schiff

Verborgene Wahrheit (Drabble-Dienstag)

Drabble-Dienstag mit Lyrix. (Ja es ist Montag). Ein Drabble besteht aus 100 Worten, 3 Worte sind vorgegeben: Schiff, Masken, Flammen.

Verborgene Wahrheit

Masken aus bunten Lügen lege ich auf mein Gesicht, auf jedes Wort, nähe sie fest, bis diese Sturmflut vorbei ist. Und ich spüre, wie ich beginne, die Verlogenste zu glauben, während alles andere mit dem Schiff versinkt. Es scheint fast wie ein Schatz, den irgendwer, irgendwann mit größter Mühe aus der Tiefe hebt. Irgendwo in dieser Zukunft, die nah oder fern sein kann. Für einen Moment schreckt mich dieser Gedanke so sehr ab, dass ich diesen Schatz in Flammen sehen möchte. Aber ich glaube nicht daran, dass jemals Jemand den Meeresgrund erreicht. Diese Lüge lässt die verlogenste Maske kurz lächeln.

Suche nach Land (Drabble-Dienstag)

Lyrix hat die Drabble-Parade wieder wachgerüttelt und ich mache sehr gerne mit. Ein Drabble besteht aus genau einhundert Worten, in denen drei Worte vorkommen müssen. An diesem Drabble-Dienstag sind es die Worte: Auge, Frage und Magnet.

Suche nach Land

Eine Frage lässt mich nicht einschlafen. Die Ungesagte, im Raum schwebende, die ziellos an die Decke starrt, dann wieder gen Himmel, in den Sternen suchend. So bleibt mein Auge zu viel Meer und deines das Land, schlafend unter einer dichten Nebeldecke. Treibe ohne Kompass übers Wasser mit einem Magnet in meiner Seele und der Sehnsucht im Hirn. Dein Hafen ist zum greifen nah, fände ich ein Wort. Schöpfe Nacht um Nacht die Hoffnung aus meinem Schiff, möchte nicht ertrinken. Noch nicht. Erst wenn ich einschlafe, kann ich es sehen. Dieses große Nichts, das Bilder malt, in denen wir leben können.

© Amy Herzog

Mein Ozean…

Und ich blicke in dein Herz,
es funkelt blau und grün so klar,
dein warmer ruhiger Ozean,
ich fühle mich dir gerne nah.

Ich lege mich in deinen Arm,
du bist mein Schiff auf hoher See,
die Wellen schlagen höher nun,
doch ich vertrau, es tut nicht weh.

Du schwimmst mit mir zu weit hinaus,
und sagst mir nur, es wird schon gut,
dein Herz, es reißt mich tief hinein,
ich fürchte mich doch vor der Flut.

Ich hoffe, du mein Schiff bist stark,
und bringst mich trocken wieder Heim,
dein Ozean, so groß doch fremd,
ich wollte dir nur nahe sein.

 

© Amy Herzog

Auf hoher See…

Ich summe für uns ein Lied im Wind,
sag, kannst du es in der Seele fühlen,
wir sind uns nahe bei den Sternen,
wie sie dort oben nur für uns glühen.

Wir treffen uns bei Nacht auf See,
spürst du, unsere Seelen sind verbunden,
du baust ein Schiff aus Unendlichkeit,
und wir drehen damit die Lebensrunden.

Hier strahlen deine Augen nach Liebe,
so weit und unendlich wie das Meer,
wir verlassen die Zeit und die Realität,
all die Sorgen begleiten uns nicht mehr.

Auf unserem Schiff sind wir allein,
nur das Summen liegt noch im Stern,
wie lang wird uns das Schiff nun tragen,
wie lang bleiben wir uns nicht fern.

Die Wellen des Meeres, sie schlagen,
als ob es unser Geheimnis nun kennt,
nur im Traume können wir schwimmen,
doch genießen wir hier jeden Moment.

 

© Amy Herzog