Feuer

Brennen

Seine Angst vor dem Feuer

Es sind immer Meer
Lügen
als nötig und mehr
Wunden
als angegeben
und weil
er sie zu viel
wollte mussten sie aufs
offene Meer
um mit dem Feuer
zu spielen

© Amy Herzog

roter Schwan

Mein roter Schwan
ich brenne
löcher in meine weiße Haut
und werde Asche
ohne dich
trinke bodenloses Herz
aus deiner Seele
und werde
ich

© Amy Herzog

Wann?

wie viele Notizen
wirst du noch in deinem Hirn stapeln
und wie viele davon verbrennen
wie oft wirst du noch vor dir und dem
(du weißt schon was)
davonrennen?

und wie tief willst du noch
in deiner zehrenden Sehnsucht ertrinken
bis das Feuer erlischt?
Wie zündest du dann die Zigaretten
um ins Leere zu starren
während du deine Gedanken vor dir selbst verschweigst
und neue Zettel voll Herzblut vor dir hertreibst

wann ist das alles vorbei?
wann wird das sein?
sag mir wann?

© Amy Herzog

Feuersbrunst

Mit morschem Herzschlag verliebte ich mich ins Feuer. Dieses einsam knisternde, das mystisch in sich tanzende, das Unberechenbar ausbrechende und wieder in sich zusammenfallende. Nicht nur, um meine Fingerspitzen daran zu erwärmen, so wie es alle Anderen taten, ehe sie für immer verschwanden. Ich wollte hineinspringen, gemeinsam mit diesem Feuer brennen, dieses Feuer sollte mich besitzen, damit ich es, wenn auch ich brenne, selbst zur größten Feuersbrunst werde, sie selbst besitze, uns besitze.

Der Gedanke, selbst wie alle Anderen zu verschwinden, zog schmerzhafter durch meine Gefäße, löste eine noch größere Furcht aus, als vor dem Feuer selbst. Und während ich dieses Feuer über Jahre hinweg beobachtete, versuchte es zu studieren, damit sein Ausbrechen berechenbar für mich würde, meinen Blick also vom tiefsten Kern nie abwandte, aber immer nur den Abschied empfand, entschied ich, mich dem Feuer zu nähern. Als meine Sicht, je näher ich dem Feuer kam, immer klarer wurde, bemerkte ich, dass ich diese wunderschöne Leidenschaft des Feuers, welche mich auf unerklärliche Weise von Beginn an magnetisch anzog, bereits vor langer Zeit auf ewig in sich zusammengefallen war. Was blieb ist das Gefühl von Abschied in einer Hand voll kalter Asche.

Mit morschem Herzschlag tat ich aber nicht etwa das, was all die Anderen taten, denn ich verliebte mich nicht nur in die Wärme. Ich verliebte mich in das nicht sichtbare, aber alles erfüllende Wesen des Feuers und ich wusste, dass selbst aus der kalten Asche, irgendwann ein Phönix emporsteigen kann. Also sank ich nieder, schenkte der Asche meine einzige Träne, grub mich darin ein, schlief und ersehnte die Feuersbrunst.

© Amy Herzog

Nichts

Heute morgen
war’s kein Lächeln
Regen regnet, nichts als Regen
wie viel muss mein schwacher Wald
denn noch in Asche legen

Reicht dir
nicht der Sommer
dann auch nicht der Sand
der mit meinem Feuer
schneller noch nur
stillschweigend
verschwand

Nur der Mund
vollbringt kein Heil
in den schwarzen Nächten, weil
doch der Seelenzucker klammt
tropfend bitterkaltes Blut
zum blassen Nichts
verdammt

 

 

© Amy Herzog

Neubeginn..?

Regen, Blitz und Donnergrollen,
fegen lautstark übers Land,
schlagen durch die Wolken Bäume,
dessen Holzes dann verbrannt.

Riesenwellen rollen Städte,
wo die Natur sich alles krallt,
vereinen sich die großen Kräfte,
und der Mensch den Preis bezahlt.

Des Blitzes Feuer lodert hell,
verbrennend dabei nichts entwischt,
verbreitet sich das Feuer schnell,
bis dass es schlussendlich erlischt.

Über die graue Weltenasche,
kaltes Wasser strömt im Massen,
säubert uns den Mutterboden,
den wir fortan ruhen lassen.

Die Natur könnt wieder blühen,
Menschenschäden sind dahin,
leichte Winde könnten wehen,
dieses wär ein Neubeginn.

 

© Amy Herzog

Feuer…


in mir lodert ein feuer,

und mich begleitet die angst,

ganz so, als seis ein ungeheuer…

dabei bin ich es selbst die brennt,

sich in der liebe blind verrennt,

den ausweg nicht kennt,

nicht kennen will…

© Amy Herzog

Werfe mich ins Feuer! 


Werfe mich in dein Feuer,

Lasse mich nur Asche sein,

Verstreue mich im Wind,

Er kann mich tragen,

Und ich werde frei sein.

 

Die Hoffnung soll brennen,

Ich will sie nicht mehr kennen,

Dieser Funken, er lügt!

Betrügt meine Sinne,

Keine Wahrheit kann er nennen.

 

Mal dachte ich, du seist ein Anker,

Könntest mich begleiten – sanft

Über die hohe, schwere See,

Aber es brennt nur noch,

Ich gehe unter, es tut weh.

 

Also werfe mich endlich,

In deine hohen Flammen,

Brennend will ich untergehen,

Als Asche – Hand in Hand

Mit dem Wind gehen.

© Amy Herzog

Vertrocknete Farben…

Wir lernten uns kennen,
wo niemand sich je kennen kann,
begannen doch zu brennen,
bevor der Regen begann.

Malten unsere Bilder,
ohne noch die Farben zu sehen,
und doch wurden sie wilder,
zugleich ohne Leben.

Tauschten tiefe Worte,
vertrauten ohne zu Vertrauen,
erkannten keine Orte,
und konnten dort nichts bauen.

Wir lebten im Schwarz,
im alles verschlingenden Nicht,
malten uns die Farben aus,
die sein könnten im Licht.

Doch während wir malten,
brannten wir heißer,
sahen weder Baum noch Garten,
und das Nichts wurde weißer.

Die Zukunft kam an,
und mit ihr die Erkenntnis,
dass Seelen am Friedhof,
nur warten aufs Begräbnis.

Das heiße Feuer erlosch,
und mit ihm auch wir,
nur die Farbe noch grinste,
verstohlen, trocken im Hier.

© Amy Herzog

Schwimm im Meer…

Schwimm‘ im Meer
aus Salz und Lust,
doch lieg‘ ich ruhig!
Trinke mehr aus Zeit und Äther
in Wein und tanzend warmen Fischen,
Perlen reizen meine Sinne,
höher schweben mit dem Wind!
Die Brise soll mein Feuer löschen..

© Amy Herzog

Schmerzende Liebe…

Zu heiß brannte das Feuer
Ich stand einst in Flammen
Mein Leben hell strahlend
Die Liebe voll Leben

Doch war es zu heiß
Und rannte ins Verderben
Schnell rannte ich davon
Ich rannte um mein Leben

Es wahr nicht zu ahnen
Das Leben der Flammen
Nur sie konnten auch mich
Am Leben erhalten

Doch das Feuer ist aus
So bleibt es erloschen
Mein Leben erkaltet
Die Seele erfroren

Das Herz ist verdammt
Zu kaltem Stein geworden
Das Blut bleibt erstarrt
Und die Liebe gefangen

Die schmerzende Liebe
Brennt heißer als Feuer
Verdammt zu einem Leben
Mit dem Tod auf der Lauer

© Amy Herzog

Dein Feuer…

Konnte nie dein Feuer berühren
Doch konnte ich es Brennen spüren
Chancenlos bin ich gerannt
Am Ende bin ich doch verbrannt

Brenne ich nun lichterloh
Schmerzt dein Feuer in mir so
Könnt ich es doch wieder löschen
Dein heißes Feuer nur vergessen

Immer wenn sie gleich erlischt
Die Flamme nur noch leise zischt
Schleichst du ganz geheim daher
Entfachst erneut das große Feuer

Könnte nur das Meer mich sehen
Und mir eine Wolke schenken
Die Wolke, die nicht von mir weicht
Und gegen deines Feuer kämpft

© Amy Herzog

Schenkt mir Euer Leben…

Nur ganz kurz kostete ich
des Teufels Feuer
und brach mir das Genick.
War’s mir geheuer,
nein, ich Liebe Euch
und Euer Blut.
Ich war nur bleich
und was bin ich schon,
Ihr seid Leben
und sogleich
rann Euer Blut’s Geheimnis
in meines, in mein Streben
nach Euer Leben.
So lasst mich kosten,
mein Herr,
demütig knie ich vor Euch
und Euer Leben.
Schenkt mir Euer Blut,
es soll fließen,
lasst mich nicht sterben.

© Amy Herzog

Rauschendes Wasser

das wasser so klar
sichtbar und doch
beinah ist es unsichtbar
das wasser es rauscht
murmelt so still davon
fließend es eintaucht
wässrig flotte tropfen
klein so wie groß
bei loderndem feuer
können sie kämpfen
und werden siegen
wasser fließt davon
durch die erde
und wieder von vorn
wiederholt sich
dieser klangvolle song

© Amy H.

Vereinigung…

Ein Blick genügt, schon ist es geschehen,
in meine Gedanken dich eingeschlichen.
Tag sowie Nacht nur Sehnsüchtgiges denken,
so denk ich, könnt ich dich doch einfach packen.

Eine Berührung, ist einmal vergangen,
steigert in uns sogleich das Verlangen.
Spüren, berühren, mich zerrt es zu dir,
du und ich näher, wir werden zu wir.

Einen Kuss später, entfacht sind die flammen,
liegen wir da, ganz eng nun beisammen.
Die Körper umfasst und sinnlich geküsst,
stillen die Sehnsucht in tiefer Lust.

© Amy Herzog

Schattenmädchen…

Im dunkeln geht sie durch die Gassen,
fernab all dieser Menschenmassen,
gehüllt in schlichtes, schwarzes Kleid,
fast unsichtbar diese Schönheit.

Haut so blass im Schein der Laternen,
ein Lächeln auch auf Ihren Lippen,
verborgen bleibt das innere Feuer,
genauso auch das Ungeheuer.

Niemand wagt sich in die Nähe,
verirrt sich nur mal eine Krähe,
ein Mensch schon auch mal hier und da,
nur selten bleibt dieser auch nah.

Das Ungeheuer, so gut verborgen,
lässt alles um sich rum verdorben,
mit Eifer ist es stets dabei,
schlägt alles hier und da zu Brei.

Doch denkt man nun, oh böses Mädchen,
so lest nochmal was oben steht,
im Schatten lebt sie Nacht für Nacht,
nur ganz allein sie immer lacht.

Versucht sie immer all zu oft,
warten, hofft und hofft und hofft,
dass eines Tages eines kommt,
ein Jemand, der nicht davon mehr rennt.

Verdammt nun wandelt sie umher,
von Ort zu Ort, es schmerzt zu sehr,
der Weg wie weit er mag noch sein,
wann fürt sie jemand ins Licht hinein.

So bös‘ will sie doch gar nicht sein,
es ist doch nur das in ihr Schein,
es lebt im Schatten immer zu,
kein weitres Ungeheuer kommt hinzu.

Suchend wandelt sie Nacht für Nacht,
führt gegen Menschen zu viel Schlacht,
auf dass es irgendwann erscheint,
das Menschelein, das stehen bleibt.

© Amy Herzog