wie groß meine
angst
war wusste ich
immer gestern und tat es
heute
und wie viel
schmerz
ich ertragen kann
werde ich immer erst morgen
wissen
© Amy Herzog
wie groß meine
angst
war wusste ich
immer gestern und tat es
heute
und wie viel
schmerz
ich ertragen kann
werde ich immer erst morgen
wissen
© Amy Herzog
Ich lebe heute, tanze jetzt,
wo du dich nur durchs Leben hetzt,
wo kommst du an, wo willst du hin,
und worin findest du den Sinn?
Ach weißt du was, ist mir egal,
denn weißt du, auch du hast die Wahl,
komm sei bei mir, und tanze jetzt,
und ich versprech‘ dir, bis zuletzt.
Ich tanze heute bis zum Morgen,
leichtfüßig über Angst und Sorgen,
denn was auch immer gestern war,
der Tanz soll werden wunderbar.
© Amy Herzog
ich bestehe aus Erinnerungen
doch damit kann ich nicht bestehen
kann mit ihnen nicht weiter gehen
wohin mich auch die Sehnsucht trägt
wie sie in meinem Körper sitzen
nur mein Herz will morgen schlagen
kann ich wohl über gestern klagen
doch nach morgen bringt’s mich nicht
gleich schon wird es dunkel werden
und mein Herz spricht allzu laut
es malt ein Bild woraus sich baut
mein Leben will ich hier und jetzt
© Amy Herzog
Wenn nicht heut der Tag der Liebe,
wann soll er denn kommen dann,
schieb statt gestern doch auf morgen,
oder auch auf irgendwann.
Zeit bleibt eine feine Sache,
viel zu kurz klagt Herz und Leid,
doch die Liebe spielt mit Mächten,
bis in die Unendlichkeit.
Auf der Erde sind wir menschlich,
und zu gern auf bald verschiebt,
wirklich glücklich wird man dann nur,
wenn man heut statt morgen liebt.
© Amy Herzog
Die Hälfte warf ich weg von mir,
sie war nicht mehr so wichtig.
Nur alte Lasten, tief vergraben,
könnt‘ ich dir nur wahrlich sagen,
was du aber für mich bist.
Freude unter Angst geschlafen
und doch ist’s hier hell und wach!
Ich mache Platz und räume auf,
den Staub, den nehme ich in Kauf,
das ist es, was du wirklich bist.
Morgen ist die Angst vertrieben,
morgen werden wir uns lieben…
Zwischen Düften und der Hitze,
während ich noch schweigend sitze
und dein Platz auf Fülle fühlt.
Die Hälfte warf ich weg von mir,
sie stand uns doch im Weg.
Denn daraus wird ein großes wir,
aus uns, schon lange Tränen hier,
doch das ist dann vorbei.
© Amy Herzog
So fiel ich tief in einen Schlaf,
worin ich tausend Träume traf,
von Sternenlicht um Wolkenbank,
und in des Herzens Arme sank.
So träume ich durch einen Traum,
zuweilen glaube ich ihn kaum,
doch lebe ich im hier und jetzt,
und träume all das bis zuletzt.
So sitz‘ ich auf der Wolkenbank,
und trink der Wolken Liebestrank,
verweil‘ im Sternenlichte warm,
solang ich sink‘ in deinen Arm.
So wenn der Morgen aufgewacht,
mein Herze dennoch weiter lacht,
denn führt der Sternenweg zum Traum,
und schafft für meine Liebe Raum.
© Amy Herzog
Sanft prasselt der Regen draußen in das sattgrüne Gras, er flüstert leise durchs offene Fenster, streichelt mich im Traum, reicht mir eine windige Hand und begleitet mich aus dem Schlaf, in die Stille Welt, die nur noch kurz vom Mond erhellt, die ersten Federn durch die Lüfte wirft und im Takte schwebend Musik spielen lässt, die so beruhigend mit der Seele spielt, dass sie denkt noch zu träumen…
Komm wir laden uns ein,
machen uns keine Gedanken,
trinken bloß ein Glas Wein,
und beginnen zu wanken.
Dann lachen wir uns an,
und flüstern „komm näher“,
küssen, lieben und lenken,
unsere Gedanken dann später.
So geh’n wir durch die Welt,
hier gibt es keinen Morgen,
keinen Richter, keinen Henker,
und auch keine Sorgen.
Wir brauchen weiter nichts,
nur unsere Wärme, die Nähe,
und alles was nicht warten kann,
kann warten, als ob nichts wäre.
Wir sind einfach nur offen,
unsere Herzen in Decken,
und wenn es dann soweit ist,
kann uns niemand mehr wecken.
© Amy Herzog