moment

verloren

sternensplitter rieseln
nachtmusik
aus unseren augen
federberührung
bei weit aufgerissenen blicken
hellwache sehnsucht
müdes schweigen
streift
über körper
die nicht wissen
wohin der weg sie führt
die fragen stehen auf dem nachttisch
und erhellen den moment
der gefehlt hat

immer zu verlockend
dieses gift
in verklebten ohren
die immer nur dem klang folgen
nie dem ganzen lied
und unzählige geschichten schreiben
bevor sie vergangen sind

irgendwie hier
halb da ganz davon
mittelleben
und am ende verloren
im sternenschnee

© Amy Herzog

Verborgene Wahrheit (Drabble-Dienstag)

Drabble-Dienstag mit Lyrix. (Ja es ist Montag). Ein Drabble besteht aus 100 Worten, 3 Worte sind vorgegeben: Schiff, Masken, Flammen.

Verborgene Wahrheit

Masken aus bunten Lügen lege ich auf mein Gesicht, auf jedes Wort, nähe sie fest, bis diese Sturmflut vorbei ist. Und ich spüre, wie ich beginne, die Verlogenste zu glauben, während alles andere mit dem Schiff versinkt. Es scheint fast wie ein Schatz, den irgendwer, irgendwann mit größter Mühe aus der Tiefe hebt. Irgendwo in dieser Zukunft, die nah oder fern sein kann. Für einen Moment schreckt mich dieser Gedanke so sehr ab, dass ich diesen Schatz in Flammen sehen möchte. Aber ich glaube nicht daran, dass jemals Jemand den Meeresgrund erreicht. Diese Lüge lässt die verlogenste Maske kurz lächeln.

Unwirklich wirklich unauffindbar..

Ein neues Bild fand ich, fand mich
wie ein Moment der Freude
flüsternd in Gedanken – dich
und riss mich doch in Stücke

Atme weder ein noch aus
wie Blut drückt durch die Kehle
und starr‘ ich mich zum Spiegel ein
weil ich dein Herz noch fühle

Fand ich zwischen tausend Welten
eines nur, doch war allein
und war es Freude, wahrhaft Freude
schmecktest du wie süßer Wein

© Amy Herzog

Schlussendlich..

Ewigkeiten sind vergangen,

Nebelschwaden ziehen vorbei,

und die Seele liegt in Ketten,

wann nur bin ich endlich frei?

Ist die Kehle fast vertrocknet,

und ich sah ein Leben zieh‘n,

welches ich nie leben würde,

also begann ich zu flieh‘n.

Auf der Suche nach der Sonne,

war ich fast schon endlich da?

doch das Leben rannte hinten,

und schlussendlich ist es nah.

(C) Amy Herzog

Ertrinken…

Der Augenblick, der mich zerbricht,
der mit dem Sturm entgegenweht,
dort ringt mein Herze um kein Licht,
wenn’s Liebe ganz und gar versteht.

Verbleibst dem Traume spiegelgleich,
doch werde ich dort niemals satt,
im Winde schmeckt das Wasser süß,
im Tränenmeer doch wirkt es matt.

Wenn mir mein Herze dort ertrinkt,
zu schal sind Stunden des Gewichts,
von einem Sein zum andern Schein,
ertrinkt mein Herze bald im Nichts.

© Amy Herzog

Das blaue vom Himmel…

Honigsüßes wortgewandtes Blattwerk,
trägt mich mühelos durch Wind und Zeit,
und schlaf ich töricht tief in grünen Düften,
scheint der Weg auf grauen Steinen weit.

Und tragen Wolken nur ihr weißes Kleid,
schon seit ich dachte, dass ich denken kann,
darunter singen Himmelsworte strahlend,
grau doch, wenn der Regen dann gewann.

So luftig trägt doch manchmal der Moment,
doch wo nur leben Träume wenn sie rennt,
die Zeit, die mich umgarnt mit ihren Worten,
wenn Regen fällt doch niemand mehr erkennt.

© Amy Herzog

Hand in Hand..

Wie ein Moment unendlich kostbar,

ward der Wunsch vom Stern gesandt, 

so schicke ich mein Herz auf reisen,

zu deinem warm und Hand in Hand.

© Amy Herzog