
Krätze


Ja, sehr wahrscheinlich sind es die Texte, für die ich mich mindestens ein wenig schäme, die mir insgeheim die Liebsten sind. Voller Überzeugung setze ich dann ein #Fiktion darunter, obwohl sich doch stets gleich mehrere Menschen angesprochen fühlen, selbst wenn nur ein Mensch, na möglicherweise auch gar kein Mensch tatsächlich angesprochen ist. Wo doch Gedanken immer irgendwie Selbstgespräche sind. Vielleicht ist das alles nur ein Traum gewesen, vielleicht hab ich’s gesehen, als ich in der vergangenen Nacht am wolkenlosen Himmel einen klaren Blick auf die Sterne erhaschen konnte. Er könnte alles sein, dieser Text. Er könnte jeden Menschen ansprechen und mit jedem Weiteren wächst meine Scham darüber. Und wer weiß schon, was diese Menschen fühlen. Will ich das wissen? Möglicherweise, aber manche Dinge sollten ein Geheimnis bleiben.
Gleichzeitig sorgt so ein Hashtag fiktionaler Text für leichte Gewichtsschwankungen. Du weißt schon, die wachsende Scham im Kopf, wandernde Scherben in der Brust, meine linke Hand tänzelt voll Leichtigkeit über die Tastatur und die Rechte greift mit jedem Wort in die Salzstangenpackung und schaufelt diese Richtung Mund. Auf den Ohren singen Death Cab for Cutie in Dauerschleife „I Will Follow You Into the Dark“. Ein Teil in mir will dich dann, während mich der Großteil für unzurechnungsfähig erklärt. Der kleine Therapeut im Hirn sitzt daneben, starrt beide Teile an und tut so, als würde er sich noch Notizen machen, als hätte er mich nicht längst aufgegeben, dabei spielt er seit einer Ewigkeit nur noch TicTacToe gegen sich selbst. Und dann spiele ich TicTacToe gegen Google und gewinne in der zweiten Runde. Welch befriedigendes Gefühl.
Den Kopf zermartert habe ich mir, ob und was wohl von mir erwartet wird, weil ich diesen zwischenmenschlichen Scheißdreck ums verrecken nicht kann. Dabei ist die Antwort ganz leicht. Nichts. Gar nichts. Fresse halten, weiterziehen, nichts. Und meist bin ich durchaus bemüht genau das zu tun. Manchmal gar nicht so leicht. Es wimmelt doch nur so von diesen Sprüchen, die besagen: „Wenn dir etwas wichtig ist, dann musst du darum Kämpfen“. Was natürlich impliziert, dass es mir nicht wichtig wäre, wenn ich nicht kämpfe. Aber ist es nicht auch ein Beweis von Wichtigkeit, die Bedürfnisse Anderer zu respektieren, wenn diese nichts von dir wissen wollen, oder ist das nur die lahme Ausrede, um sein kampfloses Aufgeben zu rechtfertigen? Wie das so ist, diese fiktionalen Gedanken lassen sich im Grunde ewig weiterspinnen.
Dabei ist es doch so schwer zu begreifen. Denn ist mir etwas so wichtig, dass ich selbst vollkommen kraftlos noch immer kämpfen wollen würde, dieses Bedürfnis jedoch einfach so zu ignorieren, oder es zumindest tief in mir zu vergraben, nur um dem Bedürfnis des Anderen nachzukommen. Es ist schwer zu begreifen, vollkommen irrelevant, unsichtbar, gleichgültig, ein Staubkorn am Rande einer Landstraße zu sein für etwas, das einem wichtig ist. Ein einfaches „egal“ genügt da nicht. Und dann kann ich mich zwar ablenken, kann besoffen sein, damit es für kleine Augenblicke leicht ist, und trotzdem wache ich morgens nüchtern auf und denke als erstes an [hier Nähe einfügen].
Das Herz, das sich in meinem Kopf erhängt kann ich nicht einfach so auslöschen, dass das, was ich empfinde, für mich auch immer wahr ist, kann ich mir selbst nicht als Lüge verkaufen. Und dann tut es weh, trotz aller Hashtags Fiktion tut es unfassbar weh, jeden verdammten Tag so sehr. Umgeben von Haftnotizen schreibe ich dann an jedem dieser Tage eine Nachricht auf und ertrinke darin, doch wenn ich irgendwann vergessen habe, was mir jetzt gerade so wichtig ist, schreibe ich daraus am Ende ein dickes Buch. Und so wie ich diese Fiktion einschätze, auch noch ein, zwei, drei Fortsetzungen. Schreibe diese Wahrheit auf, die so laut schweigt, dass ich nicht schlafen kann, dass ich den Kummer des Tages in der Nacht ertränke, mich selbst dabei meistens verpasse und folglich auch uns. Und dabei jeden Tag dem Tod ganz nebenbei ein wenig näher trete.
Und bis dahin schäme ich mich, rein fiktional.
Ich beobachte ja gern und finde menschliches Verhalten oftmals faszinierend. Nun, eine Sache habe ich da beim beobachten, aber auch aus eigener Erfahrung gelernt. Ganz einfach erklärt: Mann mag Frau, dann mag Frau Mann zurück, dann verhält sich Mann so, dass Frau Mann irgendwann nicht mehr mag. Und irgendwann kommt der Punkt, an dem ist der Mann der Frau vollkommen Latte. Genau diesen Punkt will Mann dann treffen, um wieder angekrochen zu kommen. Es reicht nicht, wenn Frau nur so tut als ob. Die totale Amarschvorbeigeherei muss echt sein. Mann spürt das.
Ich weiß nicht warum das so ist, aber ich hab zwei Theorien: Angst vor Nähe. Aber meine Lieblingstheorie ist: Evolutionär bedingtes neandertalerartiges Verhalten, dass Mann jagen muss. Tiere liegen inzwischen im Supermarkt, also muss Mann Frauen jagen.
Hab’s noch nie anders erlebt. Und deshalb hab ich eine Regel: „das bleibt alles so, wie das hier ist und da wird sich auch nichts dran rütteln, egal ob du hier bist und nicht“ (Zitat von halt stop Andreas) 😀 Nun, der Typ bleibt mir dann Latte. Hab die Regel bisher nur ein mal gebrochen, ist aber ok, weil’s ja jetzt mein Partner ist.
Naja, über sowas denke ich nach, wenn ich nach einigen Nachtschichten nichts mehr zum nachdenken habe.
Zum Ende ein Dialog aus der Netflix Serie „After Life“. Eine, wie ich finde, sehr interessante Serie zum Thema Trauerbewältigung. Die Hauptfigur, gespielt von Ricky Gervais, die sich die meiste Zeit selbst das Leben nehmen will, hat mich dabei sehr angesprochen. Tony, ein Lokaljournalist, der nach dem Tod seiner Frau zum „Arsch“ wurde. „Gepackt“ hat mich sein anfängliches „Lebensmotto“. Sinngemäß „ich kann machen was ich will, denn wenn alles beschissen ist & es nicht mehr weiter gehen kann, dann kann ich mich immer noch umbringen“. Irgendwie ist das auch mein Lebensmotto. Aber – und das zeigt der Verlauf dieser Serie auch – es geht immer weiter, weil es auch immer mal wieder Momente gibt, die besser sind. Oder der Hund will essen. – In meinem Fall wollen Katzen essen.
Ich glaube ganz oft bin ich auch ein Arsch. Oder sagen wir, zu ehrlich. Wie jemand, der morgen tot sein könnte. Es ist mir egal. Ich sage was ich will und mache was ich will. Ich bin frei. Liegt nur manchmal am Autismus, dass ich tatsächlich nicht merke, dass ich möglicherweise unhöflich bin oder mich generell falsch verhalte im zwischenmenschlichen Kontakt. Ich weiß einfach nicht, was oder ob etwas von mir erwartet wird. Manchmal weiß ich das aber ganz genau und meine Zeit ist mir zu schade, um ne dicke Schicht Euphemismus um das zu klatschen, was ich eigentlich sagen will. Aber ich sage durchaus auch positive Dinge. Es ist eben egal. Ich habe keinen Grund zu lügen.
Meistens läuft das gut. Manchmal ist meine Direktheit verletzend, aber meist ist sie verletzend für mich selbst. Viele sagen nicht, was sie wirklich denken, was sie wirklich fühlen, weil die Reaktion des Anderen sie selbst verletzen könnte. Na und ich scheiße halt drauf. Und bin ganz ohne Schnickschnack verletzt.
Nun, zum Ende ein Dialog. Die Kernaussage finde ich darin gut. Das Drehbuch ist im Übrigen ebenfalls von Ricky Gervais. Drei kurze Staffeln bei Netflix. Keine große Aktion, dafür viel Gefühl. Sehr empfehlenswert.
»Es gibt viele Gründe für einen Drink. Ich hab schon immer getrunken, aber früher habe ich getrunken, weil ich glücklich war. Und das war okay. Aber jetzt trinke ich, weil’s mir schlecht geht und das ist nicht gut, denn es passiert öfter und etwas früher.« »Dann hör‘ einfach auf.« »Brillant.« »Komm schon, es ist ernst. Wenn du ein Problem hast könntest du dir Hilfe holen, n Entzug machen oder so.« »Wieso?« »Um gesund zu werden!« »Das Trinken ist nicht meine Krankheit.« »Naja, nein, aber es ist ungesund.« »Alles ist ungesund. Sterben werden wir alle. Gesund sein heißt nur, dass man langsamer stirbt.« »Okay dann lebst du länger.« »Ja, aber wieso?« »Was meinst du? So kannst du länger Dinge tun, die du gern machst.«
»Ich trinke gern.«

Drückst mich wieder
an die Wand
& ich geb‘ mich cool
schreibst mir mitten in der Nacht
fragst nur: „wo bist du?“
In dem Chaos, das du machst
spiel verstecken, tagelang
steht dein Wort in meiner Hand
& mein Kopf hängt
in der Luft
Schweige runter, schwarzgebrannt
„weiß nicht“, sag ich
… irgendwann
hab‘ mich zu tief in dir verrannt
Deine Nachricht in der Nacht
fragst: „wo bist du?“
doch ich schau dir schockstarr zu
& ich weiß nicht, wo ich steh‘
doch hab Angst,
dass du am Ende gehst
Ich friere Seelenstarr
in den Lichtkegel &
den Leichtsinn meines Herzens
heimlich in mich hinein
dein Schatten legt sich schweigend
über die Anwesenheit
meiner heilen Welt
& reißendes Seidenpapier
im Wind & blutender Wellenschlag
im Herzen von Nazaré
tropft die Reste deines Geistes
in mein hohles Gefäß
So steh‘ ich starr
& bemerke
-bist du längst schon fort
wer hebt dann meines Geistes Rest
und hört mein letztes
Sehnsuchtswort
An manchen Tagen jagen mich solche Gedanken. Sind dann einfach da.
Der Gedanke berührt oder angeschaut zu werden zerreißt mich, weil man sich vor mir ekelt. – Du bist halt zu fett, viel zu hässlich. Zu leise, zu laut. Fühlst zu viel. Nicht gut genug. Bist zu behindert für menschlichen Kontakt. Charakter ist auch scheisse. Bist krank. Dumm, störend, nervig. Wirst nie gut genug sein.
Liege dann irgendwo rum, streichle meine Katzen und hinterfrage meine Existenz.

Vielleicht können wir von hier aus nicht die Sterne sehen.
Aber uns.
(C) Amy Herzog

Da war mal n Junge, der mich mochte. Er bewarf mich mit Essen, Brotstückchen, Obst, was man eben so mit sich führt in der Brotbox. Und natürlich reagierte ich negativ darauf, er reagierte belustigt. Oder erfreut, weil ich ihn wahrgenommen hatte.
Diese Erinnerung kam mir beim Schauen einer Dokumentation über Katzen. Es ging darin um widersprüchliches Verhalten. Na, bei Katzen ist das ganz einfach, du merkt es, wenn sie dich mögen, aber auch, wenn sie es nicht tun. Katzen sprechen eine eindeutige und gnadenlos ehrliche Sprache. Und ich kann sagen, dass ich Katzen mehr mag als Menschen. Gefühlt sind sie die Autisten der Tierwelt. Sie mögen keine Veränderung, brauchen viel Ruhe, viel Zeit für sich selbst, mögen aber auch nicht das allein sein, das einsam sein, sie brauchen andere Katzen/Menschen in ihrer Umgebung. Ich bin gern mit meinen Katzen zusammen allein. Die Kommunikation findet stets ehrlich auf der Gefühlsebene statt, meist nonverbal und jeder weiß woran er ist. Meine Katzen spüren es auch, wenn es mir nicht gut geht und sind mit ihrem heilsamen Schnurren direkt zur Stelle. Na und selbst mein Partner weiß: „erst kommen die Katzen und dann kommt lange nichts“.
Dies brachte mich aber weiter zu der Überlegung und auch zu einem der Hauptgründe, weshalb ich Menschen nicht so sehr mag. Nämlich aufgrund dieses widersprüchlichen Verhaltens. Sie verhalten sich anders, als sie empfinden, oft habe ich das Gefühl, dass sie lügen. Oft habe ich auch das Gefühl, selbst lügen zu müssen, damit sich die andere(n) Person(en) wohl fühlen. Menschen tun so, als wären sie nicht verletzbar, oft aus Angst vor Zurückweisung. Und da muss ich gestehen, dass ich diese Angst nicht wirklich kenne. So wie man es einer Katze ansieht, sieht man auch mir an, ob ich jemanden mag oder nicht. Und da ich mich mit Körpersprache schwer tue, sage ich meist auch, was ich empfinde. Und selbstverständlich werde ich da oft zurückgewiesen. Trotzdem habe ich davor keine Angst, denn am Ende hab ich ja immer noch mich.
Nach einer Zurückweisung steht man eigentlich nicht schlechter da als zuvor. Außer, dass man vermutlich traurig oder verletzt ist. Aber das ist man auch, wenn man gar nichts sagt oder lügt. Deshalb verstehe ich diese Angst nicht. Immerhin ist es besser zu wissen, woran man ist, statt gar nichts zu wissen. Menschen machen ihr Selbstwertgefühl davon abhängig, was andere über sie denken. Das wiederum verstehe ich sehr gut, denn ich bin ein Mensch, der an sich selbst unzählige Fehler findet nach einer Zurückweisung. In diesem Fall ist es wichtig, die Situation und sich selbst reflektieren zu können. Und am Ende lande ich doch an dem Punkt, dass ich, wenn ich mir selbst begegnen würde, ich mich dann ziemlich toll fände. Aber ich sehe ein, dass es anderen Menschen oft nicht so gehen kann. Denn die meisten Menschen mag ich ja auch nicht…oder ich kenne sie nicht.
Menschen die einen mögen signalisieren aus Angst vor Zurückweisung oft Desinteresse, schauen weg, wenn der andere sie anschaut. Mit einem Autisten funktioniert dieses Spiel oftmals nicht, denn ich schaue zum Beispiel meistens weg, kann den Blickkontakt nicht lange halten. Unabhängig davon, ob ich jemanden mag oder nicht. Dementsprechend kann ich dieses Verhalten auch nicht zuordnen, oftmals nehme ich dieses nicht einmal wahr, wenn sich eine andere Person so verhält. Zwar finde ich menschliche Reaktionen spannend, dennoch kann ich Körpersprache und sonstiges Verhalten kaum deuten und kann im Grunde nur auf das Wissen zurückgreifen, welches ich aus Büchern, Psychologiezeitschriften, zahllosen Internetseiten, etc. habe. Und da gibt’s stets so einige Möglichkeiten. Alles in allem ein ermüdendes Spiel, was man mit den Menschen hat.
Ich mag Katzen.
Unterm Strich mache ich mir mein Leben leichter, wenn ich Menschen mehr so sehe wie Katzen. Ich nehme also alle Informationen eines Menschen, all das widersprüchliche Verhalten und „berechne“ den Durchschnitt.
Nun, bei diesem Jungen, der mich mochte, der aber alles tat, um das Gegenteil zu zeigen, bei dem dachte ich, dass er mich nicht mag. Zwar sagte mir jemand, dass er mich in Wahrheit mochte und er glotzte mich auch ständig an – hätte es zu dieser Zeit schon Wahtsapp, Insta und so weiter gegeben, dann hätte er mich vermutlich auch heimlich da gestalkt, aber davon hätte ich nichts gewusst. Nun, was ich wusste war, dass er mich mit Essen bewarf. Den genauen Grund fürs anglotzen konnte ich nicht wissen. Und das mir jemand anderes sagte, dass dieser Junge mich mögen würde, das hätte gelogen sein können. Ich komme also zu dem Schluss, dass dieser Junge mich nicht mochte. Was nicht schlimm ist, denn da mich mancher Apfel hart getroffen hatte, mochte ich ihn auch nicht besonders.
Die Angst vor Zurückweisung wäre also aufgrund seines eigenen Verhaltens berechtigt gewesen.
Das ist natürlich nur ein Beispiel aus meiner frühen Vergangenheit, dennoch lässt sich das auf die meisten menschlichen Kontakte übertragen, mit denen ich mich seither herumärgern musste/durfte. Ich kann nur sagen, dass ich noch nie einem ausnahmslos ehrlichen Menschen begegnet bin und das wird sich vermutlich nie ändern. Da ist es leichter ganz nüchtern den Durchschnitt (aus Worten & Taten) zu betrachten und diesen für bare Münze zu nehmen.
Ich mag Katzen.
Lieber als Menschen.
So müder Honig sehnt
& schweigt auf deiner Zunge
wilder Hunger
schwankend schwappt die Nacht
mein kaltes Wort
in meine schwere Lunge
weißen Wein
So tropft auch deine tiefe
Lust in
mein hohles Gefäß
& schmeckt ein einz’ger Kuss
nach ganzer Welt
wie Funkenflug den lang ersehnten Sommer
in mein wundgeschminktes
Herz gelegt
© Amy Herzog
Hab gerade ein tolles Video bei einer TikTok Creatorin gesehen zum Thema Liebe bei Neurodivergenz. Sie bezog sich da auf das Buch „Fünf Sprachen der Liebe“ von Gary Chapman. Dazu würde ich gern meine eigenen Erfahrungen teilen.
1 – Lob und Anerkennung: Tatsächlich spreche ich nur selten Komplimente aus. Oft habe ich das Gefühl (nicht böse gemeint), dass sich neurotypische Menschen mit Lob und Komplimenten gegenseitig zuklatschen. Es sieht dann für mich so aus, wie Menschen mit ihren Haustieren, mit Hunden zum Beispiel reden. „Ein ganz feiner Junge bist du, ein ganz lieber Junge, hier ein Leckerchen.“ 😀 Ne, also bei mir ist das eine ganz seltene Sache. Umgekehrt fühle ich mich auch leicht verarscht, wenn ich mit Lob überhäuft werde. Es muss schon sehr abweichend toll sein, neu, über die eigentlichen Grenzen hinaus. Wenn Menschen wachsen, sich weiterentwickeln und lernen finde ich das sehr toll. Wenn jemand gekämpft hat, mutig war, sich etwas getraut hat.
So Dinge wie ein neuer Haarschnitt, ne schicke Jacke…ne, also das ist nichts Besonderes für mich. Allenfalls finde ich das scheiße, weil es eine Veränderung ist. Besonders wenn ich von dieser Veränderung nichts wusste, finde ich diese blöd. Aber auch das sage ich ehrlich, wenn ich eine Person sehr mag.
Unterm Strich ist ein Lob, ein Kompliment, das von mir kommt, etwas Besonderes finde ich. Weil ich damit nicht um mich werfe und wenn ich dann etwas hervorhebe, dann ist das auch sehr anerkennend und aufrichtig gemeint.
Wer jedoch reine Bestätigung sucht – der ist bei mir an der falschen Adresse. Da sollte also ausreichend Selbstwert vorhanden sein. Oder daran gearbeitet werden. In dem Zusammenhang – auch über einen Mangel an Selbstwert und dergleichen kann man reden. Und wenn es dahingehend Erfolge gibt, finde ich auch das sehr toll. 🙂
2 – Zweisamkeit – die Zeit für euch: So ein ständiges aufeinander hocken mag ich gar nicht. Für mich ist es eine tolle zweisame Zeit, wenn man sich zum Beispiel in der Selben Wohnung aufhält. Wenn ich weiß, dass ich gerade mein Ding mache und mein Partner seines. Wir haben beide Freude an dem was wir tun, sind irgendwie beisammen, obwohl jeder für sich ist. Ab und zu hole ich mir eine Umarmung oder mein Partner bringt mir nen Kaffee. Vielleicht schaut man zusammen einen Film, aber meist mag ich es am liebsten, wenn jeder sein Ding durchzieht. Na, ich schreibe zum Beispiel gerade und mein Partner ist im Wohnzimmer und macht irgendwas. Wahrscheinlich schaut er gerade eine neue Serie. Von der er weiß, dass ich nicht gern neue Dinge schaue, weshalb er diese allein schaut. Das ist sehr rücksichtsvoll und auch das ich mich zurückziehen kann, ist ein absolutes Zeichen der Liebe für mich als neurodivergente Person. Ja, ich fühle mich da sehr verbunden. Für neurotypische Menschen ist das meist nicht das, was man unter Zweisamkeit – Gemeinsamzeit versteht.
3 – Geschenke, die von Herzen kommen: Geschenke sind für mich völlig irrelevant. Ebenso Statussymbole, Stellung in der Gesellschaft / Hierarchien, Besitztümer, Geld, etc. Ich sah letztens ein Video, in dem eine Frau sagte, man solle sich als Frau nicht auf ein Kaffeedate einlassen. Und ich fragte mich natürlich warum. Und sie lieferte die Begründung: Weil der Typ nichts oder nicht viel in dich investieren möchte, womöglich nicht viel Geld hat. Ähm. Das war für mich sehr fragwürdig und die Männer tun mir da schon leid. Frauen scheint es oft wichtig zu sein, dass ein Mann ne gute Stellung hat, ein tolles Auto besitzt, viel Geld und Geschenke investiert. Und ich denke mir so…verdammt, ich kann doch nicht die einzige sein, die das merkwürdig findet. Oder ich bin keine richtige Frau. I don’t know.
Aber wer hat die Regel aufgestellt, dass man beim Daten viel Geld oder überhaupt Geld ausgeben muss, warum ist Geld so ein extrem wichtiges Thema? Geld beruhigt. Ich habe zum Beispiel bisher keine Schulden. Das beruhigt mich. Und ich schaue mindestens ein mal am Tag in mein Onlinebanking, was ich noch aufm Konto habe. Denn ich lebe nicht über meine Verhältnisse, aber geizig bin ich auch nicht. Wenn ich eines hasse, dann ist das ein gegenseitiges aufrechnen. Wenn ich etwas ausgebe, dann weil es verfügbar war. Dafür brauche ich kein „Danke“ oder sowas. Auch finde ich es merkwürdig mich zu bedanken, weshalb ich das auch regelmäßig vergesse. Leider wird das als unhöflich angesehen von neurotypischen Menschen. Geld ist so..naja da und dann halt weg, dann wieder da. Und so weiter.
Kleine Geschenke mag ich gern. Wenn mir jemand zeigt, dass er mich kennt. Manchmal bekomme ich so ein kleines Bällchen auf einem dieser Automaten, die im Kaufland rumstehen. Darin ist dann ein kleines Gummiteil oder so, mit dem ich rumspielen kann. Darüber freue ich mich riesig. Oder wenn man mir ein Gedicht schreibt. Oder wenn man mir zuhören möchte. Oder noch lieber – wenn man mir gegenüber offen und ehrlich ist. DAS kommt für mich von Herzen. Zeit. Akzeptanz und Toleranz. Interesse. Respekt. Dem anderen ein gutes Gefühl zu schenken, das ist ein tolles Geschenk. Der Geldwert ist völlig unerheblich.
Schenken an sich finde ich zum Beispiel eher anstrengend. Mit Menschen, die wert auf Geldwert legen. So muss ich dann wissen, was das Geschenk gekostet hat, das ich erhalten habe, damit ich ein Geschenk zurück schenken kann mit dem Selben Wert. Solche Leute kenne ich aber ganz bewusst nicht. „Von Herzen“ ist total individuell, so wie wir Menschen.
Schwer zu erklären.
4 -Hilfsbereitschaft: Menschen die ich sehr mag, helfe ich gern. Ich würde so einiges tun. Und ehrlich gesagt beschreibe ich mich selbst in dem Punkt etwas psychopathisch. Nun. Ich stelle keine Fragen, komme auch nachts und bringe gern ne Schaufel mit, falls nötig. Auch hier spielt Geld keine Rolle. Du brauchst Geld? Wenn ich es habe, gebe ich es dir. Da braucht kein Gefühl von „schuldig“ zu sein. Kein „Sie hat mir geholfen jetzt bin ich ihr was schuldig“. Nein. Wenn ich Hilfe brauche, dann bitte ich darum. Ist mir doch egal, ob ich vorher geholfen habe, damit mir die Hilfe quasi zusteht. Umgekehrt das Selbe. Wenn es mir möglich ist, dann helfe ich. Egal wann, egal was, egal wo. In Liebesdingen wird so oft aufgerechnet. Das finde ich sehr schade. Und wenn ich so denken würde, dann wäre ich einigen Menschen eine Menge schuldig. Denn ich brauche öfter mal Hilfe. Hilfe sollte nie auf Gegenleistung beruhen. Es ist für mich selbstverständlich, für Menschen die ich mag da zu sein.
Auch mache ich mir, wenn jemand ein Problem hat, direkt Gedanken bezüglich einer (langfristigen) Lösung. Ich krame mein Hirn und das halbe Internet durch, um das Problem zu lösen. Kann mich dann um Kopf und Kragen reden, Ratschläge geben, nach denen niemand gefragt hat. Oftmals finde ich auch etwas vergleichbares in meinen eigenen Erfahrungen. Dabei rede ich dann natürlich von mir, was für neurotypische Menschen oft so wirkt, als wolle ich vom Problem ablenken, lieber über mich selbst reden. Ich-bezogen sein. Das ist ganz und gar nicht so. Ein Beispiel: Wenn jemand einen Todesfall beklagt und traurig ist (mit Trauernden kann ich schlecht umgehen), aber ich versuche zu helfen, die Emotionen zu sortieren, indem ich zum Beispiel davon erzähle, wie ich mal jemanden verloren habe. Ich glaube, als der Vater meines Partners gestorben ist, habe ich von meiner toten Katze geredet.
Neurotypische Menschen schlagen vielleicht die Hände überm Kopf zusammen. Hach, das kann man nicht vergleichen. Und die verdammte Katze ist doch seit über zehn Jahren tot. Und überhaupt – es geht doch nicht um mich! Naja, aber diese Katze war mir unfassbar wichtig. Sie ist der einzige Vergleich, den ich hatte. Ich wollte meinen Partner verstehen und ihm helfen, seine Emotionen zu verarbeiten. Ich wollte, dass er sich nicht allein fühlt in seiner Trauer. Es war mein Versuch ihn wissen zu lassen, dass ich ihn verstehe. Dass seine Trauer okay ist. Das er diese zulassen kann. Und natürlich auch darüber reden kann, wenn er das möchte. Oder ich rede über positive Dinge, die den Verstorbenen betreffen. Über Erlebtes. Oder in dem Fall meines Partners auch über Eigenschaften, die er von seinem Vater hat. In dem Sinne von „da ist ganz viel von ihm in dir“.
5 – Zärtlichkeit: Das ist so ein Thema für sich. Oft mag ich es nicht, ohne Ankündigung berührt zu werden. Man sagt, dass das Meiste in einer Liebesbeziehung nonverbal ist. Und das auch nur so eine gute Beziehung, eine erfüllende Beziehung funktionieren kann. Berührung sagt viel über die Qualität einer Beziehung aus. Auch das Teilen von Berührungen in der Öffentlichkeit soll wichtig sein – immerhin steht man dann öffentlich zu der Person. Ich sehe das anders. Wenn ich das nicht möchte, oder auch mein Partner das nicht möchte, dann fühle ich mich nicht schlecht. Auch muss man nicht immer kuschelnd einschlafen. Und ich persönlich fände sogar getrennte Betten ziemlich toll. Zärtlichkeit geht bei mir mehr so in die andere Richtung. Verbale Kommunikation. Gemeinsam schweigen. Ich liebe schweigen. Auch dieses verliebt anglotzen, sich gegenseitig in die Augen schauen…kanns überhaupt nicht ab. Wenn man nicht umarmt werden möchte, nicht küssen, nicht streicheln und so weiter, dann fühlen sich neurotypische Menschen oftmals abgelehnt.
Zärtlichkeit spielt in meiner Welt keine allzu große Rolle. Zumindest nicht die körperliche. Sie besteht darin, dass ich nicht an Stellen berührt werde, wo ich es nicht mag. Lange Zeit habe ich gedacht, es sei normal, alles zulassen zu müssen. Aber ich weiß inzwischen, dass ich gar nichts muss. Und auch mein Partner muss nicht alles, was ich vielleicht möchte. Zärtlichkeit ist auch das wahren der Grenzen. Zärtlichkeit ist, wenn man offen miteinander redet. Sich öffnet. Vertraut. Und Vertrauen ist mir die wichtigste Basis, um Zärtlichkeiten auszutauschen. Ohne Vertrauen ist es mir extrem unangenehm berührt zu werden. Auch das wirkt dann oftmals ablehnend. Dabei ist das eigentlich nur ein Zeichen von „Hey, ich würde gern mehr Vertrauen aufbauen“.
Zärtlichkeit ist demnach auch Ehrlichkeit.
Einige Menschen sind zu dieser Art Zärtlichkeit gar nicht mehr in der Lage. Tinderfickereien sind normal. Menschen suchen Bestätigung. Sie labern eine stinkende Gülle (Lügen), um ficken zu können. Da kommt mir mein eben gegessener Auflauf wieder hoch. Andererseits analysiert mein Hirn gern solche Leute, weil’s da so viel zu diagnostizieren gibt.
Ich würde sagen, dass Zärtlichkeit in meiner Welt einen sowohl großen, als auch einen sehr kleinen Teil ausmacht. Es kommt eben drauf an. Auf die Menschen, auf die Umgebung, auf mich. Zärtlichkeit beginnt da, wie wir jemanden behandeln. Und da kann ich sagen – es gibt eine Menge arschkalter Menschen auf dieser Welt. Und von den meisten will ich in keiner Weise berührt werden. Es gibt sogar Menschen (oder in bestimmten Momenten), die ich zwar berühren möchte, aber ich möchte nicht von ihnen berührt werden.
Abschließend lässt sich noch sagen, dass wenn ich jemanden sehr mag, dann rede ich gern über meine Spezialinteressen. Ja, manchmal ist das dann ein ewiger Monolog über klaffende Wunden, Ausscheidungen und so weiter. Oder – was sehr selten ist, mein Schreiben. Ich rede an und für sich sehr gern darüber, wenn ich denn die Person sehr mag. Oder gar zu schreiben in der Gegenwart. Das ist so ziemlich das Höchste der Gefühle, denn das mache ich üblicherweise nur allein. Sogar wenn mein Partner den Raum betritt, muss ich kurz unterbrechen, denn ich fühle mich dann in der Ausübung gestört. Auch Nachrichten auf dem Handy beantworte ich dann nicht. Das hat weniger mit Ruhe zu tun, denn die brauche ich gar nicht so sehr. Für mich ist das etwas sehr intimes und das vor anderen Menschen zu tun…nun, das ist, als würde man sich mitten im Einkaufszentrum vollständig entkleiden. Oft wirkt aber auch das desinteressiert, abweisend, ablehnend. Dabei ist es „in meiner Sprache“, ein sehr aufrichtiges Zeichen großer Gefühle. So was lässt sich nicht vortäuschen.
Ich liebe dich kann jeder sagen. Und viele sagen es vielleicht auch, wenn das denn nötig ist, um Sex zu bekommen.
Wissen zu teilen, Interessen zu auszubreiten – das ist für mich ein Zeichen von Liebe. Nicht im eigenen, sondern im Interesse der anderen Person zu handeln, ist ein Zeichen von Liebe. Hab zum Beispiel seit vielen Jahren mit jemandem kein Wort gewechselt – aus Liebe. Aber das ist eine andere Geschichte.
Aber nun, wenn man erst die gesamte autistische Sprache versteht, dann lässt sich unfassbar viel Liebe darin finden, wenn ich denn liebe. Ich würde sogar sagen, dass da so viel Liebe ist, dass sie kaum zu ertragen ist. Aber manch ein Mensch erträgt sie dann doch. 🙂
Zur Zeit bin ich ziemlich stolz auf mich. Auch voller Selbstzweifel, aber auch stolz. Weil ich etwas lerne, von dem ich dachte, dass ich es aufgrund meiner Behinderung nicht können würde. Ein bisschen Angst war und ist auch dabei. Aber viel mehr die Freude, sogar Spaß. Wenn es ums Lernen geht, bin ich sehr ungeduldig. Immer will ich alles wissen und das sofort. Bis ins kleinste Detail. Ich muss perfekt sein. Ein Ziel, das ich nie erreiche. Weil es immer mehr zu lernen gibt. Und das wiederum bereitet mir Freude.
Btw: Ja, ich war in der Schule das Pissbalg, das sich ganz vorn hingesetzt hatte, um dem Lehrer alles bestmöglich aus der Nase ziehen zu können. Nein, ich war nicht beliebt. Ja, ich habe bei schriftlichen Aufgaben alle Bücher um mich herum aufgebaut, damit niemand abschreiben konnte. Und meine Pausen habe ich mit den Hausaufgaben verbracht. Und mein Freund war Super Mario. Oder alle meine Stifte und Farben.
Und ja, ich war und bin bis heute immer scharf auf irgendeinen Lehrer, bzw. auf Menschen, die ne Menge drauf haben.
Aber das tut nichts zur Sache. Ich lerne eben gern. Und gerade lerne ich etwas, von dem ich nicht geglaubt habe, es je lernen zu können. Ganz bestimmt stoße ich an meine Grenzen, genau so auch mein „Lehrer“, der nicht wirklich mein Lehrer ist, sondern mein Lover. Aber das passt ja. 😉 Weit entfernt bin ich noch vom Ziel, aber ich bin auf dem Weg. Und ich bin stolz auf uns, auf mich.
Meist sind es die schmerzhaften Augenblicke, in denen ich gedenke etwas sinnvolleres zu tun, als zu schreiben oder anderweitig künstlerisch zu wüten. Über den Gedanken hinaus hat es mich bisher jedoch nicht getragen.
Vielleicht will ich mir etwas ausdenken, irgendeine krasse Story, die nur rein zufällig Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen aufweist, vielleicht will ich einen Moment lang wichtig sein, wahrscheinlich will ich dich abschrecken, damit du nicht weiterliest, vielleicht will ich, dass du angewidert bist, solltest du doch weiterlesen. Vielleicht will ich aber auch nur da sein, irgendwas sein, irgendwas, egal was. Nur nicht nichts. Nur nicht jemand, der sich etwas ausdenkt, oder jemand, von dem jeder denkt, dass er frei erfunden ist. Und Ähnlichkeiten rein zufällig entstanden sind. Irgendjemand hat diese Geschichte sicher erlebt. Wer sie schreibt, ist dabei egal. Und wer sie liest, nun, ich weiß nicht. Vielleicht bist du auch nichts, so wie ich. Genauso unsichtbar, genauso irrelevant. Nur ein verpuffender Regentropfen der Weltenzeit.
Liege ich in meinem Bett? Nachts um eins und starre ich die fast dunkle Decke an, an der sich die schwachen Lichter der Straßenlaternen abzeichnen, hier und da ein vorbeifahrendes Auto, leises Rauschen und würde ich kurz die Augen schließen, könnte ich vom Strand träumen, könnte ich unter meiner Bettdecke verschwinden und mein Smartphone ausschalten. Und dann verkünde ich zuvor freudig einen bevorstehenden Urlaub, erzähle euch allen vom Sand und von der Wärme auf meiner Haut. Und dann schalte ich mein Smartphone aus, werfe einen letzten Blick an die beinahe dunkle Zimmerdecke und verschwinde unter meiner Bettdecke. Ich schließe die Augen und bin unsichtbar.
Unsichtbar für alle Menschen, für alle Spiegel, die mich nicht mehr betrachten können, weil ich ihnen so fremd geworden bin, dass jeder Blick sehnlichst Heimweh ruft. Nicht leise winselt, nein, es ruft, es schreit mir im vorbeigehen hinterher. Irgendwo zwischen dem Loslassen und den auf mich hereinbrechenden Tränen finde ich mich wieder, suchend, suchend einen Weg heraus, als würde ich rennen, schneller atmen, schwitzen aus Augen und Haut. Immerhin reichte das schon aus für eine Postkarte. Ich würde dir schreiben, wie weich doch das Wasser hier ist, süß und klar, doch wenn du mich küssen könntest, schmecktest du das Salz auf meinen Lippen und die Kälte unter meiner Bettdecke. Aufatmen kann ich, weil du viel zu weit entfernt bist und ich, ich bin im Urlaub.
Niemand will die Wahrheit auf Postkarten lesen, es genügt ein tolles Strandbild und die Worte von Wasser und weichem Sand. Ich schreibe dir also nicht, dass es pausenlos regnet, kalt ist, so kalt, dass es heute sogar kurz die Schneeflocken aus den Wolken trieb und dunkel, so dunkel, dass ich nur existiere. Ich und dieses Zimmer, aus dem ich einen Weg heraus suche, mitten in der Nacht, inmitten der Gedanken, die ich nicht mehr denken will, der Gedanken, die mich dastehen lassen, starr wie ein verlorenes Kind im Wald. Oder vielleicht wie ein Geist, der noch immer in deinen Seilen hängt.
Mit den Jahren wurde ich ein geduldiger Mensch, ein ruhiger, einer der hinnimmt, während das Blut mein Fleisch langsam garen lässt. Warten hingegen, dem Alter bin ich entwachsen. Na, immerhin sage ich mir das immer mal wieder, wenn ich mich beim warten erwische. Warten auf einen Anruf, der eigentlich gar nicht wichtig ist und mich ohnehin nie erreichen würde, weil ich mein Smartphone ausgestellt habe, warten auf die nächste Gelegenheit, die ich gar nicht ergreifen würde, warten auf etwas Neues, das ich gar nicht wissen will. Warten um des warten Willens. Warten im Urlaub oder unter der kalten Bettdecke. Warten auf einen Mann, der ganz anders riecht als du. Und hin und wieder auf den Lieferservice oder der Lieferservice wartet auf mich. Gebratenes Gemüse, das vor meiner Wohnungstür erkaltet, weil ich doch verdammt nochmal im Urlaub bin und die Klingel ausgestellt habe.
Also lasst mich, lasst mich unsichtbar, lasst mich sein, lasst mich, was ich bin. Vielleicht will ich’s mir nicht ausdenken, keine krasse Story, keine Urlaubsbilder und wahrscheinlich will ich dir auch keine Postkarte schicken. Eine Postkarte aus dem verschneiten inneren meiner Bettdecke. Mit Lügen, Sonne und Strand. Während die nackte Wahrheit aufgestanden ist, sich auf den am offenen Fenster stehenden Stuhl gesetzt hat und eine Zigarette danach raucht. Und ich, die im Bett liegt, wie immer doch einfach nur existiert / und nicht, die fast dunkle Decke anstarrt und keine Sekunde mehr allein sein kann. Immer so ganz unspektakulär irgendjemanden anstarrend mit der unterschwellig überschwappenden Sehnsucht nach dir. Und mir.
Weil du da draußen meistens Menschen begegnest, denen du völlig egal bist. Und das lassen sie dich spüren. Sie halten dich lediglich gelegentlich bei Laune, hier und da ein nettes verlogenes Wort, damit du dich kurz wichtig fühlst, damit du verfügbar bleibst, falls mal niemand anders verfügbar ist.
Damit du Zweifel hegst am „egal“. Obwohl es das einzige ist, das wirklich wahr ist.
Leere die See
in mir
& schließe mich ein in die Nacht
sacht, sag ich
zwischen Pflastersteinen
ruht Wildkraut geheimnisvoll im Schatten
& trinke ich den Mondschein
so ruhe auch ich
im Traum
& kann ich sein
schleiche ich leise unter deinen Füßen
zwischen Handel & gehandelt
werden verderben
die Menschen lauter Dinge
und schauen nicht
mehr hin
Langsam, sag ich
Traum
so nackt will ich dich spüren
im zarten Kuss & Duft aus weichem Bart
auf meiner Haut
& schweig! –
bis uns der Morgen
Ende graut


Hab mal wieder Sims 4 gespielt. Und hab’s dieses mal geschafft – bisher – nicht zu cheaten. Bin also noch keine Multimillionärin in nem Riesenpalast.
Wurde stattdessen Schriftstellerin. Nach 5 veröffentlichten Büchern habe ich 30 Simoleons verdient. Und ernährte mich von kostenlosem Joghurt. Das Ganze wurde mir dann zu real. Hab dann ausgemacht.
Momentan kursieren viele Videos im Netz, die Autismus und oder AD(H)S in ein witziges Licht rücken. Große Influencer machen random Tests aus dem Internet, nicht mal die doch recht umfangreichen, sondern die, die dir am Ende nach wenigen Fragen sagen, dass die ganze Welt quasi ein wenig autistisch ist und oder AD(H)S hat. Und darüber wird sich dann lustig gemacht. Hunderttausende Menschen liken diesen Scheiß und fühlen sich total cool. Ja, es ist somit cool, ein bisschen Autistisch zu sein, ein wenig AD(H)S zu haben. Aber ist es das? Und ist es wirklich so lustig, sich über eine Behinderung lustig zu machen? Sich über tatsächlich Betroffene lustig zu machen, die Tag für Tag unter dieser Behinderung leiden, bzw. unter der Umgebung leiden, die behindernd wirkt? Ist es cool in einer Gesellschaft zu leben, die sich zu Großen Teilen gedankenlos lustig macht über Menschen mit Behinderung?
Wenn meine Behinderung sichtbar ist, wenn ich also nicht oder nur wenig maskiere, dann werde ich angestarrt, wie das siebte Weltwunder. Weil ich schaukelnd, wippend oder mit einem Stofftier durch die Gegend laufe. Am liebsten mit meiner kleinen Stoffente, die ehrlich gesagt mehr Persönlichkeit hat, als ich. Ich verstelle meine Stimme, denn über dieses Stofftier kann ich besser kommunizieren. Allgemein befinden sich in meinem Bett und und in der Umgebung so viele Stofftiere, dass es eher an ein Kinderzimmer erinnert. Es beruhigt mich, meine Bezugsdinge bei mir zu tragen. Wenn ich selbst nicht oder schlecht sprechen kann, dann übernimmt dies meine Begleitperson. Das wiederum erweckt zusätzlich den Eindruck, dass ich völlig Banane wäre. Und dementsprechend werde ich behandelt.
Wenn du in dieser Gesellschaft zusätzlich zum Autismus/AD(H)S nen Migrationshintergrund hast, übergewichtig/untergewichtig bist oder eine andere Körperbehinderung hast, usw.. tja, dann kann man sagen double fuck.
Ich musste mir meinen Platz auf dem 1. Arbeitsmarkt extrem hart erkämpfen und kann jetzt 15h/w arbeiten. Allein. Nachts. Nein, ich bin nicht faul. Nein, ich habe keine Kinder. Diese und weitere Fragen beantworte ich zwangsläufig beinahe täglich. Ständig muss ich mich beweisen, muss beweisen, dass ich nicht dumm bin, muss beweisen, dass ich tatsächlich Einschränkungen habe. Und ich muss dafür einstehen, dass ich nicht darauf reduziert werde. Bedürfnisorientiert wirst du in dieser Gesellschaft nicht behandelt, wenn du eine Behinderung hast. Bestenfalls versteckst du dich – aber bitte ohne Sozialleistungen. Du bist eine Last für’s System und das wird dir ständig gezeigt. Die Suizidrate ist um ein vielfaches erhöht. Verdammt, es sterben Menschen wegen solch einer Scheiße!
Ich will’s nicht sagen, tue es aber trotzdem: Euthanasie. Kinderfachabteilung. #google
Ja, lustig. Wirklich lustig. Zu einer anderen Zeit wäre ich entweder getötet worden oder zumindest zwangssterilisiert. Was können wir heute darüber lachen. Offensichtlich. [An dieser Stelle springt mir gedanklich ne Sicherung raus und Beleidigungen stapeln sich wie die Scheiße, die verbreitet wird] Ich bin wütend, schrecklich wütend!
Zu Hause ist mein Autismus und AD(H)S sichtbar. Ich habe meine Strukturen, bin nahezu ständig damit beschäftigt Dinge zu suchen (meistens mein Handy) – in dem Zusammenhang kommt es öfter mal vor, dass mein Partner meine Nachrichten liest und beantwortet, weil ich mit dem sozialen Kram, mit Beziehungsebenen etc, komplett überfordert bin. Ich vergesse es zu trinken, manchmal tagelang, weil ich hyperfokussiert an meinen Spezialinteressen sitze. Na, hier kommt recht viel, weil eben meine Interessen im Bereich der Kunst liegen. Aber auch Humanmedizin, aber das ist gerade nicht wichtig.
Ich habe mit körperlichen Auswirkungen zu kämpfen, (& Komorbiditäten)
im Grunde mit allen üblichen Reaktionen, die durch Stress ausgelöst werden. Mein Körper steht unter Dauerstress, weil ich keinen einzigen Reiz zu keinem Zeitpunkt filtern kann. Ich brauche ständig Rückzug, wirke abwesend, abweisend, manchmal vielleicht sogar Gefühlskalt, obwohl ich so intensiv empfinde.
Ehrlichkeit wird kaum erkannt, weil die Welt so verlogen ist. Und oftmals ist Ehrlichkeit dann auch noch unhöflich oder löst sonstiges Unbehagen in anderen Menschen aus. Overloads, Shutdowns, Meltdowns. Die ständige Angst vor Ablehnung. Weil ein „anders funktionieren“ in dieser Gesellschaft gleichbedeutend ist mit „zu cringe“. Es ist, als wäre ich in einem fremden Land und verstehe von niemandem die Sprache und niemand versteht mich. In diesem Fall ist fast der ganze Planet fremd. Mein Autismus ist jedenfalls perfekt dafür, um Menschen abzuschrecken.
Es gibt so viel zu diesem Thema zu sagen und dieser Text könnte lückenhafter nicht sein. Das sind nur diese sprichwörtlichen fünf Cents. Wer sich lustig macht über Menschen mit tatsächlichen Problemen, tja, das sagt im Grunde nichts über meine Behinderung aus, aber eine ganze Menge über deren Charakter. Over and out.





Meine psychogene Amnesie, die einen Zeitraum von 2016 – Ende 2022 umfasste, ist seit ein paar Monaten weg. Einfach weg. Und die ganzen Erinnerungen sind plötzlich wieder da. Das sind sowohl gute, als auch schlechte. Viele Erinnerungen waren davon betroffen, darauf hatte ich keinen Einfluss. Manches war weg, verschwand einfach aus diesem Zeitraum. Und ich hatte mich daran gewöhnt.
Ich weiß nicht ob es einen Auslöser gab und wenn, dann weiß ich nicht welcher das gewesen sein könnte. Auch weiß ich nicht genau wann. Irgendwann Ende letzten Jahres. Recht plötzlich alles wieder da. Zum Teil war und ist das sehr anstrengend, weil mein Hirn halt einfach analytisch funktioniert. Und demnach all das „Neue“ nun analysiert. Inzwischen hat es sich aber etwas beruhigt.
Es hatte mir oft weh getan, wenn eigentlich schöne Augenblicke einfach verschwanden. Ich sie nicht in meiner Erinnerung halten konnte. Aber auch schlechtes verwand. Nicht alles, nicht immer, aber oft. Und ich hatte mich daran gewöhnt. Gewissermaßen war das auch wie ein kleines Sicherheitsnetz in meinem Kopf, das funktionierte, wie es wollte, aber doch irgendwie funktionierte.
Nur das jetzt seit einer Weile nichts mehr verschwindet, daran muss ich mich noch immer gewöhnen.
Es wäre trotzdem interessant zu wissen, was der Auslöser war. Ob es überhaupt einen Auslöser gab. Und falls ja, warum dieser erst nach so vielen Jahren, ich weiß nicht, „stark?“ genug war, um diese Amnesie zu durchbrechen. Ich nahm an, das sei inzwischen so manifestiert, dass es ein Leben lang so bleiben würde. Ich war nicht darauf eingestellt, auf diese enorme Veränderung.
Die Sprache hat sich nicht verändert, nur der Wahrheitsgehalt schwankt zwischen dem Glauben und einer sterbenden Hoffnung. Und du, du fliegst irgendwie darüber her oder kriechst darunter durch, vielleicht stehst du auch in der Gegend herum oder machst einen entspannten Eindruck, während deine Gedanken im Lesesessel entgleisen. Aber du bist nicht verrückt, nein. Du bist nur verliebt. Und dann öffnest du dir eine Flasche Wein, weil doch immer irgendwo irgendjemand darüber predigt, dass man ausreichend trinken solle und die aufgerissene Schokoladentafel neben dir erscheint dir in diesen Zeiten wie eine geeignete Tagesmahlzeit.
Erinnern willst du dich und willst du nicht. Willst dich erinnern daran, was er dir gesagt hat, wie der Wind an diesem Tag gerochen hat, wie seine Mimik einmal die Welt umrundet hat, nur um dich zu erreichen. Jedes Wort sezierst du, jedes Küsschen-Smiley bei Nacht bringt dich ihm ein Stückchen näher. Und dann redest du von Liebe. Dabei ist ein Soziopath doch jemand, der dich nicht fühlt. Nicht deinen Schmerz, nicht deine Nähe, nicht deine Liebe, ja nicht mal deinen Hass, wenn du ihn aufbringen könntest. Und wenn er dir egal ist, dann ist da einfach nur nichts. Und das, ja, das versetzt dir dann doch wieder diesen Stich von hinten in den Rücken.
Jedes seiner gesprochenen Worte buchstabierst du dir gedanklich vor wie ein Diktat voll roter Tinte nach jeder Zeile. Schwebst noch immer hin und her, krabbelst darunter durch, betrachtest jeden Mikromillimeter von allen Seiten. Was ist Lüge, fragst du dich. Kann doch niemand so viel Lügen und ist dann jede Lüge zwangsläufig das Gegenteil der Wahrheit? Dann findet er dich nicht schön, nicht liebenswert, nicht begehrenswert, dann bist du allenfalls ein weiteres kleines Spielzeug, welches, wenn es nicht mehr wie gewünscht funktioniert, in einer dunklen Ecke langsam an Glanz verliert und verstaubt.
Dann willst du glauben und du willst nicht. Willst das Gegenteil von allem glauben, was er dir jemals gesagt hat, selbst wenn es dir weh tut, ist es doch die Wahrheit, die du liebst. Und wie kannst du ihn weiter lieben, wenn an ihm keine Wahrheit haftet. Da sitzt du also in deinem Lesesessel, schwebst über dir herum, betrachtest die halbleere Weinflasche und die angefressene Schokoladentafel. Draußen neigt sich die Sonne ihrem neuen Ende und du ersehnst den Mond, weil du weißt, dass ihr den Selben Mond sehen werdet. Wie oft hältst du dann seine Hand in den Schlaf ohne sie zu berühren? Und wie oft küsst du ihm die Stirn ohne zu wissen was er träumt? Dann vibriert dein Handy und reißt deine dämmernden Augen wieder auf. Weil die Sprache nicht verändert ist, nur dein Glaube daran wehrt sich dagegen, während dein Körper zitternd und zehrend all das unausgesprochene aufsaugt und deine Kraft samt Sonnenstrahlen schwindet.
Dann schwebst du nicht mehr, Honey, es ist dunkel und es würde niemandem auffallen, wenn du dir selbst auch ein Ende bereitest. Und damit meinst du selbstverständlich nur, dass es ihm nicht auffallen würde. Und einen Augenblick lang findest du diesen Gedanken tröstlich, weil der, der deinen Schmerz nicht spürt, deinen Schmerz auch gar nicht spüren soll. Tröstlich, weil du gar nicht willst, dass er leidet, weil er doch sich selbst spürt und du nicht weißt, was er fühlt, während er dich nicht fühlt. Dann wieder zu erschütternd, weil du selbst doch so leidest, wenn du über dir schwebst und statt dich in deinem Lesesessel zu sehen, nur noch eine verrottende Hülle siehst, die langsam mit deinem geliebten Lesesessel verschmilzt, bis die Nachbarn einen merkwürdigen Geruch im Treppenhaus melden.
Eine einsame Taube sitzt auf deiner Balkonbrüstung und sucht in den erfrorenen Pflanzen nach Brotkrumen. Ihr gurrendes Abendlied schwenkt deinen Blick gen Mond und verschwendet einen weiteren Gedanken zur Nacht. Und wieder ist das Letzte woran du vor dem Schlafen gehen denkst das, woran du gar nicht denken willst, die Sprache, die du gar nicht verstehen kannst, die Buchstaben, die seziert brach liegen und die Liebe, die eigentlich nur Schmerz ist. Weil sie doch schon morgens mit den Sonnenstrahlen deine Stirn als erstes Küssen, wie die wärmenden Lippen eines Geliebten, wie das letzte Wort, das überlebt hat und dich schweben lässt und lacht. Nacht.
Küsschen-Smiley.
Da ich heute den ersten Tag wieder ein wenig lebendig zu sein scheine, vollgepumpt mit Medikamenten natürlich & mich zudem immer wieder schwer damit tue, mich einfach nur auszuruhen, also gar nichts zu machen, habe ich angefangen nachzudenken. Das Nachdenken endet bei mir nie gut, leider mache ich das öfter.
Na jedenfalls hab ich jetzt mal über ein spezielles Verhalten von Männern nachgedacht. I don’t know, ob Frauen das auch machen. Kann ich mir aber durchaus vorstellen. Aber aus meinen Erfahrungen heraus, welch bunte Kiste, sind da nur Männer mit diesem Verhalten. Es wird vielleicht n bisschen sarkastisch.
Und zwar: ein Mann will dich, so richtig haben will der dich. Von morgens bis abends, von links nach rechts. Und dazwischen auch. (Hi, Falschdenker) Kann sich aber nicht für dich entscheiden. Das „warum“ sei dahingestellt, denn dafür müsste man ja n total offenes Gespräch führen. Das geht ja mal gar nicht. Aber der will dich haben. Ok. Vielleicht willst du den auch haben. Keine Ahnung. Ist auch egal. Aber er stellt Besitzansprüche. Also er will dich, aber greift nicht zu. Aber andere sollen dich auch nicht haben. Und das zeigt der dir auch. Manchmal laut. Oft aber so passiv-aggressiv. Ein offenes Gespräch darüber? Nene, das gibt’s nicht. Und als Frau bist du irgendwann komplett immun gegen dieses Verhalten. Wenn du den Mann auch willst, fuckt dich das im Innern zwar total ab, aber oberflächlich kannst du’s super ignorieren und machst halt weiter wie bisher.
Also, noch geschwächt aus dem Krankenbett heraus, finde ich dieses Verhalten gerade total witzig. Ich versteh den Sinn dahinter einfach nicht.
Das ist so…wir warten auf nen Bus, der vielleicht irgendwann kommt, vermutlich aber nicht, vielleicht aber doch, dann aber wieder nicht, aber wer weiß, aber, wahrscheinlich, vielleicht doch, mal um die Ecke gucken, vielleicht ist meine Uhr kaputt, wir bleiben einfach stehen, weil, und aber ja, aber nein, aber ja, aber nein & am Ende sind wir zum Glück alle tot. Auf die Art wartet immerhin niemand ewig. Und als Frau gehste dann solange spazieren.