Liebeskummer

Liebeskummer

Würde Liebeskummer im Supermarktregal liegen, würdest du ihn für jeden Preis kaufen. Und doch wäre er dir nie genug, sogar stehlen würdest du ihn in allen Formen und Farben willst du ihn nicht nur besitzen, du willst ihn in dir aufnehmen, aufsaugen wie ein Schwamm, du willst zu ihm werden, dich verwandeln und leben wie er leidet. Wo immer du einen gebrochenen Menschen siehst und siehst, wie er sich quält, willst du die Tränen sammeln und kategorisieren und ihm die Qualen nehmen, sie ihm entreißen. Nicht um etwas gutes zu tun, denn ein Gutmensch warst du noch nie, du willst diesen Liebeskummer einfach nur für dich ganz allein. Du willst der ewig einsam Liebende sein, der Schweigende, der besonnen vor sich hin neigende, während du innerlich den Boden verlierst. Schweben willst du, fühlen willst du die meterhohen Wellen, die gegen dein scharfkantiges Herz preschen. Du willst der sein, der stets das begehrt, was er verliert oder gar nie bekommt. Tag für Tag gräbst du dein Innerstes tiefer und tiefer, Höhle um Höhle, schmale Gänge, die ins Nichts führen, ein Labyrinth trifft auf das Nächste. So tief, dass dich niemand wirklich sehen kann, und vor allem tief genug, dass dein geliebter Kummer auf ewig Konserviert bleibt. Die Liebe aber schwimmt auf der Oberfläche, hübsch angerichtet und wirkt einladend auf jeden, der sie braucht. Nacht um Nacht verteilst du deine Liebe, schickst sie über jede Entfernung schweigend per Express durch den Wind. Und wenn du dann jemanden liebst, dann bricht ein neuer Tag an und du gräbst weiter für deinen geliebten Schmerz, der dir das Leben einhaucht und dir dein ersehntes letztes Lächeln schenkt.

Schmerz verbindet…

Ist der Schmerz nur eine Summe,
nur verteilt der Köpfe gleich,
werde ich, ehe ich verstumme,
doch noch an der Liebe reich?

Wie das Laub in allen Straßen,
selbst die Stadt nicht sicher ist,
in der Zweie sich einst trafen,
trennt der Dämon, nun vermisst?

Flüchten in das blumig-schöne,
nur ein Reich der Phantasie,
denn erklingen Schmerzenstöne,
ohne Herzen niemals nie.

Ist die Welt ein Teil der Schmerzen,
finden Tränen sich wie Fluss,
leiden kühl gar manche Herzen,
bis die Liebe schwimmt im Kuss.

 

 

© Amy Herzog

Zucken…

Du zuckst mit deiner Schulter
stößt grob meinen Kopf
weit weg von dir…
wollte mich nur anlehnen
lehne jetzt an der Luft
und schenke dir den Regen,
dessen Duft du so
liebst…

 

 

© Amy Herzog

Im Ende – 2

Im Ende sind die Blumen grau,
zerbricht in der Kälte,
gefroren im Tau.
Stumme Tränen weinen
zu Diamant versteint.
Die Tränen währen ewig matt,
kein Lichte sie erhellt.

© Amy Herzog

Das letzte Sehen…

Im Regen stehen,
lassen es geschehen,
den langen Kuss,
bevor wir gehen.

Ein Wiedersehen,
wird nicht geschehen,
ein letztes mal,
in Liebe gesehen.

Ich würde flehen,
euch nicht zu verlieren,
es wäre vergebens,
ihr seid entschlossen.

Euer letztes Lächeln,
werde ich sehen,
in tiefer Sehnsucht,
in meinen Träumen.

© Amy Herzog