Schweigen

Das Wort, …

Das Wort, das sich im Schweigen lähmt,
und weder Raum noch Zeiten zählt,
sich hinter Kopf und Tränen leckt,
im Herzen windet zäh und quält.

Das Wort, das jedem Regen trotzt,
doch hinter schwarzen Gassen kotzt,
sich in der Seele kratzt und stirbt,
von außen dennoch weiter wirbt.

Das Wort, das noch im Schweigen schreit,
wo nur ein Herz es dann versteht,
das Herz, das leider leise schlägt,
weshalb das Wort im Wind verweht.

 

© Amy Herzog

stumme Traurigkeit…

Im Spiegel liegt zerzaustes Haar,
ein Blick, der mit dem Lächeln ringt,
am Boden krabbelt mein Gesicht,
wo draußen noch der Fahrtwind singt.

Der Glanz der Lichter zieht vorbei,
viel zu schnell fang ich mich ein,
Gefühl aus stumm und Traurigkeit,
macht mich im Fort von hier ganz klein.

Der Atem stoppt und zieht voran,
dazwischen ging verloren mein Herz,
der Tränend Blick noch tiefer fällt,
mit ihm einher ein tiefer Schmerz.

 

© Amy Herzog

Wortlos…

Die Worte, die am Tage fliegen,
sie fehlen mir in jeder Nacht,
doch viel mehr fehlt in jeder Stund,
das was noch nie zu Wort gebracht.

Ich hülle mich im weichen Weiß,
Papier, aus lautem Schweigen,
und alles was dort wortlos bleibt,
verklingt in lauten Geigen.

Solange du hier existierst,
bleibt diese Sehnsucht mein,
und habe ich genügend Papier,
bin ich nie wieder allein.

 

© Amy Herzog

Wirre Gedanken…

Die wirren Gedanken ranken sich,
klettern Dächer hoch, verirren,
verwirren, treffen Dunkelheit,
und versuchen sich zu entwirren.

Versuchen ein Licht zu finden,
lindern, Schmerzen, Heilung,
zu trinken, aus Regen schöpfen,
zu baden in reinster Hoffnung.

Könnten sie nur lauter schreien,
diese stillschweigenden Gedanken,
an Worten kleben, singen, tanzen,
nicht nutzlos in die Höhe ranken.

Doch hier bleiben Worte, still,
an Dächer geschrieben, lesen,
das kann keiner, sie Weinen,
weinen bitter über ihr Wesen.

Das Haus, es wird brüchig,
flüchtig nehmen Menschen,
die Fassade, die mal schöner,
gehüllt nun wahr in Wünschen.

Doch das Wort, es lebt,
rankt sich weiter hoch, bebt,
lässt das Haus zerfallen, egal,
bis das Licht Gedanken webt.

© Amy Herzog

Sprache des Herzens…

Gedanken wandern durch den Kopf,
Sie Kämpfen, schreien und wüten,
Bleibt die Seele dennoch leer,
Hinterlassen nur noch Spuren.

Spuren sind nur unsichtbar,
Sie ordnen sich im Herzen an,
Wie kann sie jemanden sehen,
Wenn das Herz nicht sprechen kann.

Es hüllt sich ein im Schweigen,
Das Herz, es spricht gebrochen,
Könnt nur jemand diese Sprache,
Einmal fließend Sprechen.

© Amy Herzog

Das Karussell…

Gedanken kochen
Laute Stimmen brodeln
Im bunten Karussell
Lassen Nerven brennen
Drehen durch stumme Zeiten
In wortlos schreienden Ruinen
Doch es steht niemals still
Das bunte Karussell

© Amy Herzog

Meine Träne…

 

Blicke aus dem Fenster
Und suche den Stern
Doch bist du gegangen
Mir viel zu weit fern

Verschweige die Sehnsucht
Die gedanklich mich treibt
Wär gern nah bei dir
Mein Licht, doch bist weit

Einst heller dein Licht
Mein Herz lebte hoch
Meine Seele war besser
Jetzt blutets nur noch

Ich hege nur Angst
Du könntest mich finden
Mich weiter zerreißen
Mein Herz liegen lassen

Du hast mich verändert
Wo einst nur war Kälte
Du lebst mir im Herzen
Und vergießt meine Träne

© Amy Herzog

wortlos geboren…

wortlos geboren
in bittersüßer
melancholie
kann nach dem ende
den anfang sehen
in lebenssymphonie
die musik bleibt
der mund schreit-
still, rennt davon
das recht zu sprechen
bleibt verloren

nur in gedanken
kann ich um verzeihung
bitten…schweigen

© Amy Herzog

Blindes Schweigen…

Sehe nur den Rauch
durch Milchglas schwimmen
– ohne klare Worte
bleiben die Gefühle
stumm

Unsichtbare Worte
lassen sich nicht formen
zerbrechlich kleine Sätze
bleiben winzig klein
geheim

Höre ich kein Lied
die Geigen schreien
doch mein Herz scheint taub
in seinem Schweigen

Ohne Farben
können keine Bilder wachsen
wilder, weiter Kleckse spritzen
kann ich sie nicht sehen
…nur in schwarz

Schwarz auf schwarz
sind all die Gedanken
was können sie schon
außer dieses blinde
laute Schweigen

© Amy Herzog

Schweigen…

Laues Lüftchen
Golden wehende Locken
Tränen glänzend leiden
Feiner lächeln rote Lippen
Schweigen lauter
Durch himmelblaue
Sommersonnenstrahlen

© Amy Herzog

Kleine Zeilen für…

Ich schreibe diese kurzen Zeilen
Denn bei dir, da will ich sein
Mitten aus dem Schlaf gerissen
Will ich nur bei dir verweilen

Mit Traurigkeit seh ich dich an
Und hoffe, dass auch du kurz blickst
Die Hoffnung, sie kommt in mir an
Dass du mir nah bist, irgendwann

Bis dahin herrscht die Eifersucht
Wo kommt die Fiese hier nur her?
Schlägt sie ein mit starker Wucht
Mein schwaches Herz als Opfer sucht

Doch bleibe ich nur weiter still
Während die Gefühle schreien
Vergesse, was die Sehnsucht will
Und schreib nur diese Zeilen

© Amy Herzog

Unsichtbar…

Schweigen
ich bin stillschweigend
doch ist es zu laut
meine Stille
schreit sie noch zu laut
meine Stimme
sie soll schweigen

Größe
bin ich zu groß
nein, ich bin klein
doch nicht klein genug
die Größe soll schwinden
sie ist nur ein Trug
bin nicht genug
für die Größe

Unsichtbar
bin ich auffallend
doch unwichtig genug
will ich nicht erscheinen
einfach alles meiden
klein, schweigend
unsichtbar bleiben

© Amy Herzog

Identitätsverwirrung…

Bin ich fremd, hier und da
ohne Sinn, war ich nah
jeder kennt, wo jeder war
Identität ist unsichtbar

Im sinnlos sein, bin ich klein
wo ich mal war
, war kein Sein
und niemand sah, ist alles Schein
hier und da, bleib ich allein

Irgendwo, mein Name brennt
du und ich, was niemand kennt
niemand hier, beim Namen nennt
Identität bleibt fort gerannt

© Amy Herzog

Schweigen deiner Worte…

An dich

Nur ein Wort
verschwende ich
sinnlos schweigende
Gedanken

Deine Worte
so lauter sie
schweigen erdrücken
meine Sinne

Nur der Schmerz
deines schweigens
durchdringt noch
mein Herz

Du weißt nicht
zu lautes Schweigen
des Dunkel
ohne Licht

© Amy Herzog