ein Fall zu tief im schwarzen Ort,
die Augenblicke schon verblasst,
vertrocknen meine Lippen dort.

© Amy Herzog