Meer

Seine Angst vor dem Feuer

Es sind immer Meer
Lügen
als nötig und mehr
Wunden
als angegeben
und weil
er sie zu viel
wollte mussten sie aufs
offene Meer
um mit dem Feuer
zu spielen

© Amy Herzog

Wasser

in dir
bin ich pulsierendes Wasser
irgendwo
flussauf- und abwärts
beständig
nah

© Amy Herzog

trink

Komm,
und trink dich taumelnd
in mein Weltmeer
so komm,
und trink aus Lenden,
Lust und uns
mein ganzes Herz
leer

© Amy Herzog

Dein Meer.

Fühlst du fließend Liebe
wie ein ganzes Meer
nur kannst du sie nicht sprechen
weinen Zweifel, Angst
und Kummer in Anadiplosen.

Bricht dein großes Herz
auf halber Strecke
wird es klein
und du sagst dir leise
„na, es wird schon reichen“
dieses Meer ist mein.

© Amy Herzog

kalte Tränen, Leben und Traum

Wenn ich dich nicht festhalten kann, dann die Halluzination. Zwischen der Leidenschaft, die um unsere Lippen tropft, über das Meer, welches wir mit unseren Zungen füllen, bis in die Gruft, in der wir gemeinsam in Vergessenheit geraten. Und ich schlafe, schlafe, schlafe in diesem kleinen Traum und falle auf die Knie vor schwermütigschlagender Distanz in meiner Brust. Das morsche Herz, es schlägt eisern am wolkenlosen Himmel und ersehnt in dieser zehrenden Seelendürre nichts mehr, als deinen warmen Regen. Selbst die Szenen in meinem Hirn starren nach einer Weile nur noch aus dem Fenster, wie sich nichts darin spiegelt. Ich bin unsichtbar wie der Wind ohne Blätter. Und dann schließe ich fester meine Augen und halte dich auf meinem unbeschriebenen Papier fest. Und ich schreibe eine endlose Geschichte über kalte Tränen, Leben und Traum…

Du, ich, die ganze Welt


Du, ich, die ganze Welt
fühlt luftleer
schreit und schweigt
in unendlich vielen Puzzlespielen
jedes mit unzähligen Teilen
auf engstem Raum
in mir.

Ich sortiere
das meiste Fehlt
du, ich, die ganze Welt
fühlt erdrückt
und fällt
mir aus dem Schoß
ins Meer.

© Amy Herzog

Skala eins bis schwer

Auf der Skala
von eins bis zehn
laufe ich hin und her
und finde die Metapher
eines arrhythmischen Klopfens
da ist Bedeutung in mir
Wahrheit im Wort
da ist Gefühl
schwer wie Meere
kann nicht vergessen
nur leugnen die weite See
schaffe Raum dafür
auf einer Skala
von eins bis schwer
laufe ich in diesem Ende
müde hin und her

© Amy Herzog

Dein sicherer Fels

Klarheit im Sturm, der sprichwörtliche Fels in der Brandung, ein Rastender mit seinem Stock, der Blick gen Ferne. Du, nackte Angst, deshalb schaust du nicht hin, treibst wellenlos umher. Kleine Insel auf dem Ozean, ich sehe Licht, Quelle und die reichhaltigsten Speisen. Sehe Meerjungfrauen, die du lockst, um dich an ihren Tränen zu nähren, wie du sie zurück ins Meer wirfst. So viel Ruine in dir, unendlich schmerzende Abwehr. Unter dir Dunkelheit, dass selbst das Schwarz gestorben ist. In mir war Farbe nie abwesend, nie anwesend. Ich habe keine Angst vor Dunkelheit. Ich war immer da, werde immer dort sein.

Drabble-Dienstag mit Lyrix, 100 Worte. Vorgegeben sind: Abwehr, Stock, Ruine

Loslassen

So entsandte ich
in einer letzten Träne
das Fehlgeleitete Stück
schnitt es aus meiner Seele
lies es ziehen, fließen, treiben
und es griff selbst zur See

Ich aber bleibe der Erde nah
auf dass es [nie wieder]
zurückfindet..

© Amy Herzog

Spontan ans Meer

Mir ist, als atmete ich 
seit einer endlosschleifenden
hinkenden, aussichtslosen
Ewigkeit nur noch ein

264 kilometer mal zwei
spontan über Belgien
ausbrechen ans Holländische Meer
einfach, um auszuatmen

Um tief zu atmen
befreit, in einsamer Stille
mit dem Meer vereint
spüren, nur mich

Weit über meine Grenze hinaus!

Aber ich atme.

Ich atme!

(c) Amy Herzog

Wir

Ein dunkler Raum 
in zeitloser Zwischenwelt
rastet in unendlicher
grenzenlos
Poren sickernder
in hingebungsvollen
entblößten Seelenkörpern
durch Ewigkeit

Die Außenwelt zeigt
wie Farben
durcheinander
aneinander vorbei
verlieren und suchen
vermischt
in verbrauchten
Stunden

Wir liegen darin
suchen Liebe, Nähe, Sinn
Bedeutung im bedeutungslosen
Wahrheit in Lüge
und im verschiebenden
verschwiegenen
die Mitte
uns

Wir brauchen nichts
in der Dunkelheit
wir sind wir
wie wir sind
sind wir mehr
Sterne, Ozean, Mond
oder Pfütze

Fragen
die hier nicht
existieren
in der Zwischenwelt
wir sind klein
wir sind die Mitte
wir sind nackt
wir sind eins
wir sind wir

Mitte

© Amy Herzog

Winter


mit einem einzigen Winter
gefriert das Herz und zerbricht
wohl brechen Scherben zauberhaftes Licht
berühren jedoch, kannst du es nicht
und so schnell der Winter
auch von dannen zieht
ist es dein blutend warmes Herz
das kein Heim und kein Licht mehr sieht
wenn die gleißende Sonne
den Meeresspiegel ins Ende küsst

© Amy Herzog

Fleisch

fleisch lebt einsam, fleisch wird staub
und rauch bedeckt den vater tod
bin ich noch hier, bist du es
du in mir und ich in dir
eins geworden, eins geblieben
wohin uns Weltenmeere trieben
ohne es zu spüren
uns

tief im Grunde
schweben wir still
seekrank plus verrückt
bin ich einsam doch entzückt
hinter rauch ist alles taub
letztes atmen, kuss und staub
fleisch tropft rot, fleisch lebt
nur einen augenblick, vater tod
und liebt bevor’s vergeht

© Amy Herzog

Tropf

Hält mein Atem kurz inne
so ist es nur ein Tropf
auf heißem Stein
und wirbelt er doch meine Sinne
wild umher
gehört er mir, nur mir
allein

Wie klingt ein Stöhnen
welches sich in süßen Küssen
um die rote Sonne legt
und wie kleidet sich die Nacht
die zwischen uns
das weite Meer bewegt

Hält mein Atem immer inne
so bleibt das eine mein
stiehlt mir auch an diesem Abend
bloß nicht den Gedanken
dieser Tropf auf heißem Stein
wird er bis ins tiefe Ende
ewig meiner sein

© Amy Herzog

Fundament

Es sind die banalen Fragen,
die ich mit Kreide unter meine Haut schreibe.
Sie tragen das Ungewisse, den Geist,
das Unerwiderte, die Schwere,
das unter Eis verschlossene,
die Melancholie.

Da draußen
trägst du die Sonne mit dir herum,
aber das ist Fassade. Komisch,
dass sie nach all den Jahrzehnten
noch nicht bröckelt.

Eigentlich sollte das abschrecken.
Tut es das? Schließlich schleife
ich deinen Schatten wie eine Leiche
hinter mir her.

Hätte ich keine Angst vor dem Regen,
würde ich dich mit ein, zwei dicken Steinen
beschweren und dich ins Meer werfen.
Und deine Sonne würde ich behalten,
um mich endlich in dir zu wärmen.

Aber dann würde es regnen.
Und meine Kreide gemeinsam
mit dir ertrinken.

Und mit dir mein Fundament.

© Amy Herzog

Suche nach Land (Drabble-Dienstag)

Lyrix hat die Drabble-Parade wieder wachgerüttelt und ich mache sehr gerne mit. Ein Drabble besteht aus genau einhundert Worten, in denen drei Worte vorkommen müssen. An diesem Drabble-Dienstag sind es die Worte: Auge, Frage und Magnet.

Suche nach Land

Eine Frage lässt mich nicht einschlafen. Die Ungesagte, im Raum schwebende, die ziellos an die Decke starrt, dann wieder gen Himmel, in den Sternen suchend. So bleibt mein Auge zu viel Meer und deines das Land, schlafend unter einer dichten Nebeldecke. Treibe ohne Kompass übers Wasser mit einem Magnet in meiner Seele und der Sehnsucht im Hirn. Dein Hafen ist zum greifen nah, fände ich ein Wort. Schöpfe Nacht um Nacht die Hoffnung aus meinem Schiff, möchte nicht ertrinken. Noch nicht. Erst wenn ich einschlafe, kann ich es sehen. Dieses große Nichts, das Bilder malt, in denen wir leben können.

© Amy Herzog

Ewigkeit und Gold

nass, nass!
gold’ner Regen
fließt mit Kuss und Salz
schimmern, schweben, legend
tief wie abertausend Flüsse
fest um meinen Hals..

im Rausch
hast du die Luft geraubt
so steigt und steigt dein Meer
Pirat! sag ich, komm her
stehle was ich hab
und mehr!

© Amy Herzog

Frisch aus dem Eisfach.

Als würden sich Worte länger halten,
nur weil sie aus dem Eisfach kommen.
Sind sie doch benommen, benebelt,
fühlen sich wie frisch geknebelt
und lächeln emsig weiter.

Steif sind sie im eisigen Wind,
und heulen heimlich wie ein Kind.
Was nützen Tränen, die nicht stützen,
bildet sich aus vielen Pfützen
doch ein großes Meer?

Was ist schon Meer in diesem Eis,
wenn keiner was vom ander’n weiß?
Und Eis zerbricht, selbst unterm Licht,
im Eisfach halten Ewigkeiten nicht.
Wird’s so ums Herze warm?

 

© Amy Herzog

Bis zum Ozean..

Und so liege ich im Dunkeln ganz alleine,
trage Hoffnungslosigkeiten vor mir her,
atme immer schwerer wenn ich sie verteile,
sehe zwischen Staub und Steinen gar kein Meer.

Und so atme ich im Dunkeln ganz alleine,
höre nur noch Schweigen und den leisen Wind,
doch was wäre wenn ich sie einfach vereine,
baue Steine bis das Meer wieder erklingt.

Und so baue ich im Dunkeln ganz alleine,
bis ein jeder Seelenriss verschlossen ist,
vielleicht fände ich mit jedem dieser Steine,
einen Ozean, den noch mein Herz vermisst.

 

© Amy Herzog

In Gedanken..

Still bist du schwer mir im Herze verkeilt,
du Windhauch im Schweigen vorbei,
und wie du auch ewiglich schwerer verweilst,
bist irgendwann du an der Reih‘.

Nach Pfützen die Meere, so schwimmend dahin,
die Beine noch schwerer doch leicht,
gemeinsam wir suchen und denkend den Sinn,
die Seele daneben verbleicht.

Mein Herze zum Uhrwerk, es lahmet schon sehr,
die Zeiger den Abgrund im Blick,
das Herze mag schwimmen, doch all dieses Meer,
sinkt tiefer und schweigend zurück.

 

© Amy Herzog

Am Felsen im Meer..

Als die Sonne den Sand küsste,
glaubte ich zu träumen.
Mein Blick vom Meere zur Küste,
konnte nichts versäumen.

Wie ich am starken Felsen lehnte,
sog mich der deine Kuss.
Wonach mein ganzes Leben sehnte,
dem ich nun folgen muss.

Sanft lag ich auf deinem Grunde,
gar leer und dunkel-kalt.
Doch küsste ich die Herzenswunde,
und gab dem Felsen Halt.

Als der Mond das Wasser küsste,
tauchten wir dann auf.
Unser Kuss doch brannte Lüste,
und nahmen ihren Lauf.

Doch der Mond wollt schlafen geh’n,
so trieben wir dahin.
Mein Traum, er würd im Wind verweh’n,
doch gab er uns den Sinn.

Und als die Lichter wieder küssten,
wir würden weiter Träumen.
So wie wir von der Zukunft wüssten,
am Strand gab’s kein versäumen.

© Amy Herzog

Nur das Meer kennt…

Nur das Meer kennt meine Tränen,
wenn die Flut mich überrollt,
in schwarzer Tiefe liegt die Wahrheit,
wenn ich doch daran glauben sollt.

Nur das Meer kennt meine Stimme,
wie sie zu oft einfach schweigt,
und tief verborgen liegt mein Kämpfer,
wenn die Angst im Innern steigt.

Nur das Meer kennt meine Sehnsucht,
und sie spricht durch diese Flut,
bis sich irgendwann die Schwärze,
glänzend zeigt, so wird es gut.

© Amy Herzog

Das Abbild meiner Seele…

Du bist das Abbild meiner Seele
auf der größten Bühne unter der Sonne
als erstrahlte ich im neuen Glanz
trägst mich durch die Flüsse der Welt
ohne mich im Meer zu verlieren
bis unterm dunklen Sternenhimmelstanz

Worin sollte ich mich länger sehen
wenn nicht im Glanze meines Herzens
der mein Haar vor Winden schützt
schneller gar scheine ich zu entgleiten
in meine unsichtbare Melancholie
wenn kein Fels in der Brandung stützt

Bleiben all die Sterne an ihrem Platz
auch wenn auf meinem Wege Dürre herrscht
so bin ich doch nur Mensch zu halb
ohne das Bild, das einst von dir gemalt
verliert die Farbe ihre Kraft
und ich, ich verliere meinen Halt

© Amy Herzog

Warmes Nest.

Wenn der Wind ganz sanft nur weht,
wo selbst ein Schweigen alles sagt,
dort sind zwei Herzen auf Eis gelegt,
doch kein Wort über Kälte klagt.

Wenn ein Blick dort alles zeigt,
denn Seelen liegen sich im Arm,
was tief im Meer verborgen bleibt,
schützt beide in sich mollig warm.

Wovon sie auch umgeben sind,
die Liebe hält zwei Herzen fest,
für sie weht stets ein Sommerwind,
und trägt sie sanft ins warme Nest.

© Amy Herzog

Mit dir..

Mit dir gemeinsam kann ich atmen,
wo unser Wind nur schweigsam weht,
so fließt die Wärme durch die Meere,
auch wenn der Weg durch Wüsten geht.

Nicht zu ermessen sind die Worte,
selbst wenn es aus der Tiefe spricht,
am Grund des Meers zu verborgen,
doch findet sich selbst dort noch Licht.

Mit dir gemeinsam kann ich sehen,
ein Lächeln scheucht die Schatten fort,
und wenn wir durch die Wüsten gehen,
dann schweigend zwar, doch bleiben dort.

© Amy Herzog

Verblasste Gedanken..

Wie bald doch mein Gedanke schon verblasst,
so warte ich noch sehnlichst auf dein Wort,
zu unsichtbar, verborgen hinter Schleiern,
fehlt mir nur der warme Wind an diesem Ort.

Die Sonne, die doch längst ertrunken ist,
dort hinterm Horizont im kühlen Meer,
so wart‘ ich leis‘ auf das, was du vermisst,
und doch verbleibt das meine Herz zu schwer.

So könnte ich noch deine Lippen küssen,
doch war die Sonne nie wahrhaftig mein,
Gedanken, die in Dunkelheit verblassen,
ich schicke sie ins Meer, sie bleiben dein.

© Amy Herzog

Vereint

Atlantikblau und traurig blickend,
doch die Hoffnung aus dir scheint,
wärmstens lieben sich die Herzen,
in deinem Meer ganz fest vereint.

© Amy Herzog

Schweigendes Wort

Ich spüre diesen bitt’ren Schmerz,
und flüstern Worte durch die Luft,
so rinnt das Blut aus meinem Herz,
entfacht des Rosenblütens Duft.

Doch hielt ich sie gefangen hier,
so gleich kommt jeder Dorn zu nah,
und sticht erneut ins Herze mir,
den Duft im Worte, was einst war.

Nun fließt das Blut ins blaue Meer,
und trägt die duftend Blüten mit,
ich ruhe hier, und denk‘ zu schwer,
was mein verschwiegen’s Wort erlitt.

© Amy Herzog

Vertrocknete Lippen…

Ein Fall in abertausend Meere,
in deinem Augenblick gereicht,
als schwebte ich in einer Nacht,
die niemals von der Seite weicht.

Verlockend deine roten Lippen,
geküsst die meinen sinnlich tief,
so könnt ich ewig daran nippen,
wenn dein Herzschlag lauter rief.

Des Meeresbodens Stummgesang,
ein Fall zu tief im schwarzen Ort,
die Augenblicke schon verblasst,
vertrocknen meine Lippen dort.

© Amy Herzog

lieblich kühler Wanderer…

Oh, lieblich kühler Wanderer,
so sei mir nah in finstrer Nacht,
schwebst über blaue Meere hoch,
mit deiner reinen Herzensmacht.

Oh, sinke nicht für mich hinab,
sei meine Herzenslast zu schwer,
nur atme auch mit ferner Brust,
das Salz für mich aus deinem Meer.

Oh, lieblich kühler Wanderer,
traf mich in ferner Zukunft bald,
ereilt uns nur in andrer Nacht,
ein Kuss an deines Meeres Wald.

© Amy Herzog

Zwei Schwäne…

Zwei Schwäne tanzen wild umher,
auf Eis, zerbrechlich, dünn und matt,
gesehen hat sie niemand mehr,
den Andern war es wohl zu glatt.

Doch tanzen sie im Sonnenglanz,
und einer sieht das dünne Eis,
voll Anmut, warm, mit Eleganz,
im Schweigen einfach niemand weiß.

Die Hände halten sich so fest,
doch sticht der Sonnenstrahl noch zu,
ein Riss im Eis und ohne Nest,
kommt dieser Tanz schon bald zur Ruh.

Ein Knacken noch im letzten Kuss,
zwei Schwäne tanzen nicht umher,
der Tanz, der im Meer gehen muss,
im Schwarz, im Tief – sie seh’n nie mehr.

© Amy Herzog

Wenn Meer entsteht…

Die Tränen fließen dort heraus,
wo die Gedanken zerrend quälen,
immer dann, wenn Uhren schlafen,
und die Zeiten nicht mehr zählen.

Die Zeiten zählen niemals mehr,
wo dann ein Herz am Boden liegt,
dort wo im Dunkel niemand fühlt,
wenn ein Gefühl zum Himmel fliegt.

Und kommt es erst im Himmel an,
dann füllen sich die Wolken gleich,
die Tränen, die ein Herz mal weinte,
beregnen fortan Meer und Teich.

 

© Amy Herzog

In die Wirklichkeit…

Die Wellen schlagen meterhoch,
so steige ich von meinem Schiff,
an Land erbaut auf Wirklichkeit,
hat das Reale mich im Griff.

All meine Träume sinken ab,
ich lasse sie im Meer zurück,
und hoffe, dass am Grunde liegt,
ein wenig Staub aus purem Glück.

Nur einen Tropfen nehme ich,
behalte ihn in meinem Herz,
er schreit allein wohl umso lauter,
weit wie das Meer ist dieser Schmerz.

Der Traum, er weint mir hinterher,
doch wenn er weiter Leben sucht,
so komm mit in die Wirklichkeit,
und hör nicht, wenn das Meer dich ruft.

 

 

© Amy Herzog

Auf hoher See…

Ich summe für uns ein Lied im Wind,
sag, kannst du es in der Seele fühlen,
wir sind uns nahe bei den Sternen,
wie sie dort oben nur für uns glühen.

Wir treffen uns bei Nacht auf See,
spürst du, unsere Seelen sind verbunden,
du baust ein Schiff aus Unendlichkeit,
und wir drehen damit die Lebensrunden.

Hier strahlen deine Augen nach Liebe,
so weit und unendlich wie das Meer,
wir verlassen die Zeit und die Realität,
all die Sorgen begleiten uns nicht mehr.

Auf unserem Schiff sind wir allein,
nur das Summen liegt noch im Stern,
wie lang wird uns das Schiff nun tragen,
wie lang bleiben wir uns nicht fern.

Die Wellen des Meeres, sie schlagen,
als ob es unser Geheimnis nun kennt,
nur im Traume können wir schwimmen,
doch genießen wir hier jeden Moment.

 

© Amy Herzog

Spuren im Sand…

Gemeinsam gehen wir Hand in Hand,
entlang am langen schneeweißen Strand,
hinterlassen leise unsere kleinen Spuren,
nach denen wir beide nie wieder suchen.

Wir blicken lächelnd zum schaumigen Meer,
es stürmt, doch das stört gerade nicht sehr,
der Schwimmring um uns, im knalligen blau,
Wolken verschwinden die einst waren grau.

Gemeinsam fliegen wir mit Wind und Wellen,
zum Himmel und verlieren all unsere Dellen,
jetzt sind wir furchtlos und voller Mut,
in den blau gefärbten Wolken wird alles gut.

Was auch immer nun sei irgendjemandes Wille,
oben in den Wolken gibt es keine Windstille,
erst wenn wir sinken zum staubigen Land,
erst dann erinnern nur noch die Spuren im Sand.

 

© Amy Herzog

Wir sind die Mitte…

In sanft gedehnten Träumen,
schwimmen wir im kalten Meer,
schauen zum Grund, schwarz,
und unsere Seelen sind noch leer.

Irritierte Gedanken schwanken,
blicken sich in glänzende Augen,
und sehen am Grund des Meeres,
nur die Welt und ihren Glauben.

Aber hier sind wir unsere Mitte,
in dieser sanft ruhenden Stille,
das Meer ist tief und wir atmen,
atmen nur uns und unsere Sinne.

Wir atmen uns ein, so ungewiss,
zaghaft schwimmen wir noch hier,
Gefühle, sie beben, sie verführen,
in unserer Mitte, hier sind nur wir.

Die Wellen schlagen höher, näher,
liegen wir uns sanft in den Armen,
es ist kalt, wir können nicht atmen,
nur uns, die Mitte und wir wärmen.

© Amy Herzog

Augen aus eisblauem Meer…

In Deinem Herzen
sah ich eine Lücke klaffen,
und ich nahm es in die Hand,
zu unbedacht hat es stets Gefühlt,
stand mit dem Rücken zur Wand.

War es dann sich selbst überlassen,
allein in der verregneten Dunkelheit,
verteilte Worte in Deinem Herzen,
sie linderten Deine Schmerzen,
stärkten Deinen Geist,
tief wurde es berührt,
manchmal gar alle Sinne verführt.

Doch zählte ich die Stunden nicht mehr,
verlor mich selbst mitsamt meines Herzens
tief in Deinen Augen aus eisblauem Meer.

Mein Herz wurde schwach,
immer schwächer von Stunde zu Stunde,
irgendwann mich selbst
an Deiner Wärme gar verbrühte,
nur scheinen konnte ich noch Stark,
wo ich in meiner Brust die Schmerzen spürte.

War schier endlos in der Zeit gefangen,
umklammert von Sehnsucht,
von Träumen und der inneren Flucht.
Fand mich wieder in einem Gewühle,
meiner sprießend wachsenden Gefühle.

War mein Herz doch gleichzeitig leer,
ich fühlte mich nicht mehr, war gefangen,
in Deinen Augen aus eisblauem Meer.

© Amy Herzog

In den Wellen…

Sitze am Rande des Ozeans
und schreie laut:
Halte diese Wellen an!
Lasse mich nicht zu nah an sie heran,
wenn ich falle, dann fang,
doch niemand hört..
Ich habe keine Wahl,
schwimme hinaus in die Wellen,
vorbei an leuchtend grüßenden Quallen,
sie lachen, ich bin zu weit geschwommen,
zurück muss ich allein,
hier in den Wellen,
bringt es nichts zu schreien.

© Amy Herzog

Wer?

ich bin ein Boot
gesegelt hinaus ins Meer
und alle lauten Töne dieser Welt
sind nur noch ich und irgendwer
lassen mich vom Spiegel fallen
ich bin bei mir und du bei mir
höre nur noch Stimmen
aus der frischen Luft
nun sag mir doch…
wer sind wir?

© Amy Herzog

Strand…

Wir fahren einfach an den Strand,
vergraben uns im warmen Sand,
schmecken meeresblaue Freiheit,
überdecken unsere Feigheit.

Wir legen uns ans grüne Meer,
hören keine Menschen mehr,
fischen Träume aus der Luft,
erfüllen uns an ihrem Duft.

Wir blicken in die hellen Sterne,
in die unerreichte Ferne,
sammeln ein paar Muscheln,
hören’s noch zu Hause rascheln.

Wir müssen leider wieder Heim,
doch da woll’n wir gar nicht sein,
lass uns einfach hier liegen,
lass uns an einander schmiegen.

Wir bleiben einfach immer hier,
wenn auch nur auf ein, zwei Bier,
werfen die Muscheln zurück,
liegen einfach hier im Glück,

Wir bleiben hier am Stand,
hier vergraben im Sand,
und blicken in die Sterne,
leben einfach unsere Träume.

© Amy Herzog

ertrinken…

kalt

das salz drückt
meine seele verstummt
nur ein leiser schrei
nach hilfe summt
mit den wellen
ins nichts

tot

© Amy Herzog

Schwimm im Meer…

Schwimm‘ im Meer
aus Salz und Lust,
doch lieg‘ ich ruhig!
Trinke mehr aus Zeit und Äther
in Wein und tanzend warmen Fischen,
Perlen reizen meine Sinne,
höher schweben mit dem Wind!
Die Brise soll mein Feuer löschen..

© Amy Herzog

Leidensende…

Falle in eine tiefe Schlucht
wo meine Seele ganz zerbricht
schwimme im Meer aus Traurigkeit
und lebe die innere Zerrissenheit

Gedämpft sind meine lauten Schreie
steigt nur der Spiegel weil ich weine
versinke im Meer und meinen Tränen
könnt ich doch nur davon noch laufen

Schlagen die Wellen in aller Stille
wars am Ende doch mein eigener Wille
zu schwimmen hier in der Einsamkeit
zu fühlen nur noch bitt’re Traurigkeit

Bleibt mir die Liebe ein Fremdwort
reißt die Unwissenheit mich hier fort
verschlungen im Meer von Dunkelheit
das Leidensende ist nicht mehr weit

© Amy Herzog

Wellenrauschen…

Lautes rauschen tönt das Meer,
fühlt es sich doch noch so leer,
prachtvoll winkend Wellen schlagen,
niemand würd die Nähe wagen.

Wirkt es doch so faszinierend,
im Rhythmus starr hypnotisierend,
lädt es gleich zum Baden ein,
erweckt den Schein sicher zu sein.

Die Leere, die das Meer wach hält,
zum Ruhen jede Seele zählt,
mit Leid und Liebe frisst es Seelen,
die Seelen, die das Leid hinzehren.

Der Körper wird vom Meer erdrückt,
je fester, desto mehr entzückt,
streicheln kalte Messerstiche,
unter Wasser letzte Blicke.

Langsam wird die Seele still,
hat sie endlich was sie will,
den Wellen setzt sich nicht zur Wehr,
im Leid gefangen nun nicht mehr.

© Amy Herzog

Auf hoher See…

Auf hoher See
bei starkem Wellengang
schwankt das Schiff
mit laut schlagendem Gesang
der Emotionen hin und her.
Stärker und schneller begriff
das Schiff,
Emotionen schwer,
sie fallen über Bord
und ersticken im tiefen Meer.

© Amy Herzog

Staubkorn im Wind

Unsichtbar du schwebst,
hoch oben geschwind,
fällst rasend hinab,
am Abgrund verbleibst.

Der nächste Stoß,
erneutes hoch schweben,
und wieder fliegst du,
unendlich hoch oben.

Rast durch die Wüste,
legst Meilen zurück,
bevor du kommst an,
beim Winde der Küste.

Ziehst deine Strecken,
durch Städte und Land,
siehst Schönheit und Hass,
kannst alles erblicken.

Quer durch die Welt,
suchst du dein Ziel,
wo du dann aufschlägst,
das unsichtbare Zelt.

Doch wie leider so oft,
wirst du wieder verjagt,
bleibst stets unerwünscht,
wenngleich du’s anders hoffst.

So eilig geschwind,
suchst du den Platz,
wo bleibst du willkommen,
du Staubkorn im Wind.

© Amy Herzog