Sicherheit

Dein sicherer Fels

Klarheit im Sturm, der sprichwörtliche Fels in der Brandung, ein Rastender mit seinem Stock, der Blick gen Ferne. Du, nackte Angst, deshalb schaust du nicht hin, treibst wellenlos umher. Kleine Insel auf dem Ozean, ich sehe Licht, Quelle und die reichhaltigsten Speisen. Sehe Meerjungfrauen, die du lockst, um dich an ihren Tränen zu nähren, wie du sie zurück ins Meer wirfst. So viel Ruine in dir, unendlich schmerzende Abwehr. Unter dir Dunkelheit, dass selbst das Schwarz gestorben ist. In mir war Farbe nie abwesend, nie anwesend. Ich habe keine Angst vor Dunkelheit. Ich war immer da, werde immer dort sein.

Drabble-Dienstag mit Lyrix, 100 Worte. Vorgegeben sind: Abwehr, Stock, Ruine

eine träne der erinnerung

alles ist anders
ruhiger – ruhe ist gut
das reden wir uns ein
wir haben platz
gefunden

erinnerung
ist ein wertvolles gut
damals brauchten wir mut
und selbst wenn wir’s nicht wussten
wir haben ihn gefunden

nun haben wir platz
unseren ganz persönlichen
der uns ewig erhalten bleibt
schön, ruhig und sicher
der mut kann geh’n

und die sehnsucht
wenn wir tief in der nacht
zu den sternen blicken
und an szenen denken
die nie gedreht wurden

doch warum nicht
warum tauschten wir diesen
aufregend wunderbaren mut
gegen ruhe – damals richtig
heute ist sie zu ruhig

und wir haben gelernt
dass sehnsucht nur noch
wenn verantwortung schläft
ein stern hoch oben trägt
schwebend und ruhig

das schönste auf der welt
in einer kleinen träne
der erinnerung

© Amy Herzog

An’s sichere Land

Ich fange an es zu vermissen,
dieses Gefühl, das du mir bringst,
wann immer deine Augen strahlen,
so aufrichtig von Wärme singst.

Die Zuflucht liegt in deinen Armen,
so lasse ich sie nicht mehr geh’n,
ich folge nur dem Klang der Stille,
und lasse mich von Wind verweh’n.

So spür‘ ich unter meinen Flügeln,
die Leichtigkeit von deiner Hand,
sie hält und trägt mich immer weiter,
bis an das sicherst‘ schönste Land.

 

 

© Amy Herzog

Die richtige Welt. 

Eigentlich läutet die Kirchenglocke. Wie ein neuer Morgen, wie ein neuer Frühling. Draußen ist es ruhig, die saftigen Wiesen tanzen im lauen Wind mit den frischen Farben. Warum aber sehe ich nur grau? Ist die Welt falsch, oder bin ich nur in der falschen Welt? 

Der Sturm in mir breitet sich hinter den verschlossenen Jalousien aus, wütet, zerstört. Und die Stimme, die noch fragen stellt, wird immer leiser. Gelegentlich finde ich in meiner Dunkelheit noch die Sicherheit. Sie flüchtet. 

Draußen weiß ich, da wartet es. Die Farben, die Musik, der neue Tag, die Chance, ein neues Leben. 

Die richtige Welt. 

© Amy Herzog  

Hin- und her (ge)Drabble mit Maccabros, mit den Worten ‚Sturm, Frühling, Sicherheit‘.

Flüchten…

Flüchten schweigend in Gedanken
lassen deine Schiffe schwanken
Tanz mich wund an deinem Mund
laut sein will ich, schreien gar
wo Sicherheit zugegen war
in deinen Händen leiser fallen
höre ich den Herzschlag schallen
halt mich nur, so halt mich fest
und flüchte mit ins warme Nest

 

 

© Amy Herzog

Das Stück…

Das Stück schreibt sich selbst.
Die Worte, die ich habe, sind nutzlos.
Sie führen mich nur durch das Labyrinth.
Aber nicht heraus aus der Dunkelheit.

Sie führen mich am Glück vorbei.
Immer tiefer verirrt.
Das Glück rennt vor mir weg.
Wir kennen uns nicht.
Aber es will sich nicht verirren.

Es wird immer dunkler.
Aber ich habe keine Angst.
Die Nacht hüllt mich in Sicherheit.
Bis der letzte Vorhang fällt.
Und das Stück beendet ist.

So lange tu ich so, als wäre nichts.

© Amy Herzog

Aufgeben…

Die Hände zittern,
Die Augen sind schwer.
Meine Seele, sie schreit,

Es ist der Schrei,
Nach Sicherheit.
Schrei nach Ehrlichkeit,
Schrei nach etwas…
Freundschaft.

Schrei, lauter Schrei,
Nach irgendwas.
Mut und Angst,
Viel zu viel Angst.
Angst zu kämpfen,

Nimm die Angst,
Diese schlimmste Angst.
Gib Sicherheit.
Etwas…

© Amy Herzog