Zweisamkeit

eins

Du 
nackt in mir
& Seeleneins
geworden
wir

© Amy Herzog

schlaf.

Alleine schlafen ist das Beste. Keiner da der warm ist, schwitzt, schnarcht, atmet und andere diverse Geräusche von sich gibt. Keiner da der stört. Und ist man irgendwann endlich eingeschlafen, kommt mitten in der Nacht irgendwer an und fummelt. Meinetwegen hängt man abends noch vor der Glotze, unterhält sich oder nicht und geht dann ins Bett. Dann hat man vielleicht noch den besten Sex mit dem Menschen, dem man sein Leben anvertraut. Und dann schläft man in diesen warmen Armen ein, lauscht in der Nacht immer mal wieder nach, ob dieser Mensch noch atmet oder drückt ihm ein Kissen aufs Gesicht, weil er schnarcht. Oder man bekommt den Lachflash des Todes, weil dieser Mensch den lautesten Furz ever abgelassen hat. Dieses gemeinsame schlafen ist besser, so viel besser.

Zugfahrtmelancholie

Morgengrauentau tropft Tränen
starre zu wenig aus dem
Fenster
und schreibe
Gefühle auf Durchreise
in Arme fallen
und zurückgelassen bleiben
Zugfahrtmelancholie
zerrt mich in ein Buch weil
ich nicht wissen will
wohin ich
denke
aber ich bringe
warme Brötchen mit

© Amy Herzog

urlaub

bin nun in mein Bett
gekrochen. schwitze unter
meiner Decke
seit dem Sex dunkelblau. und dann
schicke ich dir einfach
Urlaubsbilder
mit Sonne, Eis und Strand.
will schnell bei dir
sein, aber du bringst uns noch um
den Verstand.

© Amy Herzog

irgendwie

Damit ich aus deinem Sichtfeld
verschwinde
legst du mich in eine Kiste
gleich neben den Satz
den du dich nicht auszusprechen traust
und verschlingst den Schlüssel
weil du Angst davor hast
dass es irgendwann weh tut
aber in deinem Bauch
bleibt es warm

© Amy Herzog

trink

Komm,
und trink dich taumelnd
in mein Weltmeer
so komm,
und trink aus Lenden,
Lust und uns
mein ganzes Herz
leer

© Amy Herzog

die Luftpolsterfolie zum Frühstück
knallt lauter
wenn wir zu zweit davon essen.

© Amy Herzog

Nichts auf meinen Lippen

Nichts auf meinen Lippen
und in meinen Händen nur Staub
aus grauem Herz
und zwischen.Menschlichkeit
mein Puls flüstert müde
in knisternd streichelndem Herbstlaub
ein Blatt halte ich
und gieße dich darin auf
wie den Tee vor der Dunkelheit
damit ein bisschen Wärme
aus meinem Mund
und Glassplitter in meine Ferse
fällt und fließt und sticht
ich wünsche wieder
nichts auf meinen Lippen
und einmal nur ein kleines Herz
das nicht so klirrend bricht

© Amy Herzog

[hier aussagekräftigen titel einfügen]

© Amy Herzog

der rest von mir

wie lang der rest des lebens
die zeit ist nie genug
aber wärs für eine nacht
dann gehörte ich für immer dir

© Amy Herzog

w i e

Zeige mir w i e
SCHMERZhaft es sein kann
lass mich d e i n e n
Schmerz spüren
dein traumtötendes Leid
in verborgener Angst
und in zärtlichstiller Dunkelheit
wispere ich nah w i e
Hingebungsvoll meine Liebe ist

© Amy Herzog

Wir

Ein dunkler Raum 
in zeitloser Zwischenwelt
rastet in unendlicher
grenzenlos
Poren sickernder
in hingebungsvollen
entblößten Seelenkörpern
durch Ewigkeit

Die Außenwelt zeigt
wie Farben
durcheinander
aneinander vorbei
verlieren und suchen
vermischt
in verbrauchten
Stunden

Wir liegen darin
suchen Liebe, Nähe, Sinn
Bedeutung im bedeutungslosen
Wahrheit in Lüge
und im verschiebenden
verschwiegenen
die Mitte
uns

Wir brauchen nichts
in der Dunkelheit
wir sind wir
wie wir sind
sind wir mehr
Sterne, Ozean, Mond
oder Pfütze

Fragen
die hier nicht
existieren
in der Zwischenwelt
wir sind klein
wir sind die Mitte
wir sind nackt
wir sind eins
wir sind wir

Mitte

© Amy Herzog

Anfangsmondlicht

Versteck dich nicht mein Liebster
im Mondlicht sehen wir alle gleich aus
und er kommt, er kommt gleich
um uns zu holen, damit wir uns finden

Schäme dich nicht mein Liebster
deine dunklen Narben sind mir Kunst
und im lilafarbenen Schimmer
meiner Hämatome sonnen wir uns

Und fürchte dich nicht mein Liebster
die Klingen zerschneiden Fäden
die wir uns auf unsere Lippen Nähten
doch wir brechen unser Herz nicht

So lasse dich fallen mein Liebster
meine Wunden bedecken nur das Ende
ich zeige dir den Anfang des Mondes
und gleich nimmt er uns mit nach Haus

© Amy Herzog

Zensiert

komm zu mir
wenn du wieder besoffen bist
dann machen wir das
was du dich sonst nicht traust
der Rest ist zensiert
und das danach passiert
in Rauch

© Amy Herzog

Schlussendlich..

Ewigkeiten sind vergangen,

Nebelschwaden ziehen vorbei,

und die Seele liegt in Ketten,

wann nur bin ich endlich frei?

Ist die Kehle fast vertrocknet,

und ich sah ein Leben zieh‘n,

welches ich nie leben würde,

also begann ich zu flieh‘n.

Auf der Suche nach der Sonne,

war ich fast schon endlich da?

doch das Leben rannte hinten,

und schlussendlich ist es nah.

(C) Amy Herzog

Ich zähle nur die letzten Tage..

Versprochen sagst du, wirklich sicher,
bis du dann endlich bei mir bist,
ich zähl‘ nur noch die letzten Tage,
bis nichts mehr dieses Herz vermisst.

Und ich vertraue deinen Worten,
der Tag, der schnell vorüber zieht,
ich zähl‘ nur leise an fünf Fingern,
bis niemand vor der Zukunft flieht.

Versprochen sag ich, wirklich sicher,
mein Herze sei dir stets ein Heim,
ich zähl‘ nur noch die letzten Tage,
und wir zwei sind nie mehr allein.

 

© Amy Herzog

Herz an Herz..

Du bist nicht meine erste Liebe,
doch ist es wirklich das was zählt?
Wirklich wichtig bleibt am Ende,
das mein Herz fortan deines wählt.

Denn darin höre ich die Zukunft,
und nichts wird jemals dort vermisst,
ein neues Leben für zwei Herzen,
das ist es, was noch wichtig ist.

Ich bin nicht deine erste Liebe,
doch ist auch das nicht, was hier zählt,
hörst du in meinem Herz die Zukunft,
dann deines einfach meines wählt.

So wählen wir für uns das Leben,
was wir uns bald ein Jahr ersehnt,
und hören bis zum Schluss die Lieder,
während wir Herz an Herz gelehnt.

 

 

© Amy Herzog

Vertrauen auf die Liebe..

Ich vertraue auf die Liebe,
die mich täglich weiter lenkt,
durch die Stürme und den Hagel,
bis sie uns die Sonne schenkt.

Ich vertraue auf die Liebe,
wie sie mich zum Glücke trug,
schweben wir gemeinsam weiter,
nur dein Herz ist mir genug.

Ich vertraue auf die Liebe,
wo die Zukunft mit uns bleibt,
nichts werde ich je vermissen,
wenn sie uns durchs Leben treibt.

 

 

© Amy Herzog

In der Wüste…

Einsam ging ich durch die Wüste,
schrieb im Sand „ich liebe dich“,
hoffnungslos verging die Nacht,
doch unerwartet fand ich mich.

Einsam ging ich durch die Wüste,
und fand darin dein blaues Meer,
traf dein Blitz in meinem Herzen,
Liebe – doch sie trägt sich schwer.

Einsam ging in durch die Wüste,
wenn das Schweigen mich geleit,
genügt ein Blick in deine Sterne,
wo Zweisamkeit mein Herz befreit.

© Amy Herzog

Am Felsen im Meer..

Als die Sonne den Sand küsste,
glaubte ich zu träumen.
Mein Blick vom Meere zur Küste,
konnte nichts versäumen.

Wie ich am starken Felsen lehnte,
sog mich der deine Kuss.
Wonach mein ganzes Leben sehnte,
dem ich nun folgen muss.

Sanft lag ich auf deinem Grunde,
gar leer und dunkel-kalt.
Doch küsste ich die Herzenswunde,
und gab dem Felsen Halt.

Als der Mond das Wasser küsste,
tauchten wir dann auf.
Unser Kuss doch brannte Lüste,
und nahmen ihren Lauf.

Doch der Mond wollt schlafen geh’n,
so trieben wir dahin.
Mein Traum, er würd im Wind verweh’n,
doch gab er uns den Sinn.

Und als die Lichter wieder küssten,
wir würden weiter Träumen.
So wie wir von der Zukunft wüssten,
am Strand gab’s kein versäumen.

© Amy Herzog

Deutlichkeit..

So deutlich sehe ich’s im Worte,
noch deutlicher in Einsamkeit,
verschlägt es mich an tausend Orte,
als fehlt in aller Eil‘ die Zeit.

So deutlich spüre ich’s im Kusse,
ein Lächeln aus dem Herz befreit,
die Ewigkeit im warmen Flusse,
im Schatten jener Zweisamkeit.

So deutlich höre ich’s im Winter,
im Schweigen der Unendlichkeit,
und blicke ich nur kurz dahinter,
durchfährt mich in der Dunkelheit.

So deutlich seh‘ ich’s im Gesichte,
wie eine Wahrheit längst gesehen,
und schreibt es Klarheit in Gedichte,
wird am End‘ das Glück geschehen.

© Amy Herzog

Lieder deines Herzens

Ich höre Lieder deines Herzens,
ob du mir fern bist oder nah,
es singt von Liebe durch die Winde,
wo vorher nur der Regen war.

Ich spüre Lieder deines Herzens,
sie wehen durch mein Haar geschwind,
vertreiben all die grauen Wolken,
im Kuss, wenn wir zusammen sind.

Ich sehe Lieder deines Herzens,
in deinen Augen sternenklar,
ein glitzernd Funkeln auf dem Meer,
wo ohne dich nur Stille war.

© Amy Herzog

Blühender Weg…

Und flüsternd atmen all die Worte,
ahnungslos – doch Hand in Hand,
wohin der Weg auch führen mag,
so wage ich den Schritt zum Rand.

Und schweigend wehen laue Winde,
als schwebten sie mich hin zum Glück,
und schlaf‘ ich ruhig in deinem Schutz,
die Hoffnung weht mich nicht zurück.

Und schaltet sich die Welt dann aus,
in Wärme schwimme ich durchs Meer,
saphirblau strahlt dein Liebesblick,
so blüht der Weg in Zukunft sehr.
© Amy Herzog

Wildgeworden…

Schwarzbunt gemischte Farben
schenken sich Wildgewordene Lust
Durch die ewigen Nächte…

© Amy Herzog

Komm wir laden uns ein, …

Komm wir laden uns ein,
machen uns keine Gedanken,
trinken bloß ein Glas Wein,
und beginnen zu wanken.

Dann lachen wir uns an,
und flüstern „komm näher“,
küssen, lieben und lenken,
unsere Gedanken dann später.

So geh’n wir durch die Welt,
hier gibt es keinen Morgen,
keinen Richter, keinen Henker,
und auch keine Sorgen.

Wir brauchen weiter nichts,
nur unsere Wärme, die Nähe,
und alles was nicht warten kann,
kann warten, als ob nichts wäre.

Wir sind einfach nur offen,
unsere Herzen in Decken,
und wenn es dann soweit ist,
kann uns niemand mehr wecken.

© Amy Herzog

Nah, so nah..

oh, fange mich auf…
vor augen wird mir schwarz
ich will dich fest, will dich spüren
in schwebender ohnmacht
lasse ich mich blind verführen
drücke mich an dich nah
so nah, so nah
falle ich

© Amy Herzog

Vereinigung…

Ein Blick genügt, schon ist es geschehen,
in meine Gedanken dich eingeschlichen.
Tag sowie Nacht nur Sehnsüchtgiges denken,
so denk ich, könnt ich dich doch einfach packen.

Eine Berührung, ist einmal vergangen,
steigert in uns sogleich das Verlangen.
Spüren, berühren, mich zerrt es zu dir,
du und ich näher, wir werden zu wir.

Einen Kuss später, entfacht sind die flammen,
liegen wir da, ganz eng nun beisammen.
Die Körper umfasst und sinnlich geküsst,
stillen die Sehnsucht in tiefer Lust.

© Amy Herzog

Bilder…

sanfte bilder
in meinen gedanken
nah seid ihr
so tief in mir
ich muss euch danken
mich fühlen lasst
lebendig scheinen
im herzen weinen
traurig scheint ihr
aufrichtige schreie
so lasst euch fallen
und seid bei mir

© Amy Herzog

Unbekannt

stumm lächelnd
zweifelnde emotionen
entfachen ungeahnt
lustvolles verlangen

nach unbekannt
berührenden händen
umfassen körper
beginnen brennen

aufgeheizt innig
vertraute berührungen
stillen sehnsüchte
die zuvor nie waren

© Amy Herzog

Ewig grau…

Schüchtern tanzen sie gemeinsam,
und beide sind ein wenig einsam,
doch keiner spürt die Müdigkeit,
immer weiter tanzen sie verträumt.

Immerzu enger tanzen sie,
zur allerschönsten Melodie,
und merken dabei aber nicht,
unermesslich wächst die Sucht.

Stunden um Stunden vergehen so,
monatelang sind beide froh,
bis sie merken, was sie sind,
die Farbe ändert sich geschwind.

Einst waren sie nur schwarz und weiß,
doch drehten sie zu schnell im Kreis,
so wurde nach der kurzen Zeit,
ein grau, das nahm die Heiterkeit.

Beendet haben sie den Tanz,
einsam sind sie wieder ganz,
das grau wird keinesfalls vergehn,
obwohl sie sich nie wieder sehn.

Auf ewig sind sie nun verdammt,
kein Tanz sich jemals neu entflammt,
verbleiben grau so gerade eben,
der Einsamkeit doch überlassen.

© Amy Herzog